Wachsenlassen – Grüne Bibliothek der Nachbarschaft und Gemeinschaftsgarten
Veröffentlicht: Oktober 1, 2016 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek, Gemeinschaftsgarten | Tags: Artenvielfalt, Bibliothek Tiergarten-Süd, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, Nachhaltigkeit, Sprache sprechen, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen Kommentar– was wir sind und was wir machen –
Die Stadtteilbibliothek Tiergarten Süd stellt – trotz ihrer geringen Größe – als die einzige öffentliche Bildungseinrichtung im Quartier, die (nahezu) kostenlos genutzt werden kann, einen unverzichtbaren, zentralen Bildungsstandort für die Anwohnerschaft dar. Sie verfügt über zwei entscheidende Vorteile, wodurch es gelingen kann, ihren Standort dauerhaft zu erhalten:
- Die direkte Einbindung an das neu entstehende soziokulturelle Zentrum Villa Lützow mit seinen auf dem großen Außengelände angesiedelten Gartenprojekten und den professionellen Akteuren im soziokulturellen Bereich. Dieses zukünftige Kiez Zentrum wird gemeinsam mit dem Jugendamt Berlin Mitte und den vor Ort ansässigen Trägern konzipiert und organisiert.
- die Nutzung des vorhandenen Anbaus als nachbarschaftlichem Treffpunkt mit Bildungsangeboten, Mitmach-Workshops, Beratungsangeboten, – als Ort der Wissensvermittlung und Gemeinwesenarbeit.
Seit 2014 werden mit der Projektarbeit der Grünen Bibliothek der Nachbarschaft und deren Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftsgarten wachsenlassen – der von der BVV Mitte 2016 „als Aktionsfläche für das soziokulturelle Zentrum als Ort, wo Stadtmenschen, insbesondere Kindern, Naturleben und Umweltwissen vermittelt wird, als erhaltenswert und schützenswert“ anerkannt und sein Erhalt damit beschlossen wurde – die Idee des Gärtnerns in der Stadt und die damit verbundenen Bildungsmöglichkeiten ebenso aufgegriffen und weiterentwickelt wie interaktive Sprachlernangebote ausgebaut.
Bibliotheken werden in der heutigen Zeit immer wichtiger als Aufenthalts- und Kommunikationsorte, die ein grundlegendes Angebot an Wissensquellen unabhängig von sozialer, kultureller, ethnischer oder geschlechtlicher Herkunft zur Verfügung stellen.
Das Gleiche hat sich mittlerweile für urbane Gärten herauskristallisiert.
Bürger_innen brauchen in ihrer direkten Lebenswelt den öffentlichen und gut erreichbaren Zugang zu Orten des lebenslangen Lernens, die man im Stillen oder in Gemeinschaft mit anderen nutzen kann. Orte, an denen nicht nur Materialien zur Wissenserweiterung kostenlos oder preisgünstig zur Verfügung gestellt werden, sondern auch Beratung, Unterstützung und Gemeinschaft erfahren werden können.
Um die am Standort vorhandenen Potentiale aufzugreifen, wurde gemeinsam mit dem Amt für Weiterbildung und Kultur, FB Bibliotheken, eine Profilierung mit den Schwerpunkten ‚urbanes Gärtnern, ökologisches Stadtleben, nachhaltige Lebensführung‘ erarbeitet, die durch das Projekt – BELESEN – Bewusst Leben und Lesen – Neuprofilierung der Stadtbibliothek Tiergarten Süd – Projektzeitraum Juli 2016 – Dezember 2018 konkret umgesetzt werden soll. Das besondere Ziel ist, auch über den Projektzeitraum hinaus den Standort Bibliothek Tiergarten-Süd erfolgreich aufrechterhalten zu können.
Die Grüne Bibliothek der Nachbarschaft und der Gemeinschaftsgarten wachsenlassen stellen folgende Angebote bereit:
- Gärtnern in der Stadt
- Gärtnern mit Kindern im Vorschulalter
- Garten-Kunst-handwerklich-orientierte Workshops / für Kinder auch als Ferienangebote
- kreative Sprachlernangebote in kleinen Gruppen für Kinder ab dem Vorschulalter und Erwachsene mit nichtdeutscher Muttersprache mit dem Schwerpunkt Umwelt, nachhaltige Lebensstile
- Beratung zu Fragen der nachhaltigen Lebensgestaltung
- Repair Café – Schwerpunkt Nähen
- Pflege und Beratung zu einer LeihSämerei, in der selbst gewonnenes Saatgut eingestellt und entnommen werden kann
Alle unsere Angebote legen Wert auf einen gepflegten Umgang mit der deutschen Sprache und auf die Vermittlung von Gedanken einer nachhaltigen Lebensführung unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte
Wir pflegen gute Kontakte zu andern sozio-kulturellen Akteuren vor Ort und Berlinweit und freuen uns über Zusammenarbeiten und Kooperationen.
