Aktuelle Termine der Saatgut-AG/ LeihSämerei in Tiergarten-Süd

 


Gemeinsam selber machen – Wildbienen-Nisthilfen-Workshop am 21.10.2020

 

 

 

 


Klimawandel und gemeinschaftlich gärtnern…

…oder: nicht der Götterbaum ist das Problem.

Seit nunmehr 10 Jahren gärntnern wir gemeinsam mit an dem Wohlerhalt unserer Erde interessierten Mitgärtner*innen in der Lützowstr. 28 in Berlin Mitte.

Wir sind nach wie vor ein ‚kleines Vorhaben‘ mit einem großem wunderschönen Garten, der sich immer wieder verändert – im Wandel der Jahreszeiten, im Wandel des Klimas.

Wir sind wichtig für die Abkühlung des Wohngebietes Berlin Tiergarten-Süd und dienen den Nachbar*innen als Feinstaubfilter.

Um den Garten in der Stadt in bei dem sich verändernden Klima zu erhalten, wählen wir – wenn möglich – gebietsheimische Pflanzen, die nicht viel Wasser benötigen, aber trotzdem an unser Klima gewöhnt sind.
Mediterrane Pflanzen sind häufig keine Lösung, da sie späten Kälteeinbrüchen, wie sie in Deutschland immer noch zu erwarten sind, schlecht standhalten können.

Heimische Gehölze und Stauden, die zudem auch das Nahrungsangebot für Insekten und Vögel bereichern, sind da robuster.

Ein Garten bietet beste Möglichkeiten, zu versuchen, wie es sich anfühlt, sich den Veränderungen unseres Klimas zu stellen.
Eine aufmerksame Beobachtung fördert meist die Fähigkeit, zielgerichtet in eine Handlung zu gehen.

Nicht der Götterbaum ist das Problem…
…sondern seine Fähigkeit, auch bei Hitze und Trockenheit noch ehr gut zu gedeien und dadurch einheimische Arten zu verdrängen.

Wir finden, beide sollten ihren Platz auf unserer Erde haben und zum Erhalt der Artenvielfalt bemühen wie uns, Gartenbereiche zu schaffen, in denen auch einheimische Pflanzen und Gehöze überleben können. Diese bieten zudem nach wie vor – im Gegensatz zu Götterbaum und Co.- die notwendige Menge an Nahrung für Vögel, Insekten, Menschen und anderen Wesen.

Möchtest Du unsere Arbeit unterstützen?

Wir freuen uns über tatkräftige Mitstreiter*innen bei der Ernte und Verarbeitung der Früchte, Samen, Heilkäuter unseres Gartens!

Dann melde unter:
wachsenlassen@web.de

Möchtest Du uns finanziell unterstützen?

Dann informiere Dich unter:

www.betterplace.org/de/discover-projects?q=Gemeinschaftsgarten+wachsenlassen


Kartoffelernte im Gemeinschaftsgarten

Das ganze Jahr über beschenkt uns der Garten mit reicher Ernte, nun ging es gemeinsam mit den Kindern an die Kartoffelernte, immer ein besonderes Vergnügen, wenn auch Pandemie-bedingt in diesem Jahr leider ohne ein Gartenfest mit Familien und Nachbarn.

Erst einmal wurde mit Florin der Einsatz von Grabegabeln geübt, bevor wir uns an die Kartoffelnsuche machten.

Ich war gespannt, wie groß die Ernte ausfallen würde, hatten wir die Kartoffeln in diesem Jahr doch in ein neu entstandenes Beet gesetzt, dessen Bodenbeschaffenheit noch nicht sehr gut ist.
Wir hatten sie – angelehnt an ein Milpa-Beet oder auch ‚die drei Schwestern‘ genannt – , gemeinsam mit Kürbis, Mais und Bohnen gepflanzt. Bei uns also vier Schwestern.

Aber wir wurden gut fündig, das reichte doch erst einmal für ein Mittagessen im Kindergarten und den Eltern konnte auch noch etwas mitgebracht werden.

Wie schön, dass wir in unserem Garten den Wandel der Jahreszeiten erleben können und diese auch noch mit unseren Ernten verbinden können.
Wir freuen uns nun auf Kürbis, Weiss- und Rotkohl und schließlich Rosen- und Grünkohl.

Und die Tomaten bescheren uns immer noch viele viele leckere Früchte!


Wurmkompost – erste Ernte!

Vor etlichen Wochen sind unsere Kompostwürmer in den Gemeinschaftsgarten eingezogen und nun ging es an die erste Ernte unseres eigenen Wurmhumus.

