Schönheit und Garten

„Schönheit wird die Welt retten“,
sagt der kluge Idiot.

Ich hoffe es.
Gärten können diese Hoffnung nähren.

Schönheit ist (auch) ein biologischer Prozess. Wenn wir sie erfahren, werden aus neurobiologischer Sich Reize ausgeschüttet, die wir als angenehm oder als eine Belohnung empfinden.

Schönheit macht glücklich .

Schönheit ist der Prozesshaftigkeit unterworfen. Sie kommt und sie geht, sie ist zeitlich eingebunden. Damit macht sie uns die Vergänglichkeit des Lebens deutlich, vielleicht ist sie daher auch oft von melancholischen Momenten begleitet.
Ihre Vergänglichkeit ist ihre Leichtigkeit und Lebendigkeit, so wie auch die unsere.

Wir versuchen sie festzuhalten, in der Malerei, auf Fotos, Filmen und Videos – vielleicht auch ein Grund, warum das Internet uns Menschen so magisch anzieht – aber das geht über unsere Fähigkeiten hinaus. Sie lässt sich nicht festhalten, sondern erfindet sich immer wieder neu.

Schönheit beseelt, sie berührt die Seele und inspiriert, sie ist das Zusammenspiel von Seele und Körper, von Innen und Außen. Sie kennt keinen Dualismus.

Bei den Pflanzen im Garten nehme ich Licht, Schatten, Formen, Farben, und Vielfalt war, kaum eine Blüte ist wie die andere, sie sehen am Morgen anders aus als am Abend, sie haben unterschiedliche Freunde zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten.

Die Wahrnehmung von Schönheit – auch als biologisches Programm – unterliegt kulturellen Einflüssen und ist daher auch verletzlich.

Es lebe die Vielfalt!
Die Natur macht es uns vor.

 

 


Kräuter- und Gartenführung am 4.8.

Wir laden ein zu einer (Wild-) Kräuter- und Gartenführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter und Stauden erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Di, den 04. August 2020, 17.00 – 19.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen auf unserem Gelände ist die Teilnehmer*innenzahl begrenzt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de


Wir brauchen Eure Unterstützung!

Liebe Freund*innen des Gemeinschaftsgartens und der Natur mitten in der großen Stadt!

Auf www.betterplace.org/p83319 könnt ihr nun direkt für die Weiterführung unserer Arbeit spenden, auf dass wir nach nunmehr fast 10 Jahren der Unsicherheiten und des Prekariats auch in den nächsten Jahren weiterhin aktiv gemeinsam für Natur und Gemeinschaft tatkräftig anpacken können!


Ein nektarreiches Dach für unsere Insektenwand

und schön aussehen tut es auch noch!

Unsere im letzten Jahr installierte Insektenwand mit Wohnmöglichkeiten in Lehm, Holz und Steinritzen für Wildbienen und andere Insekten hat gestern endlich ihr neues Dach erhalten – diese kleinen und für unser Ökostystem so wichtigen Tiere haben es nämlich auch gerne regengeschützt in ihren Unterkünften.

Über das mit Dachpappe ausgelegte Dach haben wir ein Gitternetz (besser wäre vielleicht noch Maschendraht gewesen, aber den hatten wir nicht mehr vorrätig) gespannt und dieses dann mit Schotter aufgefüllt. So können sich Erde und Wurzeln gut festhalten.

Dann alles einmal gut angiessen (das war auch direkt unser Gewichtstest: hält das Dach dem Gewicht stand?)

Wie immer eine besonders schöne Arbeit: Standorte auswählen und einpflanzen.

Wir haben unterschiedliche Hauswurz- und Sedumarten, die beide zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) gehören, auf das Dach gesetzt.

Crassulaceae lieben einen kargen, trockenen und sonnigen Standort, also ideal zur Dachbegrünung.

Und allein ihr Name (lat: semper= lebend und vivum= lebend) macht diese aussergewöhlichen Geschöpfe doch schon liebenswert.

Bilden die Hauswurze schon mit ihren unzähligen Rosetten- und Farbvariationen einen Augenschmaus, so können sie zusätzlich noch mit ihren wunderschönen Blüten überraschen, die sich meist in der Zeit von Juni bis Juli zeigen, die meist in rosa-rot bis weiss erstrahlen.
Die dazu gepflanzten Sedumarten ergänzen die Farbpalette des bunt blühenden Daches mit ihren Gelbtönen.

Ein nektrarreich gedecktes Dach für die Bewohner der Appartementwand.

Schon in lange vergangenen Zeiten glaubte man, dass der Hauswurz das Dach vor Blitzeinschlag schützen würde, was sicherlich richtig ist, da das begrünte Dach nicht so leicht austrocknen kann, auch heute schätzt man die klimatischen Vorteile von Dachbegrünungen.

Und: Häuser, auf denen Hauswurz wächst, bringen Glück!

Abbildung aus einer Abschrift von Johannes Hartliebs Kräuterbuch, um 1470

Wie so viele Pflanzen und Tiere sind auch einige wild wachsenden Hauswurzarten heute bedroht und stehen unter Naturschutz, also bitte keinesfalls aus der Natur auspflanzen und mit nach Hause nehmen, wenn man mal einem begegnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hauswurzen

https://www.schamanische-gaertnerei.de/produkt/hauswurz-pflanze


Naturbildung – ästhetische Bildung

Auch über Ästhetik reden und denken wir heute häufig so, als wäre es eine rein technische Angelegenheit.

Vielleicht haben die vielen Theorien uns abgelenkt von der etymologischen Herkunft des Begriffs.

Die Ästhetik als aistesis beschreibt im ursprünglichen Sinne des Wortes (altgriech.) die sinnliche Wahrnehmung.

Ich fühle, das heißt ich rieche, sehe, ertaste, erschmecke, höre, ich empfinde etwas (für mich) Schönes.

Es ist ein ästhetisches Naturerleben, wenn ich einen Blumenstrauss aus dem Garten, von einer Wiese, aus einem Wald… mit nach Hause nehme.

Es ist ästhetische Bildung als die Bildung von Differenzierung und Wahrnehmung des Schönen, wenn ich durch den Garten gehen und die Blumen für meinen Strauss in einem Akt der sinnlichen Erfahrung zusammenstelle.

Welche Blumen blühen momentan?

Von wem darf ich ein, zwei Blütenstände entnehmen, ohne dass es ihnen allzu sehr wehtut und ihren Bestand schwächt?

Wer passt zusammen?

Welche Größe soll der Strauss bekommen?

(An dieser Stelle möchte ich gestehen, dass ich zu großen, bombastischen Sträussen neige, nach dem Motto, wenn schon, denn schon. Da hat jede*r andere Vorlieben.

Und demnächst werde ich mich auch einmal an den entzückenden Kräutersträusschen versuchen, die die Kräuterpädagogin Julia Klement letzte Woche gebunden hat…
Wunderhübsch, dazu duftend und auch noch ess- und trinkbar!

Wenn er dann fertig ist, der Blumenstrauss für Zuhause – noch ein paar Gräser und Blattschmuck ist dazu gekommen – verstaue ich ihn sorgfältig (in einen feuchten Baumwollbeutel eingepackt) für den Transport.

Zuhause angekommen geht es irgendwann an die Zeit, den Strauss in der Vase zu drapieren.
Wer steht hinten, wer vorne?
Welche Farben und Formen passen zusammen?

Wer muss noch einmal angeschnitten werden, welche Stengel fallen für ein kleines Schreibtisch-Sträusschen ab?

Der Duft des Gartens ist mitgekommen, er erfüllt die Küche.

Allen voran natürlich die drei Dolden des wunderbaren Phloxes, sie duften um die Wette. ( Übrigens gehört der Phlox übrigens zur Familie der Himmelsleitergewächse /Polemoniaceae, das passt doch).

Ich empfinde den Duft der Pflanzen jeden Morgen, wenn ich die Küche betrete – was riecht denn hier so anders/angenehm? – und ich beobachte ihre Formen und Farben, ich bedanke mich über das Geschenk des Gartens, mindestens für eine Woche sinnliche Freuden.

Was das alles mit Ästhetik und ästhetische Bildung zu tun hat?

Heute vormittag habe ich einen Artikel daürber gelesen, dass Kinder (ab dem Kindergartenalter) in Zeiten des Corona-bedingten Lockdowns bis zu sechs Stunden täglich vor einem zweidimensionalen Bildschirm verbracht haben.

6 Stunden an einem Tag! Wie lange sind wir täglich wach, wieviel Stunden hat ein Tag und warum ist es für mich ein Fest, wenn ich es endlich mal wieder einmal schaffe, zwei Stunden konzentriert in die Welt eines Romans abzutauschen?
Und wie schön, dass ich es noch als ein sinnliches Fest empfinden kann.

Ich glaube, dass wir diese sinnlichen Erfahrungen brauchen für die Ausbildung zu einem (sinn-) erfülltem Leben.
Wir können und sollten die Zweidimensionalität unserer modernen Welt nutzen, um unser Leben angenehmer zu machen, aber nicht, um abzustumpfen und uns digital versklaven zu lassen.

Um mehr Zeit zu haben für die freie Entfaltung unserer Sinne. (Aufgepasst: diese Entfaltung ist nicht über Konsum zu befriedigen!)
Wir brauchen diese sinnliche Erfahrung, um die Welt erfahren und erklären zu können.

Naturbildung ist die handlungsorientierte Verknüpfung von Naturerleben und ökologischer Bildung anhand konkreter Natur-Phänomene als Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Ästhetische Bildung ist Teil der Naturbildung und arbeitet mit den Sinnen, es geht um die Ausbildung deren Wahrnehmungsfähigkeiten.

Es ist notwenidig, dass wir uns wieder in Beziehung zur Natur setzten und uns als Teil von ihr verstehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Naturbildung

https://www.herder.de/kiga-heute/fachbegriffe/aesthetische-bildung/


Kräuter- und Gartenführung im Gemeinschaftsgarten

Wir laden ein zu einer (Wild-) Kräuter- und Gartenführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter und Stauden erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Do, den 23. Juli 2020, 17.00 – 19.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen auf unserem Gelände ist die Teilnehmer*innenzahl begrenzt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de


Hochsommer-Impressionen

Und unser Gemüsegarten beschert uns schon im ersten Jahr nach der Baustelle reiche Ernten:

Radiesschen, Erbsen, Salate, Mangold, Zucchini, Blumenkohl, es reifen die ersten Tomaten, später kommen die Bohnen, die Kürbisse, der Kohl…

 

 


Naturbildung

Um es kurz zu fassen:
Ich glaube, Platons Erbe hat es uns nicht leicht gemacht.

Seit Jahrhunderten schon tragen wir ein dualistisches Weltbild mit uns herum und haben spätestens seit Zeiten der Aufklärung und Industrialisierung begonnen zu vergessen, dass wir ein Teil der Natur sind, nicht ihr Gegenüber, ihr Miteinander.

Ich glaube, wir benötigen das konkrete Erfahren von Wechselwirkungen von Mensch und Mitwelt, wie Theoretiker der Naturbildung es ausdrücken.

Indem ich die Natur berühre, bewirke ich etwas.

Der alte Witz vom „Der Mörder ist immer der Gärtner“ hat auch ein Stück Wahrheit. Mit jedem Schritt, den ich durch den Garten gehe, bewirke ich etwas; zertrete vielleicht ein kleines Tier, zerstöre möglicherweise ein unterirdisches Nest, verändere ich Lebensräume.

(Ich hoffe, der Garten verzeiht es mir und ich tröste mich damit, dass ich ihn ja auch pflege.)

Meine Hand wühlt in der Erde, ich säe aus, ich pflanze und ich bekomme dazu im Gegenzug Nahrung oder Schönheit.

Eine Welt des Austausches und der Geschenke.

Unser Salat nach der Aussaat und zur Erntezeit.

Blühfreuden.

Diese Erfahrungen ermöglichen es uns erst, überhaupt etwas über unser ökologisches System auszusagen.

Wenn wir uns in der Natur bewegen, erhalten wir die Möglichkeit, uns unserer eigenen Körper besser bewusst zu werden. Der Gartenraum gibt uns genug Raum, um unsere eigene physische Existenz zu spüren.

Und wir endecken und erfahren das körperliche Dasein anderer Existenzen.

