Aktionstag im Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Veröffentlicht: April 12, 2017 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern, Wachsenlassen Hinterlasse einen Kommentar
Erster Aktionstag im Garten wachsenlassen
Leider können wir die Arbeitseinsätze, die nötig sind, um unseren Garten vor den drohenden Zerstörungen durch die Baustelle Villa Lützow zu schützen, immer nur sehr kurzfristig organisieren und bekannt geben.
Wer trotzdem Zeit hat, spontan zu kommen und uns beim Umsetzen von Pflanzen und Gehölzen und dem Abbau des Zaunes vor dem Bauerngarten zu helfen:
am Donnerstag, den 13.4.2017, in der Zeit von ca. 11.00 – 16.00 Uhr findet der erste Aktionstag im Gemeinschaftsgarten wachsenlassen statt.
Wir freuen uns über jede helfende Hand!
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen in Not
Veröffentlicht: April 2, 2017 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Garten in der Stadt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, nachhaltiges Wirtschaften, Nachhaltigkeit, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern, Wachsenlassen Ein Kommentar
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen in Not
Seit nunmehr 7 Jahren gärtnern wir gemeinsam mit engagierten Anwohnern, Schulkindern und Kindergärten auf dem Außengelände des zukünftigen Kiez Zentrums Villa Lützow in der Kluck-, Ecke Lützowstraße in 10785 Berlin Mitte.
Unser Garten mitten in der Stadt bietet einen Ort zur sinnvollen Freizeitgestaltung in der Gemeinschaft mit Anderen. Wir bieten regelmäßig Mitmach-Workshops aus den Bereichen Garten, Handwerk und Kunst.
Wir pflegen einen beträchtlichen Teil des bezirkseigenen Geländes, um diesen Kultur-, Lern- und Aufenthaltsort für die Menschen im Kiez anzubieten.
Unser Garten ist nach ökologischen Gesichtspunkten gestaltet und bietet zudem Schutz und Aufenthaltsmöglichkeiten für eine erhöhte Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren in der Stadt.
Unsere Angebote sensibilisieren für eine nachhaltige Lebensführung, gesunde Ernährung und aktiven Umweltschutz.
Seit 2014 arbeiten wir eng zusammen mit der Stadtbibliothek Tiergarten-Süd und konnten durch eine – mit dem Amt für Weiterbildung, FB Bibliotheken erarbeitete – Neuprofilierung der Bibliothek mit den Schwerpunkten (urbanes) Gärtnern, nachhaltige Lebensstile, gemeinsam Selbermachen und interaktiven Sprachlernangeboten ihren Erhalt als Bildungsstandort im Kiez bis mindestens Ende 2018 sichern.
Unsere Arbeit und der Garten sind jetzt durch die Bauarbeiten für das neu entstehende Kiez Zentrum, in dem auch wachsenlassen verankert ist, existenziell bedroht.
Am 2. Mai 2017 sollen endlich die Bauarbeiten für das Kiez Zentrum Villa Lützow beginnen. Leider geht die Baustellenzufahrt genau durch unseren Garten.
- Wir verfügen über keinerlei finanzielle und zu geringe personelle Ressourcen, um die notwendigen Umsetz- und Umpflanzarbeiten zu leisten, damit wichtige Teile des Gartens während der Bauphase erhalten und geschützt werden können.
- Um eine Zukunft zu haben, benötigen wir eine solide verbindliche finanzielle Zusage, zur erfolgreichen Weiterführung des Gemeinschaftsgartens.
- Nach Beendigung der Bauarbeiten 2018 muss der Garten rückgebaut und neu gestaltet werden, auch dies geht nur mit finanzieller und personeller Unterstütztung, die nachhaltig angelegt sein muss.
Wie können Sie uns helfen, unseren Garten zu erhalten?
- Sich gemeinsam mit uns für eine dauerhafte Finanzierung des Angebots engagieren und dazu auch kreative Ideen entwickeln,
- uns bei der Rettung von Pflanzen und des kunsthandwerklich gestalteten Zauns um unseren ‚Bauerngarten‘ tatkräftig unterstützen,
- uns als Referenz ein Unterstützerschreiben (siehe Rückseite) zusenden
- uns finanziell mit einer Spende auf folgendes Konto unterstützen:
KIDZ e.V.
