Angelica archangelica – die Engelpflanze in unserem Garten

Es ist mein zweiter Versuch, die Echte Engelwurz in unserem Garten anzusiedeln, zu groß war ihr Feuchtigkeitsbedarf für ihren ersten – von mir falsch ausgewählten – Standort.

Nun hat sie einen Platz in einer ausrangierten Badewanne gefunden, wo wir sie separat giessen können, auch wurde dem Boden etwas Lehm beigemischt, was sie zu mögen scheint.

Unterpflanzt habe ich die imposante Staude mit Kaukasus-Vergissmeinnicht, welches ähnliche Bedürfnisse an die Bodenverhältnisse hat und estimmt weiterhin hübsch aussehen wird, wenn sich die zweijährige Edle Angelika im nächsten Jahr (nach einer hoffentlichen Selbstaussaat!) noch nicht zu ihrer vollen Pracht und Größe entwickeln wird.

Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem europäischen Norden, also z. B. Island, Grönland oder Nordengland, jedoch auch aus östlichen Gebieten, z. B. rund um den Baikalsee und Transsilvanien.
Das erklärt wahrscheinlich ihre Vorliebe für sonnige, nährstoffreiche, frisch-feuchte Standorte, geren wächst sie an Teichrändern und sumpfigen Böden – ich hoffe sehr, dass ihre Badewanne ihr ausreicht.
Im blühenden Zustand wird die Angelika bis zu 2,50 m hoch, sie gehürt zur Familie der Doldenblütler.
Diese Blüten sind der absolute Insektenmagnet! Unzählige große und kleine unterschiedliche Insekten tummelten sich den ganzen Tag auf unserer Engelpflanze, deren Blütedauer in diesem Jahr nach meinem Gefühl sehr kurz ausgefallen ist.
Allein aus Liebe zu den Wildbienen sollte man diese Pflanze im Garten haben, wenn man denn einen Platz für sie findet, der ihr behagt.
Aber auch sonst besticht die Engelwurz durch ihre Schönheit und – nun ja, durch ihre Imposanz. Den Frühling über zu beobachten, mit welcher Kraft sich ihre Blätter und Blüten aus ihren Hüllen schieben, war für mich ergreifend und bewundernswert, nur beim Zuschauen konnte ich verstehen, dass über sie gesagt wird, siebreite wie ein Schutzengel ihre innere Stärke und Führungskraft um uns herum aus.
Auch soll sie das Selbstvertrauen stärken, Gesundheit und Glück und Mut schenken und bringt Ruhe bei quälender Angst.
Wohl den Gärtner*innen, die eine Engelwurz in ihrem Garten haben!

Natürlich liegen diese ihr zugeschriebenen Fähigkeiten nicht (nur) an ihrem Aussehen, sondern an ihren Inhaltsstoffen, die sie zu einer wertvollen Heilpflanze machen.

Zu den wichtigen gehören: ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Furocumarine (auch Furanocumarine) und Flavonoide.

Die Liste ihrer Anwendungsgebiete ist lang: Beschwerden im Magen-Darm-Bereich (Verstopfung), Appetitlosigkeit, Magersucht (Anorexie), Krämpfe und Menstruationsbeschwerden können mit ihrer Hilfe gelindert werden, sie wirkt antiseptisch und abwehrsteigernd.

Auch bei Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszuständen, Migräne, Rheuma, Gicht und Leberschwäche wirkt sie hilfreich.

Die Heilpflanze wirkt beruhigend und schmerzlösend bei Neuralgien/ Nervenschmerzen, die beispielsweise durch erhöhten Druck oder Entzündungen entstehen.

Die Inhaltsstoffe der Angelika können auch gegen das heutzutage immer öfter anzutreffende Burn-out-Syndrom hilfreich sein. Neben den vielen anderen medizinischen Wirkungen ist die Engelwurz ein regenerierendes Mittel, das hilft, wenn der Körper oder die Seele geschwächt ist. Die Engelwurz hält uns jung, sie schenkt uns neue Energien, wenn wir schwach und kraftlos sind, zum Beispiel nach einer langen Krankheit oder Dauerstress.

Wie schon gesagt: sie schenkt uns Mut und Ruhe bei quälender Angst!

Als Heilpflanze besitzt die Engelwurz in Europa eine lange Tradition. Ihren Namen verdankt die Pflanze einer mittelalterlichen Sage. Sie besagt, dass der Erzengel Michael (oder Raphael) einem Mönch im Traum erschienen sei und ihm die Pflanze als Heilmittel gegen die Pest gezeigt habe.