Das Projekt BELESEN – Bewusst Leben und Lesen – Neuprofilierung der Stadtbibliothek Tiergarten Süd – wird gefördert durch:
Holunderbeeren-Ernte 2016
Veröffentlicht: September 25, 2016 Abgelegt unter: Workshops | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, nachhaltiges Wirtschaften, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarWir mussten in diesem Jahr reichlich suchen, um genug Beeren für unsere Holundersaft-Herstellung zu finden.
Zumindest rund um und im Familiengarten in Tiergarten-Süd war die Ausbeute leider kärglich. Es ist ja bekannt, dass die einzelnen Dolden an einem Strauch zu unterschiedlichen Zeiten reifen, aber wir fanden leider meist nur Dolden, bei denen die einzelnen Beeren nicht gleichzeitig reif geworden waren. So sahen leider die noch besseren Varianten aus:
Nun denn, der Holunder ist nun einmal ein mythisches Gewächs und wer weiß, mit was für Problemen die in ihm wohnende Schutzgöttin Holda in diesem Jahr beschäftigt war…
Holundersaft ist sehr einfach herzustellen:
Zuerst streift man die reifen (!), tief dunkelrot bis violetten Beeren mit einer Gabel von den Dolden ab, in unserem Fall ging noch einmal viel Zeit zum Aussortieren der noch grünen Beeren drauf.
Aber dafür konnten wir endlich wieder einmal gemütlich zusammen sitzen und miteinander plaudern. (Dies allein schon ein Grund dafür, einen Gemeinschaftsgarten mitten in der Stadt zu haben).
Danach wäscht man die Beeren und setzt sie mit Wasser, Zucker und Zitronensaft auf, als Mischungsverhältnis kann man als Grundwert 500 Gramm Zucker und Saft einer halben Zitrone auf 1 Kg Beeren und ½ Liter Wasser verwenden, alles andere ist Ausprobieren und Geschmackssache.
Beeren durch ein Tuch ausdrücken, damit möglichst viel des leckeren Saftes erhalten bleibt.
In saubere und mit kochendem Wasser sterilisierte Flaschen abfüllen, es ist auch empfehlenswert, die gefüllten und verschlossenen Flaschen noch einmal für ca. 30 Minuten im Wasserbad zu erhitzen. Dann hält der wohlschmeckende Saft sicherlich bis zur nächsten Erkältung.
Holundersaft hilft gegen Fieber, Husten und Heiserkeit und stärkt durch seinen hohen Vitamin C-Gehalt die Abwehrkräfte.
Vorsichtig beim Erwärmen: Damit das hitzeempfindliche Vitamin nicht zerstört wird, den Saft nicht kochen.
Unser Boden – unsere Lebensgrundlage
Veröffentlicht: September 23, 2016 Abgelegt unter: Kinder im Garten, Workshops | Tags: Ökologie, Bibliothek Tiergarten-Süd, Bodenkunde mit Kindern, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, Grund zum Leben, Nachhaltigkeit, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarUnser Boden – Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen, unverzichtbare Grundlage der Ernährung, Grundlage für die Einrichtung von Wohn-, Arbeits- und Freizeitstätten, Grundlage für Bedürfnisse nach Kontrolle über Raum und Besitz – wird er von uns noch anders wahrgenommen als der unangenehme Dreck unter unseren Füßen?
In unserem Ferienworkshop für Kinder ‚Wer lebt in unserem Boden – Boden und Bodenlebewesen kennenlernen‘ in den Sommerferien 2016 wollten wir versuchen, das ein wenig zu verändern und für die Wahrnehmung unseres Bodens als Lebensgrundlage und Lebensraum zu sensibilisieren.
Wir näherten uns an über die Sinneswahrnehmungen.
Barfuß mit verbundenen Augen über verschiedene Bodenarten laufen, riechen, fühlen, analysieren, ist Boden gleich Boden, gibt es Unterschiede und wie sehen diese aus?
