Selbst denken

12 Regeln für den erfolgreichen Widerstand

1. Alles könnte anders sein.
2. Es hängt ausschließlich von mir ab, ob sich etwas verändert.
3. Ich nehme mich deshalb ernst.
4. Ich höre auf, einverstanden zu sein.
5. Ich leiste Widerstand, sobald ich nicht einverstanden bin.
6. Ich habe jede Menge Handlungsspielräume
7. Ich erweitere meine Handlungsspielräume dort, wo ich bin und Einfluß habe.
8. Ich schließe Bündnisse
9. Ich rechne mit Rückschlägen, vor allem solchen, die von mir selber ausgehen.
10. Ich habe keine Verantwortung für die Welt.
11. Wie mein Widerstand aussieht, hängt von meinen Möglichkeiten ab.
12. Und von dem, was mir Spaß macht.
Frei zitiert nach:
Harald Welzer, Selbst denken, Eine Anleitung zum Widerstand, Frankfurt am Main 2013


Unser Kartoffelbeet

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Der Späte kommt zuerst!

Eindeutig vorn in unserem Kartoffelbeet liegt der Reichskanzler, unsere einzige späte Sorte, dicht gefolgt von Linda, mittelfrüh.

Hmm, ich dachte immer, die frühen Sorten kommen zuerst…

La Ratte, mittelfrühe Sorte, lässt erste zarte Triebe erkennen, während man die Angeliter Tannenezapfen, mittelspät, noch mit der Lupe suchen muss.

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Jahrestagung Netzwerk Interkulturelle Gärten 2014

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Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
Schon lange als Pflanze geliebt und nun durch Naheja als ‚meinen‘ Tee entdeckt.

 

Zweieinhalb Tage Austausch über Erfahrungen, Ansprüche, Träume und Wirklichkeiten in so vielen Gärten von so unterschiedlicher Art.
Das gibt Mut zum gemeinsamen Weitermachen, Entdecken, Ausprobieren.
Die Freude am Gärtnern und an der Natur, am Selbermachen statt an ödem Konsum und am gemeinschaftlichen Erleben und Teilhaben; selten hat man die Möglichkeit, mit so vielen aufgeschlossenen und vorurteilsfreien Menschen auf einmal seinen Raum zu teilen.
Daher ein dickes Dankeschön an die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis, durch welche nun schon zum 12. Mal die Jahrestagung Netzwerk Interkultureller Gärten durchgeführt werden konnte und an die vielen tollen Menschen, mit denen ich mich austauschen konnte und von denen ich hoffentlich einige bald wieder sehen und etwas gemeinsam in irgendeinem Garten machen werde!
Jahrestagung Netzwerk Interkulturelle Gärten 2014
9. – 11.5. 2014 in Göttingen
Schwerpunkt: Handwerk in interkulturellen Gärten
http://www.anstiftung-ertomis.de


aufräumen

 

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diese woche war aufräumen angesagt – bei all dem wasser, was endlich von oben kommt, gibt es in sachen wachsen kein halten mehr. beim „aufräumen“ des beetes unter leisem nieselregen und aufmerksamer, leicht ungeduldiger beobachtung durch eine drossel, habe ich dann ein paar pflänzchen entdeckt, die ich gar nicht mehr erwartet hätte: mit den ersten reihen radieschen und möhren säte ich auch in einer kleinen ecke nüsslisalat (der schweizer feldsalat) aus, ders eigentlich gerne kalt mag. die radieschen kamen schnell, die möhren bald hinterher, aber dem nüsslisalat schien’s schon zu warm gewesen zu sein. von wegen – heimlich sind sie schon ganz prächtig gewachsen und geben vielleicht in zwei, drei wochen, je nach wetterlage, einen leckeren salat ab.

 

 

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und das „aufräumen“ des beetes wurde belohnt: mit der ersten handvoll radieschen, ordentlich angeknabbert bereits von kleineren zeitgenossen, scharf und frisch im geschmack. woraufhin der kleine begleiter gleich möhren und den frisch eingepflanzten kürbis aus der erde riss: „aber ich weiss doch gar nicht, was das ist! ich muss doch gucken!“ wir haben geguckt, erzählt, wer lieber unter, wer lieber über der erde wächst und wieder in die erde gesetzt. und ein paar beschwichtigende worte hinterher geschickt.

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wieder geerntet haben wir ausserdem rucola (für einen salat mit gross gewachsener, ebenso scharfer brunnenkresse aus dem garten, birne, feta und pinienkernen) und ein bisserl wieder von dem leckeren ampfer, vielleicht für eine quiche.