Der Garten rettet uns auch vor romantisierenden Naturvorstellungen und offenbart uns mitunter die Erschwernisse des menschlichen Daseins. Er verlangt uns körperliche Arbeit ab (die durchaus schweisstreibend sein kann) und zeigt uns die Vergänglichkeit, den Kreislauf von Leben und Tod, dem auch wir unterworfen sind.
Wenn wir genau hinschauen, fällt es uns vielleicht leichter, notwendige Handlungen zu vollziehen, um unsere Erde auch noch für nachfolgende menschliche Generationen als lebenswert zu erhalten.

Die Natur ist nicht ein Gegenüber.
Versuchen wir andere Weltanschauungen als rein dualistische, es gibt so viel mehr.

Womit wir wieder bei Platon angelangt sind.

 

Wir sind ein Teil der Natur, sozusagen inklusive.

Inspirationen:

http://autor-andreas-weber.de/index.html


Im Garten sein

Ja, vielleicht ist es für die meisten die schönste Arbeit, die es im Garten zu verrichten gibt:
die Ernte!

In diesem Jahr beschenkt uns der Garten besonders reichlich – wie zur Versöhnung und zum Trost für all die Sorgen und Schwierigkeiten, unter denen wir in Zeiten der Covid-19-Pandemie zu leiden haben.

Nach den ersten Radieschen und Erbsen fingen die ersten Salate an, zu schmecken und dann im Juni, kam die wunderbare Beerenzeit!

Erbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Maulbeeren, was nicht sofort in den Mündern verschwunden war, reichte sogar noch für den Nachtisch im Kindergarten.

Unsere jüngsten Mitgärtner*innen im Kindergartenalter lassen sich aber nicht lumpen und helfen auch immer eifrig bei Ausaat und Pflege ihrer Beete – es darf nur nicht zu lange dauern.

Dann geht es nämlich unauffällig und fließend weiter zu anderen Aktivitäten, eine/r nach der/m anderen gleitet weg ins Entdecken, Ausprobieren, Suchen und Finden…ins Spiel.

Spielen geht immer, dafür sind keine aufwändige ‚Zeuge‘ und Gerätschaften notwendig, dazu braucht es nur ein anregendes Umfeld, Zeit und Raum.

Entdecken geht im Garten auch immer: wie sieht das verlassene Hummelnest heute aus, wo wir in der letzten Woche beobachtet haben,wie die räuberischen Ameisen die Eier verschleppt haben, was machen die Kompostwürmer, die am Anfang noch so gruselig waren und nun Muttererde (nicht ganz korrekt, aber seit einiger Zeit Gartenlieblingswort) herstellen und wer findet einen Schatz und kennt die besten Abkürzungen?

Natürlich ist es mit Kindern im Garten so, dass die eine oder andere Aussaat daneben geht und das ein oder andere Pflänzchen von Kinderhänden und -füßen erdrückt wird, aber der Garten ist gnädig (und die großen Gärtner*innen auch meistens), er hält das schon aus und schenkt uns neue Pflanzen und Ernten.

Was unsere Natur nicht mehr aushalten will und kann, ist, dass wir Menschen die Beziehung zu ihr verlieren.
Wir sollten daher aufmerksam ihr gegenüber sein und versuchen, mit ihr in Beziehung zu treten, wo immer es uns möglich ist.
Die meisten Familien in den Städten verfügen nicht über einen eigenen Garten, in dem sie und ihre Kinder Naturerfahrungen machen können, dies ist nur einem geringen Anteil unserer Bevölkerung möglich.

(Und auch wenn es hier in diesem Text gerade um die Kinder geht, sollten wir auch all die älteren und alten Menschen nicht vergessen, die zu anderen Zeiten gerne bei uns im Garten auf den Bänken sitzen oder momentan zumindest durch den Zaun hinüberspähen, um sich an der Gartennatur zu erfreuen.)

Wir brauchen diese Freiräume in unseren Städten, dringlicher denn je!
Wie schön also, dass unser Kiez Zentrum Villa Lützow in Tiergarten-Süd über solch einen Garten verfügt.

Für die Kinder, für die Familien, für alle Menschen.


Die Kornrade – Eine Schönheit auf der Roten Liste

Agrostemma githago

Die Kornrade, bis in die 1960er Jahre eine weit verbreitete Ackerbegleitpflanze, ist eine Sommerblume aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum kommend, hat sie sich einst mit der Sesshaftwerdung der Menschen und dem damit einhergehenden Ackerbau schnell an den Rändern von Getreidefeldern verbreitet.
Ihr Nachteil: sie ist extrem giftig, besonders für Weidevieh wie Rinder, Pferde und Schafe, aber auch für den Menschen.
Ihr Vorteil: sie ist von ausgesuchter, schlichter Schönheit, und ist eine wertvolle Pollen- und Nektarpflanze für Insekten.
Früher war die Agrostemma githago aufgrund ihrer Giftigkeit zu Recht gefürchtet, besonders durch mangelhafte Methoden in der Saatgutreinigung war es nur sehr schlecht möglich, ihre Samenkörner aus der Getreideernte hinauszufiltern, so dass es sogar durch Brotverzehr immer wieder zu Vergiftungen kommen konnte.
Durch den Einsatz von immer effizenteren Maschinen bei der Erntereinigung konnte diese Gefahr zunehmend gebannt werden, der Kornrade wurde jedoch – wie so vielen anderen Ackerbegleitpflanzen – der massive Pestizideinsatz unserer Agrarindustrie zum Verhängnis – in Deutschland steht sie auf der Roten Liste gefärdeter Arten mit der Stufe 1 als vom Aussterben bedroht.

Durch rare Funde und deren Nachzüchtungen konnte sie erhalten bleiben und hat sich in den letzten Jahren ein wenig in Gärten als Schmuckpflanze etablieren können, was ihren Weitererhalt fördert. Mit ihrem kräftigen Magenta-Rosa, das auf Fotos nie so zum Erstrahlen kommt wie in der Wirklichkeit, verschönert sie im frühen Sommer auch unseren Garten.
Ihre Blütezeit wird von Juni bis August angegeben, bei uns gehört sie zu den frühen Blühern im Juni, dananch bilden ihre Samenkapseln noch lange einen aparten Schmuck im Beet.

Was ich erst kürzlich erfahren habe ist, dass die Agrostemma githago sich auch hervorragend zur Gründüngung und als Pionierpflanze auf Böden, die rekultiviert werden müssen, eignet. Sie stellt keine hohen Ansprüche an den Boden, keimt recht schnell und entwickelt sich zügig. Die Kornrade ist in der Lage, die Infektionskette, die sich wegen falscher Fruchtfolge in einem Gartenboden einsgeschlichen hat, zu durchbrechen.
Sie ist in diesem Anwendungsbereiche auch insofern von Wert, dass sie in der Kulturfolge unproblematisch ist (d.h., sie versteht sich mit den meisten anderen) und keine Pflanzenkrankheiten wie zum Beispiel die Kohlhernie überträgt.

Also gibt es einige Gründe, die Kornrade im Garten anzusiedeln, ich glaube, ich mag sie vor allem wegen ihrer Schönheit und möchte sie unterstützen, weil sie vom Aussterben bedroht ist.

Und wieder ein Grund mehr, darüber nachzudenken, wie wir zukünftig Ackerbau betreiben wollen: das Aussterben der Artenvielfalt durch die Anbaumethoden der sogenannten modernen Agragrindustrie hat dramatische Auswirkungen angenommen, bedroht unser gesamtes Ökosystem und beraubt uns in massivem Maße der Schönheiten, die das Leben und die Natur uns bieten.

https://www.gartenlexikon.de/kornrade/

https://www.wildes-berlin.de/kornrade/

https://www.hausgarten.net/gartenpflege/schaedlinge-krankheiten/nematoden.html


Kräuter- und Gartenführung am 9.7. ausgebucht

Leider sind für unsere Kräuter- und Gartenführung am 9.7. keine neuen Anmeldungen mehr möglich.

Die nächste Führung in unserem garten findet amDo, den 23.7. um 17.00 Uhr statt. Anmeldungen können schon einmal gerne unter: wachsenlassen@web.de eingereicht werden.


Kräuter- und Gartenführung im Gemeinschaftsgarten

Wir laden ein zu einer (Wild-) Kräuter- und Gartenführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter und Stauden erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Do, den 9. Juli 2020, 17.00 – 19.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen auf unserem Gelände ist die Teilnehmer*innenzahl begrenzt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de


Buchausstellung: Urlaub mal nachhaltig

 

Eine Veranstaltung im Rahmen von: EFRE Projekt „Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben“

In der besonderen Zeit von Covid-19 finden Sie eine Buchausstellung aus dem Bestand der Grünen Bibliothek der Nachbarschaft, Bibliothek Tiergarten-Süd, zum Themenkreis „Nachhaltig leben und reisen“ hier im Lesesaal.

Uns interessiert: Wie verbringen Sie in diesem Jahr Ihre Ferien?

Wenn Sie mögen, schreiben Sie es auf, zeichnen Sie, fotografieren Sie, dichten Sie!

Teilen Sie uns Ihre Werke und Ideen mit und werfen Sie sie in der Bibliothek in den „Grünen Briefkasten“

Vielleicht sehen wir uns zu einer Ausstellung mit Ihren Exponaten im Herbst in diesen Räumen wieder?

Wir würden uns freuen!

Die Bibliothek Tiergarten-Süd befindet sich in der Lützowstr. 27, 10785 Berlin. Weitere Informationen unter:

https://www.berlin.de/stadtbibliothek-mitte/bibliotheken/bibliothek-tiergarten-sued/

Das pdf zur Buchausstellung: Aushang2.Urlaub final


Der Baum

Einst hat er unser Baumhaus getragen, dann wurde er von einem Pilz befallen – von welchem eigentlich? das sollte ich einmal in Erfahrung bringen – das Baumhaus musste weichen und er durfte immerhin auf 2,00 Meter stehen bleiben, wie schön, dass er noch teilweise da ist!

Ich empfinde das Absägen eines Baumes als einen schmerzlichen Prozess, der respektvoll durchgeführt werden sollte. Das Absägen bis auf den Stumpf ist an vielen Stellen nicht notwendig und jeder Zentimeter Totholz, der erhalten werden kann, fördert unser Ökosystem und die Artenvielfalt.
Es gibt sicherlich viele Stellen in unserer Stadtlandschaft, an denen 1-Meter-Stehenlassen eines zu fällenden Baumes der Verkehrssicherheit entsprechen würde.

Denn: der tote Baum birgt Leben!

Ich habe mir die fremden Welten, die mich umgeben, nicht ausreichend vorstellen können.
Ich habe die Behausungen von solitär lebenden Wildbienen (und wahrscheinlich auch vielen Käferarten) im vertikal stehenden Totholz sehen und erhalten können.

Was mit verborgen geblieben ist: der Baum war in seinen oberen Abzweigungen von einer Hummelkolonie besiedelt.

Wildbienennester (unseren beliebten, weil so schön pelzig und gemütlich aussehenden Hummeln gehören auch zu den Wildbienen) sind gesetzlich geschützt.

Das nützt den Hummeln natürlich herzlich wenig, wenn niemand ihr Wohnstätte bemerkt.

Es erfüllt mich mit Trauer, dass wir nicht besser hingesehen haben.
Den einsturzgefährderten Baum bis Ende September im Umkreis von 4,5 Metern wegen Verkehrssicherheit abzusperren, wäre uns auch noch gelungen.

Sie fehlen im Garten, die dunklen, schwarbraunen Hummeln, von denen ich immer noch nicht herausbekommen habe, wie sie eigentlich heißen.

Was ist mit ihnen geschehen, was wird mit ihnen geschehen?
Die Brut eines ganzen Jahres wurde vernichtet, gibt es noch eine Königin, die sich hat am Leben erhalten können?

Hofdamen, Sammlerinnen, Drohnen und wie sie auch immer heißen mögen in der Hummelgesellschaft?

Es gibt nicht die Natur und uns – es scheint sehr wahrscheinlich, dass wir alle in einem gemeinsamen, nicht dualistisch aufgebautem, sondern beziehungstechnisch weitverzweigtem Ökosystem leben.

