Bau eines Lehmteiches

Himmelsteich oder Lehmpfütze?

Lange schon hatten wir überlegt, wie wir das Element Wasser in unseren Garten integrieren könnten.

Da wir keine Möglichkeit haben, Regenwasser von Dachrinnen aufzufangen, um es in einen Teich leiten zu können und auch nicht mit einer Folie arbeiten wollten, haben wir uns nach viel Recherche auf das Wagnis Lehmteich eingelassen.

Wobei es sich bei uns eher um einen Tümpel handelt, oder, poetischer ausgedrückt: um einen Himmelsteich.

Ein Tümpel ist ein kleines, stehendes Gewässer, das sich durch eine geringe Wassertiefe und einen oft wechselnden Wasserstand auszeichnet. Im Gegensatz zu Teichen sind Tümpel in der Regel flacher und können sogar zeitweise austrocknen. Tümpel speisen sich häufig nur durch Regenwasser und das erklärt den schönen Namen Himmelsteich: es ist das Wasser, das vom Himmel fällt, das diesen Teich füllt.

Eine Feuchtzone zu schaffen, die zeitweise auch trockenfallen kann, erschien uns als Möglichkeit, einen reizvollen neuen Lebensbereich in unserem Garten zu schaffen, weil gewisse Pflanzen und Tiere auf solche Bereiche spezialisiert sind.

Es gibt einige Pflanzen, die wechselfeuchte Standorte mögen, bei uns stehen jetzt u.a. Blutweiderich, Wasserdost, Sumpf-Wolfsmilch und Sumpfdotterblume in diesem Bereich.

Und feuchter Lehm ist ein äußerst beliebter Matsch bei vielen Insekten. Viele Wildbienen benötigen ihn zum Nestbau, einige von ihnen sind sogar auf dieses Material spezialisiert.

Im November letzten Jahres machten wir uns an die Arbeit.

Nicht einfach war es für uns, eine nicht zu steile Grube auszuheben (was uns auch nicht gelungen ist, um es vorneweg zu sagen) und entsprechende Terassierungen miteinzubauen. Sollte doch das später aufzutragende Lehmgranulat gut halten und eine ausreichend flache Zone für spätere Bepflanzungen und zum leichteren Eintritt von Insekten und anderen Tieren vorhanden sein.

Das Lehmgranultat wurde in mehreren Schichten aufgetragen und zwischendurch immer wieder festgestampft, damit es (hoffentlich) gut das Wasser halten würde.

Dies hat einige Bauzeit in Anspruch genommen, aber rechtzeitig zum Jahresende waren die Grundarbeiten fertig.

Irgendwann waren die Temperaturen dann auch so, dass es dann wirklich keinen Spaß mehr gemacht hat, im Möchte-Gern-Teich zu matschen…

Im Frühjahr 2026 ging es dann endlich weiter.

Nun konnten wir das Lehm-Sandgemisch auftragen, das als Pflanzsubstrat dienen würde und die wunderschöne Gitterkonstruktion zur Absicherung der Wasserstellen wurde geliefert.

Schließlich befindet sich unser Garten auf einem Gelände des Jugendamtes Berlin Mitte und viele Kinder lieben unseren Garten und halten sich oft in ihm auf.

Hier noch einmal vielen Dank an die Metallbaufirma De Nobile für Entwurf und Gestaltung unserer Teichspinne!

Nach der Installation des Gitters ging es ans Bepflanzen und an die Verschönerung mit Steinen und Totholzelementen.

Zu unserer Überraschung und Freude stellten sich zeitig in diesem Jahr viele Insekten an unserer Lehmstelle ein. Wir konnten die rote und die gehörnte Mauerbiene beobachten, die sich Material zu Versiegelung ihrer Niströhren beschafften, gefolgt von Grabwespen und vielen anderen, von uns leider nicht zu identifizierenden Insekten. (falls es eine Entomolgin/ Entomologen unter unserern Lesern gibt: Herzlich willkommen in unserem Garten!!)

In einem größeren Arbeitseinsatz haben wir dann die Kieslieferung zügig bewältigt und es hat sehr viel Spaß gemacht, die Umgebung des Teiches dadurch noch einmal zu verschönern.

Vervollständigt wurde unser Himmelsteich durch einen Steg zur Überquerung und passender Bepflanzung des Umfeldes.

