ABC-Bücher -nicht nur für Kinder!
Veröffentlicht: September 3, 2015 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: ABC-Spiele, Bibliothek Tiergarten-Süd, Buch, Grüne Bibliothek 4 KommentareDas ABC ist äußerst wichtig,
im Telefonbuch steht es richtig.
Damit hat Joachim Ringelnatz eigentlich vollkommen Recht und trotzdem fängt nach den langen Sommerferien die Schule an, und es geht wieder los mit (Rechnen), Schreiben und Lesen.
Alphabet-Bücher gibt es seit der Aufklärung. Sie nehmen unter den Kinderbüchern eine besondere Stellung ein und stellen ein großes, spannendes Sammelgebiet dar. Sie dienten vornehmlich der Belehrung und Bildung, inzwischen aber vermitteln sie eher Freude an Sprachspielereien, sind in der Regel phantasievoll illustriert und gestaltet, oft hintersinnig und manchmal sehr humorvoll.
Aus meiner kleinen subjektiven (An-)Sammlung von ABC-Büchern, möchte ich hier 5 Lieblings-Exemplare vorstellen, die nicht nur Kindern Spaß machen, sondern auch für Eltern und Großeltern, Pädagogen und Sprachbastler interessant sein dürften und sich bei meinen Kinderliteratur-Aktivitäten sehr bewährt haben.
Karl Philipp Moritz: Neues ABC Buch mit Illustrationen von Wolf Erlbruch, Verlag Antje Kunstmann
1790 verfasst, ist dies ein Buch zum Lesen und Denkenlernen. Voller Poesie und konkreter Philosophie kann man sich auf eine empfindsame Reise durch das Alphabet in 26 Bildern begeben – hintergründig illustriert im Jahr 2000 von Wolf Erlbruch.
Beispiel Buchstabe A:
In diesem Buche stehen Bilder und Buchstaben.
Das erste Bild stellt das Auge vor, womit ich die Bilder sehe.
Das offene Auge sieht ins Buch.
Buchstabentanz – Gezeichnete Alphabete zusammen gestellt von Daniel Kampa, Diogenes Verlag
Schreibenlernen als Mühsal und Wunder gleichsam, dann verblasst der Zauber der einzelnen Buchstaben vor der Fülle von Texten, mit denen man täglich konfrontiert wird und man sieht das Alphabet vor lauter Buchstaben nicht mehr.
Die Magie der 26 Buchstaben wird uns in diesem kleinen Buch wieder näher gebracht.
Beispiel Buchstabe W von Wilhelm Busch:
Der Walfisch stört des Herings Frieden,
Des Wurms Länge ist verschieden.
Rotraut Susanne Berner. Das ABC-Spiele-Buch, Jacoby & Stuart
Was ist das: Es fängt mit A an und endet mit Z? Es ist die ganze Welt. Mit 26 Buchstaben kann man erzählen, schreiben und spielen, ganz ohne Steckdose, unterwegs und zuhause. Ein Spaß für die ganze Familie.
Dieses Buch hat mich zu meinem Sprach(lern)-Angebot in der Bibliothek Tiergarten-Süd (ABC-Spiele für alle/ immer freitags in der Schulzeit von 16.30-17.30 Uhr) inspiriert und begleitet mich nun in meinem blauen Materialien-Koffer jeden Freitag dorthin. Witzig illustriert und mit vielen Ideen im Anhang ist dieses Buch ein wahrer Schatz für alle an Sprachspielereien Interessierte.
Beispiel Buchstabe T:
Gott schuf die Katze, damit der Mensch einen Tiger zum Streicheln hat.
Nadia Budde: Trauriger Tiger toastet Tomaten, Peter Hammer Verlag
Ein ABC-Buch für kluge Kinder und alberne Erwachsene.
Beispiel Buchstabe F:
Freitags muss Fritze Fischers Frau Frieda fischen, denn Fritze faulenzt im Federbett.
Sie fängt einen Föhn, einen Fußlappen, einen Federball und eine Flasche!
Frau Frieda wäre in unserer „Grünen Bibliothek der Nachbarschaft“ als vorbildliche Ehrenamtliche herzlich willkommen!
Anke Kuhl & Martin Schmitz-Kuhl: Alle Kinder – Ein ABC der Schadenfreude, Klett Kinderbuch
Ein ABC-Buch mit 26 schlimmen Bildern und Gedichten!
