Schönheit und Garten

„Schönheit wird die Welt retten“,
sagt der kluge Idiot.

Ich hoffe es.
Gärten können diese Hoffnung nähren.

Schönheit ist (auch) ein biologischer Prozess. Wenn wir sie erfahren, werden aus neurobiologischer Sich Reize ausgeschüttet, die wir als angenehm oder als eine Belohnung empfinden.

Schönheit macht glücklich .

Schönheit ist der Prozesshaftigkeit unterworfen. Sie kommt und sie geht, sie ist zeitlich eingebunden. Damit macht sie uns die Vergänglichkeit des Lebens deutlich, vielleicht ist sie daher auch oft von melancholischen Momenten begleitet.
Ihre Vergänglichkeit ist ihre Leichtigkeit und Lebendigkeit, so wie auch die unsere.

Wir versuchen sie festzuhalten, in der Malerei, auf Fotos, Filmen und Videos – vielleicht auch ein Grund, warum das Internet uns Menschen so magisch anzieht – aber das geht über unsere Fähigkeiten hinaus. Sie lässt sich nicht festhalten, sondern erfindet sich immer wieder neu.

Schönheit beseelt, sie berührt die Seele und inspiriert, sie ist das Zusammenspiel von Seele und Körper, von Innen und Außen. Sie kennt keinen Dualismus.

Bei den Pflanzen im Garten nehme ich Licht, Schatten, Formen, Farben, und Vielfalt war, kaum eine Blüte ist wie die andere, sie sehen am Morgen anders aus als am Abend, sie haben unterschiedliche Freunde zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten.

Die Wahrnehmung von Schönheit – auch als biologisches Programm – unterliegt kulturellen Einflüssen und ist daher auch verletzlich.

Es lebe die Vielfalt!
Die Natur macht es uns vor.

 

 


Hochsommer-Impressionen

Und unser Gemüsegarten beschert uns schon im ersten Jahr nach der Baustelle reiche Ernten:

Radiesschen, Erbsen, Salate, Mangold, Zucchini, Blumenkohl, es reifen die ersten Tomaten, später kommen die Bohnen, die Kürbisse, der Kohl…

 

 


Im Garten sein

Ja, vielleicht ist es für die meisten die schönste Arbeit, die es im Garten zu verrichten gibt:
die Ernte!

In diesem Jahr beschenkt uns der Garten besonders reichlich – wie zur Versöhnung und zum Trost für all die Sorgen und Schwierigkeiten, unter denen wir in Zeiten der Covid-19-Pandemie zu leiden haben.

Nach den ersten Radieschen und Erbsen fingen die ersten Salate an, zu schmecken und dann im Juni, kam die wunderbare Beerenzeit!

Erbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Maulbeeren, was nicht sofort in den Mündern verschwunden war, reichte sogar noch für den Nachtisch im Kindergarten.

Unsere jüngsten Mitgärtner*innen im Kindergartenalter lassen sich aber nicht lumpen und helfen auch immer eifrig bei Ausaat und Pflege ihrer Beete – es darf nur nicht zu lange dauern.

Dann geht es nämlich unauffällig und fließend weiter zu anderen Aktivitäten, eine/r nach der/m anderen gleitet weg ins Entdecken, Ausprobieren, Suchen und Finden…ins Spiel.

Spielen geht immer, dafür sind keine aufwändige ‚Zeuge‘ und Gerätschaften notwendig, dazu braucht es nur ein anregendes Umfeld, Zeit und Raum.

Entdecken geht im Garten auch immer: wie sieht das verlassene Hummelnest heute aus, wo wir in der letzten Woche beobachtet haben,wie die räuberischen Ameisen die Eier verschleppt haben, was machen die Kompostwürmer, die am Anfang noch so gruselig waren und nun Muttererde (nicht ganz korrekt, aber seit einiger Zeit Gartenlieblingswort) herstellen und wer findet einen Schatz und kennt die besten Abkürzungen?

