Rückblick I auf das Gartenjahr 2019 im Gemeinschaftsgarten: ein Garten für Menschen und Tiere

Gestaltung eines Gartenbereiches mit offener Kiesdecke und anderen Lebensbereichen für Wildbienen und Insekten

Schon von Anfang an waren wir uns darüber einig, unseren Gemeinschaftsgarten mitten in Berlin so gestalten zu wollen, dass er Lebensräume für Menschen und Tiere bieten würde. Anfang des Jahres 2018 entschlossen wir uns, einen Schwerpunkt auf den Insekten- und Vogelschutz zu legen, alarmiert durch das dramatische Insektensterben weltweit. Wir begannen damals – wie so viele – mit dem Bau eines Insektenhotels, bauten Nistgelegenheiten für Vögel, legten Reisig- und Totholzhaufen an und pflanzten immer mehr – meist gebietsheimische – Stauden und Gehölze, die sowohl Nektar und Pollen für Wildbienen, aber auch Früchte und Samen für Vögel bereit hielten.
In Zeiten des auch in unseren Regionen immer deutlicher spürbar werdenden Klimawandels mit zunehmnend langen Trockenperioden suchten wir zudem nach Lösungen, uns im Garten darauf einstellen zu können. Es konnte einfach keine Lösung sein, bald täglich Wasser in den Garten pumpen zu müssen.

So kamen wir auf die Idee, es mit einer Kiesdecke zu versuchen, die, mit einer darunterliegenden ca. 10 Zentimeter hohen Bodenschicht versehen, nur locker ausgestreut werden sollte, damit Pflanzen sie durchdringen und bewachsen können. Gleichzeitig würde die lockere Kiesdecke auch Schutz und Lebensraum für viele Insektenarten bieten. Gemeinsam mit Mitgärtner*innen, engagiereten Nachbarn aus dem Kiez und Kindergartenkindern und deren Erzieher*innen, die schon lange unseren Garten nutzen, begannen wir, die Fläche vorzubereiten.
In direkter Angrenzung zum Kiesgarten sollten auch noch eine Insektenwand mit Lehm,- Holz- und Steinelementen und ein trockener Lebensraum für Wildbienen, die in Sand- und ähnlichen Brachflächen nisten, entstehen.

          

Ein lustiger Nebenaspekt während der Bauphase war für uns dabei, dass wir von den Anwohnern, denen unser Garten schon immer zu unordentlich und unaufgeräumt gewesen ist, nun endlich einmal wohlwollende Zustimmung erhielten über die schön sauber geharkte Kiesdecke. Abwarten, dachten wir nur bei uns selbst und freuten uns erst einmal über das Lob.

Ein lustiger Nebenaspekt während der Bauphase war für uns dabei, dass wir von den Anwohnern, denen unser Garten schon immer zu unordentlich und unaufgeräumt gewesen ist, nun endlich einmal wohlwollende Zustimmung erhielten über die schön sauber geharkte Kiesdecke. Abwarten, dachten wir nur bei uns selbst und freuten uns erst einmal über das Lob.
Unsere Lehmwand zu errichten, hat zwar viel Zeit in Anspruch genommen (wir wollten ja auch, dass besonders die Kinder daran mitarbeiten können – im Lehm panschen bereitet nicht nur den großen Gärtner*innen viel Spaß), aber wir waren doch alle ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis und hoffen, dass es den Wildbienen ebenso geht, aber erst die kommende Saison 2020 wird zeigen, ab die Lehmwand angenommen werden wird.

An der anderen Seite des Kiesgartens gestalteten wir ein kleines Areal mit einer Brachfläche, die von uns im Wesentlichen vegetationsfrei gehalten wird, mittlerweile haben sich dort Königskerze und Muskatellersalbei niergelassen.
Hier, hoffen wir, wird sich ein kleiner Lebensraum für Wildbienen etablieren, die im Boden nisten.
Wie viele anderen Lebensräume für Wildbienen verschwinden auch solche lebensnotwendigen Brachen und Freiflächen immer mehr aus dem Bild unserer aufgeräumten und ordentlich versiegelten Landschaft.

Im Herbst 2019 hatten wir die grundlegenden Arbeiten in diesem Bereich dann endlich abgeschlossen und zu unserer Freude begannen viele Pflanzen recht schnell, sich diesen Lebensraum zu erobern. Mittlerweile gedeihen einige Sedum-Arten, Tagetes, Vergissmeinnicht, Eisenkraut, gelber Hornklee, Mariendistel, Amaranth und einiges mehr im Kiesbeet, wir sind gespannt, was die nächsten Jahre noch so passieren wird. Und Giessen ist so gut wie gar nicht mehr notwendig.

Besonders einjährige Pflanzen samen sich hier sehr gut aus und es siedeln sich nach und nach auch einheimische Wildpflanzen an.