Während der dunklen Zeiten des Mittelalters, als der Schwarze Tod Europa verwüstete, wurde Angelika für seine Wirkung gegen diese todbringende Infektionskrankheit verehrt. Behandelnde Mediziner hatten damals immer ein Stück der Wurzel unter ihrer Zunge.
Vielleicht auch in heutigen Zeiten wieder auszuprobieren?

Zudem vertreibt die Engelwurz dem Brauchtum nach die Dämonen der Melancholie und alle finsteren Mächte, sie erhellt den Geist, erwärmt die Seele, reinigt die Aura und verbessert die persönliche Ausstrahlung. Wer das Kraut bei sich trägt, wird von allen geliebt. Das Baden mit Angelika befreit von Flüchen, Verhexungen und allen möglichen Zaubern.

Also ein beeindruckend breites Spektrum von möglichen Anwendungsgebieten.

Die meisten Heilstoffe liegen in der Wurzel, diese kann im Herbst geerntet und getrocknet werden. Aber auch Blätter, Blüten und Samen können getrocknet und zu Tee weiterverarbeitet werden.

Um die Anwendungsmöglichkeiten noch zu toppen, kann die Engelwurz auch zu Süßspeisen verabreitet werden.

Hierzu werden die kandierten Stängel der Pflanze verwendet und entweder so vernascht oder als aparte Dekoration auf Kuchen und Torten verwendet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Engelwurze

https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/engelwurz-neu.htm

http://heilpflanzenwissen.at/pflanzen/engelwurz/

https://www.heilkraeuter.de/


Heilen und Haare färben mit der Weißen Taubnessel

Der Vorfrühling neigt sich dem Ende und in unserem Gemeinschaftsgarten öffnen sich nun die Blüten der Weißen Taubnessel. Sie ist für Hummeln und Wildbienen eine wichtige Erstnahrungspflanze im Frühling und sollte deshalb von uns Menschen erst später geerntet werden. Dafür bleibt auch genügend Zeit, denn ihre Blütezeit reicht bis in den Oktober. Wie ihre Verwandte, die Purpurrote Taubnessel, enthält auch sie viel Nektar, um ihre Bestäuber anzulocken. Auch Kinder saugen gerne den Nektar aus den abgezupften Blüten. 

Der lateinische Name Lamium album leitet sich vom griechischen „lamos“ ab, was Schlund oder Rachen bedeutet und wegen der Lippenblüten gewählt wurde, die sich den Insekten wie kleine Mäulchen entgegenstrecken, damit diese bestmöglich hineinkriechen können. So erhielt sie auch den volkstümlichen Namen „Bienensaug“. Der Zusatz „album“ ist lateinisch und heißt „weiß“. 

Verwendung und Heilwirkung

Dem Menschen ist die Weiße Taubnessel schon seit dem frühen Mittelalter ein guter Begleiter. Ihre jungen Triebe galten und gelten als schmackhaftes Gemüse und die Blüten werden schon seit dem frühen Mittelalter zu Heilzwecken genutzt. Auch die Wurzeln können verzehrt werden und wurden damals auch genutzt, um Haare gelb zu färben. 

Die Heilwirkung der Weißen Taubnessel wird hauptsächlich als entzündungshemmend bei Problemen der oberen Luftwege und der Haut beschrieben und soll gegen Weissfluss bei Frauen helfen. 

Wegen ihrer Inhaltsstoffe, wie Glycoside, Gerbstoffe, ätherische Öle, Schleimstoffe, Mineralstoffe und Vitamin C, werden ihr blutungsstillende, zusammenziehende, entzündungshemmende, harnfördernde, antibakterielle, schleimlösende, beruhigende und blutreinigende Eigenschaften zugeschrieben. 

Als Arznei wird sie in Form von Tee, Tinkturen, Gurgelwasser, Umschlägen und Salben gereicht. Gesammelt werden zur Herstellung der Droge die voll entwickelten Blüten ohne den Kelch, die dann möglichst schnell im Schatten getrocknet werden. In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache heißen weiße Taubnesselblüten Lamii albi flos.