Für manch eine /einen war schon die Herausforderung zu groß, barfuß über diesen Dreck zu laufen…
Wir näherten uns dem Boden weiter an über die Tiere, die in ihm leben, ihn letztendlich ‚herstellen‘ und somit – falls wir ihnen die Chance geben und ihren Lebensraum erhalten – dafür sorgen, dass wir Menschen einen fruchtbaren Boden zum Anbau unserer Nahrungsmittel zur Verfügung haben.
Wo leben welche Tiere? Wer bevorzugt welchen Lebensraum? Was fressen sie und wie stellen sie neuen, fruchtbaren Boden her?
(und sind sie wirklich so eklig, wie viele beim ersten Anblick finden oder entdecken wir neue Lebenswelten und -wesen, wenn wir sie eingehender betrachten und mehr über ihre Lebensweise erfahren?)
Da wir die Tiere über die Tage beobachten und zeichnen wollten, erhielten sie von uns ausreichend – wie wir hofften – ausgestattete Übergangswohnungen, welche wir mit Erde, Blättern, Holz und Feuchtigkeit auslegten.
Nun konnte das Beobachten beginnen.
Mit Hilfe von Schaubildern und Büchern aus unserer Bibliothek versuchten wir, die Tiere zu bestimmen und mehr über ihre Lebensweise zu erfahren.
Unser ‚bester‘ Fund: Der gemeine Mistkäfer!
Und eine Marienkäferlarve, die wirklich nicht wie ein Marienkäfer aussieht, die aber, besonders in ihrem letzten Stadium, ganz, ganz viele Blattläuse frisst.
Es entwickelte sich nach ungläubigem Staunen darüber, dass und vor allem wie der Regenwurm ‚unseren Boden herstellt‘ sogar so etwas wie Ehrfurcht ihm gegenüber, anfassen mochten ihn aber nach wie vor die wenigsten.
Wir haben Feuerkäfer, Marienkäfer (-larven), Mistkäfer, Asseln und Regenwürmer kennengelernt und etwas über ihre Lebensweise und ihren Lebensraum, den Boden erfahren.
Wir haben viel Spaß miteinander gehabt beim Entdecken,Erfahren, Zeichnen, Malen, Erzählen und vielleicht denkt zukünftig der eine oder andere kleine Mensch daran, wie schützenswert und wichtig unser Boden und die darin lebenden Tiere für uns sind…
Und als wir die Tiere am letzten Tag wieder frei gelassen haben, waren doch alle sehr erleichtert, dass sie alle (?!) überlebt haben.
Jeden Freitag, in der Zeit von 14.15 – 16.00 Uhr, geht es in der Grünen Bibliothek weiter mit Erkundigungen im Garten und in der Bibliothek
Viel Wissenswertes über den Boden und seinen Erhalt findet sich auf: http://saveoursoils.com/de
Zusammen: im Garten und in der Bibliothek
Veröffentlicht: September 16, 2016 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern 2 KommentareNeues Angebot am Freitag in der Grünen Bibliothek
vorlesen nachlesen Bäume Bücher
BlumenBuntes Grünes blättern
spielen handwerken entdecken ausprobieren und erzählen …!
Wo: Stadtbibliothek Tiergarten, Lützowstr. 27, 10785 Berlin
wann: jeden Freitag von 14.00 – 16.00 Uhr (Start: 23.9.2016)
Leitung: Julia Westheimer
Zusammen: im Garten und in der Bibliothek ist ein offenes Angebot, für alle, die Spaß daran haben, sich mit Garten, Umwelt und Büchern zu beschäftigen. Begrenzte Teilnehmerzahl. Einfach zum Schnuppern vorbeizukommen ist immer möglich. Möglichst wetterfeste Kleidung mitbringen.
Und hier der Flyer zum Ausdrucken: flyer-zusammen-im-garten
Gemeinsam Holundersaft herstellen
Veröffentlicht: August 25, 2016 Abgelegt unter: Workshops | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, Holundersaft, nachhaltiges Wirtschaften, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarAm Samstag, den 27. August 2016 um 14.00 treffen wir uns in der Grünen Bibliothek, Lützowstr. 27, 10785 Berlin, um Holunderbeeren im Familiengarten zu ernten und diese danach gemeinsam zu Saft zu verarbeiten.
Wer Lust hat, dazu zu kommen, schicke bitte eine kurze Mail an: wachsenlassen@web.de
Bitte Zutaten und Flaschen selber mitbringen.
