Magerstandorte – Biotope der Artenvielfalt
Veröffentlicht: Oktober 26, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Pflanzen im Garten, Workshops | Tags: Artenverlust, Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, Biodiversität in der Stadt, einheimische Wildpflanzen, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Magerstandort, Natur-Schaugarten, naturnahes Gärtnern, Sandarium, Urbanes Gärtnern, Wachsenlassen Hinterlasse einen KommentarEin Workshop im Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Gerade magere, sonnige Standorte sind aus unserer Landschaft fast vollständig verschwunden. Auch in Berlin, einst bekannt für seine vielen verwilderten Brachen, sind diese Freiräume immer weniger zu finden. Dabei bieten sie vielen Tieren und Pflanzen, die auf dem Land heimatlos geworden sind, einen Lebensraum.
Was immer noch weitgehend unbekannt ist:
Magerstandorte gehören zu den artenreichsten Lebensräumen.
Ein Großteil der einheimischen Wildpflanzen ist an magere, nährstoffarme Standorte angepaßt und entwickelt sich dort am besten und am gesündesten.
Daher haben wir uns auf den Weg gemacht, in einem zweiteiligen Workshop-Angebot darüber zu informieren, was ein Magerstandort überhaupt ist, welche Wichtigkeit er für die Vielfalt einheimischer Pflanzen und Tiere hat und wie man solch einen Standort anlegen kann.
Ein naturnah angelegetes Magerstandortbeet hat nichts mit den versteinerten Schottergartenkonzepten unserer Zeit zu tun, sondern es wird kreativ mit verschiedenen Materialien wie Sand, Schotter, Kies, Steinen und Totholz angelegt und mit standortgerechten einheimischen Pflanzen gestaltet.
Viele Pflanzen und Tiere finden hier ihren Lebensraum, neben Wildbienen finden sich andere Insekten wie Spinnen und Laufkäfer ein, die sowohl auf unseren aus- und aufgeräumten Agrarflächen auf dem Land als auch in den zunehmend versiegelten Städten heimatlos geworden sind.
Je nach Standort finden sich auch Reptilien ein, Vögel gehen hier gerne auf Insektenjagd oder genießen ein Bad im Sand.
Nach einer Kennenlernrunde und einer theoretischen Einführung durch die Workshopleiterin Ute Stumm, Naturgartenplanerin und Biodiversitätsberaterin, machten wir uns ans Werk.
Zuerst wurde der Boden des Beetes ca. 10 cm ausgehoben und sorgfältig von noch daran verbliebenen Pflanzenresten, besonders Wurzeln gesäubert.
Diese Arbeit muss sorgfältig verrichtet werden, damit alte Bepflanzungen nicht wieder durchschlagen und zurückkehren.
Dann wurde das Beet mit Sand aufgeschüttet, in unserem Fall haben wir mit zwei verschiedenen Sandsorten gearbeitet. Den eigentlichen Nisthügel haben wir mit einem Sand, den wir noch von einem Erdaushub auf dem Gelände übrig hatten, modelliert, dort haben wir auch noch drei vertikale Nisthilfen für Wildbienen aus Holz integriert, die schon vorher hier im alten Beet standen.
Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Sand eine bindige Struktur hat, zu feinkörniger Sand rieselt zu schnell und bietet Wildbienen keine ausreichend stabile Struktur, um ihre Niströhren bauen zu können.
Also nicht einfach die verlassen Buddelkiste der älter gewordenen Kinder plündern, dieser Sand muss auf jeden Fall in irgendeiner Form aufgearbeitet werden.
Den Hügel haben wir noch einmal zusätzlich gestampft und geklopft, damit er eine feste Struktur bekommt.
Danach machten wir uns ans Verschönern mit alten Baumwurzeln und Steinen. Diese Elemente bieten zudem auch noch einmal zusätzliche Lebensräume.
Dann ging es ans Pflanzen, für mich wie immer einer der schönste Teile bei solchen Arbeiten.