Als sie noch da waren…

 

 

 


Wege in eine zukunftsfähige Wirtschaft

In welcher Welt wollen wir leben? Sollen nach wie vor Corona wieder und weiter Gewinne für wenige auf Kosten von Klima, Natur, Umwelt und Menschen steigen?

Heute um 19.00 Uhr kann man der #BUNDdebatte mit Robert Habeck, Katja Kipping und Norbert Walter-Borjans
live auf dem BUND-youtube-Kanal folgen.

Alle Informationen dazu unter:

https://www.bund.net/ueber-uns/veranstaltungen/bunddebatte/


Angelica archangelica – die Engelpflanze in unserem Garten

Es ist mein zweiter Versuch, die Echte Engelwurz in unserem Garten anzusiedeln, zu groß war ihr Feuchtigkeitsbedarf für ihren ersten – von mir falsch ausgewählten – Standort.

Nun hat sie einen Platz in einer ausrangierten Badewanne gefunden, wo wir sie separat giessen können, auch wurde dem Boden etwas Lehm beigemischt, was sie zu mögen scheint.

Unterpflanzt habe ich die imposante Staude mit Kaukasus-Vergissmeinnicht, welches ähnliche Bedürfnisse an die Bodenverhältnisse hat und estimmt weiterhin hübsch aussehen wird, wenn sich die zweijährige Edle Angelika im nächsten Jahr (nach einer hoffentlichen Selbstaussaat!) noch nicht zu ihrer vollen Pracht und Größe entwickeln wird.

Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem europäischen Norden, also z. B. Island, Grönland oder Nordengland, jedoch auch aus östlichen Gebieten, z. B. rund um den Baikalsee und Transsilvanien.
Das erklärt wahrscheinlich ihre Vorliebe für sonnige, nährstoffreiche, frisch-feuchte Standorte, geren wächst sie an Teichrändern und sumpfigen Böden – ich hoffe sehr, dass ihre Badewanne ihr ausreicht.
Im blühenden Zustand wird die Angelika bis zu 2,50 m hoch, sie gehürt zur Familie der Doldenblütler.
Diese Blüten sind der absolute Insektenmagnet! Unzählige große und kleine unterschiedliche Insekten tummelten sich den ganzen Tag auf unserer Engelpflanze, deren Blütedauer in diesem Jahr nach meinem Gefühl sehr kurz ausgefallen ist.
Allein aus Liebe zu den Wildbienen sollte man diese Pflanze im Garten haben, wenn man denn einen Platz für sie findet, der ihr behagt.
Aber auch sonst besticht die Engelwurz durch ihre Schönheit und – nun ja, durch ihre Imposanz. Den Frühling über zu beobachten, mit welcher Kraft sich ihre Blätter und Blüten aus ihren Hüllen schieben, war für mich ergreifend und bewundernswert, nur beim Zuschauen konnte ich verstehen, dass über sie gesagt wird, siebreite wie ein Schutzengel ihre innere Stärke und Führungskraft um uns herum aus.
Auch soll sie das Selbstvertrauen stärken, Gesundheit und Glück und Mut schenken und bringt Ruhe bei quälender Angst.
Wohl den Gärtner*innen, die eine Engelwurz in ihrem Garten haben!

Natürlich liegen diese ihr zugeschriebenen Fähigkeiten nicht (nur) an ihrem Aussehen, sondern an ihren Inhaltsstoffen, die sie zu einer wertvollen Heilpflanze machen.

Zu den wichtigen gehören: ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Furocumarine (auch Furanocumarine) und Flavonoide.

Die Liste ihrer Anwendungsgebiete ist lang: Beschwerden im Magen-Darm-Bereich (Verstopfung), Appetitlosigkeit, Magersucht (Anorexie), Krämpfe und Menstruationsbeschwerden können mit ihrer Hilfe gelindert werden, sie wirkt antiseptisch und abwehrsteigernd.

Auch bei Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszuständen, Migräne, Rheuma, Gicht und Leberschwäche wirkt sie hilfreich.

Die Heilpflanze wirkt beruhigend und schmerzlösend bei Neuralgien/ Nervenschmerzen, die beispielsweise durch erhöhten Druck oder Entzündungen entstehen.

Die Inhaltsstoffe der Angelika können auch gegen das heutzutage immer öfter anzutreffende Burn-out-Syndrom hilfreich sein. Neben den vielen anderen medizinischen Wirkungen ist die Engelwurz ein regenerierendes Mittel, das hilft, wenn der Körper oder die Seele geschwächt ist. Die Engelwurz hält uns jung, sie schenkt uns neue Energien, wenn wir schwach und kraftlos sind, zum Beispiel nach einer langen Krankheit oder Dauerstress.

Wie schon gesagt: sie schenkt uns Mut und Ruhe bei quälender Angst!

Als Heilpflanze besitzt die Engelwurz in Europa eine lange Tradition. Ihren Namen verdankt die Pflanze einer mittelalterlichen Sage. Sie besagt, dass der Erzengel Michael (oder Raphael) einem Mönch im Traum erschienen sei und ihm die Pflanze als Heilmittel gegen die Pest gezeigt habe.

Während der dunklen Zeiten des Mittelalters, als der Schwarze Tod Europa verwüstete, wurde Angelika für seine Wirkung gegen diese todbringende Infektionskrankheit verehrt. Behandelnde Mediziner hatten damals immer ein Stück der Wurzel unter ihrer Zunge.
Vielleicht auch in heutigen Zeiten wieder auszuprobieren?

Zudem vertreibt die Engelwurz dem Brauchtum nach die Dämonen der Melancholie und alle finsteren Mächte, sie erhellt den Geist, erwärmt die Seele, reinigt die Aura und verbessert die persönliche Ausstrahlung. Wer das Kraut bei sich trägt, wird von allen geliebt. Das Baden mit Angelika befreit von Flüchen, Verhexungen und allen möglichen Zaubern.

Also ein beeindruckend breites Spektrum von möglichen Anwendungsgebieten.

Die meisten Heilstoffe liegen in der Wurzel, diese kann im Herbst geerntet und getrocknet werden. Aber auch Blätter, Blüten und Samen können getrocknet und zu Tee weiterverarbeitet werden.

Um die Anwendungsmöglichkeiten noch zu toppen, kann die Engelwurz auch zu Süßspeisen verabreitet werden.

Hierzu werden die kandierten Stängel der Pflanze verwendet und entweder so vernascht oder als aparte Dekoration auf Kuchen und Torten verwendet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Engelwurze

https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/engelwurz-neu.htm

http://heilpflanzenwissen.at/pflanzen/engelwurz/

https://www.heilkraeuter.de/


Stadtgärtnern mit der Natur – Kräuterführung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir laden ein zu einer Wild-und Küchenkräuterführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Do, den 18. Juni 2020, 17.00 – 19.00 Uhr
Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28,
10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen wegen COVID-19 auf unserem Gelände ist dieser Spaziergang auf 5 Teilnehmer*innen beschränkt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de

Die Info als pdf: Kräuterführung 18.6.


Keine Bienenkiller-Exporte ins EU-Ausland!

Die Pestizidkonzerne Bayer, Syngenta und BASF untergraben bisherige Erfolge zum Schutz der Bienen in der EU — indem sie ihre Gifte einfach in den Rest der Welt exportieren.

Informationen dazu und eine Petition zum Unterschreiben mit dem Aufruf an Bayer, Syngenta und BASF, die Produktion und den Verkauf von verbotenen Pestiziden ins Ausland  zu stoppen finden sich unter:

https://actions.sumofus.org/pages/bienenkiller-exporte?akid=74465.9965269.6qxQcN&rd=1&source=fwd&t=6

 


Falsche Konjunkturprogramme erhöhen das Risiko weiterer Pandemien

Hier der Hinweis auf einen aktuellen und wichtigen Artikel beim BUND:

Spätestens seit Mitte März ist die Covid-19 Pandemie das bestimmende Thema in den Medien. In den vergangenen Wochen hat sich die Debatte von notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie jedoch mehr und mehr auf die schrittweise Lockerung dieser Maßnahmen verschoben und damit auch auf die Frage, wie die Wirtschaft wieder angefahren werden kann. Die bisherigen Vorhaben der Bundesregierung gehen jedoch in die völlig falsche Richtung.

weiterlesen unter: https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/falsche-konjunkturprogramme-erhoehen-das-risiko-weiterer-pandemien/


Iris Germanica ‚Florentina‘ – eine frühe Schönheit in unserem Garten

Einzug fand die weisse Veilchenwurzel (Iris florentina) in unserem Garten, weil mein Interesse daran geweckt wurde, dass aus ihrem Rhizom das sogenannte Veilchenwurzelöl zur Konservierung von Duftstoffen hergestellt wird. Das Irisöl gehört zu den kostbarsten Naturprodukten. Es wird daher nur in allerkleinsten Dosierungen z.B. für hochwertige Parfüms oder zur Aromatisierung von Lebensmitteln, Likören, Süß- und Backwaren verwendet.
Dazu braucht es allerdings Geduld, erst nach ein bis zwei jahren trockener Lagerung bildet sich der Duft heraus und ich vermute, dass die Ölherstellung sehr aufwendig ist…

Begeistert hat die florentiner Schwertlilie in diesem Jahr jedoch alle, die sie in unserem Kräutergarten entdeckt haben, mit ihrer eleganten Schönheit, die ihren Höhepunkt mit der Öffnung ihrer Blüten im frühen Mai offenbarte.

Zwei Jahre haben wir bis zur ersten Blüte gewartet und ja, die Zeit des Wartens hat sich gelohnt!

Die deutsche Schwertlilie gilt übrigens auch als Zauberpflanze, mit ihren magischen Kräften wurde sie auf Burgfelsen gepflanzt, um Feinde abzuhalten.
Diese widerum gruben die Lilien aus, um sie mit zur eigenen Burg zu nehmen und die Kräfte zu ihrem Vorteil zu nutzen…
Auch galt die Schwertlilie als Symbol der Ritterlichkeit. Das Blatt stand für das gezückte Schwert – die Blüte stand für ein reines Herz.

In der griechischen Mythologie sind sie die Pflanzen der griechischen Götterbotin Iris, die die Seelen der Verstorbenen entlang einem Regenbogen in das Reich des ewigen Friedens zu führen hatte. Wie schön!

Und weil die Vorstellung, eigenes Veilchenwurzelöl herzustellen, wenn auch nicht realistisch, so doch allzu verlockend ist, sollte die Florentina am besten allzubald eine blau blühende Pallida zur Seite gestellt bekommen, aus der ebenfalls das Veilchenwurzelöl gewonnen werden kann.

Und wenn auch nur deswegen, weil sie sicherlich wunderschön neben und miteinander aussehen werden.

 

 


Vitaler Boden für alle!

„In der Natur gibt sich die Erde niemals unbedeckt; warum sollten wir sie dann kahl lassen?“ (Graham Bell in „Der Permakultur-Garten“)

Wir hatten seit dem Spätsommer letzten Jahres die Aufgabe, den ausgelaugten Boden, der lange nackt dagelegen und von schwerem Gefährt platt gedrückt war, wiederzubeleben. Neben den Strapazen durch die Baustelle, litt der Boden auch unter der langanhaltenden Trockenheit.

Also begannen wir im Herbst letzten Jahres mit der Revitalisierung der Erde. Zunächst säten wir bestimmte Pflanzen aus, um den Boden gut über den Winter zu bringen. Dazu nutzten wir Inkarnatklee, der uns noch mit seiner Schönheit überraschen sollte, und eine Mischung aus Winterroggen und Winterwicke. So war unser Boden bis zum Frühjahr bewachsen und gegen weitere Austrocknung geschützt.

Aussaat im Herbst
Im Frühling haben wir Schrittweise mit der Bearbeitung unserer Vier-Felder-Wirtschaft begonnen.

