Bau eines Lehmteiches
Veröffentlicht: September 18, 2026 Abgelegt unter: Berliner Stadtatur, Gemeinschaftsgarten, Pflanzen im Garten, Vögel, Insekten und andere Wesen | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, Garten in der Stadt, gemeinsam selbermachen, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Himmelsteich, Lehmpfütze, Lehmteich, Stadtnaturgarten Hinterlasse einen KommentarHimmelsteich oder Lehmpfütze?
Lange schon hatten wir überlegt, wie wir das Element Wasser in unseren Garten integrieren könnten.
Da wir keine Möglichkeit haben, Regenwasser von Dachrinnen aufzufangen, um es in einen Teich leiten zu können und auch nicht mit einer Folie arbeiten wollten, haben wir uns nach viel Recherche auf das Wagnis Lehmteich eingelassen.
Wobei es sich bei uns eher um einen Tümpel handelt, oder, poetischer ausgedrückt: um einen Himmelsteich.
Ein Tümpel ist ein kleines, stehendes Gewässer, das sich durch eine geringe Wassertiefe und einen oft wechselnden Wasserstand auszeichnet. Im Gegensatz zu Teichen sind Tümpel in der Regel flacher und können sogar zeitweise austrocknen. Tümpel speisen sich häufig nur durch Regenwasser und das erklärt den schönen Namen Himmelsteich: es ist das Wasser, das vom Himmel fällt, das diesen Teich füllt.
Eine Feuchtzone zu schaffen, die zeitweise auch trockenfallen kann, erschien uns als Möglichkeit, einen reizvollen neuen Lebensbereich in unserem Garten zu schaffen, weil gewisse Pflanzen und Tiere auf solche Bereiche spezialisiert sind.
Es gibt einige Pflanzen, die wechselfeuchte Standorte mögen, bei uns stehen jetzt u.a. Blutweiderich, Wasserdost, Sumpf-Wolfsmilch und Sumpfdotterblume in diesem Bereich.
Und feuchter Lehm ist ein äußerst beliebter Matsch bei vielen Insekten. Viele Wildbienen benötigen ihn zum Nestbau, einige von ihnen sind sogar auf dieses Material spezialisiert.
Im November letzten Jahres machten wir uns an die Arbeit.
Nicht einfach war es für uns, eine nicht zu steile Grube auszuheben (was uns auch nicht gelungen ist, um es vorneweg zu sagen) und entsprechende Terassierungen miteinzubauen. Sollte doch das später aufzutragende Lehmgranulat gut halten und eine ausreichend flache Zone für spätere Bepflanzungen und zum leichteren Eintritt von Insekten und anderen Tieren vorhanden sein.
Das Lehmgranultat wurde in mehreren Schichten aufgetragen und zwischendurch immer wieder festgestampft, damit es (hoffentlich) gut das Wasser halten würde.
Dies hat einige Bauzeit in Anspruch genommen, aber rechtzeitig zum Jahresende waren die Grundarbeiten fertig.
Irgendwann waren die Temperaturen dann auch so, dass es dann wirklich keinen Spaß mehr gemacht hat, im Möchte-Gern-Teich zu matschen…
Im Frühjahr 2026 ging es dann endlich weiter.
Nun konnten wir das Lehm-Sandgemisch auftragen, das als Pflanzsubstrat dienen würde und die wunderschöne Gitterkonstruktion zur Absicherung der Wasserstellen wurde geliefert.
Schließlich befindet sich unser Garten auf einem Gelände des Jugendamtes Berlin Mitte und viele Kinder lieben unseren Garten und halten sich oft in ihm auf.
Hier noch einmal vielen Dank an die Metallbaufirma De Nobile für Entwurf und Gestaltung unserer Teichspinne!
Nach der Installation des Gitters ging es ans Bepflanzen und an die Verschönerung mit Steinen und Totholzelementen.
Zu unserer Überraschung und Freude stellten sich zeitig in diesem Jahr viele Insekten an unserer Lehmstelle ein. Wir konnten die rote und die gehörnte Mauerbiene beobachten, die sich Material zu Versiegelung ihrer Niströhren beschafften, gefolgt von Grabwespen und vielen anderen, von uns leider nicht zu identifizierenden Insekten. (falls es eine Entomolgin/ Entomologen unter unserern Lesern gibt: Herzlich willkommen in unserem Garten!!)