Lehmofen-Backtag im Familiengarten in Tiergarten-Süd
Veröffentlicht: Juni 30, 2016 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Garten in der Stadt, GartenZeit, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Lehmbackofen in Berlin, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarAm kommenden Samstag, den 2. Juli, ist im Familiengarten wieder Backtag, wie
jeden ersten Samstag im Monat.
Wie üblich, werden alle Vorbereitungen so getroffen sein, dass der Ofen gegen 15.00 Uhr angeheizt sein wird.
Der Lehmofen verfügt über zwei Backkammern, in einer darf nur Halāl-Fleisch zubereitet werden.
Eine vorherige Benachrichtigung unter wachsenlassen@web.de, wenn man dazu kommen möchte, erleichtert die Entscheidung, ob ein oder zwei Öfen angeheizt werden müssen.
Das Backen im Lehmofen bietet vielfältige Möglichkeiten, macht eine Menge Spaß und nach unseren bisherigen Erfahrungen können wir sagen:
Kuchen, Aufläufe, Brote und vieles mehr aus dem Lehmofen schmecken großartig!
Der Familiengarten befindet sich in der Lützowstr. 28, Ecke Kluckstr., 10785 Berlin und der Lehmofen-Backtag an jedem ersten Samstag im Monat ist ein offenes Angebot für die Nachbarschaft und andere Interessierte.
Gemeinschaftsgarten in Berlin Tiergarten
Veröffentlicht: Juni 15, 2016 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Garten in der Stadt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, Nachhaltigkeit, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarUnser Gemeinschaftsgarten wachsenlassen befindet sich auf dem Gelände des Familiengartens Mitte, Lützowstr., Ecke Kluckstr. in Berlin Tiergarten.
Wir möchten mit unserem Garten einen ökologisch sinnvollen und angenehmen grünen Aufenthaltsort im Kiez schaffen und erhalten. In den Vormittagsstunden gärtnern wir mit Kindergartenkindern aus der Nachbarschaft, unser Garten ist offen für alle Menschen, die sich dort aufhalten und engagieren möchten.
Auch wenn momentan keine eigenen Einzelbeete zu vergeben sind, würden wir uns über neue Mitgärtner_innen freuen, die den Garten gemeinsam mit uns pflegen, an seinem Erhalt mitarbeiten und ihn eigenständig weiter gestalten. Es gibt noch genug Bereiche, um die man sich kümmern, die man anlegen und verschönern kann.
Anfragen bitte unter wachsenlassen@web.de oder zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek Tiergarten persönlich in der Grünen Bibliothek.
Das gesamte Gelände (Jugendamt Berlin Mitte) befindet sich in der Entwicklung zu einem sozio-kulturellen Zentrum für den Kiez, welches seit neusesten auch schon einen Namen hat: Villa Lützow.
Die seit Jahren ansässigen unterschiedlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Vereine, Institutionen und Gärtner_innen haben gemeinsam mit dem Jugendamt Berlin Mitte ein Konzept dafür erarbeitet, auch Anwohner wurden nach Möglichkeit immer wieder in diesen Prozess eingebunden.
Leider lässt der dazu notwendige Umbau der Häuser noch auf sich warten (der ursprünglich geplante Baubeginn zum 1.1.2016 wurde nun vorläufig auf Dezember 2016 verschoben) und obwohl der Berliner so etwas ja gewohnt ist, ist es für alle Nutzer und Gestalter des Geländes nun erschwert, dort zu arbeiten, zu gärtnern und/oder sich einfach einmal entspannt aufzuhalten.
Vandalismus und Vermüllung haben in den letzten Wochen drastisch zugenommen und – obwohl es nicht in Frage gestellt ist, dass hier in Zukunft ein öffentliches Gelände mit unterschiedlichen Betreuungs-, Beratungs- und Freizeitangeboten für alle Menschen im Kiez entstehen wird – wurde nun beschlossen, die Nutzung des Gartengeländes für einige Zeit einzuschränken.
Es wurde erst einmal ein generelles Grillverbot ausgesprochen, am Wochenende und unter der Woche abends ab 19.00 Uhr wird der Garten bis auf Weiteres erst einmal nur für die direkten Nutzer und Gestalter des sozio-kulturellen Zentrums Villa Lützow zugänglich sein, bis eine andere Regelung gefunden werden kann.