Für diesen Standort haben wir mit ausschließlich gebeitsheimischen Pflanzen gearbeitet, die wir über die Gärtnerei Hirschgarten und über Urbanität und Vielfalt bezogen haben. Hier noch einmal herzlichen Dank an die Arbeitsgruppe Schöneberg von UundV ,die uns mit einigen (für sie überschüssigen) Pflanzen beschenkt haben. Alles in freiwilligem Engagement per Hand geerntet, ausgesät und aufgezogen und garantiert gebietsheimisch!
Bei uns wurden u.a. folgende Pflanzen gesetzt:
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Berg-Sandglöckchen |
Jasione montana |
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Ohrlöffel-Leinkraut |
Silene otites |
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Golddiestel |
Carlina vulgaris |
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Rauen Löwezahne |
Leontodon hispichus |
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Aufrechter Ehrenpreis |
Veronica teucrium |
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Sandstrohblume |
Herichrysum arenarum |
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Stipa (Echtes Federgras) |
Stipa penneta |
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Wilde Karde |
Dipsacus tullonum |
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Karthäusernelke |
Dianthus carthusianorum |
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Gelbe Skabiosa |
Scabiosa ochroleuca |
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Großblütige Königskerze |
Verbascum densiflorum |
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Heide-Nelke |
Dianthus deltoides |
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Gew. Leinkraut |
Linaria vulgaris |
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Kleinblütige Bergminze |
Clinopodium nepeta |
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Rundblättrige Glockenblume |
Campanula rotundifolia |
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Breitblättriger Thymian |
Thymus pulegiodes |
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Zypressenwolfsmilch |
Euphorbia cyparissias |
Geschafft!
Wir danken unseren Workshop-Teilnehmerinnen für die gelungene Zusammenarbeit und Ute Stumm für die anschauliche und praxisnahe Weitergabe ihres reichen Wissens- und Erfahrungsschatzes.
Was wir alle als Wissen (neben der praktischen Erfahrung, dass ich jetzt weiß, wie ich einen Magerstandort anlegen kann) mit nach Hause nehmen konnten:
Die Anlage von Magerstandorten ist in besonderem Maße biodiversitätsfördernd , denn mit der Anlage von Magerstandorten können wir einen Standort schaffen, der aus der Normallandschaft durch Nutzungsintensivieren fast vollständig verschwunden ist. Diese Nutzungsintensivierung ist einer derHauptgründe für den Rückgang der Biodiversität, der ja vor allem in den offenen und halboffenen Landschaften zu beobachten ist. Andererseits erweisen sich die Pflanzen der trockenen, nährstoffarmen Standorte als besonders widerstandsfähig in Trocken- und Hitzeperioden.
Magerstandorte sind als in der Klimakrise resilient erwiesen und können weiterhin zur Abkühlung der Umgebung beitragen, da die krautigen Pflanzen auch ohne Bewässerung grün bleiben und nicht vertrocknen.
Flächen mit kargem Bewuchs werden dringend benötigt und müssen auch künstlich geschaffen werden, wenn wir das Aussterben der Arten stoppen wollen.
Am 24.10. haben wir dann im 2.Teil unseres Workshop das eigentliche Sandarium angelegt, der Bericht dazu folgt.
Der zweiteilige Workshop Magerstandort als Sandarium wurde in Zusammenarbeit mit dem Projekt Gemeinschaftsgärten gestalten Bestäuberschutz durchgeführt.