Sammeln

Wer die Weiße Taubnessel selber sammeln möchte, findet sie auf stickstoffreichen und kalkhaltigen Böden. Bevorzugt wächst sie an Wegrändern, Waldrändern, Wiesen, Äckern, in Hecken und Gärten. Man erntet sie bei trockenem Wetter und voller Blüte. Entweder trennt man die ganze Taubnessel ab oder pflückt die einzelnen Blüten. 

Wie immer gilt natürlich, die Wurzeln in der Erde zu lassen, denn der unterirdische Wurzelstock überwintert und treibt im Frühjahr zahlreiche Blütensprosse und unterirdische Ausläufer. Verwechseln könnte man die Weiße Taubnessel, besonders ohne Blüte, mit anderen Taubnesselarten, mit der Brennnessel, dem Andorn, Hohlzahn und Waldziest. Bevor Ihr eine Pflanze sammeln und nutzen möchtet, solltet Ihr euch immer mit ihren möglichen Verwechslern vertraut machen. 

 

Anbauen

Wer die winterharte Wildpflanze selber anpflanzen möchte, kann sie im Frühjahr oder Herbst durch Aussaat oder Teilung der Wurzelknollen vermehren. Im Sommer kann man nicht blühende Triebe für die Stecklingsvermehrung nehmen. Die Weiße Taubnessel liebt feuchten Boden und Sonne und erreicht eine Höhe von vierzig und manchmal sogar bis achtzig Zentimeter. Dabei ist es gut zu wissen, dass sie erst im zweiten oder dritten Jahr zur Blüte kommt. In der Zeit davor entwickelt sie eine ausreichende Blattmenge, um die Blüten zu versorgen. Für Pflanzgefäße ist sie nicht geeignet. 

Wir freuen uns auf Euch!

Nachdem wir den Hummeln und Wildbienen den Vortritt gelassen haben, werden wir einen Teil der Weißen Taubnessel abernten und für unsere Teemischungen trocknen. Wir freuen uns schon darauf, wenn Ihr uns wieder im Garten besuchen kommt und wir die Weiße Taubnessel bei einem guten Tee gemeinsam genauer unter die Lupe nehmen können. Denn sie ist ein prägnantes Beispiel um die wichtigsten Merkmale ihrer Familie, die Lippenblütengewächse, zu betrachten und sich einzuprägen.

 

Steckbrief

Weiße Taubnessel / Lamium album 

  • Lebensdauer: mehrjährig
  • Verbreitung: In Europa und Nordasien in den gemäßigten Zonen verbreitet. In zahlreiche weitere Länder, wie Nordamerika oder Neuseeland eingewandert 
  • Vorkommen: Wegränder, Waldränder, Wiesen, Äcker, Gärten, Hecken, Schuttplätzen
  • Wuchs: aufrecht, 40 cm Höhe, teilweise sogar bis 80 cm Höhe
  • Blätter: grün, eiförmig, gekerbt
  • Blütezeit: April bis Oktober 
  • Blüten: weiß, Lippenblüten
  • Früchte: vierteilige Spaltfrüchte
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch, nährstoffreich

Wir möchten Euch darauf aufmerksam machen, dass unsere Beschreibungen von Heilpflanzen einen Überblick geben sollen, jedoch keine Empfehlung zu Heilanwendungen sind. Sie können daher eine fachmedizinische Diagnose und/oder Behandlung durch einen Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzen.


Nektar der Königinnen

Sie bevölkert den frühen Frühling mehr als je zuvor: Die Purpurrote Taubnessel. Die Witterungsbedingungen der letzten Jahre scheinen ihr besonders zu liegen und so bildet sie vielerorts rosa-getupfte Teppiche. Die zierliche aber zähe Pflanze mit den dunkelrosa Lippenblüten schmückt Gärten, ziert Wege und verschönert Schuttplätze, noch bevor die meisten anderen Frühlingsblüher ihr Konkurrenz machen können. Auch unseren Kräutergarten hat sie sich vorübergehend erobert. Zum Glück der Hummelköniginnen und anderen Insekten, die unsere Insektenwand schon zahlreich besiedeln. Sie alle erfreuen sich an ihrem Nektar und eiweißreichen Pollen. So herrscht im Kräutergarten reges Treiben über dem Taubnesselfeld und die ein oder andere Blüte ist hart umkämpft.

