„Wege in eine ökologische und gerechte Gesellschaft“ Vortrag mit Diskussion

„Wege in eine ökologische und gerechte Gesellschaft“ Vortrag mit Diskussion
Freitag, 21. Februar, 19:30 Uhr
URANIA, An der Urania 17, 10787 Berlin

In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Eichborn Verlag und der 4. Degrowth-Konferenz

Was braucht der Mensch wirklich – und wie viel? Die Autorin Greta Taubert machte Ernst und tauchte ein in die Welt derjenigen, die versuchen, schon heute anders zu leben. Ohne Geld, Wasser, Strom und Heizung, ohne volle Supermarktregale und ohne funktionierende Infrastruktur. Sie lernte, wie man jagt, schlachtet, im Wald lebt, Tauschhandel betreibt.

Sie traf urbane Nomaden, Mitglieder der Zero Waste Bewegung, Neo-Ökos und Anhänger eines alternativen Finanzsystems, lernte, wie wichtig selbst kleinste Veränderungen am eigenen Lebensstil sind.

http://www.urania.de/programm/2014/t754/


Aktuell: Saatgut-Tauschbörsen in Berlin 2014

SAVE THE DATES!

Saatgut-Tauschbörse Teil I – Eine andere Stadt ist pflanzbar
22. Februar, 15 Uhr
Leila, Fehrbelliner Str. 92, 10119 Berlin
Bring dein Saatgut zum Tauschen mit oder lass dich beschenken.
Mit unseren netten Partnern Social seeds, Transition Town Pankow, Mauergarten und Dachgärten für alle.
http://www.leila-berlin.de

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Saatgut-Tauschbörse im Chasinho
Samstag, 1. März 14.00 – 18.00 Uhr

Chasinho – die faire Teestube in Neukölln befindet sichin der Laden-Kooperative „Lenau“ in der Lenaustraße 5, in 12407 Berlin-Neukölln.

http://www.chasinho.org

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Gemeinschaftsgarten Glogauer13
Sonntag, den 02. März von 12h – 17h.
Weltraum, Ratiborstr. 4, 10999 Berlin Kreuzberg.
Wir veranstalten unsere Saatgut-Tauschbörse in Kooperation mit den Kiezwandlern (Transitiontown Initiative Friedrichshain Kreuzberg)

Glogauer 13 – der Gemeinschaftsgarten in Kreuzberg

http://www.transitiontown-friedrichshain-kreuzberg.de/so36/weltraum

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3.Saatgut-Tauschbörse im Familiengarten
Samstag, 15. März 2013, 14 – 17 Uhr
im Nachbarschaftstreff des Familiengarten Mitte
Kluckstraße /Ecke Lützowstraße / 10785 Tiergarten-Süd

Was kann ich aussäen für die Bienen in der Stadt?
Rolf Stengel, Imker im Familiengarten, informiert.

www. wachsenlassen.wordpress.com 

Kontakt: wachsenlassen@web.de

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Saatgut-Tauschbörse Teil II – Eine essbare Stadt ist pflanzbar
Samstag, 22. März, 14 Uhr
Leila, Fehrbelliner Str. 92, 10119 Berlin
http://www.leila-berlin.de

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Saatgut-Tauschbörse Teil III – Eine schöne Stadt ist pflanzbar
26. April, 14 Uhr
Leila, Fehrbelliner Str. 92, 10119 Berlin
http://www.leila-berlin.de


Winterstille

Claudio Abbado (1933 – 2014) liebte den Schnee, den Klang, so still und weiß: „Das ist nur ein minimales Geräusch, ein Hauch, ein Nichts.“(Zitat: Die ZEIT, 23.Januar 2014)

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Ja, es ist nicht das Knirschen unter den Füßen (das ich auch sehr gerne mag, so ein sattes Geräusch), sondern eine ganz besondere Stille, die der Schnee uns bringt.

Manchmal, wenn man Glück hat und in die Stille horcht, kann auch der Stadtgarten eine Ahnung davon vermitteln.


Schneezeit

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Es ist Schneezeit,

die Zeit, mit den Kindern  – oder alleine oder mit wem auch immer – hinauszugehen und Spuren zu lesen!


Wachsenlassen hat die Agrarindustrie satt!