Nun hoffen wir auf Verständnis aus der Nachbarschaft für die eingeschränkten Öffnungszeiten und vielleicht finden sich ja dadurch (dass der Garten nicht mehr jedes Wochenende von Grillhorden überrannt und vermüllt wird) auch mehr Menschen, die an der Entwicklung des Geländes und somit auch an der eines soziokulturellen Zentrums für Berlin Tiergarten mitarbeiten möchten.
Wir würden uns darüber sehr freuen!
Totgesagte leben länger
Veröffentlicht: Juni 13, 2016 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, gerechte gesellschaft, Nachhaltigkeit, Tauschregal, Urbanes Gärtnern Ein KommentarDas von mir auf allgemeinen Beschluss hin in der letzten Woche geschlossene Tauschregal (alle, die versucht haben, dort Ordnung zu halten, haben das Handtuch geworfen wegen permanenter Vermüllung, Verdreckung, Verschlampung…) ist zügig wieder von unbekannter Hand geöffnet worden und – man mag es nicht glauben – ich habe das Gefühl, dass es seither etwas ordentlicher zugeht.
Hat unser Tauschregal noch eine Chance?
(Also noch einmal vor dem endgültigem Abriss: wer sich um Ordnung im Tauschregal kümmern möchte, melde sich bitte unter: wachsenlassen@web.de oder persönlich in der Bibliothek Tiergarten zu deren Öffnungszeiten)
Hilfe, wir ersticken im Müll!
Veröffentlicht: Mai 27, 2016 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Familiengarten Kluckstraße, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Ein KommentarSo idyllisch könnte der Blick auf das schöne Gelände Familiengarten Kluckstraße aussehen, ein Ort für engagierte sozio-kulturelle Arbeit und ein nachbarschaftlicher grüner Treffpunkt – mitten im Kiez Tiergarten-Süd!
Leider sieht die Realität zunehmend anders aus wie hier am Eingang Kluckstraße, ein Weg, den die Sozialpädagog_innen von Kidz e.V. häufig mit Kindern und Jugendlichen nehmen…und ein mindestens ebenso häufig genutzter Ort des Prostitutionsvollzugs:
Im Garten selber besteht eher das Problem der massiven Vermüllung durch externe Nutzer:
Es ist ausdrücklich gewünscht, dass der Familiengarten ein öffentlich zugänglicher Ort für die Nachbarschaft sein soll, zum entspannten Aufenthalt im Freien, für Spiel, Spaß und Erholung. Und natürlich kann dann dort auch gepicknickt oder gegrillt werden.
Was auch ausgiebig genutzt wird.
Was jedoch leider nicht geschieht ist, dass die Nutzers des Platzes auch Verantwortung für das Gelände selbst übernehmen.
Vandalismus und eine starke Vermüllung sind zunehmend an der Tagesordnung, besonders nach den Wochenenden.
Der Familiengarten Mitte ist ein Gelände des Jugendamtes. In den Gebäuden des Geländes (wovon das Haupthaus momentan wegen zukünftiger Sanierung geräumt ist) leisten unterschiedliche Träger und Initiativen seit Jahren wichtige sozio-kulturelle Arbeiten für den Stadtteil.
Neben den Trägern der Kinder-und Jugendhilfe Kidz e.V. und FiPP e.V. sind Kombi – Kommunikation und Bildung, Gladt e.V. und der Stadtteilverein Tiergarten e.V. vor Ort tätig. Ergänzt wird das Angebot durch den Gemeinschaftsgarten wachsenlassen und den Interkulturellen Garten City. Auch die Bibliothek Tiergarten, am Eingang des Geländes gelegen, ist dem sozio-kulturellen Zentrum zugehörig.
Die o.g. Träger vor Ort bemühen sich regelmäßig, dass schöne Außengelände zu pflegen, in Arbeitseinsätzen und Aktionstagen entmüllen Gärtner_innen und/oder Sozialpädagog_innen mit ‚ihren‘ Kindern und Jugendlichen den Außenbereich.
So geschehen in der letzten Woche durch Mitarbeiter_innen von Kidz e.V. mit einer großen helfenden Kindergruppe.
Noch einmal herzlichen Dank an alle für diesen stundenlangen Einsatz!
Auch neben dem Anbau der Bibliothek, in welchem sich aktuell der neue Nachbarschaftstreff und die Grüne Bibliothek der Nachbarschaft befinden, wird von den Mitarbeiter_innen vor Ort immer wieder gegen die Hinterlassenschaften des regen Prostitutionsvollzugs gekämpft.
