Unser Tauschregal im Familiengarten – frisch renoviert.

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Nun steht es wieder in neuem Glanze, bzw., wie wir dann nach Ende der Renovierungsarbeiten fanden, in wohnzimmerlicher Atmosphäre:
Unser Tauschregal HIN und Her im Familiengarten in der Kluckstr. 11, Tiergarten-Süd.

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Freitag Vormittag begannen wir mit den Arbeiten – und dies bedeutete erst einmal: saubermachen!

Von Kombi bei uns im Haus hatten wir zwei gut erhaltene stabile Regale geschenkt bekommen, die aber, genauso wie das Tauschregal selbst, erst einmal ordentlich geschrubbt werden mussten.

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Erst danach konnte mit den Malerarbeiten begonnen werden und die machen ja bekannterweise viel mehr Spaß als das ewige Ordnung halten und Saubermachen.

So verbrachten wir insgesamt fast zwei volle Tage an unserem Tauschregal und haben dadurch auch einmal mitbekommen, wie intensiv das Tauschregal genutzt wird.
Ich kann nur sagen: es herrscht ein reger Verkehr bei unserem HIN und HER!
Als wir vor ca. zwei Jahren unser Tauschregal errichteten (übrigens vollständig aus Recycling-Materialien), waren wir sehr unsicher, wie gut es an diesem Standort angenommen werden wird.
Mittlerweile wissen wir, dass viele Menschen aus der Nachbarschaft das Tauschregal nutzen und es ein reges Hin und Her gibt.
Nachbarn kamen vorbei mit frisch gewaschener und gefalteter Kleidung und gut erhaltenen Spielsachen und noch mehr Menschen kamen, die Bedarf an solchen Sachen haben.
Momentan aktuelles Bedürfnis: warme Winterjacken!

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Wir kamen mit vielen Nutzern des Regals ins Gespräch und von allen wurde das Bedauern darüber geäußert, dass das Tauschregal häufig leider in einem sehr unordentlichem, ja, man muss schon sagen, verwüstetem Zustand anzutreffen ist.

Ja, auch wir finden das sehr schade!

Das Regal wird von uns mit Hilfe von Gladt e.V. zweimal in der Woche aufgeräumt und sauber gemacht, aber leider reicht das nicht.
Deshalb meine Anfrage an alle, die das hier lesen:
Vielleicht hat jemand von euch/Ihnen Zeit und Lust, uns einmal in der Woche dabei zu unterstützen?
Darüber würden wir uns sehr freuen.
Einfach eine Mail an
wachsenlassen@web.de

Nun hoffen wir aber erst einmal, dass der neue, saubere Zustand zu einer pfleglichen Behandlung animiert und bitten alle Nutzer des Regals darum, ein wenig Ordnung zu halten und die meistens sehr gut erhaltenen Gegenstände darinnen mit Wertschätzung zu behandeln.
Denn die vielen Gespräche habe nicht zuletzt gezeigt, dass ein großes Interesse daran besteht, dass das Tauschregal erhalten bleibt.

Die Renovierung des Tauschregals war eine Mitmach-Aktion des Gemeinschaftsgartens wachsenlassen und ich danke Joshua, Rolf, Celine und Anna für ihre Mithilfe und ihr Engagement.

Der Gemeinschaftsgarten wachsenlassen wird gefördert durch:

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Wir renovieren unser Tauschregal!

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Mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen und leider auch nicht immer pfleglich von seinen Nutzern behandelt, werden wir am
Fr, den 14.11. und am Sa, den 15.11.,
jeweils in den Zeiten von ca. 11.00 – 15.00 Uhr

unser Tauschregal im Eingangsbereich des Familiengartens renovieren.
Wir wollen es säubern,grundieren, neu streichen und einrichten.
Und freuen uns über Mithelfer aus dem Familiengarten und aus der Nachbarschaft.
Arbeitsmaterialien sind vorhanden, eigene Gestaltungsideen willkommen!

Kontakt: wachsenlassen@web.de

Der Familiengarten befindet sich in der Kluckstr.11, Ecke Lützowstraße.