…. und wer sich uns für Mehr Vielfalt auf dem Acker und im Garten! auf der Demo am Samstag anschließen möchte, findet uns beim VERN e.V. irgendwo hinterm Trecker des Agrarbündnis Agrarwende Brandenburg, um 12 Uhr gehts los vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt…

Agrardemo

Alle Infos unter: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/agrarkampagne/16476.html


Winterblüher

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Was blüht denn da?

Zwar leider (noch) nicht in unserem Garten, aber in unmittelbarer Nachbarschaft, einfach nur am Ende der Kluckstraße, machte mich Julia vor einiger Zeit auf diese schönen Winterblüten aufmerksam.

Inmitten dem Grau des Stadtwinters schickt er seine zart- bis leuchtend rosa Blüten, die, wenn man sich die Mühe macht, sich ihnen zu nähern, mit ihrem feinen Duft bezaubern.

Es ist der Viburnum bodnantense ‚Charles Lamont‘ / Bodnant Schneeball ‚Charles Lamont‘ , bei uns auch Winter-Schneeball  oder Duft-Schneeball genannt.

Es ist ein kleiner Strauch, straff aufrecht und dicht verzweigt, später leicht überhängend und er wird  bis zu 250 cm hoch und ähnlich breit.

Seine rosa Blüten in endständigen Blütenrispen, die extrem zahlreich und duftend sind, zeigen sich von Januar bis April.
Der Viburnum bodnantense ist ein Flachwurzler, der Ausläufer bildet, frische Böden bevorzugt, dabei aber relativ anspruchslos ist und eine geschützte, sonnig bis absonnige Lage mag.

Das Schönste an ihm:
Er blüht wirklich mitten im Winter, mitten in der Stadt, man muss nur innehalten und hinschauen.


Bau eines Baumhauses

Das Baumhaus im Familiengarten Kluckstr., Berlin Tiergarten-Süd

Durchführung:
Team des Gemeinschaftsgartens wachsenlassen in Kooperation mit ehrenamtlichen Helfern, Gärtnern und Nutzern des Familiengartens Kluckstr., Kindern, Jugendlichen und Pädagogen von Kidz e.V. und Kindern des FiPP Kindertreffpunkts Kluckstr.
Sommer 2013

Schon seit zwei Jahren schwebte die Idee durch unsere Köpfe: Gerne würden wir ein Baumhaus für unseren Garten bauen, einen abgehobenen Aufenthaltsraum im Freien zum gemütlichen Rückzug mit Überblick.
Immer wieder kamen wir im Gespräch mit Freunden und Mitgärtnern darauf zurück.
Der passende Baum war schon längst ausgesucht und von Mitarbeitern des Grünflächenamtes als geeignet anerkannt worden.

Erste konkrete Formen nahm der Plan an, als Torsten Voß, ein Architekt aus der Nachbarschaft, uns anbot, einen Plan zu zeichnen und auch bei der Ausführung behilflich zu sein.

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Im Juli 2013 nahm unser Wunsch dann konkrete Formen an: Durch die Bewilligung eines Antrages bei der Zukunftsinitiative Stadtteil, Programmteil Soziale Stadt über das Quartiersmanagement Magdeburger Platz konnten wir im Sommer 2013 damit beginnen, unsere Pläne zu verwirklichen.

Für die Durchführung der Schreinerarbeiten und die Bauleitung konnten wir glücklicherweise das Team Tamara Staudt und Igor Filichev gewinnen, beide versierte Tischlermeister, die zudem Erfahrung in der Anleitung von Jugendlichen bei Tischlerarbeiten mitbrachten.

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Also machten wir uns an die Arbeit:
Tamara und Igor planten die Holz- und Materialbestellung und gemeinsam mit Jugendlichen, die an einer Maßnahme des in der Kinder- und Jugendhilfe tätigen Vereins Kidz e.V., teilnahmen, begannen wir mit den aufwändigen Grundierungsarbeiten.
Schon bald konnte Igor mit seinen jugendlichen Helfern, zu denen sich auch zwei ehrenamtlich engagierte Jugendliche gesellten, mit den Bauarbeiten am Baum beginnen.

Freundlicherweise wurde uns zur Unterstützung unseres Projektes ein Baugerüst von Herrn Dr. Martin Wiegand, Projekt- und Wirtschaftsberatung und Hausverwaltungen, für die benötigte Bauphase unentgeldlich zur Verfügung gestellt.