Wir danken der Postcode Lotterie für die Förderung unserer Arbeit:
Naturnahes Gärtnern im Weltengarten Werder
Veröffentlicht: Mai 18, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Pflanzen im Garten, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, naturnahes Gärtnern, Weltengarten Werder Hinterlasse einen Kommentar
Ein schöner Termin, um einen Ausflug in den Weltengarten in Werder https://weltgartenwerder.de/
zu unternehmen und mehr über naturnahes Gärtnern zu erfahren:
Sonntag 14.6.15:15 Uhr
Naturnahes Gärtnern – Ihr Beitrag zur Artenvielfalt
Vortrag/Führung mit Henriette Buegger
VHS Veranstaltung
Anmeldungen unter:
Der Weltengarten ist gut mit der RE 1 + Bus (hält direkt vor dem Garteneingang) zu erreichen. (Von Berlin Hbf in ca. 40 Minuten)
Workshop: Naturnahe Gestaltung von Gärten, Balkonen und öffentlichem Grün
Veröffentlicht: August 9, 2025 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Biodiversität, einheimische Wildpflanzen, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, naturnahes Gärtnern Hinterlasse einen Kommentar22. August 2025, 16.00 – 19.00 Uhr
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Lützowstraße 28
10785 Berlin
Einheimische Wildpflanzen sind ein notwendiger Bestandteil gesunder Ökosysteme, sie schaffen Nahrung und Lebensräume für Insekten und andere Tiere.
Durch ihre hohe genetische Variabilität haben sie die Fähigkeit, sich evolutionär stetig weiterzuentwickeln; eine Vorraussetzung dafür, sich veränderten Klimabedingungen anzupassen.
Und nicht zuletzt: Sie erfreuen uns durch ihre Schönheit, die neu entdeckt werden sollte!
Während in den zwei vorhergehenden Workshops die Begriffe Biodiversität, Ökosysteme und die Frage, welche Elemente in einen Naturgarten gehören, ausführlich behandelt wurden, geht es am 22.8. darum, wie Balkone, Gärten, aber auch Höfe und öffentliches Grün naturnah gestaltet werden können.
Dabei werden auch Themen wie Florenschutz, die Wichtigkeit der Regionalität von Wildpflanzen und notwendige Pflegearbeiten angesprochen.
Zwei Balkonkästen werden vor Ort mit einheimischen Wildstauden gemeinsam bepflanzt und unter den Teilnehmer*innen verlost.
Regionales Saatgut steht ebenfalls zum Mitnehmen bereit.
Workshopleitung:
Ute Stumm, Naturgarten e.V.
Mit der Workshopreihe
Die Bedeutung einheimischer Wildpflanzen im urbanen Raum
wird anschaulich und praxisnah darüber informiert, wie jede*r selbst etwas tun kann, um dem bedrohlichen Artenschwund unserer Zeit etwas entgegen zu setzen.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Wir danken der Stiftung Naturschutz Berlin für ihre Förderung!
Kontakt:
Gabriele Koll, wachsenlassen@kidz-mitte.de
Vortrag: Wohnquartiere naturnah.
Veröffentlicht: März 9, 2024 Abgelegt unter: Allgemein, Pflanzen im Garten | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, naturnahes Gärtnern, Stiftung für Mensch und Umwelt, Wohnquartiere naturnah Hinterlasse einen KommentarWie kann ich meinen Garten, Balkon oder Hof naturnah gestalten?
Wie schaffe ich Akzeptanz? Wie gelingt die Pflege?