(Hier ein Bild im sozusagen jungfräulichem Zustand nach dem Saubermachen, leider immer nur ein sehr kurzfristiger Zustand)
Entsetzen und die Frustration waren groß, als einige von uns ein, zwei Tage nach der großen Säuberungsaktion vom 23.5. in den Garten kamen:
Der erste Müll war schon wieder da, anscheinend ist ihm so, wie wir es bisher versuchen, nicht beizukommen!
(Zitat Gärtnerin: „Der Garten hat zunehmend den Charme einer öffentlichen Toilette“ – wozu er auch gerne benutzt wird – besonders im mit Bäumen und Büschen bewachsenen Bereich des Gemeinschaftsgartens wachsenlassen.)
Was tun?
Pädagog_innen und Gärtner_innen sind zunehmend ratlos.
Auch wenn von allen nach wie vor gewünscht wird, dass das Gelände öffentlich und nachbarschaftlich genutzt werden soll, ist es ebenso eine Tatsache, dass es den Akteuren vor Ort nicht möglich ist, den ganzen Müll derjenigen, die das Gartengelände nur zu einem kurzfristigen Aufenthalt nutzen, regelmäßig wegzuräumen.
Und ja, die Bereitschaft sinkt natürlich auch sozusagen täglich, mit jedem neuen Müll…
Im Leitbild des zukünftigen sozio-kulturellen Zentrums auf dem Gelände des Familiengartens, das die Vereine und Initiativen gemeinsam erarbeitet haben, finden sich auch folgende Zeilen:
Wir pflegen gegenseitige Wertschätzung und Respekt.
Wir legen Wert auf den achtsamen Umgang mit Menschen, Natur und Umwelt.
Wir haben keinen Platz für Ausgrenzung und Diskriminierung.
Und, liebe Nutzer des Familiengartens Mitte, das bedeutet auch:
Wir haben keinen Platz für euren Müll!
Bitte haltet das Gelände sauber und freut euch darüber, dass es so einen Platz in eurer direkten Nachbarschaft (noch) gibt!
Und tut etwas dafür.
Und wenn nicht, wer oder was hilft uns dann?
Vom Laub-Saugen
Veröffentlicht: April 20, 2016 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Artenvielfalt, Ökologie, Garten in der Stadt, Grund zum Leben, Nachhaltigkeit, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarVor vielen Monaten habe ich an dieser Stelle im späten Herbst einmal einen Artikel über das Laub-Kratzen geschrieben.
Über all diese nackten und im Winter ungeschützten Bäume und Gehölze, die sich die kalte Jahreszeit über in den kargen Boden krallen müssen, um sie tapfer zu überstehen und die mich immer wieder rühren.
Heute morgen nun wurde ich durch ein mittlerweile mir gut bekanntes Geräusch geweckt, welches meines Erachtens eine noch schärfere Variante des Laub-Kratzens bedeutet:
Das Laub-Saugen.
Laut Wikipedia ist „ein Laubsauger, analog zum Staubsauger, ein elektrisches, bzw. mit Verbrennungsmotor betriebenes Gartengerät zum Aufsaugen von Laub. Im deutschen Sprachgebiet ist er seit dem Ende der 1990er Jahre verbreitet.“
Ein Laubsauger ist laut und stinkt (nach umweltfreundlichem Diesel?).
Er wird meist von relativ vermummten Personen bedient, die sich zudem (wegen der Lautstärke) durch Ohrenschützer weitestgehend von ihrer Umwelt abgeschottet haben.
„Ein Laubsauger kann die Produktivität erhöhen, was eine Reduzierung des Personaleinsatzes und damit der Personalkosten erlaubt.“
Was immer Produktivität in diesem Zusammenhang bedeuten mag und ja, eine Reduzierung der Personalkosten ist ja immer beliebt (besonders auch im gärtnerischen Bereich, in dem zunehmend nicht mehr mit gut ausgebildeten und daher „teureren“ Fachkräften gearbeitet wird). Da investieren / konsumieren wir lieber in Sachmittel, damit ihre Produktion gesteigert werden kann.