 

 


freude teilen und vögel gucken

 

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Caro von den Naturkindern bloggt über ihre Naturkinder-Gruppe und auch sonst über alles, was mensch mit Kindern (und ohne) draussen anstellen kann. Mit ihrer neuen Aktion, bei der sie auch Samentütchen mit selbst gesammeltem Saatgut verschickt, bittet sie um Spenden für die indische NGO „Navdanya„:

„Im Gegenzug möchte ich eine Spendensammlung starten, deren Erlös dieses Jahr an Navdanya gehen soll. Navdanya, „nine seeds“, ist eine „women centred“ NGO, die sich in Indien für biologische und kulturelle Artenvielfalt einsetzt.“

 

Spenden laufen direkt über ihren Blogbeitrag oder via einer Mail an sie.

Ausserdem ist dieses Wochenende mal wieder Stunde der Gartenvögel beim NABU angesagt – bereits zum zehnten Mal!

 

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Bildquelle


Feuerfest im Familiengarten

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Mit Freunden am Feuer sitzen, erzählen, Musik machen, wie schön, dass wir einen Ort haben, wo man so etwas mitten in der Stadt erleben kann.

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Manch einer saß schon weit vor Einbruch der Dunkelheit stundenlang in froher Erwartung, so dass es doch früher losging, als es eigentlich geplant war.

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Mit Stockbrot und Würstchen und vielen selbstgemachten Köstlichkeiten wurde es so richtig gemütlich am Feuer an diesem lauen Frühlingsabend.

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Zu vorgerückter Stunde, spät in der Nacht, oder soll ich besser sagen, kurz, bevor der Morgen graute, sah man drei weibliche Gestalten vor dem verglimmenden Feuer sitzen.
Die beiden Füchse des Quartiers zogen an ihnen vorbei, grüßten kurz auf ihrem Weg durch die Nacht.

 

Walpurgisnacht.
Doch manches Rätsel knüpft sich auch.
Laß du die große Welt nur sausen,
Wir wollen hier im stillen hausen.
Es ist doch lange hergebracht,
Daß in der großen Welt man kleine Welten macht.
Da seh ich junge Hexchen, nackt und bloß,
Und alte, die sich klug verhüllen.
Seid freundlich, nur um meinetwillen;
Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.
Ich höre was von Instrumenten tönen!
Verflucht Geschnarr! Man muß sich dran gewohnen.
Komm mit! Komm mit! Es kann nicht anders sein,
Ich tret heran und führe dich herein,
Und ich verbinde dich aufs neue.
Was sagst du, Freund? das ist kein kleiner Raum.
Da sieh nur hin! du siehst das Ende kaum.
Ein Hundert Feuer brennen in der Reihe
Man tanzt, man schwatzt, man kocht, man trinkt, man liebt
Nun sage mir, wo es was Bessers gibt?

 

 


das war das feuerfest

es ist wahrzunehmen gewesen, dasz gewöhnlich in der Walpurgisnacht vom 30. april zum 1. mai ein polizeiwidriger und feuergefährlicher unfug getrieben werde, indem auf dem lande … vorzüglich durch das gesinde … feuer angezündet und mit brennenden besen herumgelaufen werde, dabei unnützer lärmen zur beunruhigung des publicum gemacht und von erwachsenen und kindern aus muthwillen excesse aller art begangen werden.

aus dem wörterbuch der gebrüder grimm

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in diesen tagen ist es ganz wunderbar, in den garten zu kommen – oder in jeden anderen, dem anzusehen ist, dass es nicht sein erstes jahr ist. alles wächst und explodiert förmlich. am wochenende haben wir ein paar blätter salbei geerntet für das abendessen, wobei mir die riesigen knospen auffielen (die wir natürlich nicht geerntet haben). inzwischen blüht er wahrscheinlich schon.

das gucken wir uns morgen an, dann ist nämlich feuerfest im garten – nicht vergessen!