In den letzten Wochen erfreuten wir uns nun an dem purpurroten Blütenstand des hochgewachsenen Klees und ließen ihn als Insektenweide stehen. Jetzt folgte Teil Zwei der Bodenwiederbelebung. Mithilfe tatkräftiger Freiwilliger, die sich freuten, die Zeit der Corona-Schutzmaßnahmen auf diese Weise zu überbrücken, begannen wir den Boden für die Anbauphase vorzubereiten. Dazu wollten wir die Superkräfte unserer Pflanzen nutzen. Denn beide gelten als Gründünger-Pflanzen, also als lebendiger Dünger. Inkarnatklee und Winterwicke gehören zur Pflanzenfamilie der Leguminosen, welche an ihren Wurzeln eine Lebensgemeinschaft mit Knöllchenbakterien eingeht. Diese Bakterien sorgen für eine erhöhte Stickstoffanreicherung. Daher sind Leguminosen allgemein ein beliebter Gründünger. Der Winterroggen wiederum sorgt durch besonders tiefe Wurzeln für eine Auflockerung des Bodens.

Inkarnatklee eignet sich auch hervorragend für Blumensträuße
Winterroggen und Winterwicke

Diese Pflanzen sind also sehr nutzvolle Freunde, um unseren Boden zu unterstützen. Denn ein vitaler Boden hat eine lockere und krümelige Bodenstruktur und enthält, je nach Anbauplänen, verhältnismäßig viel Stickstoff. Er kannWasser aufnehmen und abfließen lassen und bietet Bakterien, Würmern, Insekten und anderen Klein- und Kleinstlebewesen, die unentbehrlich für eine fruchtbare Erde sind, genügend Sauerstoff und Stickstoff.

Um die Eigenschaften der Pflanzen optimal zu nutzen, schnitten wir unseren Gründünger über dem Boden ab und nutzten den Pflanzenschnitt, um den Boden damit zu bedecken, oder wie man sagt, zu mulchen. Dies ist in der Permakultur eine viel angewendete und effektive Methode. Mulch übernimmt drei wichtige Aufgaben: Er schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion, nährt den Boden und kann die Verbreitung unerwünschter Kräuter unterdrücken.

Um unseren Boden optimal für die Bewirtschaftung vorzubereiten, gruben wir die stickstoffreichen, unterirdischen Pflanzenreste des Klees unter, während wir den Boden für die Neusaat auflockerten. Um ihn bis zur Aussaat vor Verdunstung zu schützen, bedeckten wir ihn mit dem Pflanzenschnitt. Wicke und Roggen schnitten wir über dem Boden ab und legten den Pflanzenschnitt an Ort und Stelle auf den Boden, ohne ihn vorher umzugraben. Auf diesem Boden haben wir eine gemütliche Sitzecke eingerichtet. Da der Mulch den Boden auch düngt, indem er verrottet, ist es sinnvoll, die Pflanzen recht kleinteilig zu zerschneiden. Denn umso kleiner sie sind, desto schneller verrotten sie.

In unserem Gemeinschaftsgarten werdet ihr überall Mulch entdecken, wo zurzeit nichts wächst. Wir streuen ihn auch auf die Wege unseres Kräutergartens und sparen uns damit das aufwendige ausrupfen unerwünschter Kräuter, die durch den Mulch garnicht erst wachsen oder eingehen und selber zu Humus werden.

Unsere Jungpflanzen freuen sich über die schützende Mulchdecke
Unsere neue Sitzecke

In der Permakultur ist es jedoch das Ziel, überall lebendige und nützliche Bodenbedeckung zu haben. Der Mulch mit „totem“ Material ist also eine Übergangslösung, denn ein lebendig bedeckter Boden bietet einen hohen Nutzen bei wenig Arbeitsaufwand.

Der Prozess des Mulchens mit „totem“ Material hin zu lebendiger Bodenbedeckung lässt sich gut anhand eines Erdbeerbeetes beschreiben: Erdbeeren sind ein hervorragender lebendiger Mulch. Sie breiten sich schnell aus, bedecken den Boden großflächig und man kann ihre Früchte ernten. Um diesen lebendigen Mulch anzulegen, kann man die Erdbeeren in einem mit Stroh gemulchten Beet anpflanzen. Das Stroh wird langsam zu Erde verrotten, während die Erdbeeren wachsen und am Ende die gesamte Fläche bedecken. Nun hat man eine geschützte Erde, einen schmackhaften Ertrag und spart sich Arbeit, die mit unbedeckter Erde betrieben werden muss. So freut sich die Erde, der Mensch und so manch anderes kleines Schleckermaul.

Verlassen wir uns also auf die Weisheit der Natur und bedecken die Böden. Gerade in den letzten Jahren hat der Klimawandel in Berlin zu langen Dürreperioden geführt und Gärtnerinnen und Gärtnern vor Augen geführt, wie wichtig es ist die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Bald könnt ihr euch hoffentlich selbst davon überzeugen, wie unser Gemeinschaftsgarten sich über seine schützende und nährende Mulchdecke freut. Unsere Erdbeeren blühen übrigens auch gerade und warten schon bald darauf, von euch gekostet zu werden. 


Neue Mitgärtner*innen im Gemeinschaftsgarten – die Kompostwürmer sind eingezogen!

Die Idee war schon lange in der Welt, nun konnte sie endlich realisiert werden: in seiner knapp bemessenen Freizeit hat Arben aus dem Team wachsenlassen geschraubt, gebohrt und gezimmert, damit der sehnlichst gewünschte Wurmkomposter und damit die kleinen Tiere und mit ihnen ‚das scharze Gold‘ in unseren Garten einziehen konnte.

Was aber ist ein Wurmkomposter?

Im Wurmkomposter befindet sich eine Lebensgemeinschaft, die aus Pilzen, Bakterien, verschiedenen Einzeller, Springschwänzen, einigen Bodenmilbenarten, kleinen weißen Ringelwürmern und und und… den Kompostwürmern besteht. Die Gesamtheit der Boden lebenden Organismen, die eine extrem wichtige Rolle in unserem Ökosystem spielen, wird das Edaphon genannt.

Zu den Kompostwürmern gehören beispielsweise die Arten Eisenia foetida, Eisenia andrei oder Eisenia hortensis.

Gemeinsam produzieren diese Lebenwesen durch ihren Stoffwechsel den (Wurm-) Humus, ein natürliches Produkt mit hochkonzentrierten Bestandteilen an pflanzenverfügbaren Nährstoffen, wenn sie ausreichend Nahrung finden.

Diese Nahrung besteht aus frischen organischen Stoffen wie zum Beispiel Obst und Gemüse, also aus unseren Küchenresten, die auf keinen Fall in den Restmüll gehören – wo sie anscheinend immer noch zu hohen Anteilen landen.

Da die Wurmkompostierung bei richtiger Pflege völlig aerobisch abläuft, entstehen keine störenden Fäulnisgerüche und eignet sich dadurch bestens, sie direkt im eigenen Haushalt durchzuführen, auf dem Balkon oder in der Küche, mittlerweile gibt es unterschiedliche Wurmkisten – auch für die Wohnung – von unterschiedlichen Anbietern.
Eine Wurmkiste ist eine wunderbare Möglichkeit, Biomüll in Form von Küchenabfällen und Pflanzenresten zu recyceln und daraus nährstoffreichen Humus zu gewinnen.
Zudem lassen sich mit ihr Kreisläufe unseres Ökosystems verstehen und erklären; das Verständnis dafür, dass Boden eben nicht nur ‚Dreck ist, den wir mit Füssen treten‘, sondern die Grundlage unserer Lebensmittelversorgung, wächst mit jedem Tag Wurmkiste weiter.
Das Ausgangsmaterial für Humus – also wertvollen Boden, ist unser vermeintlicher Müll, unsere Bio-Abfälle.

Also: herzlich willkommen in unserem Garten, liebe Würmer und Co!

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Wurmkompostierung

https://wurmkiste.at/


Kräuterführung: Stadtgärtnern mit der Natur

Wir laden ein zu einer Wild-und Küchenkräuterführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Do, den 4. Juni 2020, 17.00 – 19.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen wegen COVID-19 auf unserem Gelände ist dieser Spaziergang auf 5 Teilnehmer*innen beschränkt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de

Kräuterführung 4.6.

 


Bienen, Bestäubung und Bürgerwissenschaft in Berlins Gärten

In diesem Jahr nimmt unser Gemeinschaftsgarten teil an dem spannenden und wichtigem Wildbienenprojekt des Museums für Naturkunde Berlin und der TU Berlin, Fachbereich Ökosystemkunde/ Pflanzenökologie.

Alle Informationen zu diesem Projekt finden sich ab sofort unter:

https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de/wissenschaft/bienen-bestaeubung-und-buergerwissenschaft-berlins-gaerten


Heilen und Haare färben mit der Weißen Taubnessel

Der Vorfrühling neigt sich dem Ende und in unserem Gemeinschaftsgarten öffnen sich nun die Blüten der Weißen Taubnessel. Sie ist für Hummeln und Wildbienen eine wichtige Erstnahrungspflanze im Frühling und sollte deshalb von uns Menschen erst später geerntet werden. Dafür bleibt auch genügend Zeit, denn ihre Blütezeit reicht bis in den Oktober. Wie ihre Verwandte, die Purpurrote Taubnessel, enthält auch sie viel Nektar, um ihre Bestäuber anzulocken. Auch Kinder saugen gerne den Nektar aus den abgezupften Blüten. 

Der lateinische Name Lamium album leitet sich vom griechischen „lamos“ ab, was Schlund oder Rachen bedeutet und wegen der Lippenblüten gewählt wurde, die sich den Insekten wie kleine Mäulchen entgegenstrecken, damit diese bestmöglich hineinkriechen können. So erhielt sie auch den volkstümlichen Namen „Bienensaug“. Der Zusatz „album“ ist lateinisch und heißt „weiß“. 

Verwendung und Heilwirkung

Dem Menschen ist die Weiße Taubnessel schon seit dem frühen Mittelalter ein guter Begleiter. Ihre jungen Triebe galten und gelten als schmackhaftes Gemüse und die Blüten werden schon seit dem frühen Mittelalter zu Heilzwecken genutzt. Auch die Wurzeln können verzehrt werden und wurden damals auch genutzt, um Haare gelb zu färben. 

Die Heilwirkung der Weißen Taubnessel wird hauptsächlich als entzündungshemmend bei Problemen der oberen Luftwege und der Haut beschrieben und soll gegen Weissfluss bei Frauen helfen. 

Wegen ihrer Inhaltsstoffe, wie Glycoside, Gerbstoffe, ätherische Öle, Schleimstoffe, Mineralstoffe und Vitamin C, werden ihr blutungsstillende, zusammenziehende, entzündungshemmende, harnfördernde, antibakterielle, schleimlösende, beruhigende und blutreinigende Eigenschaften zugeschrieben. 

Als Arznei wird sie in Form von Tee, Tinkturen, Gurgelwasser, Umschlägen und Salben gereicht. Gesammelt werden zur Herstellung der Droge die voll entwickelten Blüten ohne den Kelch, die dann möglichst schnell im Schatten getrocknet werden. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen weiße Taubnesselblüten Lamii albi flos.

Sammeln

Wer die Weiße Taubnessel selber sammeln möchte, findet sie auf stickstoffreichen und kalkhaltigen Böden. Bevorzugt wächst sie an Wegrändern, Waldrändern, Wiesen, Äckern, in Hecken und Gärten. Man erntet sie bei trockenem Wetter und voller Blüte. Entweder trennt man die ganze Taubnessel ab oder pflückt die einzelnen Blüten. 

Wie immer gilt natürlich, die Wurzeln in der Erde zu lassen, denn der unterirdische Wurzelstock überwintert und treibt im Frühjahr zahlreiche Blütensprosse und unterirdische Ausläufer. Verwechseln könnte man die Weiße Taubnessel, besonders ohne Blüte, mit anderen Taubnesselarten, mit der Brennnessel, dem Andorn, Hohlzahn und Waldziest. Bevor Ihr eine Pflanze sammeln und nutzen möchtet, solltet Ihr euch immer mit ihren möglichen Verwechslern vertraut machen. 

 

Anbauen

Wer die winterharte Wildpflanze selber anpflanzen möchte, kann sie im Frühjahr oder Herbst durch Aussaat oder Teilung der Wurzelknollen vermehren. Im Sommer kann man nicht blühende Triebe für die Stecklingsvermehrung nehmen. Die Weiße Taubnessel liebt feuchten Boden und Sonne und erreicht eine Höhe von vierzig und manchmal sogar bis achtzig Zentimeter. Dabei ist es gut zu wissen, dass sie erst im zweiten oder dritten Jahr zur Blüte kommt. In der Zeit davor entwickelt sie eine ausreichende Blattmenge, um die Blüten zu versorgen. Für Pflanzgefäße ist sie nicht geeignet. 

