Die Kornrade – Eine Schönheit auf der Roten Liste

Agrostemma githago

Die Kornrade, bis in die 1960er Jahre eine weit verbreitete Ackerbegleitpflanze, ist eine Sommerblume aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Vermutlich aus dem östlichen Mittelmeerraum kommend, hat sie sich einst mit der Sesshaftwerdung der Menschen und dem damit einhergehenden Ackerbau schnell an den Rändern von Getreidefeldern verbreitet.
Ihr Nachteil: sie ist extrem giftig, besonders für Weidevieh wie Rinder, Pferde und Schafe, aber auch für den Menschen.
Ihr Vorteil: sie ist von ausgesuchter, schlichter Schönheit, und ist eine wertvolle Pollen- und Nektarpflanze für Insekten.
Früher war die Agrostemma githago aufgrund ihrer Giftigkeit zu Recht gefürchtet, besonders durch mangelhafte Methoden in der Saatgutreinigung war es nur sehr schlecht möglich, ihre Samenkörner aus der Getreideernte hinauszufiltern, so dass es sogar durch Brotverzehr immer wieder zu Vergiftungen kommen konnte.
Durch den Einsatz von immer effizenteren Maschinen bei der Erntereinigung konnte diese Gefahr zunehmend gebannt werden, der Kornrade wurde jedoch – wie so vielen anderen Ackerbegleitpflanzen – der massive Pestizideinsatz unserer Agrarindustrie zum Verhängnis – in Deutschland steht sie auf der Roten Liste gefärdeter Arten mit der Stufe 1 als vom Aussterben bedroht.

Durch rare Funde und deren Nachzüchtungen konnte sie erhalten bleiben und hat sich in den letzten Jahren ein wenig in Gärten als Schmuckpflanze etablieren können, was ihren Weitererhalt fördert. Mit ihrem kräftigen Magenta-Rosa, das auf Fotos nie so zum Erstrahlen kommt wie in der Wirklichkeit, verschönert sie im frühen Sommer auch unseren Garten.
Ihre Blütezeit wird von Juni bis August angegeben, bei uns gehört sie zu den frühen Blühern im Juni, dananch bilden ihre Samenkapseln noch lange einen aparten Schmuck im Beet.

Was ich erst kürzlich erfahren habe ist, dass die Agrostemma githago sich auch hervorragend zur Gründüngung und als Pionierpflanze auf Böden, die rekultiviert werden müssen, eignet. Sie stellt keine hohen Ansprüche an den Boden, keimt recht schnell und entwickelt sich zügig. Die Kornrade ist in der Lage, die Infektionskette, die sich wegen falscher Fruchtfolge in einem Gartenboden einsgeschlichen hat, zu durchbrechen.
Sie ist in diesem Anwendungsbereiche auch insofern von Wert, dass sie in der Kulturfolge unproblematisch ist (d.h., sie versteht sich mit den meisten anderen) und keine Pflanzenkrankheiten wie zum Beispiel die Kohlhernie überträgt.

Also gibt es einige Gründe, die Kornrade im Garten anzusiedeln, ich glaube, ich mag sie vor allem wegen ihrer Schönheit und möchte sie unterstützen, weil sie vom Aussterben bedroht ist.

Und wieder ein Grund mehr, darüber nachzudenken, wie wir zukünftig Ackerbau betreiben wollen: das Aussterben der Artenvielfalt durch die Anbaumethoden der sogenannten modernen Agragrindustrie hat dramatische Auswirkungen angenommen, bedroht unser gesamtes Ökosystem und beraubt uns in massivem Maße der Schönheiten, die das Leben und die Natur uns bieten.

https://www.gartenlexikon.de/kornrade/

https://www.wildes-berlin.de/kornrade/

https://www.hausgarten.net/gartenpflege/schaedlinge-krankheiten/nematoden.html


nach uns die Zukunft

Junge Eberesche in Berlin-Kreuzberg, Park am Gleisdreieck, Spätsommer 2018


Die Erde brennt! BUND legt Klima-Nothilfeplan vor

Wir leben im Klimawandel, jedes Zehntel Grad mehr an Erhitzung wird uns Millionen kosten und den Platz, den wir noch zum Leben zur Verfügung haben, verringern. Jede Tonne CO2, die in die Luft gepustet wird, wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir zu heiße und zu trockene Sommer haben, weiter erhöhen. Die Hitze zerstört unsere Böden, unsere Fähigkeit, Nahrungsmittel herzustellen, unsere Flüsse, sie tötet die Fische, die darin leben und macht die Schifffahrt unmöglich. Bei Temperaturen um die 50 Grad, bei fehlender nächtlicher Abkühlung, ist kein gutes Leben mehr möglich.

Lasst uns gemeinsam für ein gutes Leben kämpfen. Noch ist es möglich, die drastische Erderhitzung einzudämmen. Wir dürfen jetzt keine Zeit mehr verlieren. Packen wir den Kohleausstieg an und kämpfen dafür, dass auch in Industrie, Landwirtschaft und im Verkehr Dreckschleudern durch klimaschonende Alternativen ersetzt werden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND)fordert die Bundersregierung zu umfassenden Klima-Nothilfemaßnahmen auf:

https://www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/bund-legt-klima-nothilfeplan-vor-massnahmen-in-den-bereichen-energie-verkehr-landwirtschaft-natur/


Klimakrise aufhalten – eine Zukunft für die Landwirtschaft!

Weil es mir am Herzen liegt, hier eine Bitte an alle, folgende Petition zu unterschreiben und weiterzuleiten:

https://weact.campact.de/petitions/klimakrise-aufhalten-eine-zukunft-fur-die-landwirtschaft?bucket=nl-18-07-27-bauer


Heute ist Weltbienentag!

