Pflanzenführungen

Die Grüne Bibliothek und Kräuterpädagogin Julia Klement laden zu Pflanzenführungen vor der Bibliothek Tiergarten-Süd und im Gemeinschaftsgarten wachsenlassen ein.

Foto: W. Puhlmann

Termine:

7.Juli, 4.August, 22.September, 6.Oktober

Jeweils von 17:00-19:00 Uhr

Treffpunkt:

Vor der Bibliothek Tiergarten Süd

Lützowstr. 27, 10785 Berlin


Anhand unserer Bepflanzungen vor der Bibliothek und im Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, besprechen wir den Wert wilder und gebietseigener Pflanzen für unsere heimische Natur, wie sie auf Balkon, Terasse oder im Garten kultiviert werden können und lernen Hilfreiches über ihre Wirkkräfte.

Dieses Angebot richtet sich an Einsteiger*innen der urbanen Pflanzenkunde.

Aufgrund der aktuell geltenden Hygiene-Maßnahmen ist die Teilnehmer*innenzahl begrenzt. Wir bitten um Anmeldung unter:

julia.wachsenlassen@web.de

Diese Aktion findet im Rahmen des EFRE-Projektes „Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben“ statt.



Weiße Blüten im Mai

Eigentlich an Gehölzrändern beheimatet, breitet sich die Große Sternmiere bei uns wunderbar in unserem naturah gestalteten Staudenbeet aus und steht dort recht sonnig, aber zur heißen Jahreszeit auch gut von hoch wachsenden Stauden beschützt.

Die bis zu 60 cm hoch wachsendes Staude ist übrigens auch essbar, sie rundet z.B. Wildsalate und Quäuterquark geschmacklich ab.

Der ausgepresste Saft der Pflanze wurde früher gegen Augenentzündungen, Husten und Rheuma eingesetzt oder auch zur schnelleren Heilung bei Knochenbrüchen.

Die Große Sternmiere ist eine wichtige Nahrungspflanze für Nachtfalter.

Bei unserem Kerbel bin ich mir nicht sicher, ob es sich um den Echten Kerbel, Anthriscus cerefolium var. trichocarpaoder um die Kulturform, Anthriscus cerefolium var. cerefolium handelt.

Vor Jahren in unserem Garten ausgesät, sät er sich immer wieder zuverlässig an vielen verschiedenen Stellen aus, ich äußerst hübsch anzusehen mit seinen zarten Blättern und Blüten und findet mit seinem würzigem Aroma häufig Verwendung in der Küche.

Dass sich der Gewöhnliche Löwenzahn, Taraxacum sect. Ruderalia mit seinen gelben Blüten hier unter den weißen Blumen befindet, liegt natürlich an seinen wunderhübschen Samenständen mit seinen haarigen Flugschirmchen, die jede*r gerne mal wegpustet.

Der Löwenzahn ist eine sehr wichtige frühblühende Bienenweide, wird aber auch als Nahrungs- und Gemussmittel und in der Medizin verwendet.

Der Bärlauch, Allium ursinum wird bei uns immer zum ersten Frühjahrspesto des Jahres verarbeitet.
Bei ihm lohnt es sich, genau wie beim Waldmeister, Galium odoratum, der einen ähnlichen halbschattig- bis schattigen und feuchtenStandort benötigt, in die Hocke zu gehen, um den Reiz der kleinen weißen Blüten zu erkennen.

Beides sind schöne Bodendecker für die o.g. Bereiche, wobei der Bärlauch nach der Blüte komplett einzieht.

Von der Süßdolde, Myrrhis odorata, die leider viel zu selten bei uns in Gärten zu sehen ist, sind alle Teile essbar, haben einen anisähnliches, süssen Geschmack.

Die Samen werden im Herbst geerntet und ebenfalls zum Würzen verwendet. Diese dekorative Duftpflanze, die bis zu 200 cm hoch werden kann und gerne im halbschattigen Bereich steht, ist zudem eine bedeutende Nektarpflanze für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln.

Die weiße Taubnessel, Lamium album, eine vielseitig einsetzbare Heilpflanze, deren jungen Triebe auch schmackhaft und gesund im Wildsalat sind, verfügt über wunderschöne Lippenblüten, die von unterschiedlichsten Bienenarten heiß geliebt werden.

Eine meiner weißen Lieblingsblüten!