In einem größeren Arbeitseinsatz haben wir dann die Kieslieferung zügig bewältigt und es hat sehr viel Spaß gemacht, die Umgebung des Teiches dadurch noch einmal zu verschönern.
Vervollständigt wurde unser Himmelsteich durch einen Steg zur Überquerung und passender Bepflanzung des Umfeldes.
Nun erfeuern wir uns schon seit einigen Monaten an diesem neuen Naturgartenmodul in unserem Garten.
Immer wieder gibt es neue Entdeckungen und wir sind gespannt, wie unser Lehmtümpel sich weiter entwickeln wird.
Bislang hält er gut dicht, wobei die Verdunstungen bei den zeitweise extrem hohen Temperaturen in den Sommermonaten sehr stark sind, aber genau so etwas ist ja auch interessant zu beobachten.
Seit drei Jahren arbeiten wir konsequent daran, unseren Garten in einen Natur-Schaugarten in der Stadt umzuwandeln, um zu zeigen, wie Gärtnern im Klimawandel gelingen kann und was wir alle dazu beitragen können, um die Biodiversität in der Stadt zu fördern und zu erhalten.
Der dramatische Artenschwund und der damit einhergehende Verlust an Biodiversität ist ein Problem, das uns alle angeht.
Das einzig Gute in dieser schwierigen Situation ist: Wir alle können etwas dagegen tun!
Die von uns bisher eingebrachten Naturgartenelemente bieten viele Lebensbereiche für Pflanzen und Tiere. Zusätzlich zu den vorhandenen Elementen wie Totholz, Schattsaum mit regionalen Stauden, Lehmtümpel, vielen einheimischen Wildpflanzen und Gehölzen (da brauchen wir noch mehr!), Kräutergarten mit einheimischen und mediterranen Kräutern und Wildblumenwiese werden wir im September/ Oktober einen Magerstandort als Sandarium installieren.
Und für das nächste Jahr ist der Bau einer Trockenmauer geplant.
Ich danke unseren Mitgärtner*innen, die sich gemeinsam mit uns aktiv im Natur- und Umweltschutz zuverlässig und mit viel Engagement einbringen.
Unser Gemeinschaftsgarten ist nur möglich durch eurer ehrenamtliches Engagement!
Wer bei uns mitmachen möchte, ist herzlich willkommen!
Einfach eine Nachricht an: stadtnatur@wachsenlassen.com
Ebenso einen herzlichen Dank an Ute Stumm, Zukunftslust e.V. für ihre tatkräftige und fachliche Unterstützung!
Wir danken der Postcode Lotterie für die Förderung unserer Arbeit
Workshop: Magerstandort als Sandarium
Veröffentlicht: August 31, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Gemeinschaftsgarten, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, DIY/DIT, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Magerstandort, Sandarium Hinterlasse einen KommentarIm Rahmen unserer Workshopreihe 2026: Erlebte Vielfalt in der Stadtnatur
möchten wir gemeinsam ein weiteres Naturgartenmodul zur praxisnahen Anschauung in unserem Garten an folgenden Terminen installieren:
Magerstandort als Sandarium
Teil 1: Gestaltung eines Magerstandortes
Fr, den 18.9.2026, 15.30-18.30 Uhr
Teil 2: Anlage eines Sandariums
Sa, den 24.10.2026, 14.30 – 17.30 Uhr
Einheimische Wildpflanzen sind ein wichtiger Baustein, dem enormen Verlust an Biodiversität in Zeiten des Klimawandels etwas entgegenzusetzen. Ein Großteil der einheimischen Wildpflanzen ist an magere, nährstoffarme Standorte angepaßt, auf denen sie reichlich blühen. Das macht diese Flächen wiederum für Insekten sehr attraktiv, zudem finden sie hier reichlich Nistorte.
Gemeinsam möchten wir mit unseren Workshop-Teinehmer*innen im Gemeinschaftsgarten einen Magerstandort als Sandarium anlegen. Im ersten Teil des Workshops lernen wir Wissenswertes über Wildpflanzen und den Wert von Magerstandorten und entdecken die ihnen eigene Ästhetik.
Wir pflanzen um und ein, legen erste Flächen mit Sand, Steinen und Totholz an.
Im 2. Teil am 24.10.2026 legen wir das eigentliche Sandarium an und vervollständigen die Gesamtfläche.
Beide Teile des Workshops können unabhängig voneinander besucht werden.