 

 

 

 

 

 


Kartoffelanbau – unser Kartoffelbeet

In seinem Buch „Die Botanik der Begierde“ beschreibt der amerikanische Autor Michael Pollan die Begegnung mit einem Kartoffelfarmer in Idaho.
Dieser baut auf den typischen kreisrunden, beregneten Feldern (die kann man sich auch bei Google Earth anschauen) die Sorte Russet Burbank an, aus der die Fastfood-Ketten ihre Pommes Frites machen.
Es ist eine eindrucksvolle Darstellung der Art und Weise, wie die sogenannte konventionelle Landwirtschaft mit dem Boden umgeht.
„Auf meine Bitte hin“, schreibt Pollan, „ ging Forsyth mit mir das Chemikalienmenü einer kompletten Saison durch, das nach neuesten Erkenntnissen über die totale Kontrolle eines Kartoffelackers zusammengestellt worden ist. Den Auftakt bildet zu Beginn des Frühjahrs ein Mittel zur Ausräucherung des Bodens; um Fadenwürmer und bestimmte Bodenkrankheiten in den Griff zu bekommen, tränken die Kartoffelfarmer ihre Äcker vor dem Pflanzen mit einer Chemikalie, die sämtliche im Boden lebenden Mikroben restlos abtötet.
Im nächsten Schritt „säubert“ Forsyth seine Felder von allem Unkraut mit Herbiziden der Marken Sencor oder Eptam. Beim Pflanzen verteilt er Thimet oder ein anderes synthetisches Insektengift im Boden. Es wird von den Keimlingen absorbiert und tötet über Wochen hinweg jedes Insekt, das von den Blättern frisst. Haben die Kartoffelsämlinge eine Größe von fünfzehn Zentimertern erreicht, wird ein zweites Herbizid zur Unkrautbekämpfung auf dem Feld vesprüht“
So geht es weiter durch die gesamte Saison, die Pestizide und Düngemittel werden jede Woche der Bewässerung beigegeben, die sich aus dem nahegelegenen Fluss speist und in den die Abwässer auch wieder zurückfließen.
„Ab Juli lässt der Farmer seine Pflanzen alle zwei Wochen vom Flugzeug aus mit einem Mittel gegegn Blattläuse besprühen“, berichtet Pollan weiter; „ die Blattläuse sind an sich zwar harmlos, übertragen jedoch einen Virus, das bei der Sorte Russet Burbank zum Einrollen der Blätter und nachfolgend zur Netzfleckenkrankheit führt. Sobald sich im Querschnitt die typischen braunen Flecken zeigen, nimmt die Fabrik dem Farmer keine einzige Kartoffel mehr ab.“
(zitiert aus: Martin Rasper: „Vom Gärtnern in der Stadt“, München 2012, S. 103 f.)

Beschreibungen einer Wirtschaft, die auf einem Stück Land stattfindet, wobei sich keiner mehr für das Stück Land interessiert.

Ohne diesen erschreckenden Hintergrund zu vergessen, legen wir in unserem Gemeinschaftsgarten ein Kartoffelbeet an, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, dass die meisten unserer Lebensmittel aus dem Erdboden kommen und dass Kultivierung und  vieles andere mehr anstatt von reiner Chemie vonnöten ist, um später eine leckere Kartoffel essen zu können.

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Schon bei der Vorbereitung des Beetes treffen wir auf so viel interessante Erdbewohner, dass alles mal wieder sehr viel Zeit braucht…

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Und dann:

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Der wahrscheinlich größte Regenwurm des Jahres 2014!

 

Eines Tages sah unser Beet zum großen Stolz aller dann endlich so aus…

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…und Linda und der Reichskanzler, La Ratte und die Angeliter Tannenzapfen warteten auf ihren Einsatz.

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Julia erklärte den kleinen Gärtnern vorher anschaulich, wie es die Kartoffeln gerne gemütlich in ihrem Bodenbett haben möchten und es ging ans In-den-Boden-Setzen.

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Ich weiß, dass ich unseren kleinen Stadtgarten nicht mit wirtschaftlichen Kartoffelanbau vergleichen kann und ich weiß auch, dass wir hier manchmal mit den Kindern idyllische Zustände erleben, die nichts mehr mit Landwirtschaft, wie sie heute zu großen Teilen betrieben wird, zu tun haben.
Aber wir können in großen und kleinen Gärtnern ein Gefühl dafür wecken, was der Boden unserer Erde uns bietet und dass er  – und alle, die von ihm, auf ihm und in ihm leben – Achtung und Pflege verdienen.

 

Kultur halt.
Früher nannte man so etwas Agri-Kultur.

 


Feuerfest zur Walpurgisnacht im Familiengarten!

Feuerfest-plakat

 

Am 30. April möchten wir uns im Garten ans Feuer setzen und gemeinsam einen magischen Abend genießen.
Schließlich ist Walpurgisnacht!
Vorleser, Geschichtenerzähler und Musikanten willkommen!

Bitte eigene Speisen und Getränke mitbringen: Selbstversorger-Pcknick.

Unser Gemeinschaftsgarten wachsenlassen befindet sich in Berlin Tiergarten-Süd, Kluck-, Ecke Lützowstraße