Denn die Purpurrote Taubnessel hat mehr zu bieten als die meisten anderen Pflanzen zu dieser frühen Jahreszeit. Neben Pollen lockt sie auch mit wertvollem Nektar. Die Hummelköniginnen, die nun damit befasst sind, ihr Volk zu gründen, legen Honigvorräte an, die sie aus dem Nektar bilden und nutzen den Pollen um ihre ersten Larven zu füttern. Um es den Insekten besonders leicht zu machen, sind die Blütenblätter der Purpurroten Taubnessel, wie bei allen Lippenblütlern, miteinander verwachsen und bilden Unter- und Oberlippe. Damit bietet sie den Insekten auf der Unterlippe einen perfekten Landeplatz um von da aus an den Nektar im Inneren der Blüte zu gelangen. Auf dem Weg dorthin streifen sie Staubblatt und Stempel an der oberen Lippe und sorgen so für Bestäubung und Weiterverbreitung des Pollens.

Außer den fliegenden Insekten helfen auch Ameisen der Purpurroten Taubnessel bei ihrer Verbreitung. Sie sind an den nährstoffreichen Ölkörperchen der Samen interessiert. Dazu schleppen sie die Samen eigens in ihren Bau, trennen das Ölkörperchen ab und bringen den Samen wieder hinaus.

Sollte sich trotz all ihrer Verlockungen dennoch niemand finden, um der Purpurroten Taubnessel bei ihrer Verbreitung zu helfen, ist sie in der Lage sich selbst zu bestäuben. Kein Wunder also, dass das zähe Pflänzchen uns und den Insekten so zahlreich die ersten Frühlingstage versüßt. Sind ihre Samen einmal ausgebracht, wächst sie schnell und kann pro Jahr drei bis vier Generationen hervorbringen. Manche der Pflanzen blühen auch im Winter und so lässt sich wohl erklären, weshalb der Purpurroten Taubnessel die letzten milden Winter besonders zuträglich waren.

Unseren Gemeinschaftsgarten bevölkert sie neben dem Kräutergarten auch an vielen anderen Orten. Diese erste Generation der Purpurroten Taubnessel überlassen wir, bis auf ein paar Handvoll, den Insekten und freuen uns an dem Gedanken, die Hummelköniginnen bei der Gründung ihrer Völker zu unterstützen. Denn die Königinnen sind die einzigen Überlebenden des letzten Jahres und müssen nun ganz alleine dafür sorgen, dass ein neues Hummelvolk unsere Welt belebt.

Ein paar der Blüten haben wir geerntet und trocknen sie für Teemischungen, die wir hoffentlich bald wieder mit euch gemeinsam genießen können. Außer für Tee eignet sich die Purpurrote Taubnessel auch zum Verzehr in Salaten oder zubereitet wie Spinat. Manche backen sie auch in Pfannkuchenteig aus. Zum Sammeln trennt man die oberen Spitzen mit Blättern und Blüten ab. Die einzelnen Lippenblüten kann man als Deko für Salate oder Süßspeisen verwenden oder aus ihnen Sirup herstellen. Auch in Smoothies und Suppen wird die Purpurrote Taubnessel verzehrt, denn wie die meisten Wildkräuter bietet sie wertvolle Vitamine, wie Vitamin C und B und weitere Nährstoffe für uns Menschen. Als Heilpflanze ist die Purpurrote Taubnessel weniger populär, als ihre Verwandte, die weiße Taubnessel, doch an mancher Stelle wird sie als entzündungshemmend und die Nierentätigkeit anregend beschrieben.

Steckbrief:

  • Botanische Bezeichnung: Lamium purpureum
  • Lebensdauer: einjährig
  • Herkunft: Europa
  • Vorkommen: Gärten, Brachflächen, Äcker, Wegränder
  • Wuchs: niedrig, aufrecht
  • Blätter: grün, eiförmig, gekerbt, oft rötlich überhaucht
  • Blütezeit: April bis Oktober und teils im Winter 
  • Blüten: purpurn, Lippenblüten
  • Früchte: vierteilige Spaltfrüchte
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch, nährstoffreich, locker
Purpurrote Taubnessel / Lamium purpureum

 


salbei

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in diesen tagen ist es ganz wunderbar, in den garten zu kommen – oder in jeden anderen, dem anzusehen ist, dass es nicht sein erstes jahr ist. alles wächst und explodiert förmlich. am wochenende haben wir ein paar blätter salbei geerntet für das abendessen, wobei mir die riesigen knospen auffielen (die wir natürlich nicht geerntet haben). inzwischen blüht er wahrscheinlich schon.

das gucken wir uns morgen an, dann ist nämlich feuerfest im garten – nicht vergessen!