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Begonnen wurde mit dem Bau der tragenden Plattform.
Unter der fachkundigen Anleitung gab es viel zu lernen und schon bald konnte man erstmals entspannt Höhenluft und freien Überblick genießen.

Es war von Anfang an unser Wunsch gewesen, möglichst viele Akteure des Familiengartens in unser Projekt einzubeziehen.
Das Gelände wird von vielen unterschiedlichen Menschen genutzt und wir wünschen uns, diese mit unseren Gemeinschaftsaktionen besser miteinander bekannt zu machen, auf dass sich mehr und mehr ein Gefühl der Zusammengehörigkeit untereinander bildet und ein Verantwortungsgefühl für das gesamte Gartengelände entsteht.

So lernten wir den Architekten Herrn Voß über seine Ehefrau und seine beiden Töchter kennen, die sich seit zwei Jahren kontinuierlich immer wieder in unserem Garten engagieren.
Die beiden jugendlichen Helfer, die Igor und uns während der gesamten Bauzeit zuverlässig unterstützten, besitzen mit ihrer Familie ein Beet im Interkulturellen Garten auf dem Gelände.
Der Verein Kidz e.V. ist ebenfalls schon seit Jahren auf dem Gelände des Familiengartens ansässig, Kinder des FiPP Kindertreffpunktes benutzen das Gelände seit Jahren zum Spielen im Freien.

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Die Einbindung solch vieler unterschiedlicher Akteure bedeutet immer einen hohen Aufwand an Koordination und, da mit Laien (zum großen Teil im Kindes- und Jugendalter) gearbeitet wird, vor allem eins: Zeit.

Wer kann wann und zu welcher Uhrzeit?
Wer möchte was machen und vor allem: wer kann was machen?
Die Arbeiten auf dem Gerüst konnten nicht mit Kindern durchgeführt werden, die so etwas noch nie gemacht hatten und deren Eifer größer ist als ihre Aufmerksamkeit. Einfach zu gefährlich!

Und wie lange dauert der Bau eines Baumhauses mit jungen Menschen, die wahrscheinlich noch nie einen Schraubenzieher in ihrer Hand hatten, geschweige denn eine Stichsäge?
Schwer vorher zu sagen! Was für die zeitliche Planung vor allem auch eins bedeutet: Gelassenheit.
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Julia Westheimer aus dem Team wachsenlassen hat sich mit großer Geduld den Kindern von Kidz e.V. und Fipp e.V. angenommen.

Der Wunsch, mitzuarbeiten und der Eifer bei der Arbeit waren sehr groß, aber auch hier gab es immer wieder Termine abzusprechen (die von den Kindern dann nicht unbedingt eingehalten werden konnten, auch Verbindlichkeit ist ein schwieriges Thema) und ein langsames Arbeiten unter sorgfältiger Anleitung war angesagt.
Schritt für Schritt mussten Arbeitsgänge erklärt werden, zu Geduld und Vorsicht gemahnt werden und die Balance gefunden werden zwischen ‚Machen-lassen’ und ‚Selber-machen’.

Eine Erfahrung, die wir bei all unseren Projekten machen: Wir brauchen viel mehr Zeit!
Egal, ob wir Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene bei der Gartenarbeit oder beim (kunst-) handwerklichen Arbeiten anleiten, die Entfremdung von eigener praktischer Arbeit ist heute bei vielen Menschen sehr groß, leider ist es in unserer Gesellschaft zu der Gewöhnung daran gekommen, zu konsumieren und Dinge und Dienstleistungen zu kaufen, wo häufig etwas selbst hergestellt oder verrichtet werden könnte.

So fehlt bei vielen die notwendige Aufmerksamkeit, (manchmal auch) der Fleiß und die Geduld, das ‚Dran-bleiben’ bei handwerklichen Tätigkeiten.
Das Ausprobieren, das Fehler-machen, das Scheitern, das Wieder-von-vorne-beginnen.
Der Lernprozess.

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Wir bemühen uns bei unserer Arbeit, gemeinsame Erfahrungen bezüglich des ‚Selber-machens’ zu machen.
Dabei stoßen wir immer wieder an die Grenzen von zeitlich limitierten Projektarbeiten.
So heißt es häufig einfach tief durchatmen und weitermachen, auch wenn der Druck von Außen groß ist, “ob das Projekt denn jetzt endlich fertig ist“.