Natürlich ist es mit Kindern im Garten so, dass die eine oder andere Aussaat daneben geht und das ein oder andere Pflänzchen von Kinderhänden und -füßen erdrückt wird, aber der Garten ist gnädig (und die großen Gärtner*innen auch meistens), er hält das schon aus und schenkt uns neue Pflanzen und Ernten.

Was unsere Natur nicht mehr aushalten will und kann, ist, dass wir Menschen die Beziehung zu ihr verlieren.
Wir sollten daher aufmerksam ihr gegenüber sein und versuchen, mit ihr in Beziehung zu treten, wo immer es uns möglich ist.
Die meisten Familien in den Städten verfügen nicht über einen eigenen Garten, in dem sie und ihre Kinder Naturerfahrungen machen können, dies ist nur einem geringen Anteil unserer Bevölkerung möglich.

(Und auch wenn es hier in diesem Text gerade um die Kinder geht, sollten wir auch all die älteren und alten Menschen nicht vergessen, die zu anderen Zeiten gerne bei uns im Garten auf den Bänken sitzen oder momentan zumindest durch den Zaun hinüberspähen, um sich an der Gartennatur zu erfreuen.)

Wir brauchen diese Freiräume in unseren Städten, dringlicher denn je!
Wie schön also, dass unser Kiez Zentrum Villa Lützow in Tiergarten-Süd über solch einen Garten verfügt.

Für die Kinder, für die Familien, für alle Menschen.


Die Kornrade – Eine Schönheit auf der Roten Liste

Agrostemma githago

Die Kornrade, bis in die 1960er Jahre eine weit verbreitete Ackerbegleitpflanze, ist eine Sommerblume aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum kommend, hat sie sich einst mit der Sesshaftwerdung der Menschen und dem damit einhergehenden Ackerbau schnell an den Rändern von Getreidefeldern verbreitet.
Ihr Nachteil: sie ist extrem giftig, besonders für Weidevieh wie Rinder, Pferde und Schafe, aber auch für den Menschen.
Ihr Vorteil: sie ist von ausgesuchter, schlichter Schönheit, und ist eine wertvolle Pollen- und Nektarpflanze für Insekten.
Früher war die Agrostemma githago aufgrund ihrer Giftigkeit zu Recht gefürchtet, besonders durch mangelhafte Methoden in der Saatgutreinigung war es nur sehr schlecht möglich, ihre Samenkörner aus der Getreideernte hinauszufiltern, so dass es sogar durch Brotverzehr immer wieder zu Vergiftungen kommen konnte.
Durch den Einsatz von immer effizenteren Maschinen bei der Erntereinigung konnte diese Gefahr zunehmend gebannt werden, der Kornrade wurde jedoch – wie so vielen anderen Ackerbegleitpflanzen – der massive Pestizideinsatz unserer Agrarindustrie zum Verhängnis – in Deutschland steht sie auf der Roten Liste gefärdeter Arten mit der Stufe 1 als vom Aussterben bedroht.

Durch rare Funde und deren Nachzüchtungen konnte sie erhalten bleiben und hat sich in den letzten Jahren ein wenig in Gärten als Schmuckpflanze etablieren können, was ihren Weitererhalt fördert. Mit ihrem kräftigen Magenta-Rosa, das auf Fotos nie so zum Erstrahlen kommt wie in der Wirklichkeit, verschönert sie im frühen Sommer auch unseren Garten.
Ihre Blütezeit wird von Juni bis August angegeben, bei uns gehört sie zu den frühen Blühern im Juni, dananch bilden ihre Samenkapseln noch lange einen aparten Schmuck im Beet.

Was ich erst kürzlich erfahren habe ist, dass die Agrostemma githago sich auch hervorragend zur Gründüngung und als Pionierpflanze auf Böden, die rekultiviert werden müssen, eignet. Sie stellt keine hohen Ansprüche an den Boden, keimt recht schnell und entwickelt sich zügig. Die Kornrade ist in der Lage, die Infektionskette, die sich wegen falscher Fruchtfolge in einem Gartenboden einsgeschlichen hat, zu durchbrechen.
Sie ist in diesem Anwendungsbereiche auch insofern von Wert, dass sie in der Kulturfolge unproblematisch ist (d.h., sie versteht sich mit den meisten anderen) und keine Pflanzenkrankheiten wie zum Beispiel die Kohlhernie überträgt.