Kartoffelanbau – unser Kartoffelbeet

In seinem Buch „Die Botanik der Begierde“ beschreibt der amerikanische Autor Michael Pollan die Begegnung mit einem Kartoffelfarmer in Idaho.
Dieser baut auf den typischen kreisrunden, beregneten Feldern (die kann man sich auch bei Google Earth anschauen) die Sorte Russet Burbank an, aus der die Fastfood-Ketten ihre Pommes Frites machen.
Es ist eine eindrucksvolle Darstellung der Art und Weise, wie die sogenannte konventionelle Landwirtschaft mit dem Boden umgeht.
„Auf meine Bitte hin“, schreibt Pollan, „ ging Forsyth mit mir das Chemikalienmenü einer kompletten Saison durch, das nach neuesten Erkenntnissen über die totale Kontrolle eines Kartoffelackers zusammengestellt worden ist. Den Auftakt bildet zu Beginn des Frühjahrs ein Mittel zur Ausräucherung des Bodens; um Fadenwürmer und bestimmte Bodenkrankheiten in den Griff zu bekommen, tränken die Kartoffelfarmer ihre Äcker vor dem Pflanzen mit einer Chemikalie, die sämtliche im Boden lebenden Mikroben restlos abtötet.
Im nächsten Schritt „säubert“ Forsyth seine Felder von allem Unkraut mit Herbiziden der Marken Sencor oder Eptam. Beim Pflanzen verteilt er Thimet oder ein anderes synthetisches Insektengift im Boden. Es wird von den Keimlingen absorbiert und tötet über Wochen hinweg jedes Insekt, das von den Blättern frisst. Haben die Kartoffelsämlinge eine Größe von fünfzehn Zentimertern erreicht, wird ein zweites Herbizid zur Unkrautbekämpfung auf dem Feld vesprüht“
So geht es weiter durch die gesamte Saison, die Pestizide und Düngemittel werden jede Woche der Bewässerung beigegeben, die sich aus dem nahegelegenen Fluss speist und in den die Abwässer auch wieder zurückfließen.
„Ab Juli lässt der Farmer seine Pflanzen alle zwei Wochen vom Flugzeug aus mit einem Mittel gegegn Blattläuse besprühen“, berichtet Pollan weiter; „ die Blattläuse sind an sich zwar harmlos, übertragen jedoch einen Virus, das bei der Sorte Russet Burbank zum Einrollen der Blätter und nachfolgend zur Netzfleckenkrankheit führt. Sobald sich im Querschnitt die typischen braunen Flecken zeigen, nimmt die Fabrik dem Farmer keine einzige Kartoffel mehr ab.“
(zitiert aus: Martin Rasper: „Vom Gärtnern in der Stadt“, München 2012, S. 103 f.)

Beschreibungen einer Wirtschaft, die auf einem Stück Land stattfindet, wobei sich keiner mehr für das Stück Land interessiert.

Ohne diesen erschreckenden Hintergrund zu vergessen, legen wir in unserem Gemeinschaftsgarten ein Kartoffelbeet an, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, dass die meisten unserer Lebensmittel aus dem Erdboden kommen und dass Kultivierung und  vieles andere mehr anstatt von reiner Chemie vonnöten ist, um später eine leckere Kartoffel essen zu können.

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Schon bei der Vorbereitung des Beetes treffen wir auf so viel interessante Erdbewohner, dass alles mal wieder sehr viel Zeit braucht…

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Und dann:

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Der wahrscheinlich größte Regenwurm des Jahres 2014!

 

Eines Tages sah unser Beet zum großen Stolz aller dann endlich so aus…

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…und Linda und der Reichskanzler, La Ratte und die Angeliter Tannenzapfen warteten auf ihren Einsatz.

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Julia erklärte den kleinen Gärtnern vorher anschaulich, wie es die Kartoffeln gerne gemütlich in ihrem Bodenbett haben möchten und es ging ans In-den-Boden-Setzen.

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Ich weiß, dass ich unseren kleinen Stadtgarten nicht mit wirtschaftlichen Kartoffelanbau vergleichen kann und ich weiß auch, dass wir hier manchmal mit den Kindern idyllische Zustände erleben, die nichts mehr mit Landwirtschaft, wie sie heute zu großen Teilen betrieben wird, zu tun haben.
Aber wir können in großen und kleinen Gärtnern ein Gefühl dafür wecken, was der Boden unserer Erde uns bietet und dass er  – und alle, die von ihm, auf ihm und in ihm leben – Achtung und Pflege verdienen.

 

Kultur halt.
Früher nannte man so etwas Agri-Kultur.

 


4. Pflanzentauschmarkt von Social Seeds und Prinzessinengarten

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tausche Pflanze!…..