Entlohnt werden wir dafür immer wieder durch die Begeisterung und den Stolz, etwas ‚Eigenes’ zu schaffen, durch zunehmende Konzentrationsfähigkeit und überhaupt anwachsende Kompetenzen. Und durch das schöne gefühl, etwas gemeinsam mit anderen, auf die man sich verlassen kann, geschaffen zu haben.

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Als sehr anspruchsvoll empfanden wir die Errichtung der Treppe, hier war ohne das Fachwissen von Tamara und Igor nichts zu machen.
Alle, die ihm bei der Konstruktion und Aufrichtung der Treppe geholfen haben, haben sehr viel gelernt.

Da sich das Baumhaus auf einem öffentlich zugänglichen Gelände befindet, haben wir es durch einen TÜV-Gutachter prüfen lassen.
Dabei haben sich (erfreulicherweise) kleinere Mängel gezeigt, die in Absprache mit dem Gutachter nach und nach behoben werden können. Bis dahin wird das Baumhaus weiterhin nur unter Aufsicht besucht werden. Dafür haben wir eine abschließbare Tür eingebaut, welche die Begehung des Hauses unmöglich macht, wenn sich niemand auf dem Gartengelände aufhält. Dies schützt das Baumhaus hoffentlich auch vor Vandalismus.

Während die ‚Großen’ sich im handwerklichen Arbeiten übten, begannen die ‚Kleinen’ mit ersten Arbeiten an ihrem „Zusatzprojekt“:
Bei Überlegungen mit den Erzieherinnen der Kindergartengruppen waren wir übereingekommen, dass es schön wäre, ein eigenes, ebenerdiges Haus für die ‚Ganz-Kleinen’ zu haben, damit auch diese einen Ort zum Spielen hätten, wo nicht immer eine aufpassende Erwachsene daneben stehen muss. Auch könnten sie hier beim Bau ein wenig mithelfen, Bretter halten, planen, zum ersten Mal einen Schraubenzieher in die Hand nehmen und später anmalen.
Die Tagesgroßpflege Anezolia besorgte Paletten für das Fundament und parallel zu den letzten Arbeiten am Baumhaus begannen wir mit den Arbeiten am Kinderhaus.

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Mit Fatma, die ein Beet im Interkulturellen Garten bewirtschaftet, konnten wir an einem schönen Herbstnachmittag eine erste Einweihung feiern:
Türkischer Mokka mit Aussicht!

Wir sind sicher, dass im nächsten noch viele gesellige und gemütliche Stunden im Baumhaus dazu kommen.

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Gegen Anfang Dezember hatten wir endlich die grundlegenden Arbeiten am Baumhaus beendet. Witterung und vor allem der frühe Einbruch der Dunkelheit verzögerten die letzten Arbeiten. Die größeren Kinder konnten immer nur am Nachmittag zu den Bauarbeiten kommen und die Arbeitszeit wurde immer begrenzter.

Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit so vielen unterschiedlichen Akteuren einen doch nicht so unkomplizierten Bau wie den eines Baumhauses auf dem Gelände des Familiengartens Kluckstr. errichtet haben zu können.

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Im nächsten Jahr wird das Baumhaus von denen, die es erbaut haben und allen, die es nutzen möchten, erobert werden können. Farben zur künstlerischen Gestaltung sind gekauft und wir freuen uns auf individuelle Verschönerungen und Spuren, die seine Nutzer hinterlassen werden.
Möglichkeiten gibt es genug.
Einfach als Ort des Rückzugs, als Bandentreff, zum Kaffeekränzchen und ja, warum nicht einmal zu einem Arbeitsgespräch in luftiger Höhe?
Das mag doch durchaus inspirierend wirken.

Wie ein friedvolles Flaggschiff schwebt das Baumhaus nun, weithin sichtbar über dem Gelände.
Schön wäre es, von ihm aus Botschaften aus dem Familiengarten in den Kiez zu schicken.