Also gibt es einige Gründe, die Kornrade im Garten anzusiedeln, ich glaube, ich mag sie vor allem wegen ihrer Schönheit und möchte sie unterstützen, weil sie vom Aussterben bedroht ist.

Und wieder ein Grund mehr, darüber nachzudenken, wie wir zukünftig Ackerbau betreiben wollen: das Aussterben der Artenvielfalt durch die Anbaumethoden der sogenannten modernen Agragrindustrie hat dramatische Auswirkungen angenommen, bedroht unser gesamtes Ökosystem und beraubt uns in massivem Maße der Schönheiten, die das Leben und die Natur uns bieten.

https://www.gartenlexikon.de/kornrade/

https://www.wildes-berlin.de/kornrade/

https://www.hausgarten.net/gartenpflege/schaedlinge-krankheiten/nematoden.html


Kräuter- und Gartenführung im Gemeinschaftsgarten

Wir laden ein zu einer (Wild-) Kräuter- und Gartenführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter und Stauden erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Do, den 9. Juli 2020, 17.00 – 19.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen auf unserem Gelände ist die Teilnehmer*innenzahl begrenzt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de


Stadtgärtnern mit der Natur – Kräuterführung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir laden ein zu einer Wild-und Küchenkräuterführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Do, den 18. Juni 2020, 17.00 – 19.00 Uhr
Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28,
10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen wegen COVID-19 auf unserem Gelände ist dieser Spaziergang auf 5 Teilnehmer*innen beschränkt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de

Die Info als pdf: Kräuterführung 18.6.


Vitaler Boden für alle!

„In der Natur gibt sich die Erde niemals unbedeckt; warum sollten wir sie dann kahl lassen?“ (Graham Bell in „Der Permakultur-Garten“)

Wir hatten seit dem Spätsommer letzten Jahres die Aufgabe, den ausgelaugten Boden, der lange nackt dagelegen und von schwerem Gefährt platt gedrückt war, wiederzubeleben. Neben den Strapazen durch die Baustelle, litt der Boden auch unter der langanhaltenden Trockenheit.

Also begannen wir im Herbst letzten Jahres mit der Revitalisierung der Erde. Zunächst säten wir bestimmte Pflanzen aus, um den Boden gut über den Winter zu bringen. Dazu nutzten wir Inkarnatklee, der uns noch mit seiner Schönheit überraschen sollte, und eine Mischung aus Winterroggen und Winterwicke. So war unser Boden bis zum Frühjahr bewachsen und gegen weitere Austrocknung geschützt.

Aussaat im Herbst
Im Frühling haben wir Schrittweise mit der Bearbeitung unserer Vier-Felder-Wirtschaft begonnen.

In den letzten Wochen erfreuten wir uns nun an dem purpurroten Blütenstand des hochgewachsenen Klees und ließen ihn als Insektenweide stehen. Jetzt folgte Teil Zwei der Bodenwiederbelebung. Mithilfe tatkräftiger Freiwilliger, die sich freuten, die Zeit der Corona-Schutzmaßnahmen auf diese Weise zu überbrücken, begannen wir den Boden für die Anbauphase vorzubereiten. Dazu wollten wir die Superkräfte unserer Pflanzen nutzen. Denn beide gelten als Gründünger-Pflanzen, also als lebendiger Dünger. Inkarnatklee und Winterwicke gehören zur Pflanzenfamilie der Leguminosen, welche an ihren Wurzeln eine Lebensgemeinschaft mit Knöllchenbakterien eingeht. Diese Bakterien sorgen für eine erhöhte Stickstoffanreicherung. Daher sind Leguminosen allgemein ein beliebter Gründünger. Der Winterroggen wiederum sorgt durch besonders tiefe Wurzeln für eine Auflockerung des Bodens.