….vorgezogene Jungpflanzen …zu groß gewordene Stauden…. Lieblingssorten…..mitgebrachte Sortenentdeckungen….

Samstag, 3 .Mai, 11-18 Uhr
Prinzessinnengarten am Moritzplatz/ Berlin Kreuzberg
U8 Moritzplatz
Eintritt frei!

Social Seeds und Prinzessinnengarten laden Euch herzlich zum 4. Pflanzentauschmarkt ein: Die Gelegenheit, um vorgezogene Jungpflanzen, zu groß gewordene Stauden, eigene & gesammelte Lieblingssorten untereinander zu tauschen! Dazu gibt es viel Gelegenheit, um sich kennenzulernen, in Vergessenheit geratene Sorten (wieder)zu entdecken und sich zu Anbau und Zubereitung zu beraten.

Passend dazu bieten regionale Betriebe in einer Marktallee ihre Sämereien, Jungpflanzen-Sortenraritäten und Vielfaltsprodukte an.

Für Groß & Klein gibt es ein großes Angebot an MitMach-Aktionen rund um ökologisches, soziales Gärtnern von Garteninitiativen und Vereinen:
Sortenraritäten wie Indianerperle, Ida Gold, Sweet Chocolate pikieren, Seedballs selber machen, Insektenbaumscheiben bauen, Bienenwachskerzen rollen, Wissenswertes zur wesensgemäßen Bienenhaltung und einiges mehr.

Und wie immer sorgt das Gartencafé des Prinzessinnengartens wieder für vielfältige Leckereien.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!!
weitere Infos unter http://www.social-seeds.net

 


Wir gärtnern ohne Torf

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Augen auf beim Kauf von Blumenerde!

Nun ist es wieder soweit: Balkon- und Gartenbesitzer machen sich an die Vorbereitung ihrer Beete und da muss natürlich frische Erde her.
Vor den Gartencentern, Heimwerker- und Supermärkten stapeln sich die Paletten mit Blumenerde.

Schon mal drauf geschaut, was drin ist?

Leider bestehen die handelsüblichen (und natürlich die preiswerten) Blumenerden zum größten Teil aus Torf.
Und Torf kommt nun einmal aus Mooren, deren Zerstörung durch den enormen Torfabbau rasant voranschreitet.

Neben ihrer Schönheit bieten die Moorlandschaften einen unersetzlichen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die nur dort leben.
Zudem sind sie auch für den Klimaschutz besonders wichtig.
Sie können immerhin doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder der Erde zusammen!

Mittlerweile gibt es gute Alternativen zu torfhaltigen Blumenerden. (Wer kann, legt sich natürlich einen Kompost an, die unbestritten beste Möglichkeit, seine Gartenerde gesund und nährstoffreich zu halten.)

Aber auch hier wieder aufgepasst: Auch die Bezeichnung Bio ist häufig irreführend und bedeutet nicht gleich torffrei.

Informationen zum Thema unter:

http://www.swr.de/swr2/wissen/gartenerde-ohne-torf/-/id=661224/did=11430396/nid=661224/koopra/index.html

http://www.bund.net/themen_und_projekte/naturschutz/moore/torf_abbau_und_verwendung/gaertnern_ohne_torf/

http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartengrundlagen/torffrei/


Gutes Saatgut – böses Saatgut

In fast jedem konventionellen Gartenratgeber und Gartenbüchern aller Art kann man darüber lesen:
Über die große Vorfreude, die die Gärtner_in überfällt, wenn sie die kleinen bunten Hochglanztütchen in die Hand bekommen, in denen sich das Saatgut für das kommende Gartenjahr befindet.
Nun beginnen die Träume und Überlegungen:
was will ich in diesem Jahr in meinem Gemüsebeet anbauen?

Vielleicht die Busch-Cocktailtomate „Siderno F1“ – Lycopersicon esculentum?
Sie bildet zahlreiche, aromatische rote Früchte mit ca. 3 cm Durchmesser und 15 – 20 g Gewicht und ist widerstandsfähig gegen Krankheiten (gegen Fusarium und Verticillium ) und es ist kein Ausgeizen nötig! Mit nur 80 cm Wuchshöhe zudem  bestens für Kübel geeignet.
Hm, hört sich doch nicht schlecht an, oder?

