aufblicken, mulchen und beobachten
Veröffentlicht: Juli 12, 2014 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: beet, Bienen, Gärtnern mit Kindern, mangold, mulchen, petersilie, Rucola, salat, tomate, ysop, zierblumen Hinterlasse einen Kommentar
wenn zwischen den beeten aufgetaucht wird, und beim auftauchen einen hell die sonnenblume mit geschwistern ins gesicht schaut, ist das die kleine tägliche freude des gärtnerns: schönes und nützliches beisammen.
wir haben in den letzten zwei wochen derart viel rukola geerntet! er breitet sich überall aus. anfangs waren wir noch vorsichtig, jetzt weiss ich, dass er schnell wieder nachwächst, frisch und scharf, und es nicht übel nimmt, wenn der platz doch einer anderen zugesprochen wird.
ein wenig wird noch nachgesät, nachdem radieschen und ein paar möhren geerntet sind und teile des beetes leer liegen: mal sehen, was sich da noch durch den durchwachsenen sommer kämpft.
zwischen die tomaten haben wir petersilie gesät, denn tomaten und petersilie mögen sich, heissts….
und auch der mangold hat sich flugs wieder erholt von der ersten hitze, nachdem wir ihn mit graschnitt und brennesseln gemulcht haben. eine ecke im beet halte ich ebenso gemulcht frei für den nüsslisalat, der bald wieder gesät werden darf. – damit der rukola nicht auch dort noch überhand nimmt.
und dann laufen wir mit den händen knapp über dem blattwerk durch den garten, versuchen bienen, hummeln und wespen zu unterscheiden, knipsen hier und da ein blättchen ab, was direkt im mündchen landet – „das schmeckt wie ein hustenbonbon!“ (ysop) – „ich brauch noch ein blatt pfefferminze!“
Mensch und Natur
Veröffentlicht: Juli 4, 2014 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Garten in der Stadt, GartenZeit, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, Stadtgarten Hinterlasse einen Kommentar
Mit einem der Vorschulkinder im Garten:
„Jetzt weiß ich, warum die Menschen in den Garten gehen: Weil die Natur die Menschen braucht und die Menschen brauchen die Natur“
Umweltpreis Berlin Mitte 2014
Veröffentlicht: Juni 30, 2014 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Garten in der Stadt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, Nachhaltigkeit, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarGemeinschaftsgarten wachsenlassen im Familiengarten Kluckstraße erhält den 1. Preis in der Kategorie Freie Träger und Privatpersonen!
Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, die uns besonders für unser Engagement in den Bereichen Ganzheitlichkeit, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und generationsübergreifendes Arbeiten verliehen wurde.
Unser Kartoffelbeet
Veröffentlicht: Mai 16, 2014 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Artenvielfalt, Garten in der Stadt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarDer Späte kommt zuerst!
Eindeutig vorn in unserem Kartoffelbeet liegt der Reichskanzler, unsere einzige späte Sorte, dicht gefolgt von Linda, mittelfrüh.
Hmm, ich dachte immer, die frühen Sorten kommen zuerst…
La Ratte, mittelfrühe Sorte, lässt erste zarte Triebe erkennen, während man die Angeliter Tannenezapfen, mittelspät, noch mit der Lupe suchen muss.
Kartoffelanbau – unser Kartoffelbeet
Veröffentlicht: April 28, 2014 Abgelegt unter: Kinder im Garten | Tags: Agrarindustrie, Artenvielfalt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, nachhaltiges Wirtschaften, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarIn seinem Buch „Die Botanik der Begierde“ beschreibt der amerikanische Autor Michael Pollan die Begegnung mit einem Kartoffelfarmer in Idaho.
Dieser baut auf den typischen kreisrunden, beregneten Feldern (die kann man sich auch bei Google Earth anschauen) die Sorte Russet Burbank an, aus der die Fastfood-Ketten ihre Pommes Frites machen.
Es ist eine eindrucksvolle Darstellung der Art und Weise, wie die sogenannte konventionelle Landwirtschaft mit dem Boden umgeht.