Nun erfeuern wir uns schon seit einigen Monaten an diesem neuen Naturgartenmodul in unserem Garten.

Immer wieder gibt es neue Entdeckungen und wir sind gespannt, wie unser Lehmtümpel sich weiter entwickeln wird.

Bislang hält er gut dicht, wobei die Verdunstungen bei den zeitweise extrem hohen Temperaturen in den Sommermonaten sehr stark sind, aber genau so etwas ist ja auch interessant zu beobachten.

Seit drei Jahren arbeiten wir konsequent daran, unseren Garten in einen Natur-Schaugarten in der Stadt umzuwandeln, um zu zeigen, wie Gärtnern im Klimawandel gelingen kann und was wir alle dazu beitragen können, um die Biodiversität in der Stadt zu fördern und zu erhalten.

Der dramatische Artenschwund und der damit einhergehende Verlust an Biodiversität ist ein Problem, das uns alle angeht.
Das einzig Gute in dieser schwierigen Situation ist: Wir alle können etwas dagegen tun!

Die von uns bisher eingebrachten Naturgartenelemente bieten viele Lebensbereiche für Pflanzen und Tiere. Zusätzlich zu den vorhandenen Elementen wie Totholz, Schattsaum mit regionalen Stauden, Lehmtümpel, vielen einheimischen Wildpflanzen und Gehölzen (da brauchen wir noch mehr!), Kräutergarten mit einheimischen und mediterranen Kräutern und Wildblumenwiese werden wir im September/ Oktober einen Magerstandort als Sandarium installieren.

Und für das nächste Jahr ist der Bau einer Trockenmauer geplant.

Ich danke unseren Mitgärtner*innen, die sich gemeinsam mit uns aktiv im Natur- und Umweltschutz zuverlässig und mit viel Engagement einbringen.

Unser Gemeinschaftsgarten ist nur möglich durch eurer ehrenamtliches Engagement!

Wer bei uns mitmachen möchte, ist herzlich willkommen!

Einfach eine Nachricht an: stadtnatur@wachsenlassen.com

Ebenso einen herzlichen Dank an Ute Stumm, Zukunftslust e.V. für ihre tatkräftige und fachliche Unterstützung!

Wir danken der Postcode Lotterie für die Förderung unserer Arbeit

 

 


Gießt man eigentlich Straßenbäume?

 

Passend zu unserem letzten Workshop bin ich über diesen schönen Artikel im Newsletter von Zukunftslust gestolpert:

 

BIODIVERSITÄT  |  von Ute Stumm

Die Königsdisziplin des Gärtnerns

Gießt man eigentlich Straßenbäume?


Auf einer Fachtagung formulierte es Isolde Feilhaber vom Pflanzenschutzamt Berlin einst so: „Wässern – das ist die Königsdisziplin des Gärtnerns.“ – Und aus meiner langjährigen Berufspraxis kann ich berichten, dass es eines der schwierigsten Themen im Bereich des Gärtnerns ist. Denn es gibt einfach kein allgemeingültiges Rezept. Es gibt viele Faktoren, die man bei der Bewässerung von Freilandpflanzen bedenken muss. Und genau deshalb ist das nachhaltige, wassersparende und richtige Bewässern von Gartenpflanzen so schwierig zu erlernen.

Leider ist mein Vorsatz, mich zu diesem Thema möglichst kurz zu fassen, gnadenlos gescheitert. Aber schon als Annette kurz nach unserer Veranstaltung zum Weltwassertag im LIO auf mich zu kam und mich gefragt hat, ob ich nicht für uns alle eine Gießanleitung für die Straßenbäume schreiben kann, ahnte ich, dass ich diese nicht schreiben kann. Zum Glück hat sie weder meinen erschrockenen Gesichtsausdruck noch meine Arme gesehen, die himmelwärts flogen.

Die Riesen der Straße sind das Schönste an Berlin

Berlins unzählige Straßenbäume gehören für mich zu dem schönsten was die Stadt zu bieten hat und gleichzeitig sind sie das schlimmste und schwierigste Thema der Stadtnatur.

weiterlesen:

 


Save the date! Gartenfest im Gemeinschaftsgarten wachsenlassen


Vielfalt auf kleinstem Raum

Seit April dieses Jahres werden auf der nördlichen Steinmetzstraße so viele Baumscheiben wie möglich nachbarschaftlich gepflegt. Dies ist eine gemeinschaftliche Aktion im Rahmen des Projektes Steinmetz for Future, das die Verkehrsberuhigung der Straße zwischen Bülowstraße und Kurfürstestraße zum Ziel hat.