Inkarnatklee eignet sich auch hervorragend für Blumensträuße
Winterroggen und Winterwicke

Diese Pflanzen sind also sehr nutzvolle Freunde, um unseren Boden zu unterstützen. Denn ein vitaler Boden hat eine lockere und krümelige Bodenstruktur und enthält, je nach Anbauplänen, verhältnismäßig viel Stickstoff. Er kannWasser aufnehmen und abfließen lassen und bietet Bakterien, Würmern, Insekten und anderen Klein- und Kleinstlebewesen, die unentbehrlich für eine fruchtbare Erde sind, genügend Sauerstoff und Stickstoff.

Um die Eigenschaften der Pflanzen optimal zu nutzen, schnitten wir unseren Gründünger über dem Boden ab und nutzten den Pflanzenschnitt, um den Boden damit zu bedecken, oder wie man sagt, zu mulchen. Dies ist in der Permakultur eine viel angewendete und effektive Methode. Mulch übernimmt drei wichtige Aufgaben: Er schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion, nährt den Boden und kann die Verbreitung unerwünschter Kräuter unterdrücken.

Um unseren Boden optimal für die Bewirtschaftung vorzubereiten, gruben wir die stickstoffreichen, unterirdischen Pflanzenreste des Klees unter, während wir den Boden für die Neusaat auflockerten. Um ihn bis zur Aussaat vor Verdunstung zu schützen, bedeckten wir ihn mit dem Pflanzenschnitt. Wicke und Roggen schnitten wir über dem Boden ab und legten den Pflanzenschnitt an Ort und Stelle auf den Boden, ohne ihn vorher umzugraben. Auf diesem Boden haben wir eine gemütliche Sitzecke eingerichtet. Da der Mulch den Boden auch düngt, indem er verrottet, ist es sinnvoll, die Pflanzen recht kleinteilig zu zerschneiden. Denn umso kleiner sie sind, desto schneller verrotten sie.

In unserem Gemeinschaftsgarten werdet ihr überall Mulch entdecken, wo zurzeit nichts wächst. Wir streuen ihn auch auf die Wege unseres Kräutergartens und sparen uns damit das aufwendige ausrupfen unerwünschter Kräuter, die durch den Mulch garnicht erst wachsen oder eingehen und selber zu Humus werden.

Unsere Jungpflanzen freuen sich über die schützende Mulchdecke
Unsere neue Sitzecke

In der Permakultur ist es jedoch das Ziel, überall lebendige und nützliche Bodenbedeckung zu haben. Der Mulch mit „totem“ Material ist also eine Übergangslösung, denn ein lebendig bedeckter Boden bietet einen hohen Nutzen bei wenig Arbeitsaufwand.

Der Prozess des Mulchens mit „totem“ Material hin zu lebendiger Bodenbedeckung lässt sich gut anhand eines Erdbeerbeetes beschreiben: Erdbeeren sind ein hervorragender lebendiger Mulch. Sie breiten sich schnell aus, bedecken den Boden großflächig und man kann ihre Früchte ernten. Um diesen lebendigen Mulch anzulegen, kann man die Erdbeeren in einem mit Stroh gemulchten Beet anpflanzen. Das Stroh wird langsam zu Erde verrotten, während die Erdbeeren wachsen und am Ende die gesamte Fläche bedecken. Nun hat man eine geschützte Erde, einen schmackhaften Ertrag und spart sich Arbeit, die mit unbedeckter Erde betrieben werden muss. So freut sich die Erde, der Mensch und so manch anderes kleines Schleckermaul.

Verlassen wir uns also auf die Weisheit der Natur und bedecken die Böden. Gerade in den letzten Jahren hat der Klimawandel in Berlin zu langen Dürreperioden geführt und Gärtnerinnen und Gärtnern vor Augen geführt, wie wichtig es ist die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Bald könnt ihr euch hoffentlich selbst davon überzeugen, wie unser Gemeinschaftsgarten sich über seine schützende und nährende Mulchdecke freut. Unsere Erdbeeren blühen übrigens auch gerade und warten schon bald darauf, von euch gekostet zu werden. 