IBAN: DE 48 1007 0848 0440 3903 00
BIC: DEUTDEDB110
Die Arbeit von KIDZ e.V. ist als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt. Spenden und Förderbeiträge sind steuerlich abzugsfähig.
Vielen herzlichen Dank für Ihr Engagement!
„Unterstützerschreiben“ gerne im Nachbarschaftstreff an der Bibliothek Tiergarten-Süd,
Lützowstr. 27, 10785 Berlin abgeben oder per Mail an:
Kontakt: Gabriele Koll, wachsenlassen@web.de
Information und Unterstützerschreiben als pdf:Rettet den Gemeinschaftsgarten wachsenlassen
Nachhaltigkeit braucht Zeit –
Veröffentlicht: März 29, 2017 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Garten in der Stadt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, Urbanes Gärtnern, Wachsenlassen Hinterlasse einen Kommentar– und wie sieht sie eigentlich aus?
Gestern, bei einem Rundgang durch unseren bedrohten Garten – vielen Dank für das schöne Gespräch, liebe Kaya!- wurde die simple Tatsache, dass Nachhaltigkeit unter anderem eben auch nur durch Zeit zu haben ist, wieder einmal überdeutlich.
Um das zu verstehen, muss man sich wohl ebenfalls nur die Zeit nehmen, aufmerksam hinzuschauen.
Unser Insektenhotel, vor ca. 5 Jahren errichtet, ist seit etwa 2 Jahren endlich bewohnt!
Wie oft haben wir davor gestanden und nach Hotelgästen gesucht und uns immer wieder gefragt, ob und wenn ja, was wir falsch gemacht hätten beim Bau.
Heute kann ich sagen: Nichts haben wir falsch gemacht, Standort und Baumaterialien scheinen zufriedenstellend zu sein.
Unser „Fehler“ war lediglich unsere Ungeduld, menschliche Hybris und unsere irrige Vorstellung, Unmengen von Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegwespen, Florfliegen oder Ohrwürmer würden nur darauf warten, am Eröffnungstag Schlange zu stehen.
Nun also, nur wenige Tage vor der baustellenbedingten Umsetzung, scheinen viele der Appartements zu vollster Zufriedenheit bewohnt zu sein.
Wir hoffen inbrünstig, auch noch danach…
Auch zwei Vorher-Nachher-Bildchen spiegel den Faktor Zeit und Geduld und Nachhaltigkeit wider:
Ein Teil des Gartens zu Projektbeginn im Jahr 2010…
…und gestern im Jahr 2017, etwa zur gleichen Jahreszeit, wie man an den Forsythien sehen kann.
Auch wenn unser Garten für viele immer wieder zu ‚unaufgeräumt‘ ausgesehen hat – auch unbezahlte Arbeitszeit ist Zeit, wenn auch ein anderer Aspekt derselben – unserem Ziel, mit unserem Gemeinschaftsgarten mitten in der Stadt Raum für mehr Artenvielfalt zu schaffen, sind wir doch schon ein kleines Stückchen näher gekommen.
Wir bitten – auch den Bezirk Berlin Mitte – um Unterstützung für den Weitererhalt unseres Gartens.
Baustellenzufahrt bedroht Gemeinschaftsgarten
Veröffentlicht: März 22, 2017 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Ökologie, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarVandalismus erprobt nach 6 Jahren gemeinsamen Gärtnerns mitten in der Stadt, droht unserem Garten nun ein Schlag, der sein Ende bedeuten könnte:
Eine Baustellenzufahrt quer durch einen sonnigen Bereich unseres Gartens.
Da heißt es innerlich Abschied nehmen mitten im Frühling, der Zeit des Wiederentdeckens der Pflanzenfreunde nach langem Winterschlaf.
So ist dieser Frühling von schwerem Herzen und Sorge um unsere Stauden getrübt.
Die Paeonia – Pfingstrose, zieht, wie alle Pflanzen, nicht gerne um.