Und es scheint auch so zu sein, dass sich mehr und mehr Anwohner mit dem ‚unaufgeräumten‘ Aussehen unseres Gartens versöhnen.
Ab dem Frühling entwickelt sich in dem Bereich Kiesgarten eine blühende Vielfalt, die viele Nachbarn zum Verweilen einlädt.

Der ‚aufgeräumte‘ oder ‚unaufgräumte Garten‘: Eben nicht nur eine Frage der Ästhetik.
Die Vielfalt in unserem Garten bedeutet nicht nur Lebensraum für Wildbienen, sondern auch für Menschen.
Ein Gemeinschaftsgarten in der Stadt bedeutet Lebensqualität, es ist ein Ort, an dem wir verweilen und tief durchatmen können und an dem Begegnungen möglich sind.
Solche Ort sind in unseren Städten lebensnotwendig, für uns Menschen ebenso wie für die Tiere, die mit uns leben.

Wir danken der Stiftung anstiftung und dem Umweltamt Berlin Mitte für die finanzielle Unterstützung beim Aufbau dieses Gartenbereiches.


Gemeinsam selbermachen: Schampoo und Deo

Die Info zum ausdrucken:Schampoo und Deo 24.2.


Movienight zum Thema Saatgut in der Grünen Bibliothek

Info zum Ausdrucken:Movienight24.2.20 LeihS. o.T.


Termine rund ums Saatgut in der Grünen Bibliothek

 

 

Die LEIHSÄMEREI in der Grünen Bibliothek

 

Aktuelle Termine
SAATGUT-AG und SAATGUT-SPRECHSTUNDE:

Dienstag, den 18.2., 17.30 Uhr: SAATGUT-AG

Freitag, den 28.2., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 17.3., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 27.3., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 21.4., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 24.4., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 19.5., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 29.5., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

Dienstag, den 16.6., 17.30: SAATGUT-AG

Freitag, den 26.6., 16.30 – 18.00: offene Saatgutsprechstunde

 

Die Termine zum ausdrucken: SaatgutVeranstaltung 1. HalbjahrAushang


Gemeinsam selbermachen: Meerrettich ernten und verarbeiten

 

Wann: Donnerstag, den 21.11.2019, 15.30 – 18.00 Uhr

Wo: Gemeinschaftsgarten wachsenlassen,
Kiez Zentrum Villa Lützow, Lützowstr. 28, 10785 Berlin

Foto: gartenjournal.net

Wir ernten frischen Meerrettich aus unserem Garten, (erleben beim Reiben gemeinsam die Schärfe dieser gesunden und schmackhaften Wurzel), stellen als Grundvariante Sahne-Meerrettich her und probieren zwei zusätzliche Wunschrezepte aus.
Dafür werden Materialien bereit gestellt, es können natürlich auch Zutaten für weitere Wunschvariationen mitgebracht werden.
Bitte möglichst eigene Transport-Gläser mitbringen.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung gebeten unter: wachsenlassen@web.de

 

        

 

pdf zum Ausdrucken: Aushang Meerrettich19


Badekugeln gemeinsam selber machen

Der Herbst ist da und damit steigt auch wieder die Lust auf
ein warmes, duftendes und erholsames Bad.
Mit Blüten- und Naturdüften und einfachen Zutaten stellen wir eigene Badekugeln her, die sich auch wunderbar zum Verschenken eignen.

Wann: Donnerstag, den 17.10. und 24.10. jeweils von 16.00 – 18.00 Uhr

Wo: Kiez Zentrum Villa Lützow, Lützowstr. 28, 10785 Berlin,
Raum wachsenlassen EG.

Dieses Angebot eignet sich für Familien mit Kindern ab dem Vorschulalter ebenso wie für Jugendliche und Erwachsene.
Hauptsache, ihr habt Spaß am gemeinsamen Selbermachen!

Leitung:
Kirsten Born und Julia Klement, Kräuterpädagoginnen

In Kooperation mit dem Familienzentrum Villa Lützow

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, freuen wir uns über Anmeldungen unter:
KIDZ@familienzentrum-villaluetzow.de

 

Teilnahme kostenlos, wir freuen uns über eine Spende für Materialien und Arbeitsaufwand.


Buntes und Leckeres aus der Natur – erster Workshop-Nachmittag

Wer seine Grußkarte noch nicht fertig bekommen hat (so wie ich) oder wer noch mehr von den kraftspendenden Energiebällchen und dem unwiderstehlich gutem Knäckebrot naschen möchte, alles mit der Kraftpflanze Brennessel hegestellt, ist herzlich willkommen, auch am nächsten Donnerstag, den 19.9.2019 zu uns in die Villa Lützow zu kommen!

Der Nachmittag am 19.9. ist auch ohne Teilnahme am ersten Teil des Workshops möglich.

Wir freuen uns auf euch und einen entspannten, kreativen und kulinarischen Nachmittag!