„Auf meine Bitte hin“, schreibt Pollan, „ ging Forsyth mit mir das Chemikalienmenü einer kompletten Saison durch, das nach neuesten Erkenntnissen über die totale Kontrolle eines Kartoffelackers zusammengestellt worden ist. Den Auftakt bildet zu Beginn des Frühjahrs ein Mittel zur Ausräucherung des Bodens; um Fadenwürmer und bestimmte Bodenkrankheiten in den Griff zu bekommen, tränken die Kartoffelfarmer ihre Äcker vor dem Pflanzen mit einer Chemikalie, die sämtliche im Boden lebenden Mikroben restlos abtötet.
Im nächsten Schritt „säubert“ Forsyth seine Felder von allem Unkraut mit Herbiziden der Marken Sencor oder Eptam. Beim Pflanzen verteilt er Thimet oder ein anderes synthetisches Insektengift im Boden. Es wird von den Keimlingen absorbiert und tötet über Wochen hinweg jedes Insekt, das von den Blättern frisst. Haben die Kartoffelsämlinge eine Größe von fünfzehn Zentimertern erreicht, wird ein zweites Herbizid zur Unkrautbekämpfung auf dem Feld vesprüht“
So geht es weiter durch die gesamte Saison, die Pestizide und Düngemittel werden jede Woche der Bewässerung beigegeben, die sich aus dem nahegelegenen Fluss speist und in den die Abwässer auch wieder zurückfließen.
„Ab Juli lässt der Farmer seine Pflanzen alle zwei Wochen vom Flugzeug aus mit einem Mittel gegegn Blattläuse besprühen“, berichtet Pollan weiter; „ die Blattläuse sind an sich zwar harmlos, übertragen jedoch einen Virus, das bei der Sorte Russet Burbank zum Einrollen der Blätter und nachfolgend zur Netzfleckenkrankheit führt. Sobald sich im Querschnitt die typischen braunen Flecken zeigen, nimmt die Fabrik dem Farmer keine einzige Kartoffel mehr ab.“
(zitiert aus: Martin Rasper: „Vom Gärtnern in der Stadt“, München 2012, S. 103 f.)
Beschreibungen einer Wirtschaft, die auf einem Stück Land stattfindet, wobei sich keiner mehr für das Stück Land interessiert.
Ohne diesen erschreckenden Hintergrund zu vergessen, legen wir in unserem Gemeinschaftsgarten ein Kartoffelbeet an, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, dass die meisten unserer Lebensmittel aus dem Erdboden kommen und dass Kultivierung und vieles andere mehr anstatt von reiner Chemie vonnöten ist, um später eine leckere Kartoffel essen zu können.
Schon bei der Vorbereitung des Beetes treffen wir auf so viel interessante Erdbewohner, dass alles mal wieder sehr viel Zeit braucht…
Und dann:

Der wahrscheinlich größte Regenwurm des Jahres 2014!
Eines Tages sah unser Beet zum großen Stolz aller dann endlich so aus…
…und Linda und der Reichskanzler, La Ratte und die Angeliter Tannenzapfen warteten auf ihren Einsatz.
Julia erklärte den kleinen Gärtnern vorher anschaulich, wie es die Kartoffeln gerne gemütlich in ihrem Bodenbett haben möchten und es ging ans In-den-Boden-Setzen.
Ich weiß, dass ich unseren kleinen Stadtgarten nicht mit wirtschaftlichen Kartoffelanbau vergleichen kann und ich weiß auch, dass wir hier manchmal mit den Kindern idyllische Zustände erleben, die nichts mehr mit Landwirtschaft, wie sie heute zu großen Teilen betrieben wird, zu tun haben.
Aber wir können in großen und kleinen Gärtnern ein Gefühl dafür wecken, was der Boden unserer Erde uns bietet und dass er – und alle, die von ihm, auf ihm und in ihm leben – Achtung und Pflege verdienen.
Kultur halt.
Früher nannte man so etwas Agri-Kultur.
Pflanzkartoffeltag in Malchow
Veröffentlicht: April 5, 2014 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Artenvielfalt, Garten in der Stadt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarNun schon traditionell kaufe ich die Saatkartoffeln für unseren Garten aus dem Angebot von VERN – Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V., der auch in diesem Jahr wieder Saatkartoffeln aus seinem Sortiment in der Naturschutzstation Malchow angeboten hat.
Hier gab es neben dem Kartoffelsortiment fachkundige Ratschläge zum Anbau, Informationen und persönliche Meinungen zu den unterschiedlichen Sorten, Publikationen des Vereins und Saatgutraritäten.
Für’s nächste Jahr: Früh kommen lohnt sich, das Angebot ist schnell ausverkauft.