Diese, bei ihrem Austrieb filigrane Schönheit und im Frühsommer durch ihre häufig fein duftenden Blüten mit Größe und Farbe beeindruckende Pflanzendame bevorzugt einen windgeschützten Platz und mag das Sonnenlicht am liebsten ein wenig gefiltert, beispielsweise durch einen Baum mit wenig Laub.
Es wird allgemein empfohlen, den Standort sorgfältig auszuwählen, „da Pfingstrosen eine Versetzung gar nicht schätzen und sich gegebenenfalls weigern zu blühen“.
Aber wenn sie einen Standort gefunden haben, der ihnen entspricht, können sie „so alt werden wie Schildkröten und zählen damit zu den langlebigsten Pflanzen, die dem (Hobby-) Gärtner zur Verfügung stehen“.
Unsere Päonie zeigt sich in ihrem 5. Jahr noch sichtlich zufrieden mit ihrem Platz im Garten und die Schildkröte weiß noch nicht, was auf sie zukommt…
Ein wenig Trost spenden die wiederkehrenden Gesellen im Kräuterbereich, welcher (nach bisherigen Kenntnissen) wohl nicht von Arbeitsgeräten und Baustellenfahrzeugen überrollt werden wird. (Als Materiallagerplatz ist er bisher auch noch nicht ausgewiesen.)
Der zarten Triebe des Fenchels verströmen schon ihren Duft, wenn man sie berührt und mit einer erste Kerbelsuppe wird an diesem Wochenende der Frühling auch in die Küche einziehen.
Also versuchen wir, uns über die freuen, um die wir keine Angst haben müssen und hoffen, für die, um die wir uns sorgen, einen Weg zu finden.
Und: wir freuen uns über konstruktive Rettungsvorschläge, die uns aus unserer Ratlosigkeit befreien könnten!
Gemeinschaftsgarten wachsenlassen in Not
Veröffentlicht: März 12, 2017 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Nachhaltigkeit, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarVor einer Woche, mit der Komposttüte in der Hand: da war einfach ein Nichts.
Nein, natürlich kein Nichts, sondern eine sorgfältig (?) gerodete Fläche, wo einmal unser Kompost gewesen war.
Also: Im Mai dieses Jahres ist Baubeginn des Kiez Zentrums Villa Lützow (ursprünglicher Beginn: 1.1.2016) und wie es bisher aussieht, soll die Baustellenzufahrt genau durch unseren Garten gehen.
Nicht, dass uns irgendjemand Bescheid gesagt hätte.
Warum auch?
Der bunt bemalte Zaun, errichtet mit ca. 50 helfenden Händen in der Zeit eines ganzen Sommers, die Beete der Kindergärten und einiger Gäertner_innen, die eingewachsenen Beerensträucher, Stauden, das Insektenhotel (noch steht es, juhu) und und und tja, unser Kompost, Grundlage für ein neues Gartenjahr.
Wie geht es weiter?
Noch wird gehofft, dass man die Zufahrt woanders einrichten kann, noch wird gehofft, mit irgend einem zuständigen Menschen darüber reden zu können, noch wird gehofft, in weitere Planungen mit einbezogen zu werden…
Wir werden sehen.
BOULEVARD POTSDAMER – eine Straße wird GRÜN!
Veröffentlicht: Februar 8, 2017 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Ökologie, Grüne Bibliothek, Nachhaltigkeit, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarDie Interessengemeinschaft Potsdamer Straße hat als Träger den Zuschlag bei dem Wettbewerb „MittendrIn Berlin!“ erhalten.
Herzlichen Glückwunsch!
IDEE des Konzeptes ist es, mit der Umsetzung des Konzeptes BOULEVARD POTSDAMER – eine Straße wird GRÜN! im Rahmen der ausgeschriebenen Kategorie: „Mitten-drin Berlin! Impulse“ Anstöße für eine nachhaltige und ökologische Veränderung an der Potsdamer Straße zu geben. GRÜN soll im physischen Sinne und durch verschiedene „grüne“ Aktivitäten als das verbindende Element und das Markenzeichen der geplanten Aktionen wirken.