Als Gärtnerschreck oder Gärtnertod werden lustigerweise die Milchsterne, bezeichnet und das aufgrund ihrer ausnehmend langen Haltbarkeit in der Vase als Schnitteblume. Milchsternsträuße verkauft man anscheinend nur einmal…(es wird aber auch behauptet, dass diese Bezeichnung daher kommt, dass die weiße Milch seiner Stengel Hautreizugen hervorrufen kann oder weil er sich dort, wo er sich wohl fühlt, sehr stark vermehren kann; wahrscheinlich die näherliegenden Erklärungen.)

In unserem Garten breitet sich seit dem letzten Jahr der, wie ich vermute Ornithogalum montanum, an unterschiedlichen Stellen aus. Wie er Einzug bei uns hielt, vermag ich nicht zu sagen, aber schön, dass er mit seiner langen Blütezeit von April bis Juni bei uns ein Zuhause gefunden hat.


und noch mehr blaue Blumen im Mai

Noch immer erfreut uns die Kronen-Anemone Anemone coronaria mit ihrem tiefen Blau, das im Verlauf der Blüte einen leichten Lila-Farbton animmt.

Auch das Lugenkraut Pulmonaria officinalis blüht – nicht nur zu unserer, sondern auch zur Freude der Wildbienen, die es reichlich besuchen – unermüdlich weiter und steht dabei im reizvollen Farbkontrast zum Laub der benachbarten Mariendiestel Silybum marianum.

Neu hinzugekommen ist die Clematis Alpina, eine robuste frühblühende Clematissorte, die ihre hübschen violettblauen Blüten seit Jahren in unserem Garten zuverlässig ab April zeigt und im Spätsommer meist noch eimal durch eine zweite Blüte überrascht.

Das feuchtigkeitsliebende Kaukasus-Vergißmeinnicht Brunnera macrophylla, ebenfalls ein früher Nahrungsspender für Insekten, verfügt über den tiefsten Blauton von allen Vergißmeinnicht-Arten und erfreut im Jahreverlauf durch sein sich immer mehr entwickelndes herzförmiges Blattwerk, das einen hübschen Bodendecker auch im Halbschatten abgibt.

Neu hinzugekommen ist der Borretsch Borgo officinalis, eine Gewürz- und Heilpflanze. Dieses in der Regel einjährige Gewächs hat in den letzten zwei Jahren begonnen, in unserem Garten zu überwintern.
Sehr dekorativ machen sich seine essbaren Blüten in (Wild-) Salaten.

Die ganze Pflanze schmeckt leicht nach Gurke und symbolisiert passenderweise Fröhlichkeit und Lauterkeit im Denken.

Und dann ist vor einigen Tagen noch der persiche Ehrenpreis Veronica persica dazugekommen.

Oft übersieht man seine kleinen wunderschönen Blüten mit ihrem leuchtenden Blau am Wegesrand.
Wie die meisten Veronika-Sorten verfügt auch er über Heilkräfte ud wird bei Haut- und Stoffwechselbeschwerden eingesetzt.


Geflecktes Lungenkraut Pulmonaria officialis…

Vor einigen Tagen hat das gefleckte Lungenkraut in unserem Garten zu blühen begonnen und erfreut uns seither täglich und – wenn wir Glück haben, noch bis in den Mai hinein- mit seiner prächtigen Farbe von tiefem, reinem Blau, das sich aus den rosa und violetten Knospen entwickelt.

Das echte Lungenkraut fühlt sich wohl im lichten Schatten am Gehölzrand, da es hier im Frühjahr genug Sonne zur Laubentwicklung bekommt.

Neben seinen hübsche Blüten zeichnet es sich vor allem durch seine hübschen charakteristisch gefleckten Blätter aus. Die eiförmigen bis lanzettlich verlaufenden, ganzrandigen und leicht behaarten Blätter tragen auffallend weiße Flecken und Pünktchen, von denen das Lungenkraut wohl auch seine Namen erhalten hat, da sie an Lungenflügel erinnern.

Pulmonaria officinalis ist durch seine frühe (und lange) Blütezeit eine wichtige Nahrungspflanze für viele Insekten und auch für eher schatigge Balkone und Kübel geeignet. Das Lungenkraut mag einen gut durchfeuchteten Boden, auf Trockenheit, aber auch auf Staunässe reagiert es empfindlich.

Es ist bei Schwebfliegen und Schmetterlingen beliebt und besonders langrüsselige Bienen und deren Verwandte laben sich am Pollen.