Wir freuen uns auf Euch!

Nachdem wir den Hummeln und Wildbienen den Vortritt gelassen haben, werden wir einen Teil der Weißen Taubnessel abernten und für unsere Teemischungen trocknen. Wir freuen uns schon darauf, wenn Ihr uns wieder im Garten besuchen kommt und wir die Weiße Taubnessel bei einem guten Tee gemeinsam genauer unter die Lupe nehmen können. Denn sie ist ein prägnantes Beispiel um die wichtigsten Merkmale ihrer Familie, die Lippenblütengewächse, zu betrachten und sich einzuprägen.

 

Steckbrief

Weiße Taubnessel / Lamium album 

  • Lebensdauer: mehrjährig
  • Verbreitung: In Europa und Nordasien in den gemäßigten Zonen verbreitet. In zahlreiche weitere Länder, wie Nordamerika oder Neuseeland eingewandert 
  • Vorkommen: Wegränder, Waldränder, Wiesen, Äcker, Gärten, Hecken, Schuttplätzen
  • Wuchs: aufrecht, 40 cm Höhe, teilweise sogar bis 80 cm Höhe
  • Blätter: grün, eiförmig, gekerbt
  • Blütezeit: April bis Oktober 
  • Blüten: weiß, Lippenblüten
  • Früchte: vierteilige Spaltfrüchte
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch, nährstoffreich

Wir möchten Euch darauf aufmerksam machen, dass unsere Beschreibungen von Heilpflanzen einen Überblick geben sollen, jedoch keine Empfehlung zu Heilanwendungen sind. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzen.


‚Buchstäblich geht online‘ – die zweite Woche

Eine Sprachförderungsveranstaltung im Rahmen des EFRE-Projektes: ‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘

Da die Teilnehmenden zu Beginn der online-Veranstaltung die Aufgabe bekommen hatten, ein Tagebuch zu führen, wurde in dieser Woche (vom 30.3.- 4.4.) jeden Tag aus dem

vorgelesen und per Sprachnachricht verschickt.

So sieht die Killerkatze dann in Ellas Vorstellung aus:

Am Dienstag, den 31.3., zur Buchstäblich-Zeit wurde mit aufbewahrten Eierschalen und Pappmaché gearbeitet.

Die Eierschalen sollten bemalt und mit Erde gefüllt und darin Kressesamen ausgesät werden. Der Plan war, dass zu Ostern geerntet werden kann. Wie man sieht, ist der Plan aufgegangen, so sehen die Eierhasen von Leandra und Jonathan am Gründonnerstag aus:

In der Vor-Corona-Zeit hatten wir noch im Projektraum der Stadtbibliothek Zählsteine und Zahlungsmittel, wie sie in Frühdynastischer Zeit genutzt wurden, aus Pappmaché angefertigt, (die inzwischen hoffentlich getrocknet sind), was den Kindern besonders viel Spaß machte.

Als neues Projekt wollten wir nun einen Ballon mit Zeitungspapier bekleben zur späteren Verwendung als Osterei/-nest sowie kleine Perlen oder Eier aus Pappmaché formen.

Auch hier konnten sich die Ergebnisse sehen lassen:

Einige Tage später wurde dann mit Photos gezeigt, wie der Luftballon aus dem getrockneten Pappmaché zu entfernen ist, nun waren die Rohlinge fertig zum Gestalten.

Für das Wochenende bekamen die Kinder, wie schon am Wochenende davor, Ideen zum gemeinsamen, familiären Kochen und Backen:

Die dritte Woche „Buchstäblich geht online“, vom 6.4. an, begann mit dem Vorlesen der Fortsetzung der Killerkatze: Die Rückkehr der Killerkatze, wieder als Sprachnachricht verschickt.

Der Dienstagstermin am 7.4. stand ganz im Zeichen des wunderbaren frühlingshaften Osterwetters und wurde direkt aus dem Garten der Angebotsleiterin gesendet.

Die Kinder bekamen Anregungen aus den Büchern:

Ob Gemüse auf der Fensterbank ziehen oder Bohnen pflanzen und ein Bohnenspiel basteln, dafür bleibt im Moment genug Zeit und Muße.

Und trotz allem und immer schön Abstand haltend ist auch in diesem Jahr ein Osterspaziergang im Wald erlaubt. Wer da die Hinterlassenschaften des Osterhasen einsammelt und zuhause in einen Blumenkasten einpflanzt, der wird bald sehen können, wovon Osterhasen sich so ernähren…

Frohe Ostern wünscht Babette Dombrowski

(Sprachförderung, Grüne Bibliothek der Nachbarschaft)

Alle, die gerne an „Büchstäblich geht online“ teilnehmen und die Ideen, aus den Schätzen der Grünen Bibliothek der Stadtbibliothek Tiergarten Süd gehoben, umsetzen möchten, sind herzlich dazu eingeladen und melden sich unter folgender E-Mail-Adresse an: buchstaeblich.geht.online@gmail.com


Nektar der Königinnen

Sie bevölkert den frühen Frühling mehr als je zuvor: Die Purpurrote Taubnessel. Die Witterungsbedingungen der letzten Jahre scheinen ihr besonders zu liegen und so bildet sie vielerorts rosa-getupfte Teppiche. Die zierliche aber zähe Pflanze mit den dunkelrosa Lippenblüten schmückt Gärten, ziert Wege und verschönert Schuttplätze, noch bevor die meisten anderen Frühlingsblüher ihr Konkurrenz machen können. Auch unseren Kräutergarten hat sie sich vorübergehend erobert. Zum Glück der Hummelköniginnen und anderen Insekten, die unsere Insektenwand schon zahlreich besiedeln. Sie alle erfreuen sich an ihrem Nektar und eiweißreichen Pollen. So herrscht im Kräutergarten reges Treiben über dem Taubnesselfeld und die ein oder andere Blüte ist hart umkämpft.

Denn die Purpurrote Taubnessel hat mehr zu bieten als die meisten anderen Pflanzen zu dieser frühen Jahreszeit. Neben Pollen lockt sie auch mit wertvollem Nektar. Die Hummelköniginnen, die nun damit befasst sind, ihr Volk zu gründen, legen Honigvorräte an, die sie aus dem Nektar bilden und nutzen den Pollen um ihre ersten Larven zu füttern. Um es den Insekten besonders leicht zu machen, sind die Blütenblätter der Purpurroten Taubnessel, wie bei allen Lippenblütlern, miteinander verwachsen und bilden Unter- und Oberlippe. Damit bietet sie den Insekten auf der Unterlippe einen perfekten Landeplatz um von da aus an den Nektar im Inneren der Blüte zu gelangen. Auf dem Weg dorthin streifen sie Staubblatt und Stempel an der oberen Lippe und sorgen so für Bestäubung und Weiterverbreitung des Pollens.

Außer den fliegenden Insekten helfen auch Ameisen der Purpurroten Taubnessel bei ihrer Verbreitung. Sie sind an den nährstoffreichen Ölkörperchen der Samen interessiert. Dazu schleppen sie die Samen eigens in ihren Bau, trennen das Ölkörperchen ab und bringen den Samen wieder hinaus.

Sollte sich trotz all ihrer Verlockungen dennoch niemand finden, um der Purpurroten Taubnessel bei ihrer Verbreitung zu helfen, ist sie in der Lage sich selbst zu bestäuben. Kein Wunder also, dass das zähe Pflänzchen uns und den Insekten so zahlreich die ersten Frühlingstage versüßt. Sind ihre Samen einmal ausgebracht, wächst sie schnell und kann pro Jahr drei bis vier Generationen hervorbringen. Manche der Pflanzen blühen auch im Winter und so lässt sich wohl erklären, weshalb der Purpurroten Taubnessel die letzten milden Winter besonders zuträglich waren.

Unseren Gemeinschaftsgarten bevölkert sie neben dem Kräutergarten auch an vielen anderen Orten. Diese erste Generation der Purpurroten Taubnessel überlassen wir, bis auf ein paar Handvoll, den Insekten und freuen uns an dem Gedanken, die Hummelköniginnen bei der Gründung ihrer Völker zu unterstützen. Denn die Königinnen sind die einzigen Überlebenden des letzten Jahres und müssen nun ganz alleine dafür sorgen, dass ein neues Hummelvolk unsere Welt belebt.

Ein paar der Blüten haben wir geerntet und trocknen sie für Teemischungen, die wir hoffentlich bald wieder mit euch gemeinsam genießen können. Außer für Tee eignet sich die Purpurrote Taubnessel auch zum Verzehr in Salaten oder zubereitet wie Spinat. Manche backen sie auch in Pfannkuchenteig aus. Zum Sammeln trennt man die oberen Spitzen mit Blättern und Blüten ab. Die einzelnen Lippenblüten kann man als Deko für Salate oder Süßspeisen verwenden oder aus ihnen Sirup herstellen. Auch in Smoothies und Suppen wird die Purpurrote Taubnessel verzehrt, denn wie die meisten Wildkräuter bietet sie wertvolle Vitamine, wie Vitamin C und B und weitere Nährstoffe für uns Menschen. Als Heilpflanze ist die Purpurrote Taubnessel weniger populär, als ihre Verwandte, die weiße Taubnessel, doch an mancher Stelle wird sie als entzündungshemmend und die Nierentätigkeit anregend beschrieben.

Steckbrief:

  • Botanische Bezeichnung: Lamium purpureum
  • Lebensdauer: einjährig
  • Herkunft: Europa
  • Vorkommen: Gärten, Brachflächen, Äcker, Wegränder
  • Wuchs: niedrig, aufrecht
  • Blätter: grün, eiförmig, gekerbt, oft rötlich überhaucht
  • Blütezeit: April bis Oktober und teils im Winter 
  • Blüten: purpurn, Lippenblüten
  • Früchte: vierteilige Spaltfrüchte
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch, nährstoffreich, locker
Purpurrote Taubnessel / Lamium purpureum

 


Rückblick II auf das Gartenjahr 2019 – die Baustelle ist weg!

Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Umweltbildung für Kindern ab dem Kindergartenalter und Familien / Biodiversität/ Kräuteranbau- und Verabreitung

Ein Bericht aus einer Zeit, in der ich noch nie etwas von Corona gehört hatte…

Viel Freude und reiche Ernten bereitet uns unser Kräutergarten.
Kräuter bieten wunderbare und einfach umzusetzende Möglichkeiten, um die Vielflt der Natur kennenzulernen, dazu sind sie wichtige Nahrungsspender für Menschen und Tiere! Gemeinsam mit Familien, Grundschul- und Kindergartenkindern und mit Unterstützung von zwei Kräuterpädagoginnen stellten wir in diesem Jahr eigene Teemischungen her und ernteten frische Wild- und Küchenkräuter zur Herstellung einfacher Gerichte wie z.B. Kräuterbutter,-Salze und Salate.

Hier wurde mit allen Sinnen erfahren und wir nahmen uns wie immer viel Zeit zum sehen, riechen und natürlich zum schmecken!

Im Frühsommer konnten wir dann auch unsere neue Insektenwand aus Holz- und Lehmelementen endgültig einweihen, an der wir seit dem letzten Jahr gearbeitet hatten. Wir hoffen auf viele Neueinzüge im Frühjahr 2020.
Diese Wand liegt am Rande unseres Gartenbereiches mit einer offenen Kiesdecke, der ebenfalls unter dem Aspekt gestaltet wurde, dass Insekten dort einen Lebensraum finden. Es handelt sich dabei um eine offene Kiesdecke, die mit einem Unterboden unterlegt ist und die von nektartragenden Blühpflanzen besiedelt wird.

Viele Wildbienen und andere Insekten finden in diesem Bereich einen Lebensraum. Zudem speichert dieser bedeckte Boden die Feuchtigkeit und hält den zunehmend regenlosen Sommern besser stand.