Bitte für Gartenarbeiten passende Kleidung und Schuhwerk tragen.
Leitung: Ute Stumm, Natugartenplanerin, Dpl. Ing., Biodiversitätsberaterin
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Lützowstraße 28
10785 Berlin
Kontakt: Stadtnatur@wachsenlassen.com
In Zusammenarbeit mit dem Projekt: Berliner Gemeinschaftsgärten gestalten Bestäuberschutz
Wir danken der Postcode Lotterie für die Förderung unserer Arbeit!
Stadtnaturgarten sucht neue Mitgestalter*innen!
Veröffentlicht: Juli 8, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Gemeinschaftsgarten | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, Garten in der Stadt, gemeinsam naturnah gärtnern, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Saatgut, Stadtnaturgarten, Urbanes Gärtnern Ein KommentarDer Gemeinschaftsgarten wachsenlassen befindet sich seit 2010 im Herzen des Kiezes Tiergarten-Süd, Berlin Mitte, auf dem Gelände des Kiez Zentrums Villa Lützow.
Unser größtes Anliegen der Erhalt der Artenvielfalt und die Sensibilisierung für einen achtsamen Umgang mit der Natur. Wir sehen unseren ca. 2000qm großen Stadtnaturgarten als ein Trittsteinbiotop und stehen beispielhaft für eine klimaangepasste Stadtgestaltung.
Seit seiner Gründung ist der Garten für uns ein Ort gelebter Gemeinschaft, eines nachhaltigen Miteinanders und ein Ort, um Natur zu erfahren und (wieder-) zu erleben.
Unsere Schwerpunkte liegen in der Förderung der Biodiversität in der Stadt und der Errichtung und Erhaltung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Wir gärtnern naturnah, d.h. wir pflanzen gebeitsheimische Wildpflanzen und Stauden und errichten Naturgartenmodule wie Totholz, Steinhaufen, Wasser, (Benjes-) Hecken….
Im Herbst stehen zum Beispiel die weitere Rodung und Neubepflanzung einer ausgewählten Fläche an und der Bau eines Sandariums.
Des weiteren ist der Bau einer Trockenmauer geplant.
Wir suchen Menschen, die uns in folgende Aufgabenbereichen tatkräftig unterstützen:
– naturnahe Gartenpflege
– naturnahe Gartenplanung- und gestaltung
– Erfassung der Pflanzen und Tiere unseres Gartens (Artenkenntnis)
– LeihSämerei: Ernte und Reinigung von Saatgut (einheimische Wildpflanzen und Gemüse), Eintüten und Einstellen zur Mitnahme des Saatgutes in die LeihSämerei, Hilfe bei Vorbereitung und Durchführung unserer jährlichen Saatgut-Tauschbörse, Vernetzung.
– Bei Interesse und eigenem Wissen und Ideen Durchführung von Angeboten aus den Bereichen, naturnahes Gärtnern, Biodiversität, Vögel, Insekten, Kräuter….
– Öffentlichkeitsarbeit.
Ebenfalls sind Menschen willkommen, die unseren Garten für ihre persönlichen Leidenschaften (Naturfotografie, Kunst, Wildbienen, Vögel, Kräuterführungen….) nach Absprache nutzen möchten.
Wenn Du Lust hast, gemeinsam im Team mit anderen die Stadtnatur zu erhalten und so die Biodiversität zu fördern, dann melde Dich bei uns.
Bei uns ist für jedes Alter, von leichter bis schwerer Gartenarbeit etwas zu tun, jede*r kann sich nach seinen Fähigkeiten individuell einbringen.
Termine: wöchntlich Dienstag-Donnerstag, 14.00 – 17.00 Uhr, nach einer Einarbeitungszeit auch individuelle Termine möglich und/oder ab und zu zu Arbeitseinsaätzen nach Absprache.
Kontakt: Gabriele Koll, wachsenlassen@web.de
Einheimische Wildkräuter – Salbenherstellung
Veröffentlicht: Juni 22, 2026 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten, Kräuter und Heilpflanzen, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, DIY/DIT, einheimische Wildpflanzen, gemeinsam selbermachen, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, selber Salben herstelln, Steinkleesalbe, Wildkräuter Hinterlasse einen KommentarSinnlich und heilsam: die sommerliche Flora biodivers
Einheimische Wildkräuter – Salbenherstellung
Samstag, 4.7.2026, 16.00 – 18.30 Uhr
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Lützowstraße 28
10785 Berlin
Im Sommer verströmen sich die Pflanzen, übertreffen sich
gegenseitig an Blütenvielfalt, in Form, Farbe und Duft.