Mein absolutes Lieblings-ABC-Buch! Aber Vorsicht – es ist wirklich ganz böse und ein Spaß für Freunde des rabenschwarzen Humors!
Beispiel Buchstabe X:
Alle Kinder lesen dieses Buch.
Außer Xaver – der ist ein Braver.
Viel Spaß beim Aufstöbern dieser und anderer ABC-Bücher in Bibliotheken, Buchhandlungen und Antiquariaten
wünscht Susanne Dorén
Gartenzeit
Veröffentlicht: Juli 31, 2015 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Garten in der Stadt, GartenZeit, Grund zum Leben, Stadtgarten, Urbanes Gärtnern, Zeit Hinterlasse einen KommentarUnkraut (Beikraut, Wildkraut) zupfen, eins nach dem anderen, zupfen, zupfen, zupfen.
Das meiste davon: Selbst ausgesäter Anisysop, der sich (auch wenn ich so etwas kaum zu sagen wage) sich ein bisschen zuu wohl bei uns im Garten fühlt.
Aber auf jeden Fall eine wunderbare Insektenweide!
Stück für Stück lege ich Stauden frei und freue mich darüber, dass sie sich, obwohl ich seit Wochen viel zu wenig Zeit für den Garten hatte, über das Jhr gut entwickelt haben.
Allen Vorurteilen zum Trotz:
Der Garten ist nicht nachtragend.
Ich taste die weichen, pelzigen Blätter des Frauenmantels, nach wie vor eine meiner Lieblinge im Garten mit ihren hübschen, samtig-grünen Marienmäntelchen, die, als Tee zubereitet, auch noch über heilende Kräfte verfügen.
Ich entferne überschüssige Samenstände (lasse zwei davon zum Ausreifen als zukünftige Gabe für unsere Leih-Sämerei stehen) und braune Blätter -und all die vielen Anisysop-Setzlinge drumherum.
Die Ochenzungen daneben sind noch nicht, wie schon befürchtet, geschossen, dort gibt es noch genug frische Blätter für die Salate der kommenden Tage abzupflücken.
Und wieder: zupfen, zupfen, zupfen.
Der Fenchel hat seine schönen Samenstände ausgebildet, ich koste ein paar der noch nicht ausgetrockneten Körner und bin verwundert über das unglaublich intensive Aroma, dass sich sofort explosionsartig in meinem Mund entfaltet.
Eigentlich gehörte ich noch nie zu denen, die von Fenchel schwärmen, doch der Genuss heute hat mich überzeugt: rasch eine Sorte sorgfältig ausgesucht als entscheidende Zutat füt die heutige Salatsauce.
Seit Tagen: Schmerzen, starke Schmerzen.
Die Physiotherapeutin zerrt zielstrebig und tatkräftig an mir herum, die starken Schmerzen ‚unten links‘ treten zurück, neu auftretende Schmerzen ‚oben rechts‘ werden unerträglich.
Dazu: Ein Arbeitsauftrag, den ich auf Grund unterschiedlichster Umstände nicht in der Lage bin, auszuführen, den ich aber trotzdem ausführen muss.
Ich betrete den Garten, matt, erschlagen und irgendwie in der Erwartung, auch hier mit Vorwürfen empfangen zu werden.
Zusätzlich die Mahnung der Therapeutin im Ohr, ‚jetzt bloß keine Bäume auszureißen, sondern mich zu schonen‘, bin ich eh unentschlossen, ob ich mich heute der Gartenarbeit hingeben soll.
Im Garten treffe ich die Gärtnerin, eine andre Art von Therapeutin.
Ruhig und gelassen schneidet sie die wuchernden Äste der Schneebeeren, Schritt für Schritt, Schnitt für Schnitt.
Und ich zupfe weiter.
Scheide den Beinwell, gieße neue Jauche auf, heilsamer Trunk für heilsame Pflanzen.
Die Bunte Forelle, etwas spät nach gesät, hat sich doch nur noch zu recht kleinen Köpfchen entwickelt, aber in diesem Jahr wollte sich unser Lieblingssalat eh nicht richtig entfalten. Er keimte schon schlecht oder gar nicht und wuchs nur sehr zögerlich.