Seit nunmehr zwei Jahren bildet der Vogel- und Insektenschutz einen Schwerpunkt unserer Umweltbildungsarbeit. Wir haben vermehrt Lebensräume für diese Tiere geschaffen, es werden sicherlich noch neue hinzukommen. Dazu achten wir bei der Auswahl unserer Pflanzen und Gehölze darauf, dass wir eine möglichst lange Blühperiode haben, so dass unser Garten das ganze Jahr über über ein gutes Nahrungsangebot anbietet.
Viele Pflanzen, die im Frühjahr und Sommer Pollen und Nektar für Wildbienen bereitstellen, tragen im Harbst/Winter Früchte und Samen, die vielen Vogelarten als Nahrung zu Gute kommen.
Weltweit sind wir von einem dramatischen Insektensterben bedroht. Insekten sind für den Menschen überlebenswichtig, da sie einen großen Teil der Befruchtung unserer Obst- und Gemüsepflanzen übernehmen. Direkt an diese Nahrungskette angeschlossen sind Vögel, die sich von Insekten ernähren.
Es ist also von enormer Wichtigkeit, darüber zu informieren und in Form eines Schaugartens zu zeigen, welche Möglichkeiten auch in der Stadt bestehen, dem etwas entgegen zu setzen. In jedem noch so kleinen Stadtgarten und selbst auf dem Balkon ist es möglich, Wildbienen und Vögel in ihrer Not zu unterstützen.
So möchten wir im nächsten Jahr mehr Informationstafeln an den jeweiligen Lebensbereichen aufstellen und auch Führungen zu diesem Thema anbieten.

Im Spätsommer 2019 wurden die Bauarbeiten am neu entstandenen Kiez Zentrum Villa Lützow fertig gestellt und der Bauzaun, der uns für Jahre vom sonnigsten Bereich unseres Garten getrennt hatte, fiel!

So machten wir uns daran, den durch die dort gewesene Baustellenzufahrt völlig verfestigten Boden zu säubern und zu revitalisieren, damit wir im nächsten Jahr dort wieder Gemüsebeete als kleine Schaubeete zur Dreifelderwirtschaft anlegen können.
In die Bestellung und Pflege dieser Beete werden Kinder, Familien und engagierte Freiwillige mit einbezogen werden.

Eine schweißtreibende Arbeit, aber da führte nunmal kein Weg daran vorbei, wenn wir im nächsten Jahr diesen Boden wieder bewirtschaften wollen.
Wir säten verschiedene Gründüngungen aus, die den Boden verbessern und deren Wurzeln verdichtete Böden aufbrechen können.

Glücklicherweise konnte dies alles im Frühherbst geschehen, so dass die Saat noch gut aufgehen konnte, um den Boden auch schon im Winter 2019/20 gut bedeckt zu halten und anzureichern.

Wir danken dem Umweltamt Berlin Mitte für die Unterstützung unserer Arbeit und freuen uns auf die nächste Gartensaison!

Geschrieben im Februar 2020

 


Ein Buch der Wünsche für den Kiez

Im Rahmen unseres Angebotes ‚Vernetzung der Nachbarschaft durch den Gemeinschaftsgarten wachsenlassen‘ haben wir im letzten Jahr am Maulbeerbaum, der direkt am Zaun unseres Gartens steht und auf den Bürgersteig hinüberragt, einen Wunschbaum installiert.

Viele kleine und großen Nachbar*innen verweilen seither an dieser Stelle, schreiben ihre Wünsche auf, lesen die Wünsche der anderen.

Diese Wünsche werden von uns regelmäßig gesichtet und aufgeschrieben, so ergibt sich im Laufe der Zeit ein buntes Bild darüber, was sich die Menschen in Tiergarten-Süd für ihr Leben wünschen.

Babette Dombrowski und Akiko Wakayama aus dem Team wachsenlassen haben sich nun daran gemacht, ein kleines ‚Kiez-Wunschbuch‘ mit Texten und Illustrationen zu erarbeiten.

Fröhliches, Nachdenkliches und auch ganz real Kiez-bezogenes, von den Menschen im Kiez für die Menschen im Kiez.

Und: in den schwierigen Zeiten der Corona-Epidemie haben engagierten Nachbar*innen gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Villa Lützow und anderen im Kiez Zentrum ansässigen Akteuren dem Platz am Wunschbaum noch eine neue Bedeutung zugeteilt.

Es entstand ein gut betreuter Gabenzaun, an dem lebensnotwendige Gaben für bedürftige Menschen aufgehangen werden können.

Alle, die sich an dieser Aktion beteiligen möchten, können dieses nun auf einfachem Wege tun und sind herzlich willkommen!

 


BUCHSTÄBLICH geht online!

BUCHSTÄBLICH ist eine Sprachförderungsveranstaltung im Rahmen des
EFRE-Projektes: ‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘.

Aus gegebenen Anlass konzentriert sich das Angebot inhaltlich momentan stärker auf die Themen Nachhaltigkeit (Achtsamkeit, Entschleunigung, Selbstreflexion), DIY, Upcycling, Basteln mit Natur- und Alltagsmaterialien, gesunde Ernährung, selber kochen und backen.

Der Themekreis Sprachen, Schriften, Botschaften/Zeichen soll lieber (in hoffentlich nicht allzuferner Zukunft) in der persönlichen Interaktion vermittelt werden.

So setzen die Zwillingsschwestern in unserer neu gegründeten WhatsApp-Gruppe „Buchstäblich“ das nicht Sichtbare, nicht zu Fühlende und nicht zu Hörende der Corona-Krise bildlich um: zu schön, um wahr zu sein! 😉

Am vergangenen Dienstag, den 24.3.2020, zur üblichen „Buchstäblich“-Zeit (eine Veranstaltung, die immer am Dienstagnachmittag in der Grünen Bibliothek der Bibliothek Tiergarten Süd stattfindet und sich an Kinder im Grundschulalter und ihre Eltern richtet) ging „Buchstäblich“ per WhatsApp-Gruppe online.

Die Idee dahinter war, für die Kinder auch zuhause ein Angebot zu schaffen, bei dem sie sich kreativ betätigen und sich untereinander, in Zeiten der physischen Distanz, austauschen können. „Buchstäblich geht online“ hat daher auch einen veränderten Ansatz: wir wollen in dieser Phase unseres Lebens, die für jede und jeden einschneidende Bedeutung haben wird, Kreatives schreiben und gestalten, um sie so immer wieder reflektieren zu können.

Da wir im Moment ja nicht einfach ins Geschäft gehen und Material kaufen können, werden wir findig sein müssen, welche Dinge des täglichen Lebens sich zum Gestalten eignen, wir dürfen gespannt sein!

Aber zuerst ist es wichtig, sich ein Schatzkistchen zu schaffen, in dem alles gesammelt werden kann, was entsteht:

So…

oder so…

oder so:

Für das Wochenende wird es neue Anregungen geben, damit die Kistchen auch gefüllt werden können!

Im Moment erreicht unsere Gruppe 10 Schulkinder mit ihren kleineren Geschwistern und Eltern. Wer neugierig geworden ist und Lust hat mitzumachen, melde sich gerne unter folgender E-Mail-Adresse an:

Babette.dombrowski@t-online.de

Wir freuen uns und es grüßt herzlich, Babette Dombrowski (verantwortlich für die Sprachförderung im Team Grüne Bibliothek)

 

 

                             https://wachsenlassen.files.wordpress.com/2019/11/efre-bist_ii_projekte_logoleiste-2017.jpg

 


Erste Aussaaten im Gemeinschaftsgarten

In der letzten Woche haben wir unsere ersten Aussaaten vorgenommen und Spinat, Erbsen und Radieschen ausgesät. Die sind ja bekannterweise hart gesotten und können schon zu dieser Jahreszeit ins Freiland. (Dass es dann aber ein paar Nächte später doch plötzlich oder endlich einmal ziemlich frostig geworden ist, berunruhigt die Gärtner*innen nun doch ein wenig, wir werden sehen…)

Da hat wohl jede*r seine eigene Technik.

So konnten wir die Hochbeete von KIDZ e.V./ Familienzentrum Villa Lützow und von Queerformat mit diesen Vorfrüchten füllen.

Erste Ackerstreifen in unseren Schaubeeten wurden vorbereitet, mit der nächsten Aussaat von Erbsen und Zuckerschoten in diesen Bereichen warten wir jetzt aber erst einmal bis zur nächsten Woche.

Was noch alles gemacht wurde: wir konnten endlich damit beginnen, einige ‚Kruschelecken‘ aufzuräumen, die Johannisbeersträucher, die leider im Rahmen der Baustelle in sehr kargen Boden umgesetzt werden mussten, bekamen ein Mulchbett aus Inkarnatklee und der von Jugendlichen des queeren Jugendzentrums angemalte Starenkasten hat noch rechtzeitig ein Plätzchen im Baum gefunden.

Und wie es so ist in einem Gemeinschaftsgarten zu Zeiten des Corona-Virus?

Die Gemeinschaft ist auf einen harten Kern zusammengeschrumpft, wir arbeiten jeweils zu maximal zwei Personen, wobei momentan unser oberstes Ziel ist, die Gemüseaussaaten zu pflegen und zu gegebener Zeit auszupflanzen.

Wir arbeiten auf die Zeiten hin, in denen wir hoffentlich in nicht allzuferner Zeit mit anderen die Ernte teilen können und wenn es nicht anders möglich sein wird, dann übergeben wir die Früchte unserer Arbeit eben am Zaun.

Die Gemeinschaft besteht also weiterhin und ja, wir wissen, dass wir in diesen schwierigen Zeiten noch das Glück haben, den Garten weiter bewirtschaften können.
Aber wir wissen auch, wie wichtig es ist, zu zeigen, dass Menschen, Tiere und Pflanzen gerade in den großen Städten diese Gartenräume brauchen und dass sie am Leben erhalten werden müssen.

Leider lässt sich das wunderschöne Blau des Kaukasus Vergissmeinnicht mit meiner Kamera nicht einfangen. Ein sehr schöner Frühblüher, auch für Kübel geeignet.

 

 


Eine neuer Rasen für die Villa

Nicht nur im Gemeinschaftsgarten wird die Arbeit aufrecht erhalten, Freund*innen und Mitgärtner*innen des Interkulturellen Gartens City auf dem Gelände des Kiez Zentrums Villa Lützow haben sich in der letzten Woche daran gemacht, den durch die Zeit der Bauarbeiten völlig verfestigten Boden zu beleben, damit im Spätsommer wieder neuer Rasen ausgesät werden kann.

Es wurde sich dafür entschieden, erst einmal eine Gründüngung auszusäen, damit der geschundene Boden sich erholen kann.

Dafür wurden spezielle Lupinensorten ausgesät, die später einfach geschnitten und untergegraben werden.

Wie alle Hülsenfrüchte entwickeln Lupinen nicht nur sehr lange Wurzeln. Sie leben auch in Symbiose mit bestimmten Bakterien, die sich in Knöllchen an den Wurzeln befinden. Diese Bakterien produzieren Stickstoff, den sie an die Pflanze abgeben.

Dadurch wachsen Lupinen auch auf sehr sandigen und mageren Böden gut. Sie verbessern die Erde nachhaltig, weil sie ihrerseits den Stickstoff wieder abgeben und damit für neue Nährstoffe sorgen.

(Und falls sie vor dem Schnitt noch zur Blüte kommen, haben die Wildbienen und andere Insekten unseres Gartens auch noch ihre Freude daran)

Ich persönlich freue mich natürlich ganz besonders über diese nachhaltige Vorgehensweise bei der Neuanlage des Rasens. Ich bin sicher, der völlig ausgelaugte Boden wird es uns danken, dass wir ihm erst einmal eine Erholungsphase gönnen, damit sich neues Leben in ihm einfinden kann.

Einen herzlichen Dank an alle, die sich im Garten der Villa angagieren!

Auch wenn wir in sehr schwierigen Zeiten leben: Geniesst die Natur, wo es euch möglich ist. Geht alleine spazieren, schaut aus dem Fenster, setzt euch auf Balkone und Terassen.

Rettet die Gärten!

Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen Lebensraum – in der Stadt und auf dem Land!

Was jede*r selbst tun kann:

Sät Wildblumen oder andere insektenfreundliche Blumen aus. Im Garten, auf Balkonen und Terassen oder auf der Fensterbank. Dazu findet sich überall ein kleines Plätzchen und ihr holt euch ein kleines Stückchen Frühling ins Haus.

Bio-Saatgut dazu gibt es in Bio-Läden/Supermärkten oder auch online zum bestellen.