In ihrem reich bebilderten Vortrag mit anschließendem Erfahrungsaustausch beschreibt Corinna Hölzer Stolpersteine und Erfolge, wenn es darum geht, aus ödem Abstandsgrün ökologisch wertvolle Oasen zu schaffen. Im Wohnumfeld wird man ständig von Mietern und Hauswarten kritisch beäugt, muss erklären und geduldig sein. GaLaBau-Pflegefirmen müssen an die neuen naturnahen Flächen herangeführt werden, eine Herausforderung.
Dr. Corinna Hölzer ist Biologin und Mit-Gründerin der Stiftung für Mensch und Umwelt, bekannt durch deren Initiative „Deutschland summt!“ und das Projekt „Treffpunkt Vielfalt – Naturnahe Freiflächen in Wohnquartieren“, Berlin.

Freitag, den 22. März 2024
18.30 Uhr im Saal des Kiez Zentrums Villa Lützow
Lützowstraße 28
10785 Berlin
Viele Anregungen zum Thema finden sich unter:
https://stiftung-mensch-umwelt.de/veroeffentlichungen.html
Die Veranstaltung ist kostenfrei.

(K)ein Platz für wilde Tiere!
Veröffentlicht: Dezember 4, 2023 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten, Pflanzen im Garten, Vögel, Insekten und andere Wesen | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Lebensräume für Insekten, Naturgarten, naturnahes Gärtnern, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen Kommentar
Wenn von wilden Tieren die Rede ist, denken die meisten von uns wahrscheinlich an Löwen, Tieger, Elefanten…..Eisbären…alle in ihrer Existenz bedroht und unterstützungbedürftig und sehr weit weg….
Denn: was ist eigentlich mit unserer einheimischen Natur und ihren wilden Tieren?
Was ist mit Gartenschläfer, Ringelnatter, Hufeisennase, Kiebitz, Iltis, der Waldbirkenmaus, der Smaragdeidechse, der Zauneidechse, der Waldeidechse, der Mauereidechse, dem Birkhuhn, dem Auerhuhn, der Sumpfohreule, der Turteltaube, dem Braunkehlchen, dem Gartenrotschwanz, dem Kuckuck, dem Feldsperling, dem Haussperling, dem Laubfrosch, der Kreuzkröte, dem Alpenschnegel, der Wald-Schnirkleschnecke….
… eine Rote Liste Berlin für Weichtiere aus dem Jahr 2016 (!) besagt, dass ca. 40 Prozent der Land- und Wasserschnecken und ca. 44 Prozent der Muscheln bedroht sind.
Aktuell stehen in Bayer knapp 70 Prozent der heimischen Schnecken- und Muschelarten stehen auf der Roten Liste.


Was ist mit den vielen Spinnen, Asseln, Käfer, Tag- und Nachtfaltern, Grashüpfern, Würmern, die so wichtig für unsere Ökosysteme deren Verschwinden die Menschen kaum wahrnehmen?
Die gemeinsam mit ihren schwindenden Lebensräumen lautlos verschwinden und bitterlich fehlen…


Viele von diesen unscheinbaren Tieren beseelen unseren Naturgarten, wir freuen und wundern uns über alles, was kreucht, fleucht, brummt und fliegt und versuchen nun schon seit 13 schönen Jahren, ihnen mitten in der Stadt Lebensräume zu bieten.
Was braucht ein Naturgarten?


Totholz.
In jeglicher Form.
Am besten als vertikales Totholz, aber da kommt uns immer wieder die Verkehrssicherheit in die Quere und es braucht immer wieder neue und ausführliche Gespräche, um gefällte Bäume wenigstens auf zwei Meter stehen lassen zu dürfen, auch da, wo sie so stehen, dass sie eigentlich keine*r auf den Kopf fallen können, wenn er/sie vorbei läuft.
Aber auch Holzstapel oder Holz aus Beete-und Wegeumrandung bieten für viele Insekten Lebensraum.
Brachen, “leere” Flächen, Lehm
Ein großes Problem für die Natur in der Stadt ist die übermäßige Versiegelung der Flächen. Alles schön aufgeraumt und (mit Laubläsern (!)) bestens zu reinigen.
Viele Wildbienen und andere Lebewesen brauchen Brachen und natürliche Baustoffe wie Sand und Lehm als Lebensraum und Nistplatz.
So etwas zu zulassen oder zu installieren ist sogar auf Balkonen möglich: eine kleine Schale mit Lehm kann überall aufgestellt werden.


‘was für Tiere stehen lassen
Ich bin mir nicht sicher, warum uns seit Jahrzehnten suggeriert wird, den Garten ‘winterfest’ zu machen, bedeute, alles aufzuräumen, was in irgendeiner Form als ‘unordentlich’ empfunden werden könnte.
Deutscher Ordnungssinn? Die Kettensägen-, Laubbläser- und Hecksler-Industrie?
Auf jeden Fall: Viele kleine Tiere benötigen abgestorbene Pflanzenteile und Blütenstände als Überwinterungsmöglichkeit. Vögel und andere Tiere freuen sich über stehengelassene Samenstände und auch ein paar Maiskolben und Johannisbeeren und andere Früchte kann man freundlicherweise auch für die Tiere des Gartens stehen lassen. Früher gab es dazu sogar deutsches Liedgut: “heut lasst uns ernten die allerletzen Felder…….Vögelchen und Mäuschen bekommen auch noch etwas ab…”
Sehen zudem auch wunderschön aus mit ihren Formen und Farben.