Gestern hat das Gericht der EU die Klage von Bayer und Syngenta abgewiesen, mit der die Neonikotinoid-Konzerne weiter ihren Gewinn über das Bienenwohl stellen wollten. Und heute hat das Team des BUND mit mehr als 180.000 Unterschriften den Ministerinnen Schulze und Klöckner den Auftrag in die Hände gegeben:
Rettet unsere Bienen!

Nun ist die Politik am Zug.

„Wir fordern von der Bundesregierung weitreichende, effektive und sofortige Maßnahmen für die Bienen und alle Insekten. So ist über die Hälfte der heimischen Wildbienen in ihrem Bestand gefährdet. Gerade für den Menschen ist der Schutz der kleinen Bestäuber überlebenswichtig“, so Olaf Bandt, Bundesgeschäftsführer für Politik und Kommunikation beim BUND, während der Übergabe.

https://aktion.bund.net/a-place-to-bee

https://aktion.bund.net/gemeinsam-gegen-glyphosat

https://www.deutschland-summt.de/home.html

Und: Am 28.8. um 18.30 Uhr in der Grünen Bibliothek, Bibliothek Tiergarten-Süd: 

Bienenfreundlich Gärtnern –  wie geht das?


Gib der ersten open-source-Tomate ein Zuhause!

Gegen die ständige Machtausweitung der Agrarkonzerne, die weltweit kleinbäuerliche Betriebe bedroht, entstand die Idee zur Open Source Lizenz, inspiriert von einer Publikation der Heinrich-Böll-Stiftung und vom gemeinnützigen Verein Agrecol vorangetrieben.

Hier kann man sich über die Aktion und deren Hintergründe informieren und das erste Open Source Saatgut bestellen:

https://www.boell.de/vielfalt-statt-macht


Bruderhähne auf dem Bauckhof

 

Mehr über die Initiative: Raus aus der Massentierhaltung unter:

https://www.bund.net/massentierhaltung/nutztierhaltung/


„Rettet die letzten Schäfer/innen Deutschlands – Ein Traditionsberuf am Ende!

Weil es uns am Herzen liegt:

Hier kommt ihr zur Petition und könnt euch informieren und teilnehmen:
http://chn.ge/2oOOHhf

Standortangepasstes und samenfestes Saatgut in der LeihSämerei

Standortangepasstes und samenfestes Saatgut in Berlin:

 

Kontakt: wachsenlassen@web.de
Bibliothek Tiergarten-Süd: (030) 2300-3088


„Wir haben Agrarindustrie satt“, Demo am 20.01.2018

Viele junge Menschen, viele Familien, Umweltaktivisten und Bauern sehen der Zukunft
der Landwirtschaft und unserer Lebensweise sorgenvoll entgegen.
Kleine Bauernbetriebe werden durch Großkonzerne in die Abhängigkeit getrieben.
Nahrungsmittel werden verschwendet.
Unser Essen ist durch den Einsatz von Düngemitteln und Antibiotika in der Tierzucht gesundheitsgefährdend.
Durch lange Transportwege, die kreuz und quer über den Globus führen, wird die Umwelt schwer belastet.
In der Politik wird eher im Sinne der konventionellen Landwirtschaft gehandelt als im Interesse Landwirte und Verbraucher. Doch die konventionelle Landwirtschaft ist nicht mehr zukunftsfähig.
Es gibt Gründe genug, um für eine Agrarwende zu demonstrieren!

Demo 1

Das taten am 20. Januar circa 33.000 Menschen auf der Demonstration
„Wir haben Agrarindustrie satt“. Mit Bannern und vielen kreativen Verkleidungen zog die Menschenmenge auf Kochtöpfen trommelnd vom Hauptbahnhof durch das Regierungsviertel bis zum Brandenburger Tor. Angeleitet wurde sie von einer Treckerparade bestehend aus 160 Traktoren.
Demo 2
Auch das Wirtschaftsministerium wurde passiert, wo zeitgleich die Agrarministerkonferenz stattfand. Natürlich wurde dort besonders laut getrommelt.
Gefordert wird eine Agrarwende, die vor allem durch Reformen in der Politik eingeleitet wird. Denn die Politik entscheidet maßgeblich, wessen Interessen vertreten werden und wer auch finanziell unterstützt wird.
Während mit Großkonzernen kooperiert wird, sind die Bedürfnisse der Bürger*innen, Bäuerinnen und Bauern zur Zeit anscheinend zweitrangig.
Das bewies unlängst Christian Schmidt (Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft) bei seinem Alleingang in der Entscheidung zum weiterbestehenden  Einsatz von Glyphosat.
Sein Handeln hat viel Wut auf die Politik hervorgerufen. Von der Bundesregierung der nächsten vier Jahre wird gefordert, die Landwirtschaft wieder ökologischer zu gestalten und dabei auch Kleinbetrieben eine Überlebenschance zu bieten.

Aus dem täglichen Verlust an brauchbaren Nahrungsmitteln konnte für die Demonstration allerdings etwas Gutes gewonnen werden:
mit tonnenweise nicht verkauftem – weil nicht der Norm entsprechendem – Gemüse wurde für die Demonstrierenden gekocht und so für das leibliche Wohl gesorgt.
Dazu fand am vorherigen Tag die „Schnippeldisko“ unter Organisation der „Fläming Kitchen“ statt, wo das Gemüse zu Musik, Getränken und guter Laune geschnitten wurde.

Die Demonstration hat einen starken Eindruck hinterlassen. Sie hatte einen sehr mahnenden Charakter und war durchaus durch Wut und Ärger angetrieben. Aber gleichermaßen hatte sie eine sehr positive und freudige Energie.

www.wir-haben-es-satt.de