Geradezu ideal, um Grünkohl und Co und den immer noch reichlich früchte tragenden Tomatenpflanzen noch einmal wertvolle Unterstützung zukommen zu lassen.

Der Wurmkompost, der auch als Biodünger käuflich erworben werden kann, ist ein natürliches Produkt mit hochkonzentrierten Bestandteilen an pflanzenverfügbaren Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium.

Er erfüllt alle Voraussetzungen für eine gesunde Pflanzennahrung und ist ein intensiver Langzeitdünger, neben einem deutlich höhererm Ertrag bei Gemüsepflanzen fördert er eine längere und bessere Blüte und stärkt die Pflanzen, so dass sie weniger anfällig für Krankheiten, Bakterien und Pilze sind.
Ein Wurmkompost enthält hochaktives mikrobielles Leben, Ton-Humus Komplexe und einen hohen Anteil an Enzymen und Aminosäuren.

Wurmhumus ist eine der kostbarsten natürlichen Substanzen und frei von jeglichen chemisch synthetischen Zusätzen. Besonders bei abgewirtschafteten Böden wird der Wurmkompost mittlerweile häufis als nahezu unternbehrlich beschrieben, da er deutlich dabei hilft, wieder ein ausgeglichenes Lebenssystem im Boden zu schaffen.

Zudem ist ein Wurmkomposter ein wunderbares Beispiel für eine gelungene Kreislaufwirtschaft: Bioabfall wohlmöglich sogar in den Restmüll? Was für eine Verschwendung!

Aus dem vermeintlichem Abfall entsteht wieder hochwertige Erde und Dünger, eine gute Grundlage für Gemüse und Blumen am Balkon !

Wir haben den fertigen Wurmhumus noch einmal durchgesiebt, um eine feinkrümelige Substanz zu erhalten und die übrig gebliebenen größeren Stücke wieder zurück zu den Würmern geworfen, da können sie sich ja noch mal mit beschäftigen.

Wurmkomposter gibt es mittlerweile auch für die Wohnung, kürzere Wege, um zur guten Balkon-oder Gartenerde zu kommen, gibt es wohl nicht.
Auf mehrere Anfragen hin haben wir für Februar 2021 einen Mitmach-Workshop zum Bau einer Wurmkiste geplant, wer nicht so lange warten will, wird mittlerweile im Netz gut fündig auf der Suche nach einer passenden Wurmkiste.


Tomaten, Tomaten, Tomaten!

Unsere Fürsorge für unsere Anfang März ausgesäten und dann liebevoll aufgezogenen Tomatenpflänzchen – ich muss wieder an die ersten Schrecken des Corona bedingten Lockdowns denken: was geschieht mit unseren Aussaaten? Wie können wir weiterarbeiten? Werden wir auch in diesem Jahr ernten können? – wird in diesen heißen Augusttagen reich belohnt:
Vor etwa zwei Wochen hat bei uns im Garten die Tomatenernte begonnen!

Auch hier haben wir die Freude, in unserem Garten wenigstens einen kleinen Ausschnitt aus der schier überbordenden Vielfalt der Tomatenpflanzen zu zeigen und vor allen Dingen zu schmecken.

Ob groß, klein, dick, dünn, gelb, rot, orange, flaschenförmig, oval, dickbauchig, dünn, leider wissen viel zu viele Menschen heutzutage nicht mehr, über welche Vielfalt an Geschmack, Form und Verwendungsmöglichkeiten (die San Marzano, Typ Roma Tomate, die gerade erst zu reifen beginnt, ist wohl besonders für die Herstellung von Sugo und Tomatenmark geeignet – ich bin gespannt) die so beliebte Tomate verfügt.

Wir möchten mit der kleinen Tomatenvielfalt in unserem Garten darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, Artenvielfalt zu erhalten und um wieviel ärmer, eintöniger und sinnesärmer unsere Welt seit Jahren zu werden droht, wenn wir sie einigen wenigen profit- und konsumorientierten Konzernen überlassen.
Für alle, die sich darüber informieren möchten, kann ich nach wie vor das gut recherchierte und lesenswerte Buch ‚Saatgut – wer die Saat hat, hat das Sagen‘ von Anja Banzhaf als Einstieg in das Thema empfehlen. https://www.oekom.de/buch/saatgut-9783865817815?p=1

Wir sind erst einmal entzückt über Formen und Farben und die unvergleichliche Süsse und Geschmacksintesität einer sonnenwarm gepflückten Frucht: ach, so können und sollten also Tomaten schmecken!

Also freuen wir uns noch auf eine lang anhaltende Ernte, wir werden unser Gemüse weiterhin gut pflegen in diesem in unserer Region dritten Dürrejahr in Folge.