Bei einem Spaziergang durch den Garten von wachsenlassen
offenbart sich diese Vielfalt als sinnvoller Zusammenhang von
Wild- und Kulturpflanzen, Insekten, Vögeln, deren
Lebenswelten miteinander verknüpft und mitunter sehr
detailliert aufeinander abgestimmt sind.
Nicht nur für den Erhalt der Arten, der biologischen Vielfalt ist
es besonders in unserer Stadtnatur wichtig, Lebensräume für
Pflanzen und Tiere zu schaffen und zu erhalten. Die wachsenden
Großstädte müssen an den globalen Klimawandel angepasst,
Flächen entsiegelt und nachhaltig genutzt werden.
Auch hierbei spielen Wildpflanzen eine große Rolle.
Sie erfahren darüber hinaus etwas über die heilende Wirkung
der Pflanzen, die Eigenschaften von ätherischen Ölen und
Farbstoffen und wie wir sie für uns nutzen können in Form von
Tees, Tinkturen und Kräuterölen.
Im Anschluss an den Kräuterspaziergang haben Sie die
Gelegenheit, selber eine Salbe aus Steinklee herzustellen, um
selbst im tiefsten Winter von der wärmenden Energie des
Sommers zu profitieren.
Unter Verwendung von Steinklee, Ringelblumen und
Johanniskraut.
Durchführung: Carola Pichert, Heilpraktikerin und Gärtnerin
Dieser Workshop im Rahmen unseres Projektes Erlebte Vielfalt in der Stadtnatur ist kostenfrei dank der Förderung von:
Der Veranstaltungsflyer zum Ausdrucken: Workshop Salbe
Fledermausfreundliches NaturGärtnern mit Fledermaus-Ortung
Veröffentlicht: Mai 17, 2026 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten, Vögel, Insekten und andere Wesen, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Biodiversität, Fledermausfreundliches Gärtnern, Fledermausfreundliches NaturGärtnern, Fledermäuse in der Stadt, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, heimisches Wildpflanzen, Naturgarten, Wachsenlassen Hinterlasse einen KommentarFr, 29.5.2026, 16.00 – 19.00 Uhr
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Kiez Zentrum Villa Lützow
1. OG
Lützowstraße 28
10785 Berlin
Warum sind Fledermäuse so wichtig für unseré Okösysteme und welche Rollen übernehmen sie darin?
Was bedroht sie und macht ihnen das Leben schwer und wie können wir diesen uns oft geheimnisvoll anmutenden Säugetieren helfen und unterstützen?
Anhand von Beispielen im eigenen Garten der Dozent*in wird aufgezeigt, was Fledermäuse von uns brauchen – wie wir ihre Nahrung, also vor allem nachtaktive Insekten, im eigenen Garten fördern. Dabei geht es vorrangig um den Einsatz von heimischen, standortgerechten Pflanzen und dem Anlegen von Naturmodulen – Bausteine, die mehr Mikroklimata in den Garten bringen (Beispiele Naturteich, Käferkeller und „Fledermausbeet“).
Ein sinnvoll gestalteter Fledermauskasten wird zur Veranschaulichung gezeigt und erklärt.
Wir gehen mit einem Echometer über das Gelände des Kiez Zentrums Villa Lützow und hoffen, die Fledermäuse des Gartens aufzuspüren und zu ‘hören’.
Dozent*in: Feo Brandt, Naturgarten e.V.
Wir danken der Postcode Lotterie für ihre Förderung!
Biotop Saum
Veröffentlicht: April 15, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Aussaat eines Schattsaums, Ökologie, Biodiversität, Biotop Saum, Garten in der Stadt, gemeinsam selbermachen, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, Saatgut, Schattsaum Hinterlasse einen KommentarDie biologische Vielfalt unserer Welt befindet sich in einer großen Krise, der Artenschwund hat ein bedrohliches Ausmaß angenommen, Hauptursache dieser Krise ist die invasive Art unserer Landnutzung.
Unser Gemeinschaftsgarten in Berlin Mitte, Tiergarten-Süd befindet sich auf einem Gelände, das ehemals eine öffentliche Grünfläche war.