Gärtner*innen und Balkonbesitzer tun also den ersten frühfliegenden Insekten einen Riesengefallen, wenn sie dem Lungenkraut einen Platz im Halbschatten geben – und jede*r, der die blauen Blumen mag, wird sich auf jeden Fall an seinen Blüten erfreuen…

Die Wildtstaude wird seit dem Mittelalter als Heilkraut erwähnt, wobei seine Heilwirkung umstritten ist und in der Schulmedizin nicht anerkannt.

Ihre zahlreichen Inhaltsstoffe wie Saponine, Gerbstoffe und Kieselsäure, wirken auf jeden Fall schleimlösend, reizlindernd, und zusammenziehend (adstringierend).
So werden Aufgüsse bzw. Tees u.a. auch heute noch bei Beschwerden wie Atemwegserkrankungen, Erkältungskrankheiten mit Husten, Heiserkeit, Durchfall und Blasenbeschwerden verwendet.

Aber auch in der Küche ist das Lungenkraut zu verwenden:

Die jungen Blätter haben einen leicht bitteren, leicht kohlartigen und milden Geschmack und passen gut in Wildkräutersuppen und – salate.


Info-Tage in der LeihSämerei

Naturnahe Gestaltung mit einjährigen Blühpflanzen und Gemüse-Ideen für Balkon, Terasse und Garten: Infos, Tipps und Saatgut zur Direktaussaat oder zum Mitnehmen gibt es an folgenden Freitagen in der Zeit von 16.00 – 18.00 Uhr:

12.3.2021

19.3.2021

26.3.2021

16.4.2021

23.4.2021

30.4.2021

Im Projektraum Grüne Bibliothek
Bibliothek Tiergarten-Süd
Lützowstr. 27
10785 Berlin
Aktuelle Öffnungszeiten: Mo, Mi und Fr von 13.00 – 18.00 Uhr

 

Diese Aktion findet statt im Rahmen des EFRE-Projektes:
„Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben“

   


Saatgut-Info-Tisch in der Grünen Bibliothek

Endlich beginnt die Aussaatzeit und viele bunte Tütchen versprechen eine verlockende Gartesaison. Aber worauf sollten wir achten beim Samenkauf? Was bedeutet z.B. samenfest, was heißt Hybrid?
Wir haben uns diesem komplexen Thema angenommen und es für Sie mit Informationsbroschuren zum Mitnehmen und Büchern aus der Grünen Bibliothek aufgearbeitet.

Viel Spaß beim Stöbern!

Sie finden unseren Saatgut-Info-Tisch im Foyer der

Bibliothek Tiergarten-Süd
Lützowstr. 27
10785 Berlin
Aktuelle Öffnungszeiten: Mo, Mi und Fr von 13.00 – 18.00 Uhr

Unsere Broschur: ‚Saatgut – Vielfalt und Lebensgrundlage‘ als pdf: Info-Broschur 2 Saatgut Grüne Bibliothek

Diese Aktion findet statt im Rahmen des EFRE-Projektes:
„Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben“

     

 


Vogel- und Insektenschutz im Gemeinschaftsgarten

Einer der Schwerpunkte unserer Gartenarbeit liegt auf dem Vogel- und Insektenschutz.

Wir bemühen uns um eine naturnahe Gestaltung mit Aufenthalts- und Versteckmöglichkeiten und schaffen zusätzliche Lebensbereiche wie kleinen Brachen, Lehm- und Sandbereiche, Reisighaufen und Totholzbereichen.

Bei der Bepflanzung des Gartens werden die Bedürfnisse unserer Gartenbewohner berücksichtigt: wir bauen nektarreiche, meist gebietsheimische ein- und zweijährige Pflanzen und Stauden an, dornige Vogelschutzgehölze finden ebenso ihre Plätze wie Beeren tragende Sträucher und nein, unser Garten wird nicht winterfest gemacht in dem Sinne, dass samentragende Blütenstände weggeräumt werden. Sie stellen Mahlzeiten für unsere Gartenvögel im Winter bereit und bieten vielen Insekten Unterschlupf in der kalten Jahreszeit.

Gehölze werden bei uns zu dieser Jahreszeit nicht ‘auf den Stock gesetzt’ (Rückschnitt bis auf ca. 20 cm über dem Boden).