Und für den Blumegarten?
Vielleicht die Neuzüchtung Antirrhinum majus „Twinny Mix F1“ – Löwenmäulchen?
Kompakte Sorte mit gefüllten Blüten in den Farben Weiß, Gelb und Apricot bis hin zu Bronze und Rosa. Diese hervorragende Sorte wächst gut verzweigt und ist ideal für Beete und Container und blüht den ganzen Sommer über. Höhe: 20 – 30 cm.
Auch vielversprechend. Was für ein Farbspektrum!

Aber Augen auf beim Kauf der bunten Tütchen mit vielversprechendem Inhalt:
Denn was bedeutet denn eigentlich der unauffällige Zusatz F1?
F1 steht im Gegensatz zum Begriff samenfest.
Bevor die moderne Pflanzenzüchtung an weltweiter Bedeutung gewann, war es der übliche Weg der Saatgut-Gewinnung, samenfeste Sorten über Jahre auf bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung und Selektion zu züchten. Die Landwirte schufen so ihr eigenes Saatgut, das auf die jeweilige Region (Standort) und deren Umweltbedingungen angepasst war. Auch über wünschenswerte Eigenschaften wie Geschmack, Aussehen, Resistenzen und ja, auch individuelle Vorlieben wurde so entschieden.
Wenn diese Sorten über ihr Saatgut weiter vermehrt werden, erhält man in der nächsten Generation Pflanzen mit denselben Eigenschaften, diese nennt man samenfest, sortenrein und nachbaufähig.
Von Generation zu Generation kann man diese Pflanzen natürlich weiterentwickeln und so z.B. auf  Umwelt- und Klimaveränderungen reagieren.

Dem gegenüber stehen die F1-Hybridzüchtungen, die nicht samenfest sind.
F1 ist eine Kreuzung in erster Generation, d. h. es werden zwei Sorten gekreuzt und bei sortenreinen Eltern erhält man in dieser ersten Generation einheitliche Nachkommen. Vermehrt man diese Pflanzen weiter, tritt in der nächsten Generation – der F2 – die größtmögliche genetische Aufspaltung auf und die genetischen Eigenschaften der Kreuzungspartner treten in den Nachkommen in den verschiedensten Variationen zu Tage.
Wenn wir also bspw. aus einer gelben, runden F1 Zucchini Saatgut gewinnen und wieder ansäen werden wir nur einen Teil oder u. U. gar keine Zucchini mit diesen gelben und gleichzeitig runden Eigenschaften erhalten.
(Zur Information hier z.B. : http://www.garten-des-lebens.de/f1-oder-samenfest-wo-liegt-der-unterschied/)

Das bedeutet für mich als Gärtner_in oder Landwirt_in also erst einmal, dass ich aus diesen Pflanzen kein eigenes Saatgut mehr gewinnen kann und somit gezwungen bin, Jahr für Jahr neue Samen kaufen
Von wem? Das ist noch einmal eine ganz eigene Frage.
Zur Erstinformation siehe dazu: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/07/saatgut-drei-konzerne-bestimmen-den-markt-fuer-lebensmittel/

Mittlerweile gibt es seit einigen Jahren auch die sogenannten CMS-Hybriden, deren Vermehrung überhaupt nicht mehr möglich ist, bzw. nur degenerierte Pflanzen zur Folge hat.
Zu diesem Thema siehe u.a.: http://www.saveourseeds.org/dossiers/cms-hybride.html
(Demeter hat bereits 2005 in seinen Richtlinien verfügt, dass CMS-Hybriden nicht mehr verwendet werden dürfen.)

Soweit einige Erstinformationen, die den Laien an das sehr komplexe Thema heranführen.
Und wodurch sich die oft zitierte ‚Qual der Wahl’ zumindest bei der Auswahl der Saatgutanbieter vermeiden lässt.

Als ich mir überlegte, diesen Artikel zu schreiben, habe ich einige Zeit über den Titel nachgedacht. Gutes Saatgut – böses Saatgut.
Bei der Erziehung meiner Tochter habe ich so schwarzweißmalerische Ausdrücke wie gut und böse in der Regel vermieden. Was heißt schon gut, was heißt schon böse?
Alles eine Frage der Moral.

Genau.

Saatgut ist die Keimzelle unserer Pflanzenvielfalt und unseres Lebens.
Es kann nicht gut sein, wenn diese Keimzelle in den Händen von zwei, vier oder sechs großen Konzernen liegt.
Es ist böse, wenn es diesen Konzernen nur um Marktanteile und um Geldvermehrung geht, denn Geld können wir nicht essen.
Die Menschheit braucht Saatgut. Ohne Saatgut gibt es kein Leben, keine Vielfalt, keine Pflanzen und keine Lebensmittel.