Dementsprechend haben wir die ehemals gepflanzen Gehölze übernommen, die leider zu ca. 90 % aus nicht einheimischen Arten bestehen, einige von ihnen heute als invasiv eingeschätzt.
Seit der Gründung unseres Gartens ist es uns stetig gelungen, die Biodiversität auf dem Gelände zu erhöhen und mehr und mehr Lebensräume für Flora und Fauna zu schaffen und neben dem Wunsch, den Menschen in der Stadt einen niedrigschwelligen Zugang zur Natur zu ermöglichen, ist es unser höchstes Anliegen, darüber zu informieren, wie jede*r einen eigenen Anteil zum Erhalt der Biodiversität leisten kann. Dies ist möglich in Gärten, auf öffentlichen Grünflächen, auf Balkonen und Höfen, sogar auf Fensterbänken.
Ein Schlüssel dazu sind gebietsheimische Wildpflanzen, die unsere Ökosysteme stärken und erhalten und den Klimaveränderungen unserer Zeit mehr an Resilienz entgegenzusetzen haben.
Seit dem letzten Jahr haben wir uns auf den Weg gemacht, nach und nach die noch vorhandenen Alt-Pflanzungen zu roden, um sie durch einheimische Gehölze und Stauden zu ersetzen.
So haben wir im Spätwinter dieses Jahres eine mit Symphoricarpos albus, gewöhnliche Schneebeere (potentiell invasiv), bewachsene Fläche gerodet, um sie später mit einem regionalen Schattsaum auszusäen.
Bei einem Saum handelt es sich um einen Biotoptyp, der sich herausbildet, wenn zwei verschiedene Lebensbereiche aneinanderstoßen. Bestens bekannt sind Wald- und Wegesränder, Ackerrandstreifen oder Uferbereiche.
Säume erfüllen vielfältige ökologische Funktionen, hier finden sich Brutplätze für viele Insekten und Überwinterungsquartiere und wirbellose Tiere.
In diesen meist schmalen Randstreifen findet sich auch eine hohe Artenvielfalt, da Pflanzen und Tiere aus beiden angrenzenden Lebensräumen sich hier ansiedeln.
Ferner dienen Säume der Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft und spielen als Linienbiotope in der Biotopvernetzung eine entscheidende Rolle.
Regionales Saatgut für Säume gibt es für unterscheidliche Standortbedingungen und sie eignen sich häufig auch sehr gut für die Gestaltung von Baumscheiben und anderen öffentlichen Grünflächen in der Stadt.
Foto: Michael Burri
Foto: Templiner Kräutergarten
Wie man einen Saum aussät, konnten wir in unserem Garten in einem Workshop am 29.3.2026 (link) unter fachlicher Anleitung lernen.
Nachdem wir in den Wochen davor den Boden schon grob vorbereitet hatten, ging es nun gemeinsam an die Feinarbeit.
Es ist äußerst wichtig bei allen Aussaaten, dass der Boden sorgfältig von Wurzeln, Unkräutern und Steinen gereinigt wird.
Danach den Boden harken, begradigen und anklopfen.
Zur besseren Verteilung des Saatgutes, das meist (wie bei vielen Wildpflanzen) sehr klein ist, empfiehlt sich eine Mischung mit Komposterde (bei Schattsäumen) und Sand.
Dann zeigte uns die Workshopleiterin Ute Stumm, Gartenplanerin Dipl. Ing., Leiterin der Regionalgruppe Berlin/ Brandeburg des Naturgarten e.V. (link), wie am besten gleichmäßig ausgesät werden kann. (Nämlich hin und zurück, quer und längst in Reihen, damit man auch keine Fläche auslässt).
Dann gut und sanft wässern, die Fläche ausreichend absichern und
warten.
Es ist wichtig, die ausgeäte Fläche in den nächsten Wochen immer gut feucht zu halten, die unterschiedlichen Pflanzen keimen auch zeitlich sehr unterschiedlich. Auch enthalten Schattsäume meist einen hohen Anteil an Kaltkeimern, da werden wir erst nach dem nächsten Winter etwas zu sehen bekommen. Bis ein Saum sich voll entfaltet hat, dauert es in der Regel zwei bis drei Jahre, da ist also Geduld angesagt. Ebenso sollte die Fläche regelmäßig kontrolliert werden, ob sich nicht dominante ‘Unkräuter’ zu sehr durchgesetzt haben und wenn ja, diese zu jäten.