Winterfest bedeutet in unserem Naturgarten (neben dem Schläuche einrollen und ins Haus bringen und Sitzmöbel abdecken): Laub vom Rasen auf die Beete fegen, Laubhaufen für Igel und Co aufschichten (macht übrigens besonders mit Kindern eine Menge Spaß!).
Ich glaube, das war’s im Großen und Ganzen.
Essen und Trinken zu jeder Jahreszeit
Dass der Garten (oder Balkon) zu jeder Jahreszeit vom Frühblüher im März bis zu den Astern als Spätblühern bis in den November hinein Nahrung für Wildbienen bieten sollte, spricht sich mehr und mehr herum.
Also: Vielfalt lässt sich pflanzen!
Dass auch Insekten Durst haben, wird häufig vergessen.
Daher: Neben den Vogeltränken auch Insektentränken im Garten, auf Balkonen und Höfen anlegen. Geht ganz einfach, Kinder und Erwachsene haben Spaß bei der kreativen Herstellung und schön aussehen tut es auch.


Steinbiotope, durchlässige Ritzen und Fugen für Pflanzen und Tiere; Recyclingmaterialien


Mit viel Engagement und Muskelkraft (ein ganzes – geschenktes – Dach aus Spandau wurde nach Berlin Mitte transportiert) unserer Mitgärtner*innen haben wir in diesem Jahr neue Hochbeete in unserem Garten installiert.
Wir wollten weg von der kastenförmigen Bauweise mit Paletten und geschwungene Formen in unserem Garten installieren und suchten nach Möglichkeiten, die Hochbeete durchlässig zu gestalten, so dass auch Tiere und Pflanzen in den Ritzen Lebensräume finden können.
In den aufgeschichteten Dachziegeln wurde neben Erde auch eine Schicht Lehm eingebaut, bei der Mischung mit Sand haben wir mit unterschiedlichen Mischverhältnissen, die für Insektennistplätze empfohlen werden, experimentiert.


Natürlich verfügen die Hochbeete auch über ein entsprechendes Innenleben, zum Hochbeetbau folgt hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft ein gesonderter Bericht.
Wir sollten überall da, wo wir die Möglichkeiten haben, mit recycelten (Natur-) materialien arbeiten.
Viel zu viel von Menschen verursachter Müll auf dieser Welt.
Das bedeutet natürlich auch (körperliche) Arbeit, Transport, Organisation, aber es lohnt sich und eigentlich macht es dem Menschen sogar Spaß, sich zu bewegen.
Muss man halt nicht in ein dröges Fitness-Studio.
Wir hoffen sehr, dass sich viele Tiere und einheimische Pflanzen in all den Ritzen und Fugen einnisten werden.
In diesem Zusammenhang haben wir auch mit den Kindergartenkindern in unserem Garten eine Krabblerburg errichtet.
Mit Innenleben zum Rückzug und Möglichkeiten zum Sonnenbaden in den Außenbereichen. Und hoffentlich kommt die Zauneidechse zurück, die ich im Spätsommer dieses Jahres in unserem Garten gesichtet habe, weiß der Teufel, wie sie den Weg in unseren Garten gefunden hat.


Was ihr sonst noch in euren Naturgärten machen könnt: Blühwiesen aussäen!
Eine Miniform von so etwas geht auch im Blumenkasten auf der Fensterbank.
Wichtig auch hierbei: auf regionales Saatgut achten!
Da wird man im Internet unter regionales Saatgut mittlerweile gut fündig, wenn amn passende Anbieter sucht. Auf die bunten Tütchen aus dem Baumarkt sollte man verzichten.

“Liebe Freunde,
Die Menschheit führt Krieg gegen die Natur.
Das ist Selbstmord.
Die Natur schlägt immer zurück – und das bereits mit wachsender Kraft und Wut.
Die Artenvielfalt bricht zusammen. Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht.
Ökosysteme verschwinden vor unseren Augen.
Wüsten breiten sich aus.
Feuchtgebiete gehen verloren.
Jedes Jahr verlieren wir 10 Millionen Hektar Wald….”
Anfangsworte der Ansprache des Generalsekretärs Antonio Guterres an der Columbia University: „Der Zustand des Planeten“
New York 02. Dezember 2020

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