Laut Welternährungsorganisation (FAO) sind mehr als 75 Prozent aller Kulturpflanzen, die es im Jahre 1900 noch gab, verschwunden.
Behaupten unsere Politiker nicht schon seit vielen Jahren, dass Vielfalt gut tut?

(Noch) haben wir die Wahl.
Auch in einem kleinen Stadtgarten in Berlin-Mitte.


Filmtipp: Le Semeur

Le Semeur
The Sower
Ein Porträt des Künstlers und Samenerzeugers Patrice Fortier, der seine ganze Leidenschaft und Fachkenntnis der Erhaltung der Pflanzenvielfalt widmet.
Patrice mag Rüben, besonders die widerstandsfähigen Sorten, die starkem Wind standhalten. An Pflanzen bewundert er deren Unabhängigkeit. Er pflegt seine Mohrrüben mit derselben Geduld und Akribie, mit der er sich der Samenernte aus seinem Riesenkürbis widmet. Manchmal träumt er von einem bestimmten Kirschbaum, dessen genetisches Erbe er erhalten und verbreiten möchte. Ganz zu schweigen von seinem Stolz auf seine polnischen Kohlrüben. Patrice Fortier ist nicht verrückt, er hat einfach eine Leidenschaft für seine Arbeit. Er lebt auf dem Bauernhof seiner Firma, La société des plantes, im Kamouraska-Tal und bewahrt und züchtet seltene und vergessene Samen, um die Vitalität und Vielfalt unseres landwirtschaftlichen Erbes wiederherzustellen. Unter der Regie von Julie Perron gibt uns Le Semeur auf ungewöhnlich elegante und zuversichtliche Weise faszinierende Einblicke in Fortiers äußerst intensives Leben.
Kanada 2013, 77 Min
In französischer Sprache.

Kino im Martin-Gropius-Bau Mi, 12.2. 22.00 Uhr

https://www.berlinale.de/en/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20141030#tab=video25


Wie es begann

2010

Ein Garten sollte es also sein, mitten in der Stadt.

Müde von der Arbeit in Schulen und am Schreibtisch, zog es mich ins Freie, bewegen wollte ich mich.
Gemeinsam mit Regine bewarb ich mich darum, ein Gartenprojekt im Familiemgarten Kluckstr. in Berlin, Tiergarten-Süd zu beginnen.

Eine ehemals öffentliche Grünfläche, mehr Hundeauslauf- als Erholungsgebiet, die dem neu entstehenden Familiengarten zugeordnet wurde.

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Hier wollten wir einen Garten schaffen, für alle, die daran teilhaben wollten für,so nannten wir es: Menschen ab dem Kindergartenalter.

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Mit wie viel Enthusiasmus gingen wir an die Arbeit!
Man vergisst so leicht.

Seit Anfang an dabei sind Kinder und Erzieherinnen der deutsch-französischen Eikita Cocorico et Co und der Tagesgroßpflegestelle Anezolia.

Gemeinsam mit ihnen schufen wir die Grundlage des Gemeinschaftsgartens wachsenlassen.

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Warum einen Garten?
Ich frage es mich immer wieder und die vielfältigen Antworten, die mir dazu einfallen, treffen alle zu und doch scheinen sie nicht den Kern meines Wunsches zu benennen, warum ich einen Garten mitten in der Stadt erschaffen wollte und erhalten will.

Warum einen Gemeinschaftsgarten?
Noch schwieriger.

(Wo doch fast jeder Gärtner dazu neigt, eifersüchtig über seine -ja, seine!- zarten Pflänzchen zu wachen und der Meinung zu sein, niemand außer ihm selbst kann sie wirklich behüten)

Oder vielleicht sehr einfach:
Entdecken, erleben, sich wohl fühlen, arbeiten (ja, sinnvoll arbeiten!), hegen, pflegen, Verantwortung übernehmen, teilen, Aufmerksamkeit. Faul sein, genießen, riechen, schmecken. Sich bewegen.
Und das alles gemeinsam. Und auch mal jeder für sich allein.

Achtung.
Vor dem Leben. Vor unserer Erde, die uns nährt.

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Nachhaltiges Wirtschaften.
Damit auch die, die nach uns kommen, noch entdecken können.