Ach ja, und manch eine*r findet schneiden (mit „so coolen Scheren“) vielleicht sogar noch viel schöner als Tomaten ernten…

 


Kräuter- und Gartenführung am 4.8.

Wir laden ein zu einer (Wild-) Kräuter- und Gartenführung in unserem Gemeinschaftsgarten.

Anhand einiger ausgewählter Kräuter und Stauden erfahren wir, wie diese leicht auf Balkon, Terasse oder im Garten zu kultivieren sind, lernen Hilfreiches über ihre Anbaubedingungen, Ernte und Wirkkräfte.
Wir nehmen uns Zeit für eine kleine Gartenführung und sind offen für eure persönlichen Fragen.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen in der urbanen Kräuterkunde.

Der Spaziergang beinhaltet eine Kräuterspende von Seiten des Gartens zur individuellen Weiterverabreitung, im Gegenzug dafür freuen wir uns über eine Erlebnisspende!

Wann: Di, den 04. August 2020, 17.00 – 19.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow
Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Aufgrund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen auf unserem Gelände ist die Teilnehmer*innenzahl begrenzt und wir bitten um Anmeldung unter: wachsenlassen@web.de


Wir brauchen Eure Unterstützung!

Liebe Freund*innen des Gemeinschaftsgartens und der Natur mitten in der großen Stadt!

Auf www.betterplace.org/p83319 könnt ihr nun direkt für die Weiterführung unserer Arbeit spenden, auf dass wir nach nunmehr fast 10 Jahren der Unsicherheiten und des Prekariats auch in den nächsten Jahren weiterhin aktiv gemeinsam für Natur und Gemeinschaft tatkräftig anpacken können!


Ein nektarreiches Dach für unsere Insektenwand

und schön aussehen tut es auch noch!

Unsere im letzten Jahr installierte Insektenwand mit Wohnmöglichkeiten in Lehm, Holz und Steinritzen für Wildbienen und andere Insekten hat gestern endlich ihr neues Dach erhalten – diese kleinen und für unser Ökostystem so wichtigen Tiere haben es nämlich auch gerne regengeschützt in ihren Unterkünften.

Über das mit Dachpappe ausgelegte Dach haben wir ein Gitternetz (besser wäre vielleicht noch Maschendraht gewesen, aber den hatten wir nicht mehr vorrätig) gespannt und dieses dann mit Schotter aufgefüllt. So können sich Erde und Wurzeln gut festhalten.

Dann alles einmal gut angiessen (das war auch direkt unser Gewichtstest: hält das Dach dem Gewicht stand?)

Wie immer eine besonders schöne Arbeit: Standorte auswählen und einpflanzen.

Wir haben unterschiedliche Hauswurz- und Sedumarten, die beide zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) gehören, auf das Dach gesetzt.

Crassulaceae lieben einen kargen, trockenen und sonnigen Standort, also ideal zur Dachbegrünung.

Und allein ihr Name (lat: semper= lebend und vivum= lebend) macht diese aussergewöhlichen Geschöpfe doch schon liebenswert.

Bilden die Hauswurze schon mit ihren unzähligen Rosetten- und Farbvariationen einen Augenschmaus, so können sie zusätzlich noch mit ihren wunderschönen Blüten überraschen, die sich meist in der Zeit von Juni bis Juli zeigen, die meist in rosa-rot bis weiss erstrahlen.
Die dazu gepflanzten Sedumarten ergänzen die Farbpalette des bunt blühenden Daches mit ihren Gelbtönen.

Ein nektrarreich gedecktes Dach für die Bewohner der Appartementwand.

Schon in lange vergangenen Zeiten glaubte man, dass der Hauswurz das Dach vor Blitzeinschlag schützen würde, was sicherlich richtig ist, da das begrünte Dach nicht so leicht austrocknen kann, auch heute schätzt man die klimatischen Vorteile von Dachbegrünungen.

Und: Häuser, auf denen Hauswurz wächst, bringen Glück!

Abbildung aus einer Abschrift von Johannes Hartliebs Kräuterbuch, um 1470

Wie so viele Pflanzen und Tiere sind auch einige wild wachsenden Hauswurzarten heute bedroht und stehen unter Naturschutz, also bitte keinesfalls aus der Natur auspflanzen und mit nach Hause nehmen, wenn man mal einem begegnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hauswurzen

https://www.schamanische-gaertnerei.de/produkt/hauswurz-pflanze


Naturbildung – ästhetische Bildung

Auch über Ästhetik reden und denken wir heute häufig so, als wäre es eine rein technische Angelegenheit.