 

 

 


Bibliothek Tiergarten-Süd: eine kleine Blühwiese entsteht

Umwelt hautnah – Natur verstehen und erfahren

Im Rahmen dieses EFRE-Projektes wird das Profil der Stadtbibliothek Tiergarten-Süd weiter ausgebaut werden hin zu einer Bibliothek als Ort der Kompetenzvermittlung für nachhaltige Lebensweise.
Das Angebotsspektrum der Bibliothek wird sukzessive im Sinne der Nachhaltigkeitsphilosophie erweitert werden und soll zu einer Erhöhung der Außenwirkung beitragen.

Gestaltet werden Schauflächen im Außenbereich der Bibliothek, die zeigen werden, wie ökologisches Gärtnern (auch) in der Stadt möglich ist, anhand von Workshops wird der verantwortungsvolle Umgang mit unserer (Stadt-) Natur und deren Umsetzung in unserem Lebensalltag veranschaulicht.

Diese Themenbereiche werden auch in die Sprachlernangebote der Bibliothek Tiergarten-Süd integriert.

Aufgrund der ernstzunehmenden Bedrohung durch den Corona-Viruns erleben wir momentan viele Einschränkungen unseres öffentlichen, sozio-kulturellen Lebens.

Selbstverständlich mussten auch die öffentlichen Biblitoheken in diesen Zeiten schließen.

Wir bemühen uns, unsere Arbeit aufrecht zu erhalten, indem wir weiter im Aussenbereich arbeiten und dieses online dokumetieren werden.

Auch Babette Dombrowski sucht momentan nach Lösungen, ihr wöchentlich stattfindendes Kultur- und Sprachlernangebot ‚BUCHSTÄBLICH‘ in einer online-Version weiter durchführen zu können. In Zeiten der geschlossenen Schulen möchte sie Eltern und Kinder dabei unterstützen, gemeinsam mit ihr auf Sprachabenteuer zu gehen.

Die Natur hat ihre eigene Zeiten und Rythmen, unabhängig von uns umtriebigen (Stadt-) Menschen.

Um eine Blühwiese zu etablieren, ist es erst einmal wichtig, dass sie zu einer bestimmten Zeit ausgesät wird.

Deshalb handeln wir jetzt, aufmerksam alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen in Zeiten einer Pandemie einhaltend, und möchten den Menschen im Kiez und überall auf der Welt zeigen, wie insektenfreundlich auf Brachflächen, Terassen, Höfen und sogar im Balkonkasten gegärtnert werden kann.

Zur Freude von Menschen und Tieren: für ein blühendes Berlin und lebensfreundliches Berlin, zu dem jede*r beitragen kann!

So haben wir begonnen:
Der vorhandene Bewuchs der ausgewählten Grünfäche wurde sorgfältig in mehreren Arbeitsgängen entfernt.

Vorgefundene Zwiebelgeächse haben wir, soweit wie möglich, erhalten. Da uns der Boden mager genug erschien (die meisten Wiesen mögen keine fette Komposterde!), haben wir darauf verzichtet, ihn weiter mit Sand abzumagern, sondern vor der Aussaat nur sorgfältig geharkt.

Unsere extra vorher gebauten ‚Aussaat-Holz-Schuh-Platten‘ erwiesen sich leider als unnütz: auf dem von uns nicht exakt gerade eingeebnteten Boden waren sie eher holprig als wirksam, aber: ein wackeliger und lustiger Testlauf!
(…und danach wir haben das Saatgut dann mit Schuhen festgestampft so gut es ging)

Nun gut, für diese keline Fläche wird es wohl auch so reichen.

Unter dem weit herausragenden Dachvorsprung des Bibliotheksgebäudes haben wir Schotter ausgestreut, damit dieser, vom Regen kaum berührte Bereich, hoffentlich so wenig wie möglich austrocknen wird.

Danach: wässern!
So sorgsam wie möglich, damit die festgestampften Samen nicht weggeschwämmt werden.

Auch die nächsten Wochen müssen wir darauf achten, dass die ausgesäte Fläche nicht austrocknet, sonst war alle Mühe umsonst.

Und dann:

Absichern und darüber informieren, damit niemand über die frisch ausgeäte Wiese laufen wird. Unaufmerksamkeit bis hin zur mutwilligen Zerstörung sind meistens unsere größte Angste, wenn wir im öffentlich zugänglichen Bereich gärtnern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Frühling 2020 im Gemeinschaftsgarten – so vieles ist plötzlich anders

Der Garten beginnt zu blühen, viele Wildbienen sind bei uns unterwegs und laben sich an den Frühblühern, wobei sich bei uns die rote Taubnessel, das Märzveilchen und die süßduftende Mahonie, oft als langweiliges immergrünes Gehölz verschmäht, zur Zeit als die wichtigsten Nahrungsquellen erweisen.

Leider bin ich ja immer noch keine Wilbienenexpertin, aber ich meine Pelzbienen und gehörnte Mauerbienen erkannt zu haben.

Unser Gartenkonzept mit der Kombination von nahrungbringenden Pflanzen und Gehölzen und der Installation von ausreichenden, verschiedenen Arten entsprechenden Nistplätzen scheint aufzugehen und es ist eine Freude, dies zu sehen.

Frühling! Was für eine schöne Jahreszeit und wie schwierig ist es für uns Menschen, diese in Jahr 2020 zu Zeiten einer Pandemie, zu geniessen.

Unser Gelände darf nun nur noch von wenigen Mitarbeiter*innen betreten werden und das ist ja auch richtig so, wir alle müssen nun verstärkt auf uns achten und verordnete Sicherheitsmaßnahmen so sorgfältig wie möglich einhalten.

So ist die Gemeinschaftt erst einmal stark zusammengeschrumpft, aber sie besteht weiter und sie funktioniert!
Wir, die wir die Möglichkeit dazu haben, erhalten unseren Garten für die Nachbarschaft und für all die anderen Wesen, die hier ein Zuhause gefunden haben.

Also werde ich an dieser Stelle zukünftig vermehrt online über die Geschehnisse im Garten berichten, damit alle wissen, dass und wie es weitergeht.

Auch wenn uns dieser Virus noch lange beschäftigen wird, irgendwann werden wir wieder einen blühenden Garten für alle haben.

 

Alles will ans Licht!

Das tränende Herz

Großer Schnittknoblauch im Kräutergarten

Die Mariendistel

Die mächtige Engelwurz

Die im Winter gefertigten Starenkästen sind auch aufgehangen und erste Aussaaten wurde getätigt.

Doch davon demnächst mehr.

Herzliche Grüße in die Welt aus dem Gemeinschaftsgarten wachsenlassen in Berlin Tiergarten-Süd.

…und noch öfter als sonst denke ich daran, wie wichtig die Leitsätze der Permakultur sind und wieviel Wahrheit sie enthalten:

  1. Sorge für die Erde
  2. Sorge für die Menschen
  3. Begrenze Konsum und Wachstum – verteile Überschüsse
  4.          

Aktuelle Veranstaltungen und Termine rund ums Saatgut in der Grünen Bibliothek

Viel Freude und gute Beratung hatten alle Teilnehmer*innen auf unserem Aussaatfest am 6.3.2020.

Wir hatten dazu eingeladen, Gemüsesorten, die eine Vorkultur benötigen, für Balkon, Terasse und Garten auszusäen.
Entsprechende Sorten von Tomaten, Chilli, Paprika und Kohl konnten aus der LeihSämerei entnommen werden und unter den gärtnerischen Insidern entwickelte sich zu Beginn der Veranstaltung erst einmal eine kleine Saatgut-Tauschbörse, bei der wahre Schätze an seltenen Gemüse- und Pflanzensorten ans Licht kamen. Wie schön ist es, zu erfahren, dass immer mehr Menschen sich daran gemacht haben, wertvolle, zum Teil vom Aussterben bedrohte Sorten (Ackerrittersporn! Kornrade!) anzupflanzen, Saatgut zu ernten und dadurch zu erhalten. Durch Monokulturen und den damit einhergehenden Arbeitsmethoden von unseren Äckern verbannt, finden sie vielleicht einen neuen Lebensraum in den (Stadt-) Gärten der Welt.

Konzentriert ging es dann ans Aussäen, sorgsam wurde das Saatgut behandelt und die Aussaatschälchen mit entsprechenden Schildern versehen: bloß nichts durcheinanderbringen! Man möchte ja auch später noch wissen, welche Tomatensorte das nun ist, die im Garten oder auf dem Balkon wächst. (Für mich immer wieder eine Herausforderung, da die Schildchen bei uns ein Eigenleben zu führen scheinen.)

Die unterschiedlichen Tomatensorten waren heiß begehrt und es war für jede*n etwas dabei, von der großfruchtigen ‚Reisetomate‘ für den Garten bis zur kleinsten Wildtomate ‚golden current‘, die sicherlich auf jedem sonnigen Balkon ein Plätzchen finden kann.

Nun geht es ans Hegen und Pflegen, damit die kleinen Pflänzchen gut keimen können, bald können sie dann größere Töpfe umgepflanzt werden, bevor sie ihr endgültiges Zuhause im Freiland finden.

Auf eine hoffentlich gute Ernte in der Saison 2020!

Das Aussaatfest war eine Veranstaltung im Rahmen des EFRE-Projektes: ‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘

Weitere Termine in der Grünen Bibliothek

Bibliothek Tiergarten-Süd,
Lützowstr. 27
10785 Berlin:

Dienstag, den 17.3. um 17.30: Gastvortrag Daniela Wannemacher, BUND:
Neue Gentechniken-alte Bedenken?

Freitag, den 27.3.:16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde


Gastvortrag in der Grünen Bibliothek: Neue Gentechnik-alte Bedenken?

Die Info zum ausdrucken: GentechnikVortragBUNDSaatgut-AG 3.20


Stoffmalerei mit Farben aus der Natur II

Diesen Donnerstag, den 12.3., in der Zeit von 16.00 – 18.00 Uhr findet sich noch einmal Zeit, um gemeinsam mit uns das Malen mit Pflanzenfarben auszuprobieren. Wir gestalten die zweite Bahn unseres Vorhangs und möchten dazu eine neue Technik anprobieren, wer möchte, kann uns dabei unterstützen.
Oder ihr bringt einfach eigene (vorgewaschene) Stoffe, Beutel, Tücher mit, um eure eigenen Produkte zu kreieren.

Wo: Kiez Zentrum Villa Lützow, Raum wachsenlassen EG
Lützowstr. 28, 10785 Berlin


Rückblick I auf das Gartenjahr 2019 im Gemeinschaftsgarten: ein Garten für Menschen und Tiere

Gestaltung eines Gartenbereiches mit offener Kiesdecke und anderen Lebensbereichen für Wildbienen und Insekten

Schon von Anfang an waren wir uns darüber einig, unseren Gemeinschaftsgarten mitten in Berlin so gestalten zu wollen, dass er Lebensräume für Menschen und Tiere bieten würde. Anfang des Jahres 2018 entschlossen wir uns, einen Schwerpunkt auf den Insekten- und Vogelschutz zu legen, alarmiert durch das dramatische Insektensterben weltweit. Wir begannen damals – wie so viele – mit dem Bau eines Insektenhotels, bauten Nistgelegenheiten für Vögel, legten Reisig- und Totholzhaufen an und pflanzten immer mehr – meist gebietsheimische – Stauden und Gehölze, die sowohl Nektar und Pollen für Wildbienen, aber auch Früchte und Samen für Vögel bereit hielten.
In Zeiten des auch in unseren Regionen immer deutlicher spürbar werdenden Klimawandels mit zunehmnend langen Trockenperioden suchten wir zudem nach Lösungen, uns im Garten darauf einstellen zu können. Es konnte einfach keine Lösung sein, bald täglich Wasser in den Garten pumpen zu müssen.

So kamen wir auf die Idee, es mit einer Kiesdecke zu versuchen, die, mit einer darunterliegenden ca. 10 Zentimeter hohen Bodenschicht versehen, nur locker ausgestreut werden sollte, damit Pflanzen sie durchdringen und bewachsen können. Gleichzeitig würde die lockere Kiesdecke auch Schutz und Lebensraum für viele Insektenarten bieten. Gemeinsam mit Mitgärtner*innen, engagiereten Nachbarn aus dem Kiez und Kindergartenkindern und deren Erzieher*innen, die schon lange unseren Garten nutzen, begannen wir, die Fläche vorzubereiten.
In direkter Angrenzung zum Kiesgarten sollten auch noch eine Insektenwand mit Lehm,- Holz- und Steinelementen und ein trockener Lebensraum für Wildbienen, die in Sand- und ähnlichen Brachflächen nisten, entstehen.