Stirnrunzeln und Fragen über Fragen: Lag es an uns, was hatten wir falsch gemacht? War es das schwierige Wetter oder lag es doch am Saatgut?
Aufmerksam sein, beobachten, überlegen.
Und nicht allzu enttäuscht sein, wenn die Natur wieder einmal etwas anderes macht, als man erwartet hat und man die passende Erklärung dafür vielleicht doch nicht (sofort) findet.
Zupfen, zupfen, schneiden, gießen, inne halten, beobachten.
Die Tomaten haben meine Abwesenheit gut überstanden, da zeigt sich dann die Stärke eines Gemeinschaftsgartens, wo andere während der eigenen Abwesenheit da sind und sich kümmern.
Der Rest wuchert.
(Auch ein mir nicht unbekanntes Gefühl im Garten: Alles wuchert über mich hinweg. Und auch da hilft nur: Ruhe bewahren, anfangen, weitermachen, zupfen)
Was fangen wir mit all dem Oregano an?
Der Estragon?
Die Melisse?
Wann soll ich Zeit finden, Kräutersalze zu mörsern, Estragonessig aufzugießen,die Melisse für leckeren Tee ?
Und das ‚Kraut der Hundertjährigen‘?
Seine Heilkraft soll der des Gingsengs in Nichts nachstehen.
Wann wird das geerntet?
Hoppla, jetzt bloß nicht erdrücken lassen von der Kraft der unerledigten Dinge!
Der Garten wächst weiter, unbeeindruckt von derlei menschlichen Gefühlen und Überlegungen.
Wenn in diesem Jahr niemand da ist, der den Weg zum Hundertjährigen antreten möchte, dann vielleicht im nächsten Jahr, das passende Kraut dazu fühlt sich auf jeden Fall schon seit Jahren bei uns im Garten wohl…
Ich höre auf, zu zupfen und beginne mit den abschließenden Arbeiten eines jeden Gartentages. (Aufräumen und Ordnung halten ist nun mal ein wesentlicher Teil jeglicher Gartenarbeit).
Im Anschluss daran das vielleicht Schönste: Jetzt darf ich mir einen Blumenstrauß für zu Hause aussuchen.
Der Duft des Pflox und die Farben des Sommers in meiner Stadtwohnung.
Die Schmerzen sind nicht verschwunden, aber – wohl auch, weil ich keine Bäume ausgerissen habe – geringer, erträglicher.
Vielleicht auch einfach nur deswegen, weil ich einige Stunden einfach nur gezupft, gezupft und gezupft habe.
Gespräch mit der Gartentherapeutin: Vielleicht sind es wirklich die kleinen, einfachen Dinge, die uns im Garten dabei helfen, wieder etwas zur Ruhe zu kommen, etwas Abstand zu gewinnen zu den ach so schwierigen, komplexen Geschehnissen des alltäglichen Lebens.
Einfache Freuden, kleine Erkenntnisse, einfaches Tun, einfach tun.
Wir sollten sehr darauf aufpassen, dass uns dieses einfache Tun nicht abhanden kommt.
Das Gefühl von Handlungsfähigkeit.
Jeder Garten – und besonders in der Stadt – ist auf seine ihm eigene Weise schützenswert.
Für sich selbst, für die Tiere, die in ihm leben und für die Menschen.
ABC-Spiele/ Die Welt von oben
Veröffentlicht: Juli 21, 2015 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: ABC-Spiele, Bibliothek Tiergarten-Süd, Buch, Grüne Bibliothek 3 KommentareWo geht es lang? Wie komme ich von meinem Zuhause in die Bibliothek Tiergarten-Süd?
Landkarten und Stadtpläne zeigen uns den Weg und sprechen eine eigene Sprache, die man auch erstmal lesen lernen muss.
In dem außergewöhnlichen Sachbilderbuch (nicht nur für Kinder!!) von Heekyoung Kim und Krystyna Lipka-Sztarballo: „Wo geht´s lang?“ entdecken wir eine Landkarte aus dem Mittelalter, die auf dem Kopf zu stehen scheint: Europa mal von Süden aus betrachtet. Und wir staunen über See-Karten, die Inselbewohner der Marshallinseln mit Palmblättern geknotet haben. Jeder Knoten mit einer Muschel kennzeichnet eine Insel.