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Der Bau unseres Baumhauses wurde gefördert durch:

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Wir danken der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis für ihre Unterstützung, ohne die der Bau nicht hätte realisiert werden können:

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Wachsenlassen im Familiengarten Kluckstr., Berlin Tiergarten-Süd

Grundgedanken

Das Projekt Wachsenlassen ist seit Entstehung des Familiengartens Mitte in der Kluckstr./ Ecke Lützowstr in Berlin Tiergarten-Süd im Frühjahr 2010 auf dem Gelände aktiv ansässig.

Wir sind ein engagiertes Team, bestehend aus einer Gärtnerin, einer Philosophin und einer freien Künstlerin und verfügen über langjährige Erfahrung in der sozio-kulturellen Projektarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Zudem werden wir mittlerweile von einem festen Stamm von engagierten Anwohnern mit unterschiedlichen Kompetenzen unterstützt.

Wachsenlassen versteht sich als ein Mehrgenerationenprojekt mit interkulturellem Charakter und steht unter der Trägerschaft des Stadtteilverein Tiergarten e.V.
Menschen vom Kleinkind- bis zum Seniorenalter soll die Möglichkeit geboten werden, sich zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter im Freien aufzuhalten und in einer sich zunehmend unserer Umwelt entfremdenden Gesellschaft (wieder) „Bodenkantakt“ aufzunehmen.

Seit Beginn unserer Tätigkeit im Familiengarten schaffen wir in verschiedenen Bereichen des Familiengartens eine Infrastruktur, die es ermöglicht, gemeinsam mit Interessierten jeden Alters zu gärtnern, zu ernten und gemeinsam zu essen, Naturbeobachtungen zu betreiben oder sich einfach nur an der erholsamen Stadtnatur zu erfreuen.

Gartenarbeit:
Ein gepflegter Garten bedeutet immer auch körperliche Arbeit zu unterschiedlichen Witterungsbedingungen, Kontinuität und Verlässlichkeit.
Wichtige persönliche Erfahrungen, die damit einhergehen, macht der heutige Stadtbewohner so gut wie nicht mehr. Die Entfremdung von sich selbst aber auch von seiner „natürlichen“ Umwelt nimmt zu.
Die Freude daran, die Früchte seiner körperlichen Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes auch ernten zu können, ist ein wesentlicher Grund für die persönliche Befriedigung, die Gartenarbeit bedeuten kann. Arbeit und Bewegung an frischer Luft auch äußerst gesundheitsförderlich, zudem führt der Anbau eigenen Gemüses schon  im kleinen Rahmen dazu, seine Ernährungsgewohnheiten zu überdenken.

Freiraum:
Ein Ort zum Verweilen, Nichtstun, Träumen, Denken oder einfach nur die Zeit verstreichen
lassen – derartige Räume sind äußerst rar geworden in unserer modernen Gesellschaft.
Ein Garten braucht Zeit, und das nicht nur zum Arbeiten, sondern zum Innehalten und Beobachten.
Jede Pflanze braucht ihre eigene Zeit und lehrt uns, dass nicht alles „von heute auf morgen“ entsteht.

Ausreichend Zeit für Muße nimmt deshalb ausdrücklich einen Raum im Konzept des Projektes ein.
Auch wenn ein großer Teil des Projektes durch gemeinsame Aktivitäten

geprägt ist, ist es wichtig, die Teilnehmer nicht nur ein vorab geplantes Programm zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung durchlaufen zu lassen.
Eigene Kreativität ist eine zarte Pflanze, die unter anderem freie Zeiten und Räume benötigt, um überhaupt hervorkommen zu können. Freiraum zum „Luftholen“ und „Nichtstun“ sind unerlässlich für ein erfülltes Leben.

Künstlerisches/kunsthandwerkliches Arbeiten:

Bei unserem künstlerischen Arbeiten liegt ein Schwerpunkt auf Recycling-Kunst.
Unsere Industriegesellschaft lässt sich unter anderem durch einen rasanten technischen Wandel und den daraus resultierenden hohen Verschleiß von Objekten charakterisieren. Ausgemusterte Dinge haben meist aber nur scheinbar ihren Wert verloren, Recycling-Kunst kann aufzeigen, dass alles, was in unserer Welt existiert und übrig bleibt, also auch das ‚Unwürdige‘ und Alltägliche, zum Material für die Kunst werden kann. In unseren Kunst-Mitmach-Projekten bieten wir den Teilnehmern neben der Entdeckung der eigenen Kreativität ein Nachdenken über Nachhaltigkeit, Konsumverhalten und Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Erde.