Beim gestrigen Besuch der Baumscheiben war ich dann doch beeindruckt von der Vielfalt an Pflanzen, die nach einem knappen halben Jahr Pflege gesichtet werden konnte.

Hier eine Auflistung der vorgefundenen Arten:

Der Gundermann (Glechoma hederacea)

ist eine meiner Lieblingspflanzen, ein wunderbarer Bodendecker und wichtige Insektennahrung mit entzückenden Blüten, man muss sich nur mal bücken können und wollen.

www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/gundermann/

Die Brennessel (Urtica)

ist eine allgemein immer noch extrem verpönte Pflanze mit starker Heilkraft. Eigentlich bräuchten wir keine Quinoa-Samen mehr kaufen. Erntet einfach Brennesselsamen an verkehrsberuhigten Orten.

Übrigens: Für rund 50 Schmetterlingsarten im Raupenstadium sind Brennnesseln eine Futterpflanze, auf die sie angewiesen sind. Einige Schmetterlingsraupen können sich ohne Brennnesseln nicht zu Schmetterlingen entwickeln – darunter die Raupe des bekannten Tagpfauenauges. Erwachsene Falter kommen meist gut mit unseren Umweltbedingungen zurecht, weil sie kaum spezialisiert sind und viele verschiedene Pflanzen mögen. Die Raupen hingegen brauchen unbedingt Brennnesseln, bis sie sich mehrmals gehäutet und verpuppt haben. Bis der Schmetterling schlüpft, können über sechs Wochen vergehen. https://www.peta.de/themen/brennnessel-schmetterling/

www.gesundfit.de/heilkraeuter-heilpflanzen/brennnessel

Die zur Zeit blühende

Tagetes

wurde von uns als Gründüngung ausgesät.

In Nutzgärten und Obstplantagen dient die Tagetes als Helferpflanze. Erdbeeren erhalten ein stärkeres Aroma, und Tagetes dient als Schneckenköder, der Nachbarpflanzen vor Schneckenfraß schützt.[11] Durch die Anpflanzung von Tagetes kann die durch Nematoden verursachte „Bodenmüdigkeit“ mit Erfolg bekämpft werden, die zur Reduzierung von Ernteerträgen bei Nutzpflanzen führt.[12]

Tagetes wird außerhalb von Gärten für Blühstreifen und Wildäcker genutzt und fungiert als Schneise zwischen Maisäckern. In erster Linie geht es darum, dem fortschreitenden Verlust von Nahrungsquellen und Lebensräumen für viele wildlebende Tiere entgegenzuwirken sowie die Landschaft ökologisch und optisch aufzuwerten. Die Tagetes sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, kann bei einigen Tieren auch zu Vergiftungen führen, wenn sie in zu großen Mengen vorhanden ist.

Die Melde (Atriplex)

scheint in unseren Breitengraden zu den Gewinnern des Klimawandels zu gehören, man sieht sie allerorts in der Stadt sprießen.

Die Melden-Arten sind Nahrungspflanzen für die Raupen zahlreicher Schmetterlinge (Lepidoptera)

Zahlreiche Meldenarten sind essbar. Die Gartenmelde wird seit langem als Gemüse verwendet

Der Färberamaranth (Amaranthus gangeticus)

hat sich aus der verwendeten Erde aus unserem Gemeinschaftsgarten wachsenlassen in die Baumscheiben geschmuggelt. Warum nicht? Er sieht sehr schön aus mit seiner tiefroten Farbe und ist auch noch essbar (nach der Verkehrsberuhigung)

https://templiner-kraeutergarten.de/Amaranthus-gangeticus-Faerber-Amarant-Hopi-Bio-Saatgut

Das Franzosenkraut (Galinsoga )

ist ebenfalls immer häufiger bei uns anzutreffen und trotzt bislang jeder Hitzewelle und Trockenheitsstress.