Auch das Buch von Sara Fanelli „My Map Book“ zeigt uns Karten. Hier aber in einem sehr freien, naiven Stil mit bunten Farben. Alles wird zur Karte: die Familie, die Straße, der Hund, die Nachbarschaft, das Gesicht und das Herz.
Wir haben unsere eigenen Stadtpläne gezeichnet und gemerkt, wie schwer es ist, verständliche Landkarten zu erstellen.

Und wir haben die Stimmen der Navigationsgeräte in den Autos nachgemacht und gelacht.
Eine Schatzkarte führte zu einem versteckten (Süßigkeiten-)Schatz in unserer Bibliothek.

Am letzten Freitag haben wir Faltanleitungen gelesen und mit sehr begabten und handwerklich geschickten ABC-Spielern aller Generationen aus der Nachbarschaft Schiffchen und Flieger gefaltet.
Zu nett die Anleitung zum Schiffchenfalten in H.A. Rey: „Coco fährt Rad“!
Am besten fliegen die größten Flieger:

„Die Erde von oben“ konnten wir in dem Fotoband von Yann-Arthus Bertrand betrachten: wunderschöne Fotos von faszinierenden Landschaften aus verschiedenen Ländern rund um den Globus, die uns aber auch die Zerbrechlichkeit der Welt durch Kriege und Umweltzerstörung vor Augen führen.
Ich wünsche allen schöne Ferieneindrücke, ob nun in Berlin oder in der weiten Welt, und freue mich auf neue und alte Sprachspieler ab dem 11.September 2015 wie immer von 16.30-17.30 Uhr in der Bibliothek Tiergarten-Süd.
Eure und Ihre Susanne Dorén
Go green! Bibliothek und Umwelt
Veröffentlicht: Juli 17, 2015 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Grüne Bibliothek, nachhaltiges Wirtschaften, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen Kommentar
Die neueste Ausgabe 2/2015 der Zeitschrift „Büchereiperspektiven“ des Büchereiverbandes Österreich ist dem Thema „Bibliothek und Umwelt“ gewidmet und beinhaltet viele interessante Informationen und Anregungen und ist
auf
frei abrufbar.
(…und auf Seite 22 befindet sich ein Artikel über unsere Grüne Bibliothek der Nachbarschaft)
Bildreiche Worte in unbelesenen Räumen
Veröffentlicht: Juli 6, 2015 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Buch und Garten, Garten in der Stadt, Grüne Bibliothek, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarHans von Trotha in der Grünen Bibliothek der Nachbarschaft
Zu neuem Leben erweckt wurde am frühen Donnerstag Abend, den 2. Juli 2015 der Anbau der Bibliothek Tiergarten-Süd in der Lützowstr. 27, 10785 Berlin.
Ursprünglich als „Lesecafé“ geplant und gebaut – auch schon damals, um Aufmerksamkeit für diese schöne kleine Bibliothek zu erwecken – kam es meines Wissens in diesen Räumlichkeiten nie zu literarischen oder sozio-kulturellenVeranstaltungen gleich welcher Art.
Tragischerweise stand der Anbau dann auch noch durch unterschiedliche unglückliche Umstände seit nunmehr ca. 5 Jahren leer.
Die Mitglieder der IG-Bibliothek Tiergarten-Süd, in Kooperation mit dem Stadtteilverein Tiergarten e.V. und dem Amt für Weiterbildung Berlin Mitte, Fachbereich Bibliotheken, wünschen sich schon lange etwas anderes.
Viele Ideen sprudelten und sprudeln– und wurden und werden in langen Gesprächen konzeptionell zusammengefasst – wie der Anbau genutzt werden kann:
Die neu errichtete Fachabteilung der Stadtteilbibliothek (urbanes) Gärtnern, nachhaltige Lebensstile, DIY/DIT könnte dort einziehen, generationsübergreifende und interkulturelle ABC-Spiele und Literacy-Veranstaltungen könnten dort stattfinden, Dialog-Gespräche zu Vorstellungen von nachhaltigen Lebensstilen, Vorträge zu umweltrelevanten, ökologische Weiterbildungen, eine Holz-Mitmach-Werkstatt als offenes Angebot, ein Repair-Café, selbst zu bereitete Cafè-Angebote und und und…
Worum es geht: Ein gemeinschaftlich organisiertes und durchgeführtes Bildungsangebot von, für und mit der Nachbarschaft in der Bibliothek Tiergarten-Süd.