Neue Mitgärtner*innen im Gemeinschaftsgarten – die Kompostwürmer sind eingezogen!

Die Idee war schon lange in der Welt, nun konnte sie endlich realisiert werden: in seiner knapp bemessenen Freizeit hat Arben aus dem Team wachsenlassen geschraubt, gebohrt und gezimmert, damit der sehnlichst gewünschte Wurmkomposter und damit die kleinen Tiere und mit ihnen ‚das scharze Gold‘ in unseren Garten einziehen konnte.

Was aber ist ein Wurmkomposter?

Im Wurmkomposter befindet sich eine Lebensgemeinschaft, die aus Pilzen, Bakterien, verschiedenen Einzeller, Springschwänzen, einigen Bodenmilbenarten, kleinen weißen Ringelwürmern und und und… den Kompostwürmern besteht. Die Gesamtheit der Boden lebenden Organismen, die eine extrem wichtige Rolle in unserem Ökosystem spielen, wird das Edaphon genannt.

Zu den Kompostwürmern gehören beispielsweise die Arten Eisenia foetida, Eisenia andrei oder Eisenia hortensis.

Gemeinsam produzieren diese Lebenwesen durch ihren Stoffwechsel den (Wurm-) Humus, ein natürliches Produkt mit hochkonzentrierten Bestandteilen an pflanzenverfügbaren Nährstoffen, wenn sie ausreichend Nahrung finden.

Diese Nahrung besteht aus frischen organischen Stoffen wie zum Beispiel Obst und Gemüse, also aus unseren Küchenresten, die auf keinen Fall in den Restmüll gehören – wo sie anscheinend immer noch zu hohen Anteilen landen.

Da die Wurmkompostierung bei richtiger Pflege völlig aerobisch abläuft, entstehen keine störenden Fäulnisgerüche und eignet sich dadurch bestens, sie direkt im eigenen Haushalt durchzuführen, auf dem Balkon oder in der Küche, mittlerweile gibt es unterschiedliche Wurmkisten – auch für die Wohnung – von unterschiedlichen Anbietern.
Eine Wurmkiste ist eine wunderbare Möglichkeit, Biomüll in Form von Küchenabfällen und Pflanzenresten zu recyceln und daraus nährstoffreichen Humus zu gewinnen.
Zudem lassen sich mit ihr Kreisläufe unseres Ökosystems verstehen und erklären; das Verständnis dafür, dass Boden eben nicht nur ‚Dreck ist, den wir mit Füssen treten‘, sondern die Grundlage unserer Lebensmittelversorgung, wächst mit jedem Tag Wurmkiste weiter.
Das Ausgangsmaterial für Humus – also wertvollen Boden, ist unser vermeintlicher Müll, unsere Bio-Abfälle.

Also: herzlich willkommen in unserem Garten, liebe Würmer und Co!

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Wurmkompostierung

https://wurmkiste.at/


Kräuterführung: Stadtgärtnern mit der Natur

Wir laden ein zu einer Wild-und Küchenkräuterführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Do, den 4. Juni 2020, 17.00 – 19.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen wegen COVID-19 auf unserem Gelände ist dieser Spaziergang auf 5 Teilnehmer*innen beschränkt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de

Kräuterführung 4.6.

 


Bienen, Bestäubung und Bürgerwissenschaft in Berlins Gärten

In diesem Jahr nimmt unser Gemeinschaftsgarten teil an dem spannenden und wichtigem Wildbienenprojekt des Museums für Naturkunde Berlin und der TU Berlin, Fachbereich Ökosystemkunde/ Pflanzenökologie.

Alle Informationen zu diesem Projekt finden sich ab sofort unter:

https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de/wissenschaft/bienen-bestaeubung-und-buergerwissenschaft-berlins-gaerten