Wir danken der
für die finanzielle Förderung unserer Arbeit.
Der nächste Workshop im Rahmen unseres Projektes Erlebte Vielfalt in der Stadtnatur findet am 25.4.2026 statt, diesmal werden wir gemeinsam eine Baumscheibe biodivers gestalten.
Workshop: Gemeinsame Gestaltung und Bepflanzung einer Baumscheibe
Veröffentlicht: April 13, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Bepflanzung von Baumscheiben, Biodiversität, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarSa, 25.4.2026,15.00 – 18.00 Uhr
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Lützowstraße 28
10785 Berlin
Hitze und fehlende Luftfeuchtigkeit bereiten unseren alten Straßenbäumen mehr und mehr Probleme. Viele Straßenzüge weisen neben den Bäumen keine weiteren grüne Strukturen auf.
Bäume an Straßen und Parks spenden Schatten, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben. Im Verbund, im Wald und im Park, bieten sie Tieren wertvollen Lebensraum.
Staßenbäume hingegen stehen isoliert und sind mit diesem Standort extremen Stress ausgesetzt. Wenig Platz für Wurzeln, verdichtete Böden, regelmäßige Besuche von Hunden, wenig Regenwassereintrag durch zu kleine Baumscheiben.
Mit einer durchdachten Bepflanzung von Baumscheiben auch in Straßen ist es möglich, Biodiversität fördern.
Aus diesem Grund wollen wir überlegen, warum eine Bepflanzung der Baumscheiben sinnvoll ist. Wie wir sie begrünen können, welche Anforderungen an Standort und Verkehrssicherungspflicht wichtig sind. Wir werden dies praktisch an den Baumscheiben in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Gemeinschaftsgarten wachsenlassen anschauen, bewerten und durch Pflanzung und Aussaat von Standort geeigneten Wildpflanzen eine Baumscheibe gestalten.
Leitung: Ute Stumm, Naturgartenplanerin Dpl. Ing., Naturgarten e.V.
Dieser Workshop im Rahmen unseres Projektes Erlebte Vielfalt in der Stadtnatur ist kostenfrei und wird ermöglicht durch die Förderung von:
Workshop: Frühlingsblüte und Wurzelkraft Beinwell & Co
Veröffentlicht: April 6, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Workshops | Tags: Ökologie, Beinwell-Salbe, Garten in der Stadt, gemeinsam selbermachen, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Salbenherstellung, Wildkräuter Hinterlasse einen KommentarSa, 11.4.2026, 15.00 – 18.00 Uhr
Nach der Winterpause beginnen alle Wachstumsprozesse.
In diesem Workshop widmen wir uns den Pflanzen, die bereits im Frühjahr blühen. Dazu gehören die Rote Taubnessel, der Gundermann aus der Familie der Lippenblütengewächse, Klettenlabkraut und Waldmeister (Rötegewächse), das Lungenkraut und verwandte Arten aus der Familie der Rauhblattgewächse.
Wir entdecken sie bei einem Rundgang im Garten von „wachsenlassen“, erfahren etwas über ihre Bedeutung für Wildbienen, Hummeln und andere Insektenarten, über Biodiversität und Vielfalt, Trittsteinbiotope und die Bedeutung von Wildpflanzen in der Stadtnatur.
Aber auch die für uns Menschen heilsamen Aspekte dieser Pflanzen werden uns beschäftigen.
Nach dem Kräuter-Rundgang haben Sie die Gelegenheit aus einer selbst geernteten Pflanze eine Beinwellsalbe herzustellen, denn nicht nur im Herbst, sondern auch im zeitigen Frühjahr, bevor sie ihre Energie in den Blüten tragenden Spross investieren, können die Wurzeln des Beinwell geerntet werden.
Der Beinwell gehört wie das Lungenkraut zu den Rauhblattgewächsen und ist bekannt für seine heilende Wirkung bei Knochenbrüchen, seinen kräftigenden Einfluss auf Bänder und Sehnen.
Leitung: Carola Pichert, Gärtnerin und Heilpraktikerin
Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Lützowstraße 28
10785 Berlin
Umkostenbeitrag: 5 €
Anmeldungen unter: carola-pichert@gmx.de


































