Gehaltvolles und wohlschmeckendes Wildkraut!

www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/kleinbluetiges-und-behaartes-knopfkraut-franzosenkraut

Die Sonnenblume (Helianthus annuus)

stammt auch aus unserer Gründüngungsmischung und ist aufgrund ihrer tiefen Wurzelung mit Rücksicht auf die Bäume nur sparsam auszusäen, aber sie erfreut nun einmal unser Herz durch ihre schönen Blüten und die Stadtvögel mögen sicherlich ihre reichhaltigen Samen!

Sie ist sehr photosyntheseaktiv, eine große Pflanze bindet pro Tag das in einem Raum von 100 Kubikmetern vorhandene Kohlendioxid.

Der Hornklee (Lotus)

ist auch in unseren ausgesäten Gründüngungpflanzen vorhanden.

Er überwintert und wir sind auf seie Entwicklung im nächsten Jahr gespannt. Gute Bienenpflanze.

www.bingenheimersaatgut.de/de/bio-saatgut/gruenduengung/hornklee-d521

Das Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)

ist die erste Staude, die wir in zwei Baumscheiben gepflanzt haben (der Gundermann hat sich dazu geschmuggelt) und ja, man kann aus ihr wirklich Waschmittel herstellen!

www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Seifenkraut.html

Bei dem Süßgras (Poaceae = Gramineae)

vermuten wir, dass es sich irgendwie durch Vogelfutter in unsere Baumscheiben eingeschlichen hat, wo soll es sonst herkommem?

Viele Arten der Süßgräser gehören zu den ältesten Nutzpflanzen und sind seit alters für den Menschen von lebenswichtiger Bedeutung. Alle Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais und Reis zählen zu dieser Pflanzengruppe. Sie stellen in Form von Marktfrüchten oder als Viehfutter in der Veredelung heute die Basis für die Ernährung der Weltbevölkerung dar. Als Gras- oder Grünland wie Wiesen und Weiden, aber auch Steppen und Savannen prägen sie in weiten Teilen der Erde das Landschaftsbild.

Ich empfehle: Geflochtenes Süßgras von Robin Wall Kimmerer

Trost in schweren Zeiten.

www.aufbau-verlage.de/aufbau/geflochtenes-sussgras/978-3-351-03873-1

Der Beifuß (Artemisia vulgaris)

ist ein heilbringendes Kraut, das sich bei uns ausnehmend wohlfüht und dem Klimawandel strotzt, aus der großen Artemisia-Familie.

Häufig übersehen und immer noch aus Unkraut dirskriminiert. Wir sollten ihn mehr schätzen.

www.heilpraxisnet.de/heilpflanzen/beifuss/

Die Rote Taubnessel (Lamium purpureum)

ist liebenswert und im Frühjahr unverzichtbar als frühe Bienenweide. Hat sie sich selbst ausgesät oder haben wir sie aus unserem Garten mitgebracht?

www. wachsenlassen.com/2021/04/10/purpurrote-taubnessel-lamium-purpureum/

Die Phazelia

ist der Bienenfreund, wie der deutsche Namen sagt, hat aber auch noch einige andere andere gute Eigenschaften, von uns ausgesaät.

www.bingenheimersaatgut.de/de/bio-saatgut/gruenduengung/phazelie-d10

Die Wilde Malve (Malva sylvestris)

haben wir wohl Jens zu verdanken, der sie im einen der letzten Jahre ausgesät hat.

Sie erfreut uns durch ihre aparte und ausdauernde Schönheit und ist eine wichtige Heil- und Gemüsepflanzen, die sich auch unter wiedrigen Umständen durchzusetzen vermag.

www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/wilde-malve/

Es wurde noch eine bislang unbekannte Hirse gesichtet, wahrscheinlich auch durch Vögel verbreitet. Deren Name müsse wir noch herausfinden.

Die im ersten Jahr entstandene Vielfalt kann nicht auf diesen kleinen Flächen erhalten werden, wir werden schauen, wie sich in den nächsten Jahren möglichst ein Gleichgewicht wird entwickeln können.

Unsere Stadtbäume, auf ihren viel zu kleinen deren Baumscheiben, profitieren von der regelmäßigen Wässerung, dem Schutz vor Auswaschung und Erosion durch den krautigen Bewuchs und von der Erhöhung der Artenvielfalt wahrscheinlich auch in der einen oder anderen Form.