Gemeinsam in das Neue Jahr
Veröffentlicht: Januar 13, 2017 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, nachhaltiges Wirtschaften, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern, Werken mit Kindern Hinterlasse einen KommentarNach jahrelanger punktueller Zusammenarbeit zwischen dem Jugendhilfeträger KIDZ e.V. und dem Projekt wachsenlassen entstand im Jahre 2016 durch gemeinsame Projektplanung, Mittelakquise und Durchführung eine enge Kooperation.
Zum 1.1. 2017 werden die Angebote des Projektes wachsenlassen – Gemeinschaftsgarten & Grüne Bibliothek unter der Trägerschaft von KIDZ-Kinder- und Jugendhilfe im Dienst der Zukunft e.V. durchgeführt.
Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Arbeit!
Wir und die Welt, die uns umgibt – ein kleiner Rückblick
Veröffentlicht: November 17, 2016 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Garten in der Stadt, Grüne Bibliothek, Nachhaltigkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Sprachlernangebote, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern, Werken mit Kindern Hinterlasse einen KommentarEin Gefühl für sich selbst und seine Um-Welt zu entwickeln – den großen und kleinen Teilnehmern unserer Angebote dabei zur Seite zu stehen – ist uns ein Anliegen.
Unser Gemeinschaftsgarten bietet den Raum, Stadtnatur mit allen Sinnen zu erfahren – und die Räume in der Stadtbibliothek Tiergarten bieten Platz zum gestalterischen Aufarbeiten des Erlebten, zum Erählen, Lesen, Basteln und Vielem mehr.
In unserem Sommerferienworkshop 2016 gingen Kinder gemeinsam mit Julia Westheimer auf die Suche nach Bodenlebewesen und konnten eine Menge darüber erfahren, wie wichtig es für uns Menschen ist, deren Leben zu schützen und zu erhalten.
Unser Boden – auf dem wir meist nur achtlos gehen und stehen – als Lebensgrundlage für Mensch und Tier.
In einem weiteren Workshop in den Herbstferien 2016 gestalteten die Kinder ein großes Wandbild über das im Sommer Erlebte und präsentierten dieses und andere Arbeiten in einer kleinen Werkschau am 21.10.2016.
Um meine Umwelt zu achten und zu pflegen, sollte ich erst einmal bei mir selbst damit anfangen.
Wir glauben, nur wer es gelernt hat, sich selbst gegenüber achtsam zu sein, kann überhaupt die Fähigkeit entwickeln, auch anderen und der Umwelt gegenüber Verantwortung zu übernahmen.
Deshalb liegt ein Schwerpunkt bei den Sprachlerngeboten von Babette Dombrowski auf der Persönlichkeitsbildung.
Unterschiedliche Methoden und Mittel führen spielerisch an eine Selbstreflexion heran.
Präsentiert wurden daher auch lebensgroß gestaltete Vorstellungen von dem, ‚was ich bin‘ (oder besser gesagt: sein will, wie z.B. die Nummer 7 zeigt).
Wünsche, Träume, Vorstellungen vom eigenen Leben, die immer auch dabei helfen können, sich selbst besser kennen zu lernen und zu orientieren.
Selbst erzählte Geschichten, persönliche Steckbriefe, ein Memory-Spiel mit den eigenen Konterfeis konnten ebenfalls von den Besuchern entdeckt werden.
Alle haben sich über die zahlreichen Besucher bei unserer kleinen Werkschau gefreut, stolz und souverän führten die jungen Gastgeber durch die Bibliothek eröffneten anschließend im Nachbarschaftstreff das – themengerecht gestaltete – Buffet, bei dem alle Besucher noch für eine Weile zum gemütlichen Gespräch beisammen saßen.
Saatgut-Nachmittag in der Grünen Bibliothek
Veröffentlicht: November 15, 2016 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Bibliothek Tiergarten-Süd, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Grüne Bibliothek, Leih-Sämerei, nachhaltiges Wirtschaften, Nachhaltigkeit, Saatgut, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarAm 29.10. 2016 trafen sich Interessierte zum Saatgutreinigen und zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch im Projektraum der Grünen Bibliothek.