Nun besteht ab Mitte Juni dieses Jahres für die IG-Bibliothek / Grüne Bibliothek der Nachbarschaft und für Frau Dr. Anja Seifert, Leiterin der Bibliothek Tiergarten-Süd die Möglichkeit, diesen lang vernachlässigten Raum für Veranstaltungen der Bibliothek temporär zu nutzten.
Die Freude über die Erlaubnis dazu von Seiten des Facility Managements des Amts für Weiterbildung Berlin Mitte dazu war groß und sofort organisierte Frau Dorén von der Grünen Bibliothek einen wunderbaren Bildvortag mit dem Publizisten Hans von Trotha.
Hans von Trotha hat in Heidelberg und Berlin Literatur, Geschichte und Philosophie studiert. Während der Arbeit an einer Dissertation über die gegenseitige Beeinflussung von Literatur, Philosophie und Gartenkunst begann er, für den Rundfunk und verschiedene Zeitungen zu schreiben. Er gilt als Spezialist für die Landschaftsgärten des 18. Jahrhunderts. Derzeit arbeitet er selbständig als Publizist und Berater im Kulturbereich.
Sein Bildvortrag „Gartenkunst – Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies“ bezieht sich auf sein gleichnamiges Fachbuch zu diesem Thema und führt in die Gärten und damit in die geistigen und sinnlichen Welten des Mittelalters, der Renaissance, des Barock, der Aufklärung und der Romantik.
Aufmerksam lauschten die zahlreichen Besucher dem spannungsreichen Vortrag, einem, wie er es selbst treffend benannte, Parforceritt (allerdings eines sehr unterhaltsamen) durch einige Jahrhunderte der Gartengeschichte.
Bei vollmundigen Weinen aus der benachbarten Weinhandlung „Les climats“ fand sich nach dem Vortrag genug Raum in entspannter Atmosphäre, um sich mit Hans von Trotha und anderen Gartenbegeisterten über das Gehörte und Gesehene auszutauschen und wer Lust hatte, ist noch mit Julia Westheimer, Gärtnerin im benachbarten Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, zu einer Führung durch das frische Gartengrün gezogen.
Wir danken Herrn Hans von Trotha für seinen Vortrag und sein Engagement für die Grüne Bibliothek der Nachbarschaft,
der Weinhandlung Les Climats für die Unterstützung unserer Arbeit,
den Mitgliedern der IG-Bibliothek und
der Bibliotheksleitung Frau Dr. Anja Seifert
und wünschen uns noch viele gemeinsame nachbarschaftliche Aktionen in der Grünen Bibliothek der Nachbarschaft!
Sommerfest 2015 in der Allegro-Grundschule
Veröffentlicht: Juli 6, 2015 Abgelegt unter: Kinder im Garten | Tags: Bibliothek Tiergarten-Süd, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftsgarten wachsenlassen, Palettenmöbelbau, Urbanes Gärtnern, Werken mit Kindern Hinterlasse einen KommentarVier gemeinsam!
Auf dem diesjährigem Sommerfest der Allegro-Grundschule in der Lützowstr. 83-85, 10785 Berlin präsentierte Julia Westheimer, Leiterin der Schulgarten-AG, ihren Garten gemeinsam mit der Grünen Bibliothek der Nachbarschaft, der Biblitohek Tiergarten-Süd und dem Gemeinschaftsgarten wachsenlassen aus dem benachbartem Familiengarten in der Kluckstr. 11.
Diese drei nachbarschaftlichen ‚Institutionen‘ arbeiten seit Januar 2014 eng zusammen und führen regelmäßig Kooperationsprojekte mit der Allegro-Grundschule (die Vierte im Bunde) durch.
Gemeinsam ist uns unter anderem, dass wir eine nachhaltige und prozesshafte Arbeit mit unseren Teilnehmer_innen durchführen. Und wir ergänzen uns in unseren jeweiligen Kompetenzen und bauen auf nachbarschaftliche Synergien!
Regelmäßig einmal in der Woche trifft sich die AG-Schulgarten, um den Garten aufzubauen und zu pflegen.