In den Winter- und Herbstmonaten stellen wir gemeinsam mit anderen Vogelschützer*innen Nisthilfen her, die zeitig im Jahr aufgehangen werden.

Hierbei ist wichtig, die Nistkästen jedes Jahr im Herbst zu reinigen, damit keine Krankheiten durch u.a. Parasiten auf die Vögel übertragen werden und rechtzeitig wieder aufzuhängen, viele von ihnen können auch als Schutz vor Kälte im Winter dienen.

Zuverlässigkeit ist auch bei der Versorgung mit Futter und Wasser entscheidend. Da unser Garten ein gutes Angebot an Samen, Beeren und anderen Früchten bereit hält, füttern wir unsere Gartenvögel nur in der Winterzeit.
Ausreichend Wasser gegen den Durst und zum Baden steht das ganze Jahr über zur Verfügung, die Wasserstellen müssen zum Schutz gegen Krankheiten ebenfalls regelmäßig gesäubert werden.

Unsere Gartenvögel bereiten uns viel Freude, es gibt mit ihnen immer etwas zu hören und zu entdecken und die Vogelpopulation im Garten hat sich in den letzten zwei Jahre positiv entwickelt. Haussperling, Kohl- und Blaumeisen, Gartenrotschwanz, Baumläufer, Buntspecht, Rotkehlchen, Mönchgrasmücke, Amsel, Nachtigall, Zaunkönig, Star und Zilpzalp wurden im Jahr 2020 gesichtet, auch über 15 verschiedene Wildbienenarten wurden im letzten Jahr nach ersten Sichtungen ermittelt.

Die Gärten in unseren Städten bilden für viele Vögel und Insekten, verdrängt aus ländlichen Gebieten durch Monokulturen und eingesetzte Gifte in unserer Argrarwirtschaft, einen wichtigen Raum zum Überleben!

Auch auf kleinstem Raum, in Höfen und auf Fensterbänken und Balkonen können durch sinnvolle Bepflanzungen, Nisthilfen, Futter- und Wasserstellen, Lebensräume zur Verfügung gestellt werden.

 

 

 

 


Virtuelles Saatgut-Festval beim Weltacker

Virtuelles Saatgut-Festival

 

 

Dienstag, 23 Februar 2021
ab 17:30 Uhr

Es wird Zeit an die Anzucht der ersten Gemüsepflanzen zu denken!
Egal ob ihr ein Gewächshaus oder eine Fensterbank habt, hier werdet ihr gut informiert und mit besten samenfesten Sorten ausgestattet!

Saatgutrotation mit samenfesten Bio Sorten

Wie kann ich teilnehmen?

Alle Informationen unter:

 https://www.2000m2.eu/de/saatgutboerse/

 


Wildbienen – eine kleine Info-Broschur der Grünen Bibliothek

Da die Bibliothek Tiergarten-Süd aus allseits bekannten Gründen zur Zeit leider noch geschlossen ist, könnt ihr euch hier unserer kleine Info-Broschur ‚Wildbienen – die fabelhafte Welt der Vielfalt‘  als pdf herunterladen.

Wildbienen – die fabelhafte Welt der Vielfalt

Viel Spaß beim Entdecken und hoffentlich bald wieder vor Ort persönlich!

Euer Team der Grünen Bibliothek


Wildbienen – die fabelhafte Welt der Vielfalt

Liebe Bibliothesnutzer*innen, liebe Nachbar*innen!

Mit einer Informationsbroschur zum Mitnehmen und einer kleinen Ausstellung mit ausgewählten Bildern aus dem benachbarten Gemeinschaftsgarten wachsenlassen möchten wir Sie heranführen an die faszinierende und leider immer noch weitgehend unbekannte Welt der einheimischen Wildbienen.

Viele unsere Wildbienen sind in ihrer Existenz bedroht und mit ihnen die Artenvielfalt unseres Ökosystems Erde.
Es wird Zeit, dass wir sie besser kennen- und schützen lernen!

Ab dem 15. Januar 2021 in der Bibliothek Tiergarten-Süd
Lützowstr. 27
10785 Berlin
Aktuelle Öffnungszeiten: Mo, Mi und Fr von 13.00 – 18.00 Uhr

Wir danken Herrn Wilfried Puhlmann herzlich für die Bereitstellung der schönen Fotos!

Diese Aktion findet statt im Rahmen des EFRE-Projektes:
„Umwelt hautnah – Natur verstehen und erleben“

 

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