Aus unserem Gemeinschaftsgarten wachsenlassen kamen in diesem Jahr nur einige Kräuter- und Zierpflanzensamen, um so schöner, dass einige Teilnehmer Saatgut aus eigenen Gärten in und um Berlin mitbrachten.
Wir kamen bald auf die Frage, warum Saatgut überhaupt gereinigt wird?
Es spricht einiges dafür:
Möchte man eine größere Samen-Sammlung zuverlässig aufbewahren, ist es ratsam, den Samen von allen Pflanzenresten zu trennen, denn diese könnten Verunreinigungen in Form von Viren, Pilzen, oder auch kleinste Schadorganismen enthalten.
Im Handel spielt zudem das sogenannte 1000-Korngewicht eine Rolle, um genaue Mengenangaben machen zu können.
Zudem kann man mit reinem Saatgut natürlich weit präziser aussäen, was im Produktionsgartenbau eine große Rolle spielt.
Daraus folgt aber auch, dass das Reinigen von Saatgut für den Hausgebrauch nicht unbedingt nötig ist, besonders, wenn es nur über die Wintersaison gebracht weden soll und die Aussaat nicht punktgenau erfolgen muss.
Es ist jedoch – meist – ein richtiges Vergnügen, sich damit zu beschäftigen (alleine und mehr noch in Gesellschaft),es ist anregend, aber auch meditativ.
Man lernt nebenbei viel über die Pflanzenphysiologie/Botanik und den eigenen, oft unscharfen, Blick (weshalb wir uns ab und zu mit einer Lupe beholfen haben.)
Im Gegensatz zum letzten Jahr haben wir diesmal rein zufällig nur Stauden- und Kräutersamen bearbeitet:
Aus der gemeinnützigen Gemeinschaft Eden bei Oranienburg (www.eden-eg.de) wurden zum Beispiel Seltenheiten wie die sehr kleinblütige Tagetes multiflora (aus Lateinamerika) ,

Bild: http://forum.awd.ru/viewtopic.php?f=462&t=223221&start=140
Lein/Flachs, Ringelblumen, eine aufregende Mischung verschiedener Kapuzinerkressen, Kalifornischer Goldmohn und andere für die LeihSämerei mitgebracht.
Die Tageteshüllen liessen sich nur durch zartes Reiben zwischen den Handflächen öffnen. Mit Glück konnte man die Samen dann durch Zwirbeln zwischen den Fingern herausfallen lassen, sonst müssen sie recht arbeitsintensiv herausgezupft werden.
Unsere Siebe können übrigens ausgeliehen werden! Kontakt: wachsenlassen@web.de
Der Lein – Linum usitatissimum ist noch genaus so hart wie im letzten Jahr:
Er wurde von uns zunächst im Leinenbeutel : ) gedroschen, dann durch verschiedene Siebe gerieben, zuletzt noch durch Pusten, bzw mit dem Wurfsieb von den letzten Hüllen getrennt.

Aus einem Kleingarten nähe Südkreuz wurde unter anderem einjähriger Schopfsalbei – Salvia viridis (ssp. horminum)

Bild: salbei-pflege.de/zierpflanze/salvia-viridis/
– aus der riesengroßen Salvia-Familie – gespendet. Dieser Salbei prunkt mit bunten Hochblättern, die Blüten sitzen unscheinbar quirlig am Stengel.
Er gab seine Samen auch nicht ohne weiteres her:
Zunächst wurden die Früchte von den kräftigen Stielen getrennt, doch die vielen Teilkapseln öffnet man nur durch kräftiges Walken im Leinsack und anschliessendes Reiben über den Boden eines Siebes. Durch Wegpusten der letzten Hüllreste erhält man schlussendlich das einigermaßen gereinigte Saatgut.