Wann: Donnerstag, den 19. September 2019
von 16.00 bis 18.00 Uhr

Wo: Kiez Zentrum Villa Lützow, Lützowstraße 28, 10785 Berlin, Raum wachsenlassen (EG)

Workshop-Leitung: Kirsten Born, Kräuterpädagogin, Akiko Wakayama, freie Künstlerin
In Kooperation mit der Familienzentrum Villa Lützow

Anmeldung:
über das Familienzentrum kidz@familienzentrum-villaluetzow.de oder 0157/805 357 65 und über wachsenlassen@web.de

Kosten: kostenlos. Wir freuen uns über eine Spende!

 


Neue Insekten-Immobilie im Gemeinschaftsgarten eröffnet

Auch bei uns im Gemeinschaftsgarten dauern die Baustellen häufig länger als erwartet, daher freuen wir uns nun sehr, unsere schon im letzten Jahr begonnene Trockenmauer für Insekten nun eröffnet zu haben!

Nach der Auswahl eines sonnigen Plätzchens und Grundsteinlegung im letzten Spätsommer fanden wir erst in diesem Sommer wieder die Zeit, weiter an unserem zweiten Wohnungsprojekt für Wildbienen zu arbeiten,
Immerhin hatten die Kinder der KinderGartenWerkstatt es ja im Winter 2018-19 termingerecht geschafft,
Holzhäuser für Wildbienen zu bauen und aufzustellen, in welchen ja auch schon kurz danach erste Bewohner gesichtet wurden.

In unserer Trockenmauer haben wir verschiedene Nistmöglichkeiten aus Lehm und Holz kombiniert und wir hoffen, dass so Wildbienenarten mit unterschiedlichen Bedürfnissen einen Lebensraum bei uns finden werden. Und wer weiß, wer sonst noch in den vielen lauschigen Ritzen der Mauer einen einziehen wird…

So hoffen wir spätestens ab Frühling 2020 auf noch mehr geflügelte Mitbewohner in unserem Garten und ja, vielleicht bekommt das Wohnhaus dann auch noch ein schickes Holzdach…


Zauberfarben aus der Natur (II)

Ich benutze nicht gerne den Ausdruck Natur, wenn ich über unseren Gemeinschaftsgarten rede, aber die geballte Kraft von Pflanzenfarben regt mich dazu an.

Garten ist Kultur.

Wir Menschen schaffen uns unsere Umwelt und übernehmen die Veratnwortung dafür.

Wir kultivieren Nutz- und Zierpflanzen, pflegen Wilblumenwiesen, bauen Nistplätze für Insekten und Vögel.

Wir pflegen Bäume, um in ihrem Schatten sitzen zu können (und giessen sie, wenn der Regen ausbleibt) oder um ihre Früchte zu ernten und wir bauen Färberpflanzen an, um mit ihren Blüten und Blättenr malen und färben zu können.

Wir haben frisch in unserem Garten gepflückte – was für eine Form- und Blütenpracht! -und einige dazu gekaufte Farbtöne verwendet.

Und dann einfach ausprobiert, um ein Gefühl für diese natürliche Art von Farben zu bekommen oder, wie wir irgendwann festgestellt haben: um in den zu Fluss kommen.

Es hat sehr viel Spaß gemacht!

Das Pflücken der Blüten, das Zermörsern und Ausprobieren: wieviel Wasser, wie zerkleinert, wer färbt wie?

Auf Papier anders als auf Seide?

Sauer oder alkalisch?

Einfach ausprobieren und darauf reagieren, was passiert.

Diese Naturfarben haben eine sehr eigene, individuelle Ausstrahlung, die eine entspannte Begeisterung hervorrufen kann und wir rätselten darüber, ob und wie sie auf Umwelteinflüsse wie Zeit, Temperatur, Untergrund, Material und…Stimmung??? reagieren.

Aber zurück zur Natur, denn damit hatte es ja angefangen.

Warum ‚Zauberpflanzen aus der Natur‘?

Weil sie komplex sind und über eine Eigenenergie verfügen, die meine Sinne und meine Kreativität anregt?

Vielleicht.

Vielleicht auch nur, weil sie ein sehr altes Geschenk unserer Erde sind und uns damit zeigen, wie erhaltens- und pflegenswert sie für uns Menschen sind.

Das wiederum ist dann die Kultur…

Zum Vormerken:

am 12.9. und 19.9., Donnerstag Nachmittag 16.00, findet gemeinsam mit dem Familienzentrum Villa Lützow ein ‚Malen mit Färberpflanzen‘ Workshop statt.

Begrenzte Teilnehmerzahl, um Anmeldung wird gebeten und kann jetzt schon einmal unter wachsenlassen@web.de erfolgen.

Aktuelle Informationen dazu rechtzeitig hier und bei dem Familienzentrum Villa Lützow.

 

 

 

 


Blühfreu(n)de im Gemeinschaftsgarten

Einen Herzlichen Dank an Herrn Pohlmann für die schönen Fotos aus unserem Garten!