Bisher hatten wir in unserem Garten immer eine sehr gute Ernte von sehr unterschiedlichen und immer wohlschmeckenden Kartoffelsorten.
In diesem Jahr gibt es bei uns:
Reichskanzler (extra für Geli):
Deutschland 1930, spät, mehlig kochend, rundovale Knolle, hellrote Schale, hellgelbes bis weißes Fleisch, einfacher, leicht kräftiger Geschmack
Linda (Gabis Lieblingssorte, nach wie vor):
Deutschland 1974, die Königin der deutschen Kartoffel’, mittelfrüh, langovale Knolle, gelbe glatte Schale, tiefgelbes Fleisch, sehr guter cremiger Geschmack, fest kochend, gut lagerfähig.
La Ratte (beste Bewertung von allen großen und kleinen Gourmets des letzten Jahres):
Frankreich, vor 1872, mittelfrüh, lange fingerförmige Knollen, gelbschalig und –fleischig, niedrige Pflanzen, fest kochend
Angeliter Tannenzapfen (ich gebe zu, der Name hat mich überzeugt):
Landsorte aus Angeln (SWH), mittelspät, rosa Schale, gelbes Fleisch, lange verwachsene Knollen, festkochend, feinwürziger leckerer Geschmack
Ich habe ein etwas schlechtes Gewissen, dass ich nicht zum ‚Blauen Schweden’ oder zur ‚Blue Salad Potato’ gegriffen habe, natürlich der Knaller bei den Kindern, aber dann hätte ich eigentlich nur auf ‚Linda’ verzichten können…und leider ist unser Kartoffelbeet
– hier noch in Vorbereitung –
nicht groß genug für all die schönen alten Sorten.
Sämtliche bei VERN e.V. – Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. erhältlichen Kartoffelsorten und alle anderen Köstlichkeiten und Schönheiten findet ihr im
Compendium 2014 – Katalog für seltene Kulturpflanzen
hier als pdf zum herunterladen:
Compendium-2014 VERN
Am 3. Mai 2014 lädt die Naturschutzstation Malchow gemeinsam mit VERN noch einmal ein zum Tomatentag – „Die bunte Vielfalt der Tomate“:
Infos unter:
http://www.naturschutzstation-malchow.de
vom häuser bauen im garten
Veröffentlicht: April 4, 2014 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: beet, Bienen, entdecken, frühling, Gärtnern mit Kindern, palette 3 Kommentare
diese woche haben wir begonnen, unser etagen-erdbeerbeet zu bauen: neulich lagen da irgendwo zwei verwaiste paletten rum, und die bilder von hochkant stehenden etagen-palettenbeeten geistern ja überall rum im netz. die idee war also ein zusammentreffen von zufällen – die musste ich dann noch kurz gegenüber den gärtnerinnen verteidigen (oder: erklären?), und länger drüber schlafen, wobei ich das planen dann doch gleich hab bleiben lassen. es sind also bloss zwei zusammengeschraubte paletten, wobei die eine deutlich schmaler war, als die andere. die böden könnten auch zugeschnitten werden; da wir aber das benutzt haben, was vorhanden war, hab ich auch das bleiben lassen und viele kleine hölzer mit dem grossen und kleinen begleiter angeschraubt. wir werden das beet nächste woche in den boden eingraben, deshalb zuunterst kein boden. und wenn dann die ersten tauglichen erdbeerpflänzchen zu finden sind, wird eingesetzt.
(und ob das dann alles so aufgeht: keine schnecken, viel sonne, mehr fläche, … das werden wir ja noch sehen. bloss, mal wieder: versuchen, ausprobieren, erfahrung gewinnen, …. )
während wir da so rumschraubten an der pflanzen-behausung bemerkten wir kleine streiben am insektenhotel: vor manchen türen hängt schon ein „bitte nicht stören“-schild: versiegelt. weiter oben bemühte sich erst eine, dann zwei biene, das passende zimmer zu finden. später blieb die eine drin und ich bin sicher, die andere kam mit nistmaterial zu klein für mein auge immer wieder angeflogen.
und dann haben wir auch einfach mal entdeckt, was da alles schon wächst, spriesst, blüht, duftet – es ist schon so vieles!
auch die ersten radieschen trauen sich schon.
Es grünt und blüht in Tiergarten-Süd!
