Biotop Saum
Veröffentlicht: April 15, 2026 Abgelegt unter: Allgemein, Workshops | Tags: Artenvielfalt, Aussaat eines Schattsaums, Ökologie, Biodiversität, Biotop Saum, Garten in der Stadt, gemeinsam selbermachen, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, Saatgut, Schattsaum Hinterlasse einen KommentarDie biologische Vielfalt unserer Welt befindet sich in einer großen Krise, der Artenschwund hat ein bedrohliches Ausmaß angenommen, Hauptursache dieser Krise ist die invasive Art unserer Landnutzung.
Unser Gemeinschaftsgarten in Berlin Mitte, Tiergarten-Süd befindet sich auf einem Gelände, das ehemals eine öffentliche Grünfläche war.
Dementsprechend haben wir die ehemals gepflanzen Gehölze übernommen, die leider zu ca. 90 % aus nicht einheimischen Arten bestehen, einige von ihnen heute als invasiv eingeschätzt.
Seit der Gründung unseres Gartens ist es uns stetig gelungen, die Biodiversität auf dem Gelände zu erhöhen und mehr und mehr Lebensräume für Flora und Fauna zu schaffen und neben dem Wunsch, den Menschen in der Stadt einen niedrigschwelligen Zugang zur Natur zu ermöglichen, ist es unser höchstes Anliegen, darüber zu informieren, wie jede*r einen eigenen Anteil zum Erhalt der Biodiversität leisten kann. Dies ist möglich in Gärten, auf öffentlichen Grünflächen, auf Balkonen und Höfen, sogar auf Fensterbänken.
Ein Schlüssel dazu sind gebietsheimische Wildpflanzen, die unsere Ökosysteme stärken und erhalten und den Klimaveränderungen unserer Zeit mehr an Resilienz entgegenzusetzen haben.
Seit dem letzten Jahr haben wir uns auf den Weg gemacht, nach und nach die noch vorhandenen Alt-Pflanzungen zu roden, um sie durch einheimische Gehölze und Stauden zu ersetzen.
So haben wir im Spätwinter dieses Jahres eine mit Symphoricarpos albus, gewöhnliche Schneebeere (potentiell invasiv), bewachsene Fläche gerodet, um sie später mit einem regionalen Schattsaum auszusäen.
Bei einem Saum handelt es sich um einen Biotoptyp, der sich herausbildet, wenn zwei verschiedene Lebensbereiche aneinanderstoßen. Bestens bekannt sind Wald- und Wegesränder, Ackerrandstreifen oder Uferbereiche.
Säume erfüllen vielfältige ökologische Funktionen, hier finden sich Brutplätze für viele Insekten und Überwinterungsquartiere und wirbellose Tiere.
In diesen meist schmalen Randstreifen findet sich auch eine hohe Artenvielfalt, da Pflanzen und Tiere aus beiden angrenzenden Lebensräumen sich hier ansiedeln.
Ferner dienen Säume der Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft und spielen als Linienbiotope in der Biotopvernetzung eine entscheidende Rolle.
Regionales Saatgut für Säume gibt es für unterscheidliche Standortbedingungen und sie eignen sich häufig auch sehr gut für die Gestaltung von Baumscheiben und anderen öffentlichen Grünflächen in der Stadt.
Foto: Michael Burri
Foto: Templiner Kräutergarten
Wie man einen Saum aussät, konnten wir in unserem Garten in einem Workshop am 29.3.2026 (link) unter fachlicher Anleitung lernen.
Nachdem wir in den Wochen davor den Boden schon grob vorbereitet hatten, ging es nun gemeinsam an die Feinarbeit.
Es ist äußerst wichtig bei allen Aussaaten, dass der Boden sorgfältig von Wurzeln, Unkräutern und Steinen gereinigt wird.
Danach den Boden harken, begradigen und anklopfen.
Zur besseren Verteilung des Saatgutes, das meist (wie bei vielen Wildpflanzen) sehr klein ist, empfiehlt sich eine Mischung mit Komposterde (bei Schattsäumen) und Sand.
Dann zeigte uns die Workshopleiterin Ute Stumm, Gartenplanerin Dipl. Ing., Leiterin der Regionalgruppe Berlin/ Brandeburg des Naturgarten e.V. (link), wie am besten gleichmäßig ausgesät werden kann. (Nämlich hin und zurück, quer und längst in Reihen, damit man auch keine Fläche auslässt).
Dann gut und sanft wässern, die Fläche ausreichend absichern und
warten.
Es ist wichtig, die ausgeäte Fläche in den nächsten Wochen immer gut feucht zu halten, die unterschiedlichen Pflanzen keimen auch zeitlich sehr unterschiedlich. Auch enthalten Schattsäume meist einen hohen Anteil an Kaltkeimern, da werden wir erst nach dem nächsten Winter etwas zu sehen bekommen. Bis ein Saum sich voll entfaltet hat, dauert es in der Regel zwei bis drei Jahre, da ist also Geduld angesagt. Ebenso sollte die Fläche regelmäßig kontrolliert werden, ob sich nicht dominante ‘Unkräuter’ zu sehr durchgesetzt haben und wenn ja, diese zu jäten.
Wir danken der
für die finanzielle Förderung unserer Arbeit.
Der nächste Workshop im Rahmen unseres Projektes Erlebte Vielfalt in der Stadtnatur findet am 25.4.2026 statt, diesmal werden wir gemeinsam eine Baumscheibe biodivers gestalten.