In unseren Räumen im Hauptgebäude des Familiengartens wächst ein kleines Lager an Altmaterialien, die in verschiedenen kreativen Projekten sinnvoll wieder verwendet zu neuem Leben erweckt werden können.

Wachsenlassen ist kein großes, „spektakuläres“ Projekt, dafür arbeiten wir kontinuierlich und zuverlässig und bemühen uns darum, Menschen in persönlichem und dauerhaftem Kontakt für die Themen Umweltpflege, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren.
Dies geschieht mit Freude und Kreativität bei all unseren Aktivitäten.

Um unsere Arbeit weiterführen zu können, benötigen wir Förderung und Unterstützung finanzieller, praktischer und ideeller Art:

– engagierte Mitgärtner sind nach wie vor herzlich  willkommen!
– Geldspenden (gegen Spendenbescheinigung) ermöglichen es uns, überhaupt weiter arbeiten zu
können.
– Wir freuen uns über passende Sachspenden wie z.B. Arbeitswerkzeuge und -materialien,
Möbel, Gartenmöbel, Druckkosten für z.B. Flyer und Infotafeln und vieles andere.

Besonders interessiert sind wir an einer langfristigen Zusammenarbeit mit Unterstützern und Sponsoren, die auch uns ein zuverlässiger Partner sind – gerne auf die einzelnen unterschiedlichen Schwerpunkte unserer Projektarbeit bezogen.
Im Gegenzug machen wir aufmerksam auf Ihr Unternehmen auf unserem Gelände und auf dessen großen Außenzaun, bei Veranstaltungen und Festen.

Nutzen Sie unseren Garten für Ihre Wünsche!
Es gibt noch freie Plätze im urbanen Grün von Berlin-Tiergarten!
Kontakt:
Gabriele Koll, wachsenlassen@web.de


Wachsenlassen hat die Agrarindustrie satt!

Am besten hingehen!

Agrardemo

Alle Infos unter: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/agrarkampagne/16476.html


Wie es begann

2010

Ein Garten sollte es also sein, mitten in der Stadt.

Müde von der Arbeit in Schulen und am Schreibtisch, zog es mich ins Freie, bewegen wollte ich mich.
Gemeinsam mit Regine bewarb ich mich darum, ein Gartenprojekt im Familiemgarten Kluckstr. in Berlin, Tiergarten-Süd zu beginnen.

Eine ehemals öffentliche Grünfläche, mehr Hundeauslauf- als Erholungsgebiet, die dem neu entstehenden Familiengarten zugeordnet wurde.

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Hier wollten wir einen Garten schaffen, für alle, die daran teilhaben wollten für,so nannten wir es: Menschen ab dem Kindergartenalter.

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Mit wie viel Enthusiasmus gingen wir an die Arbeit!
Man vergisst so leicht.

Seit Anfang an dabei sind Kinder und Erzieherinnen der deutsch-französischen Eikita Cocorico et Co und der Tagesgroßpflegestelle Anezolia.

Gemeinsam mit ihnen schufen wir die Grundlage des Gemeinschaftsgartens wachsenlassen.

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Warum einen Garten?
Ich frage es mich immer wieder und die vielfältigen Antworten, die mir dazu einfallen, treffen alle zu und doch scheinen sie nicht den Kern meines Wunsches zu benennen, warum ich einen Garten mitten in der Stadt erschaffen wollte und erhalten will.

Warum einen Gemeinschaftsgarten?
Noch schwieriger.

(Wo doch fast jeder Gärtner dazu neigt, eifersüchtig über seine -ja, seine!- zarten Pflänzchen zu wachen und der Meinung zu sein, niemand außer ihm selbst kann sie wirklich behüten)

Oder vielleicht sehr einfach:
Entdecken, erleben, sich wohl fühlen, arbeiten (ja, sinnvoll arbeiten!), hegen, pflegen, Verantwortung übernehmen, teilen, Aufmerksamkeit. Faul sein, genießen, riechen, schmecken. Sich bewegen.
Und das alles gemeinsam. Und auch mal jeder für sich allein.

Achtung.
Vor dem Leben. Vor unserer Erde, die uns nährt.

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Nachhaltiges Wirtschaften.
Damit auch die, die nach uns kommen, noch entdecken können.