Was ihnen wohl mehr helfen würde: So viel Entsiegelung wie möglich, größere Baumscheiben, mehr Mut zum Grün in der Stadt!

Mehr zu unserer Baumscheibenpflege und deren weiterer Verschönerung am 25.8., dem nächsten nachbarschaftlichen Aktionstag zur Verkehrsberuhigung der nördlichen Steimetzstraße.


Blühender Juni

Rosa blühendes Leinkraut (Linaria) in Schöneberg, wahrscheinlich per Aussaat von einem Balkon ausgebüchst.

Angelegte Blühwiese in Schöneberg mit momentan blühenden Wiesenmargeriten (Leucanthemum vulgare) und Wiesensalbei (Salivia pratensis)


Green Deal an der Spree

Im Rahmen der ARD Themenwoche „Stadt.Land.Wandel.“ ist das hörenswerte Feature ‚Green Deal an der Spree – Projekte für ein umweltfreundliches Berlin‘ von Carmen Gräf enstanden, für welches sie auch unseren Gemeinschaftsgarten besucht hat.

Nachzuhören unter:

https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/lebenswelten/archiv/20211107_0900.html


Stadt braucht Grün

Die für den Naturschutz, die Erholung und das Stadtklima wertvollen Flächen müssen gesichert werden. Ein für Menschen und Tiere hochwertiges Grün bedarf einer qualifizierten Pflege. Daher müssen die Verwaltung und die Gärtner*innen in die Lage versetzt werden, Wiesen, Bäume und Kleingewässer ökologisch pflegen zu können.

Mehr erfahren über die Aktion des BUND Berlin und die Forderung an das Abgeordnetenhaus unterschreiben: https://www.bund-berlin.de/mitmachen/stadtbrauchtgruen/


Leben und Gärtnern im Klimawandel

Wir haben eine Krise erst einmal eingedämmt, mal schauen, wie es weiter geht.

Wir möchten nicht von einer Krise in die nächste schlittern und doch kam es mir am letzten Wochenende so vor:

Nachdem ich während der letzen 18 Monate wegen der Corona-Pandemie relativ viel Zeit in meiner Wohnung verbracht habe, hatte ich nun das Gefühl, ich bleibe lieber zu Hause, weil die Umwelt so menschenunfreudlich geworden ist.

36 Grad und Trockenheit.

Willkommen im Klimawandel!

Wie gehen wir damit um?

Im Garten: mulchen, mulchen, mulchen, den Boden bedeckt halten, beobachten, wer sich wie mit wem versteht und wer sich gegenseitig unterstützt; Mischkulturen,Waldgarten, Milpabeet, Permakultur…

Weg von der Agrarindustrie!

Wie können wir uns anmaßen, unseren Boden industriell ‘verwalten zu können’?

Gesellschaftlich?

Wie in der Natur: Vielfalt!

Der heftige Hitzeeinbruch hat unseren Pflanzen arg zu schaffen gemacht und wir versuchen, sie – wassersparend – zu unterstützen.

Das Gemüse tut sich in diesem Jahr besonders schwer, erst die lange – immerhin mit Regen – anhaltende Kälte und nun plötzlich: ach, jetzt wachs doch mal und trage Früchte!

Die Erdbeeren, Kirschen, Maulbeeren und Johannisbeeren reifen alle auf einmal und es gibt ein ganz kurzes Erntefenster, bevor alles verdirbt.

Die Früchte sind, ich vermute aufgrund der kurzen Reifezeit, kleiner und früher als im Vorjahr.

Es gibt Überlebenskünstler*innen, die fähig dazu sind, sich auf diese Veränderungen eizustellen, gebietsheimisch, samenfest und auch einige Einwander*innen unter den Pflanzen helfen uns und unserer Natur, eine Balance zu finden.

Und nicht zuletzt:
Die Schöhnheit, die uns bildet und erfreut.


April

Magolia, Mieterhof Schöneberg

Viola odorata, Schöneberg

Primula veris am Rande eines Spielplatzes, Schöneberg

Berliner Bärlauch/ Wunderlauch, Allium paradoxum, Kreuzberg

Kleiner Kaukasus-Beinwell, Symphytum grandiflorum, Kreuzberg

Gundermann,Glechoma hederacea, Kreuzberg