Vielleicht haben die vielen Theorien uns abgelenkt von der etymologischen Herkunft des Begriffs.

Die Ästhetik als aistesis beschreibt im ursprünglichen Sinne des Wortes (altgriech.) die sinnliche Wahrnehmung.

Ich fühle, das heißt ich rieche, sehe, ertaste, erschmecke, höre, ich empfinde etwas (für mich) Schönes.

Es ist ein ästhetisches Naturerleben, wenn ich einen Blumenstrauss aus dem Garten, von einer Wiese, aus einem Wald… mit nach Hause nehme.

Es ist ästhetische Bildung als die Bildung von Differenzierung und Wahrnehmung des Schönen, wenn ich durch den Garten gehen und die Blumen für meinen Strauss in einem Akt der sinnlichen Erfahrung zusammenstelle.

Welche Blumen blühen momentan?

Von wem darf ich ein, zwei Blütenstände entnehmen, ohne dass es ihnen allzu sehr wehtut und ihren Bestand schwächt?

Wer passt zusammen?

Welche Größe soll der Strauss bekommen?

(An dieser Stelle möchte ich gestehen, dass ich zu großen, bombastischen Sträussen neige, nach dem Motto, wenn schon, denn schon. Da hat jede*r andere Vorlieben.

Und demnächst werde ich mich auch einmal an den entzückenden Kräutersträusschen versuchen, die die Kräuterpädagogin Julia Klement letzte Woche gebunden hat…
Wunderhübsch, dazu duftend und auch noch ess- und trinkbar!

Wenn er dann fertig ist, der Blumenstrauss für Zuhause – noch ein paar Gräser und Blattschmuck ist dazu gekommen – verstaue ich ihn sorgfältig (in einen feuchten Baumwollbeutel eingepackt) für den Transport.

Zuhause angekommen geht es irgendwann an die Zeit, den Strauss in der Vase zu drapieren.
Wer steht hinten, wer vorne?
Welche Farben und Formen passen zusammen?

Wer muss noch einmal angeschnitten werden, welche Stengel fallen für ein kleines Schreibtisch-Sträusschen ab?

Der Duft des Gartens ist mitgekommen, er erfüllt die Küche.

Allen voran natürlich die drei Dolden des wunderbaren Phloxes, sie duften um die Wette. ( Übrigens gehört der Phlox übrigens zur Familie der Himmelsleitergewächse /Polemoniaceae, das passt doch).

Ich empfinde den Duft der Pflanzen jeden Morgen, wenn ich die Küche betrete – was riecht denn hier so anders/angenehm? – und ich beobachte ihre Formen und Farben, ich bedanke mich über das Geschenk des Gartens, mindestens für eine Woche sinnliche Freuden.

Was das alles mit Ästhetik und ästhetische Bildung zu tun hat?

Heute vormittag habe ich einen Artikel daürber gelesen, dass Kinder (ab dem Kindergartenalter) in Zeiten des Corona-bedingten Lockdowns bis zu sechs Stunden täglich vor einem zweidimensionalen Bildschirm verbracht haben.

6 Stunden an einem Tag! Wie lange sind wir täglich wach, wieviel Stunden hat ein Tag und warum ist es für mich ein Fest, wenn ich es endlich mal wieder einmal schaffe, zwei Stunden konzentriert in die Welt eines Romans abzutauschen?
Und wie schön, dass ich es noch als ein sinnliches Fest empfinden kann.

Ich glaube, dass wir diese sinnlichen Erfahrungen brauchen für die Ausbildung zu einem (sinn-) erfülltem Leben.
Wir können und sollten die Zweidimensionalität unserer modernen Welt nutzen, um unser Leben angenehmer zu machen, aber nicht, um abzustumpfen und uns digital versklaven zu lassen.

Um mehr Zeit zu haben für die freie Entfaltung unserer Sinne. (Aufgepasst: diese Entfaltung ist nicht über Konsum zu befriedigen!)
Wir brauchen diese sinnliche Erfahrung, um die Welt erfahren und erklären zu können.

Naturbildung ist die handlungsorientierte Verknüpfung von Naturerleben und ökologischer Bildung anhand konkreter Natur-Phänomene als Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Ästhetische Bildung ist Teil der Naturbildung und arbeitet mit den Sinnen, es geht um die Ausbildung deren Wahrnehmungsfähigkeiten.

Es ist notwenidig, dass wir uns wieder in Beziehung zur Natur setzten und uns als Teil von ihr verstehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Naturbildung

https://www.herder.de/kiga-heute/fachbegriffe/aesthetische-bildung/