Jahrelang hatten Lehrer_innen und Schüler_innen versucht, Gemüse im Schattengarten anzubauen. Ein frustrierende Unterfangen für alle Beteiligten (inklusive der beteiligten Pflanzen)!
2013 wurde ein neues Konzept erstellt und der lauschig gelegene Garten bekommt nach und nach andere Aufenthaltsqualitäten:
ein grünes Klassenzimmer an heißen Sommertagen, ein Micro-Macro-Schaubeet, ein Beet mit Medizinalpflanzen zur Anschauung, ein Insektenhotel und einiges mehr und einen Raum zur Kunst- und Gartenwerkstatt.

In diesem Bereich konnten auch die im Mai ganz neu entstandene ‚Outdoor-Gallery‘ mit den selbst gebauten Gartenmöbeln aus Paletten zum Fest präsentiert werden.
Ein Schulgarten als selbstgestalteter Aufenthaltsraum im Freien.
Die Künstlerin Claudia Hartwig, mit der auch schon Mosaikarbeiten im Garten gemeinsam mit Schülern durchgeführt wurden, hatte die Schüler der Klasse 4b künstlerisch in dem Prozess begleitet, aus gesammelten Holzresten Ausstellungstücke für die neue Galerie herzustellen.
René Scharf aus dem Mauergarten e.V. begleitete die Schüler von der Planung bis zu den fertiggestellten Gartenmöbeln im handwerklichen Prozess.
Wo lässt sich die Prozsshaftigkeit des Daseins besser erfahren als in einem Garten?
Es macht viel Mühe, Erde zu schaufeln, zuverlässig zu gießen, zu pflegen, achtsam zu sein.
Es macht auch erst einmal Mühe, Nägel zu zeihen, zu sägen, zu schrauben, zu malen.
Aber es macht auch Freude, zu sehen, wie diese Mühe sich lohnt und wie etwas entsteht, wächst und gedeiht, was man selber geplant und gebaut hat und das dann auch noch durch seine kontinuierliche Pflege erhält.
Wir hoffen, dass wir diese Freude an die Menschen, mit denen wir zusammen arbeiten, weitergeben können.
Und der ganz am Anfang von vielen Pädagogen bemängelte Blick durch das Flurfenster in den Schulgarten macht jetzt auch wieder Spaß!
ABC-Spiele/ Fahnen & Alphabete
Veröffentlicht: Juli 1, 2015 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek | Tags: ABC-Spiele, Bibliothek Tiergarten-Süd, Buch, Sprachförderung Ein KommentarSommerzeit, Ferienzeit – überall flattern Fahnen, Wimpel, Flaggen:
der Eismann kündigt kaltes, köstliches Eis an, der Strandkorb am Wannsee zeigt an: ich bin besetzt, am Segelboot auf der Havel flattert es „achtern“, Fussballfans schwingen sie und jedes Land hat eine eigene…
Die „Fahnensprache“ ist eigenartig, ganz neue Wörter muss man im Zusammenhang mit Flaggen benutzen: was ist ein Wimpel? Was bedeutet Halbmast? Hissen und dippen? Welche Farben werden oft benutzt? Was für Staatswappen gibt es? Zu welchem Land gehört der Union Jack?
Unsere eigenen Fahnen konnten wir am letzten Freitag schnell finden in einem Weltatlas und dem Riesenbuch von Alexandra und Daniel Mizielinski: „Alle Welt“:
Deutschland, Frankreich, Korea, Türkei und Sri Lanka.
Eigene Fahnen zu gestalten macht Spaß.

Leider konnten wir unsere Mini-Fahnen nicht schwenken, aber wir lernten das „Winker-Alphabet“ kennen und zeigten den 1. Buchstaben unseres Namens.
Im Zeitalter von Handys und Funksignalen müssen die Schiffe sich nicht mehr per „Flaggenalphabet“ verständigen. Abhörsicher und graphisch einzigartig sind sie allemal. Am bekanntesten ist die Flagge „Blauer Peter“, die gesetzt wird, um anzuzeigen, dass ein Schiff innerhalb der nächsten 24 Stunden auslaufen will. Sie ist ein Zeichen für die Mannschaft, die sich auf Landgang befindet, an Bord zu kommen.
In diesem Sinne…bis nächsten Freitag,
Eure und Ihre Susanne Dorén
Erste Saatguternte des Jahres!