Veröffentlicht: März 29, 2014 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: Bücher und Garten, Gärtnern mit Kindern, Grüne Bibliothek, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarDirekt angrenzend an den Familiengarten Kluckstraße, wo sich unser Gemeinschaftsgarten wachsenlassen befindet, steht die Stadtteilbibliothek Tiergarten.
Von der Schließung bedroht wie leider so viele Bibliotheken in Berlin, haben sich engagierte Bürger_innen in einer Interessengemeinschaft zusammengefunden, um gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Magdeburger Platz, dem Stadtteilverein Tiergarten e.V. und dem Amt für Weiterbildung und Kultur Berlin Mitte, Fachbereich Bibliotheken, der kleinen sonnigen Stadtteilbibliothek neues Leben einzuhauchen.
Passend zum Standort – befindet sich im Familiengarten neben wachsenlassen doch auch der Interkulturelle GartenCity – werden zukünftig vermehrt Bücher über urbanes Gärtnern, Gärtnern mit Kindern, Nachhaltigkeit, Up- und Recycling und ähnlichem zu finden sein.
Erste neue Medien sind zu beschnuppern, anzufassen und auszuleihen ab dem 8. April.
Wir laden herzlich ein zur Buchpräsentation am 8. April!
Der Einladungsflyer als pdf zum Herunterladen:
rucola, möhre, nüssli, radieschen: die aussaat beginnt
Veröffentlicht: März 24, 2014 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Aussaat, Buch, Gärtnern mit Kindern, gärtnertipp, Rucola Ein Kommentar
vergangene woche haben wir es sogar mehr als einmal in den garten geschafft, und irgendein gefühl flüstert mir, dass das mit zunehmender sonneneinstrahlung auch noch mehr werden könnte. der kleine begleiter kommentiert die abfahrten jetzt schon immer mit: „aber morgen möchte ich wieder in den garten.“
vor dem gartenbesuch stand noch ein kurzer besuch in der nebenan liegenden bibliothek an, bei dem ein trödelexemplar eines vielleicht nicht mehr ganz den ansprüchen genügenden naturbüchleins in der tasche landete. zum angucken im garten selber blieb noch keine zeit (aber das möchte ich dann im sommer und herbst unbedingt immer wieder machen: bücher im garten und garten in den büchern), dafür ist der kleine begleiter abends damit eingeschlafen (und ich mit der baumbiographie von david suzuky und wayne grady).
wir haben beim umgraben des noch zu werdenden kartoffeläckerchens (aber meine güte, ist das viel verwurzelte erde, so ein „äckerchen“!) noch ein paar rucolapflanzen umgezogen in unser beet und zu freunden nach hause. dabei wieder was gelernt: pflanzen tiefer einsetzen, so dass sich wasser sammeln kann. finger tief in die erde stecken, um die erde ein bisschen zu verdichten und nach dem giessen zu überprüfen, obs auch genug wasser war.
später in der woche haben wir begonnen, unser glück zu versuchen: nüsslisalat (letzter zeitpunkt, wenn überhaupt noch vor dem herbst – wir werden sehen), möhren und radieschen. während buddeln, aus- und umgraben und das einsetzen von pflänzchen die volle aufmerksamkeit des kleinen begleiters und seines freundes hatten, war der kleine fusselkram absolut unspannend. aber vielleicht ist es auch einfach das gemeinschaftsgärtnern unter gleichaltrigen, was der aufmerksamkeit, der lust, dem gärtnern besonders zuträglich ist…
und jetzt hoffen wir auf sonne und regen.
Beetvorbereitung II bei Anezolia
Veröffentlicht: März 14, 2014 Abgelegt unter: Kinder im Garten | Tags: Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarEin neuer Gartentag bei Anezolia beginnt.

Heute soll das Gemeinschaftsbeet weiter vorbereitet werden.
Zuerst wurde der Kompost auf die Schubkarre geschaufelt, um ihn zum Beet zu transportieren. Ein Leichtes für kräftige kleine Gärtner!

Dieser wurde dann auf’s Beet aufgetragen…
…und alles leicht untergeharkt.
Fertig!
Was wollen die kleinen Gärtner dieses Jahr aussäen und anpflanzen?
Dieses Geheimnis wird (vielleicht) in der nächsten Woche gelüftet.














