          

Ein lustiger Nebenaspekt während der Bauphase war für uns dabei, dass wir von den Anwohnern, denen unser Garten schon immer zu unordentlich und unaufgeräumt gewesen ist, nun endlich einmal wohlwollende Zustimmung erhielten über die schön sauber geharkte Kiesdecke. Abwarten, dachten wir nur bei uns selbst und freuten uns erst einmal über das Lob.

Ein lustiger Nebenaspekt während der Bauphase war für uns dabei, dass wir von den Anwohnern, denen unser Garten schon immer zu unordentlich und unaufgeräumt gewesen ist, nun endlich einmal wohlwollende Zustimmung erhielten über die schön sauber geharkte Kiesdecke. Abwarten, dachten wir nur bei uns selbst und freuten uns erst einmal über das Lob.
Unsere Lehmwand zu errichten, hat zwar viel Zeit in Anspruch genommen (wir wollten ja auch, dass besonders die Kinder daran mitarbeiten können – im Lehm panschen bereitet nicht nur den großen Gärtner*innen viel Spaß), aber wir waren doch alle ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis und hoffen, dass es den Wildbienen ebenso geht, aber erst die kommende Saison 2020 wird zeigen, ab die Lehmwand angenommen werden wird.

An der anderen Seite des Kiesgartens gestalteten wir ein kleines Areal mit einer Brachfläche, die von uns im Wesentlichen vegetationsfrei gehalten wird, mittlerweile haben sich dort Königskerze und Muskatellersalbei niergelassen.
Hier, hoffen wir, wird sich ein kleiner Lebensraum für Wildbienen etablieren, die im Boden nisten.
Wie viele anderen Lebensräume für Wildbienen verschwinden auch solche lebensnotwendigen Brachen und Freiflächen immer mehr aus dem Bild unserer aufgeräumten und ordentlich versiegelten Landschaft.

Im Herbst 2019 hatten wir die grundlegenden Arbeiten in diesem Bereich dann endlich abgeschlossen und zu unserer Freude begannen viele Pflanzen recht schnell, sich diesen Lebensraum zu erobern. Mittlerweile gedeihen einige Sedum-Arten, Tagetes, Vergissmeinnicht, Eisenkraut, gelber Hornklee, Mariendistel, Amaranth und einiges mehr im Kiesbeet, wir sind gespannt, was die nächsten Jahre noch so passieren wird. Und Giessen ist so gut wie gar nicht mehr notwendig.

Besonders einjährige Pflanzen samen sich hier sehr gut aus und es siedeln sich nach und nach auch einheimische Wildpflanzen an.

Und es scheint auch so zu sein, dass sich mehr und mehr Anwohner mit dem ‚unaufgeräumten‘ Aussehen unseres Gartens versöhnen.
Ab dem Frühling entwickelt sich in dem Bereich Kiesgarten eine blühende Vielfalt, die viele Nachbarn zum Verweilen einlädt.

Der ‚aufgeräumte‘ oder ‚unaufgräumte Garten‘: Eben nicht nur eine Frage der Ästhetik.
Die Vielfalt in unserem Garten bedeutet nicht nur Lebensraum für Wildbienen, sondern auch für Menschen.
Ein Gemeinschaftsgarten in der Stadt bedeutet Lebensqualität, es ist ein Ort, an dem wir verweilen und tief durchatmen können und an dem Begegnungen möglich sind.
Solche Ort sind in unseren Städten lebensnotwendig, für uns Menschen ebenso wie für die Tiere, die mit uns leben.

Wir danken der Stiftung anstiftung und dem Umweltamt Berlin Mitte für die finanzielle Unterstützung beim Aufbau dieses Gartenbereiches.


Stoffmalerei mit Farben aus der Natur

Die Info zum Ausdrucken: wl Naturfarben1


Aussaatfest in der Grünen Bibliothek

 

am Freitag, den 6.3.2020 von 15.30 – 18.00

im Projektraum Grüne Bibliothek

in der Bibliothek Tiergarten-Süd, Lützowstr. 27, 10785 Berlin

Eine Veranstaltung im Rahmen des EFRE-Projekts:
‚Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben‘

Saatgut aus der LeihSämerei und Aussaaterde sind vorhanden oder bringt euer eigenes Saatgut mit – einfache Töpfchen aus Altpapier können selbst vor Ort hergestellt werden – sich austauschen über das grüne Leben im Kiez – für mehr blühende Balkone, Gärten, Hinterhöfe, Baumscheiben und und und…

Der Flyer zum ausdrucken: Aussaatfest 6.3. Flyer

                             https://wachsenlassen.files.wordpress.com/2019/11/efre-bist_ii_projekte_logoleiste-2017.jpg


Gemeinsam selbermachen: Schampoo und Deo

Die Info zum ausdrucken:Schampoo und Deo 24.2.


Movienight zum Thema Saatgut in der Grünen Bibliothek

Info zum Ausdrucken:Movienight24.2.20 LeihS. o.T.


Termine rund ums Saatgut in der Grünen Bibliothek

 

 

Die LEIHSÄMEREI in der Grünen Bibliothek

 

Aktuelle Termine
SAATGUT-AG und SAATGUT-SPRECHSTUNDE:

Dienstag, den 18.2., 17.30 Uhr: SAATGUT-AG

Freitag, den 28.2., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 17.3., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 27.3., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 21.4., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 24.4., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 19.5., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 29.5., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 16.6., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 26.6., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

 

Die Termine zum ausdrucken: SaatgutVeranstaltung 1. HalbjahrAushang


BUCHSTÄBLICH: Kreative Sprachförderung in der Grünen Bibliothek

 

Am 11. Februar 2020 um 16.00 Uhr startet das neue kreative Sprachförderungsangebot von und mit Babette Dombrowski in der Grünen Bibliothek für Familien und Kinder ab 6 Jahren.

Wir freuen uns auf kleine und große Teilnehmer*innen!

Info zum Ausdrucken: Buchstäblich 2020 1.2-1


Fotowettbewerb „Bestäuber im Fokus“

Wir gratulieren Herrn Wilfried Puhlmann sehr herzlich zu dem zweiten Platz im Fotowettbewerb 2019 der Stiftung Naturschutz Berlin 
(Und sind natürlich auch ein bißchen stolz darauf, dass das Foto in unserem Gemeinschaftsgarten aufgenommen wurde…)

Herzlichen Glückwunsch und wir freuen uns auf viele schöne neue Fotos im Jahr 2020!


Gemeinsam Nistkästen selber bauen

Wer hat Lust, gemeinsam mit uns Nistkästen für die Stare und Eichhörnchen in unserem Garten zu bauen und/oder eigene Nistmöglichkeiten für den Balkon zu Hause?

Wir treffen uns dazu an den folgenden Terminen und freuen uns auf aktive Vogelschützer!

DONNERSTAG, DEN 23.01.2020 VON 15.30 BIS 18.00
DONNERSTAG, DEN 30.01.2020 VON 15:30 BIS 18:00
SONNTAG, DEN 23.02.2020 VON 14:00 BIS 17:00 UHR
IM FAMILIENZENTRUM VILLA LÜTZOW /
GARTENHAUS IN DER LÜTZOWSTRAßE 28 IN 10785 BERLIN

Unser Bewegungsraum für Kinder von 0-6 Jahren ist zu dieser Veranstaltung geöffnet!

Bitte eigenes Holz für eure Nistkästen für Zuhause mitbringen, Informationen und Bauanleitungen dazu gibt es im Internet oder in Fachbüchern oder wir nutzen den ersten Termin als Planungstermin.

Nachfragen und/oder weitere Informationen unter: KIDZ@familienzentrum-villaluetzow.de

Der Infoflyer zum Ausdrucken: Familie Vogelfreund Termine 2020


Familie Vogelfreund lädt alle Familien des Kiezes ein:

zum fröhlichen Vögel füttern mit Indoor Winterspielwiese

Freitag, den 06.12.2019 von 15.00 bis 18.00 (Wintermarkt im Kiez Zentrum Villa Lützow)

Sonntag, den 08.12.2019 von 14:00 bis 17:00

(im Familienzentrum Villa Lützow – Gartenhaus)

in der Lützowstraße 28 in 10785 Berlin

Am 6.12. können kleine Körnerfutter-Stationen unter Anleitung selbst hergestellt werden und vorbereitete Futterglocken bemalt und mit nach Hause genommen werden

Am Sonntag, den 8.12. möchten wir Fettfutter herstellen und kleine Tontöpfe, recycelte Dosen und anderes damit befüllen zur Vogelfütterung im Garten oder auf Balkonen.

Zur Entspannung zwischendurch können die Kinder (unter Aufsicht der Eltern/Familien) in unserem Bewegungsraum – der Winterspielwiese- toben. Dieser Raum ist geeignet für Kinder im Alter von 0-6 Jahren.

 

pdf zum Ausdrucken: Familie Vogelfreund Termine 2019!


Die Kundschafterin: Lesung mit Kamishibai am 2.12.2019

 

Liebe Menschen in den Strassen,
wer hat heute schon eine Ameise gesehen?
Wer’s nicht erwarten kann, wieder welche zu entdecken, die lade ich zur
Kamishibai-Lesung: „Die Kundschafterin“
am 2. Dezember 2019
um 16:30 Uhr
in die Grüne Bibliothek / Bibliothek Tiergarten-Süd, Lützowstr. 27, 10785 Berlin ein.
Ich lese aus meinem neuen Kinderbuch und lade alle Kinder im Anschluss ein, gemeinsam Ameisenstraßen, Ameisenbauten, Ameisenhaufen und Ameisenbibliotheken (oder was euch sonst noch so einfällt) zu stempeln.
Für alle Kinder und Kindeskinder zwischen 3 und 10 Jahren. Dauer ca. 60 Min. Kleinere Kinder bitte in Begleitung. Teilnahme für lau mit Laune!
Mehr Infos jetzt auf www.das-butterbrot.com
es grüssen die Ameisen auf (im?) butterbrot a.k.a. Lotte
das pdf zum ausdrucken: Kundschafterin
                             https://wachsenlassen.files.wordpress.com/2019/11/efre-bist_ii_projekte_logoleiste-2017.jpg

Advents- und Weihnachtskränze binden in der Grünen Bibliothek

Wie auch in den letzten Jahren, möchten wir wieder mit allen kleinen und großen Menschen, die Freude am gemeinsamen Selbermachen haben, (vor-) weihnachtliche Dekorationen aus Naturmaterialien herstellen. Dieses Angebot ist kostenfrei, Material ist vorhanden und/oder kann gerne von zu Hause (Kranzrohlinge vom letzten Jahr) mitgebracht werden.
Bitte nicht zu spät erscheinen, damit euch ausreichend Zeit für die Umsetzung eurer kreativen Ideen bleibt.

Bibliothek Tiergarten-Süd, Lützowstr. 27, 10785 Berlin

Leitung: Babette Dombrowski

Wann: Dienstag, der 26. November 2019 von 15.00 – 18.00 Uhr

Wo: in der Bibliothek Tiergarten-Süd

pdf zum Ausdrucken: Aushang Kränze2 GB2019

                                            


Gemeinsam selbermachen: Meerrettich ernten und verarbeiten

 

Wann: Donnerstag, den 21.11.2019, 15.30 – 18.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow, Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Foto: gartenjournal.net

Wir ernten frischen Meerrettich aus unserem Garten, (erleben beim Reiben gemeinsam die Schärfe dieser gesunden und schmackhaften Wurzel), stellen als Grundvariante Sahne-Meerrettich her und probieren zwei zusätzliche Wunschrezepte aus.
Dafür werden Materialien bereit gestellt, es können natürlich auch Zutaten für weitere Wunschvariationen mitgebracht werden.
Bitte möglichst eigene Transport-Gläser mitbringen.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten unter: wachsenlassen@web.de

 

        

 

pdf zum Ausdrucken: Aushang Meerrettich19