Vom sehr informativen und anregenden Saatgut-Samstag am 15.10.2016 im Prinzessinengarten hatten wir
den wunderhübschen Mais ‚Black cuties’ ,
Zitronen-Katzenminze – Nepeta cataria var. citriodora,
und die Prunkwinde – Ipomea tricolor,
sowie von den Schönfärberinnen aus dem Färbergarten des Allmende-Kontors:
Färberwaid – Isatis tinctoria (aus Asien stammend, aber seit vielen Jahrhunderten das europäische Indigo),
Färber-Wau – Reseda luteola (uralte europäische Pflanze zum Gelb-Färben),
Carthamus tinctorius – die Färberdistel oder auch Saflor
und Chenopodium podagraria – den guten Heinrich (vom Aussterben bedroht)
mitgebracht.
Die Schötchen des Färberwaid öffnen sich nicht leicht, sie können jedoch im Ganzen ausgesät werden. Schneller geht es mit folgender Methode:
http://www.dyeplants.de/waidanbau.html
Nur unsere Herbstanemonensamen, Anemone hupehensis – werden nicht gereinigt.
Die klitzekleinen Samen sind fest mit den weissen, weichen, wattigen Fasern verbunden und werden in diesem Zustand in die Erde gelegt.
Hier eine kleine Anleitung, obwohl Anemonen weit einfacher über Ableger vermehrt werden:
Die Watte auseinanderziehen, in einen Topf oder auf die Gartenerde legen und angießen, damit das Ganze nicht wegfliegt.
Über Winter draussen lassen.
Vor starker Sonne und Trockenheit geschützt, bilden sich aus dem Samen im Frühjahr zarte Keimlinge, die zu Jungpflanzen heranwachsen.
Diese Pflanzen können sich sehr von der Ursprungspflanze unterscheiden.
Die kleinen Herbstanemonen sollten das erste Jahr nach Möglichkeit frostgeschützt überwintern.
Immerhin ein interessantes Experiment!
Beim Einsortieren der Samen in die Saatgutbibliothek wurde klar, dass man eigentlich nicht genug Informationen zu den Pflanzen haben kann – aber leider selten hat…
Einfach aus dem Grunde, weil wir schon beim Aussäen unser Augenmerk häufig direkt auf die Praxis von Hege, Pflege, Ernte richten.
So fällt die Archivierung der Samentüten häufig aus und man vergisst, danach zu schauen, ob das reale Pflanzenwesen auch die angekündigte Eigenschaften zeigt – oder andere. : )
Und im Rückblick ist es dann oft schwer, die spezifischen Eigenschaften noch zu beschreiben…
Deshalb an dieser Stelle noch einmal die Bitte an alle, Informationen zu den Pflanzen aufzuheben/zu sammeln und bei Spenden eben nicht nur das Saatgut, sondern auch die dazugehörigen Informationen großzügig ; ) weiter zu geben.
Was zu bedenken ist:
Saatgut verliert nach und nach seine Keimfähigkeit!
Viele Zwiebelgewächse, Lauch/Poree, Knoblauch, Schnittlauch, sowie Pastinake und Schwarzwurzel, verliern ihre Keimkraft beispielsweise oft schon nach wenigen Monaten, und sollten daher besser eingefroren aufbewahrt werden.
Auch Mais, Sellerie, Spinat, Fenchel und Möhren sollten nicht länger als
2-3 Jahre in unserer Leihsämerei auf Gärtner warten müssen.
Daher ist die diese auf einen lebhaften Leih-und-Rückgabe- Zyklus angewiesen, um sich ‚jung zu halten’ beziehungsweise das angebotene Saatgut durch Anbau immer wieder zu verjüngen.
Bitte seid neugierig, kommt, leiht, baut an, erntet und spendet!
DANKE!
Julia Westheimer und die LeihSämerei der Grünen Bibliothek der Nachbarschaft,
Lützowstr. 27, 10785 Berlin
Saatgut tauschen und reinigen am 29. Oktober
Veröffentlicht: Oktober 16, 2016 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Bibliothek Tiergarten-Süd, Grüne Bibliothek, Leih-Sämerei, nachhaltiges Wirtschaften, Saatgut, Saatgut-Tauschbörse, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarWir freuen uns jederzeit über mitgebrachtes Saatgut für unsere LeihSämerei!
Der Flyer zur Veranstaltung als pdf: flyer-ls29-10-16


