Netterweise werden bei Wikipedia auch die Nachteile des Laub-Saugens aufgeführt, welche aber anscheinend nicht schwer genug wiegen, um den vermeintlichen Vorteilen etwas entgegensetzen zu können:
Neben dem erwünschten Effekt des Beseitigens von Laub und kleinen Ästen sind mehrere Nachteile gegenüber der traditionellen Methode des Zusammenrechens mittels eines Laubrechens festzustellen:
- Kleinstlebewesen werden gleichfalls beseitigt;
- hohe Geräuschentwicklung, insbesondere für die Umwelt: viele dieser Apparate dürfen nur mit Lärmschutzvorkehrungen (Ohrenschützer) eingesetzt werden;
- insbesondere bei trockener Witterung wird Staub aufgewirbelt; wird das Gerät als Laubbläser verwendet, wird mit dem Laub somit auch der anhaftende Dreck und Kot aufgewirbelt, der sich als Aerosol in der Umgebungs- und damit auch der Atemluft verteilt;
- bei Betrieb von Geräten mit Verbrennungsmotor kommt es unter anderem zur Emission von gesundheitsschädlichen Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen, die sich in der Umgebung verbreiten.
Ein von Laubsaugern bearbeiteter Boden sieht danach dann etwa so aus:
Dem robusten Efeu ist es noch gelungen, sich trotz starker Winde im Boden festzukrallen, auch ein Brombeertrieb hat – sichtlich ermattet- überlebt. Ahornkeimlige haben sich erst einmal gehalten und ja, am unteren Ende des Bildes erkennt man sogar noch ein kleines gelbes Blümchen.
Große Stellen des Bodens liegen nackt und ungeschützt und sind Wind, Wetter und Erosion ungeschützt ausgeliefert.
Neue Humusbildung?
Unmöglich.
Ein nahezu toter Boden.
Ich gebe es zu : In meinem kleinen Hausgarten in der Stadt habe auch ich lange gebraucht, um mich damit anzufreunden, das Laub liegen zu lassen. Besonders das im Sommer herabfallende und hochgradig durch die Miniermotte kontaminierte Kastanienlaub habe ich brav jahrelang auf den Knien hockend weggekratzt, um meinen Garten zu retten.
Bis zu dem Moment, als endlich die Erkenntnis durchgesickert war, dass ich eigentlich nur noch genau damit in meinem Garten beschäftigt war und wenig Freude und Entspannung verspürte, wenn ich ihn betrat. Nur noch Arbeit und Ärger über das böse Laub.
Wohl war mir schon von Anfang an nicht dabei, den Pflanzen und Kleinlebenwesen im Garten immer ihre Nahrung wegzukratzen.
Und wachsen wollte auch nichts so recht in meinem schön aufgeräumten Garten.
Eine Umkehr war also notwendig.
Laub liegen lassen.
Ausprobieren und Beobachten.
Damit leben lernen, wenn Freunde mich im Frühling besuchen kommen, mein eher noch braunes als grünes Gärtchen etwas (oder kommt es mir nur so vor?) naserümpfend betrachten und fragen: Machst Du das Laub nicht weg?
Das ist eben eine Frage der Ästhetik, meinte einmal eine fachlich versierte Freundin zu mir.
Ja, auch.
Aber irgendwann im Frühjahr (und auf keinen Fall so zeitig, dass sie mit den vielen bunten und fröhlich erscheinenden in Bau- und Gartenmärkten angeboteten Frühjahrsblühern konkurrieren könnten) schieben sich leuchtend grüne Blätter und Blüten durch die braune Laubschicht in meinem Garten.
Ich begrüße sie alle und heiße den einen und anderen Pflanzenfreund willkommen, den ich den Winter über schon (natürlich nur beinahe) vergessen hatte!
Laub im Garten – auch eine Frage des leben und leben lassen.
Sollen sie doch alle in meinem Garten leben, die sich dort wohl fühlen und dabei helfen, dass etwas in ihm wächst und gedeiht, diese Abermillionen von Kleinstlebenwesen, die uns unseren Boden und damit auch unser Leben schenken.
Und die Ästhetik?
Organisierte Unordnung hat durchaus auch ihren Reiz und ihre Schönheit.
Und übrigens:
Der Kastanie scheint es relativ egal zu sein, ob ich ihr kontaminiertes Laub aufsammele oder nicht.
Es erscheint mir eher so, als wenn sie mittlerweile eigene Wege gefunden hat, mit dem Miniermottenbefall klar zu kommen.
Ich wünsche es ihr!

















