Veröffentlicht: Juni 25, 2015 Abgelegt unter: Gemeinschaftsgarten | Tags: Artenvielfalt, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, gesunde Ernährung, Leih-Sämerei, Saatgut, Saatgut-Ernte Hinterlasse einen KommentarDer Baldrian blüht und die hübschen Blütenstände bilden nach und nach kleine wunderschöne Fallschirmsamen, die durch unseren Kräutergarten schweben, wennn man sie anpustet (oder auch nur die Blüten anfasst).
Zeit, das erste Saatgut des Jahres zu ernten, um unsere Leih-Sämerei damit zu bestücken.
Ebenfalls in Blüte steht schon der Liebstöckel (Maggikraut), welcher wunderbar in Suppen und Eintöpfen schmeckt und mittlerweile majestätisch die übrigen Kräuter überragt.
Do-It-Yourself, Do-It-Together, Konsumgemeinschaften
Veröffentlicht: Juni 17, 2015 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Agrarindustrie, Artenvielfalt, Ökologie, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, gerechte gesellschaft, Grüne Bibliothek, nachhaltiges Wirtschaften, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarDo-It-Yourself, Do-It-Together, Konsumgemeinschaften: Bericht zu nachhaltigem Konsum durch soziale Innovationen erschienen
Für die nachhaltige Gestaltung der Gesellschaft ist ein struktureller Wandel des Konsums notwendig. Soziale Innovationen haben in diesem Zusammenhang ein hohes Veränderungspotenzial. Das UBA-Forschungsprojekt „Nachhaltiger Konsum durch soziale Innovationen – Konzepte und Praxis arbeitete wesentliche Merkmale sozialer Innovationen nachhaltigen Konsums heraus und fasste sie in einer Typologie zusammen. Das IÖW entwickelte im Rahmen des Projekts federführend Antworten auf die Frage, wie Umweltpolitik soziale Innovationen für nachhaltigen Konsum fördern kann. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts stehen nun als Abschlussbericht zur Verfügung.
Weiterlesen auf der Seite des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung
ABC-Spiele/ Sprichwörter
Veröffentlicht: Juni 15, 2015 Abgelegt unter: Die Grüne Bibliothek, z | Tags: ABC-Spiele, Bibliothek Tiergarten-Süd, Grüne Bibliothek Hinterlasse einen KommentarTomaten auf den Augen haben,
Kokosnüsse essen, solange die Zähne noch gut sind,
Bäume nicht fällen, die einem Schatten spenden…
Sprichwörter gibt es in allen Sprachen, wobei Flora und Fauna leicht verändert sein können und einmal angewandt, sind sie trotzdem verständlich. Teilweise sind sie komisch, teilweise ganz schön ruppig.
Redensarten gibt es für alle menschlichen Lebenssituationen: Glück und Unglück, Freude und Neid, Glück und Liebe.
Wir haben uns in Sprichwörter-Lexika Redensarten ausgesucht und sie erklärt. Das von Axel Scheffler illustrierte Buch: „Sprichwörter aus aller Welt“ versammelt internationale, bisweilen unbekannte und bizarre Weisheiten mit sehr komischen bunten Zeichnungen.
Als wir dann anschließend gestärkt durch Buchstaben-Kekse auch noch ein Sprichwörter-Memory spielten,
waren wir so geübt, dass wir in Redensarten miteinander sprechen konnten.
Wir alle liegen gern mal auf der faulen Haut, sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht und finden, dass Liebe durch den Magen geht.
Lena ist sogar bis über beide Ohren verliebt, mit der ABC-Spiele Runde ist eigentlich immer gut Kirschen essen und wir sind uns alle grün.
Wie immer kann sich jeder Bibliotheksbesucher gern gegen eine kleine Spende am Tresen eine Postkarte mit einer ABC-Spielanregung mitnehmen und sie verschicken, verteilen oder an die Pinnwand hängen.
Es ist noch nicht aller Tage Abend, denn bis zu den Sommerferien spielen wir Spiele und bereisen dabei die ganze Welt!
Es freut sich auf Sie und Euch,
Susanne Dorén – wie immer freitags von 16.30- 17.30 Uhr in der Bibliothek Tiergarten-Süd.








































