Kartoffelanbau – unser Kartoffelbeet
Veröffentlicht: April 28, 2014 Abgelegt unter: Kinder im Garten | Tags: Agrarindustrie, Artenvielfalt, Gärtnern mit Kindern, Gemeinschaftsgarten, nachhaltiges Wirtschaften, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarIn seinem Buch „Die Botanik der Begierde“ beschreibt der amerikanische Autor Michael Pollan die Begegnung mit einem Kartoffelfarmer in Idaho.
Dieser baut auf den typischen kreisrunden, beregneten Feldern (die kann man sich auch bei Google Earth anschauen) die Sorte Russet Burbank an, aus der die Fastfood-Ketten ihre Pommes Frites machen.
Es ist eine eindrucksvolle Darstellung der Art und Weise, wie die sogenannte konventionelle Landwirtschaft mit dem Boden umgeht.
„Auf meine Bitte hin“, schreibt Pollan, „ ging Forsyth mit mir das Chemikalienmenü einer kompletten Saison durch, das nach neuesten Erkenntnissen über die totale Kontrolle eines Kartoffelackers zusammengestellt worden ist. Den Auftakt bildet zu Beginn des Frühjahrs ein Mittel zur Ausräucherung des Bodens; um Fadenwürmer und bestimmte Bodenkrankheiten in den Griff zu bekommen, tränken die Kartoffelfarmer ihre Äcker vor dem Pflanzen mit einer Chemikalie, die sämtliche im Boden lebenden Mikroben restlos abtötet.
Im nächsten Schritt „säubert“ Forsyth seine Felder von allem Unkraut mit Herbiziden der Marken Sencor oder Eptam. Beim Pflanzen verteilt er Thimet oder ein anderes synthetisches Insektengift im Boden. Es wird von den Keimlingen absorbiert und tötet über Wochen hinweg jedes Insekt, das von den Blättern frisst. Haben die Kartoffelsämlinge eine Größe von fünfzehn Zentimertern erreicht, wird ein zweites Herbizid zur Unkrautbekämpfung auf dem Feld vesprüht“
So geht es weiter durch die gesamte Saison, die Pestizide und Düngemittel werden jede Woche der Bewässerung beigegeben, die sich aus dem nahegelegenen Fluss speist und in den die Abwässer auch wieder zurückfließen.
„Ab Juli lässt der Farmer seine Pflanzen alle zwei Wochen vom Flugzeug aus mit einem Mittel gegegn Blattläuse besprühen“, berichtet Pollan weiter; „ die Blattläuse sind an sich zwar harmlos, übertragen jedoch einen Virus, das bei der Sorte Russet Burbank zum Einrollen der Blätter und nachfolgend zur Netzfleckenkrankheit führt. Sobald sich im Querschnitt die typischen braunen Flecken zeigen, nimmt die Fabrik dem Farmer keine einzige Kartoffel mehr ab.“
(zitiert aus: Martin Rasper: „Vom Gärtnern in der Stadt“, München 2012, S. 103 f.)
Beschreibungen einer Wirtschaft, die auf einem Stück Land stattfindet, wobei sich keiner mehr für das Stück Land interessiert.
Ohne diesen erschreckenden Hintergrund zu vergessen, legen wir in unserem Gemeinschaftsgarten ein Kartoffelbeet an, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, dass die meisten unserer Lebensmittel aus dem Erdboden kommen und dass Kultivierung und vieles andere mehr anstatt von reiner Chemie vonnöten ist, um später eine leckere Kartoffel essen zu können.
Schon bei der Vorbereitung des Beetes treffen wir auf so viel interessante Erdbewohner, dass alles mal wieder sehr viel Zeit braucht…
Und dann:

Der wahrscheinlich größte Regenwurm des Jahres 2014!
Eines Tages sah unser Beet zum großen Stolz aller dann endlich so aus…
…und Linda und der Reichskanzler, La Ratte und die Angeliter Tannenzapfen warteten auf ihren Einsatz.
Julia erklärte den kleinen Gärtnern vorher anschaulich, wie es die Kartoffeln gerne gemütlich in ihrem Bodenbett haben möchten und es ging ans In-den-Boden-Setzen.
Ich weiß, dass ich unseren kleinen Stadtgarten nicht mit wirtschaftlichen Kartoffelanbau vergleichen kann und ich weiß auch, dass wir hier manchmal mit den Kindern idyllische Zustände erleben, die nichts mehr mit Landwirtschaft, wie sie heute zu großen Teilen betrieben wird, zu tun haben.
Aber wir können in großen und kleinen Gärtnern ein Gefühl dafür wecken, was der Boden unserer Erde uns bietet und dass er – und alle, die von ihm, auf ihm und in ihm leben – Achtung und Pflege verdienen.
Kultur halt.
Früher nannte man so etwas Agri-Kultur.
Gartenfest zum La Via Campesina Tag mit Pflanzen- und Saatguttausch
Veröffentlicht: April 15, 2014 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Agrarindustrie, Artenvielfalt, Garten in der Stadt, Gemeinschaftsgarten, Nachhaltigkeit, Saatgut-Tauschbörse, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarSo 20.4.14 ab 14.00
Gemeinschaftsgarten am Bethaniendamm, 10997 Berlin
„Ton, Steine, Gärten“ trifft „La Via Campesina“
Gartenfest mit Saatgut-und Setzlingstauschbörse, Kaffee und Kuchen, Vokü, Infos und
Überraschungen. Verschiedene Initiativen und Gruppen laden zudem zu
Thementischen ein:
15:00 Solidarische Landwirtschaft – Oft begegnen einem heute im Kontext
von Zukunftsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz im Bereich der
Landwirtschaft die Begriffe CSA oder SoLaWi. Wir wollen euch gerne
berichten, wie dieses Konzept aussehen kann, ganz konkret, anhand unserer
Erfahrungen in Versorgungsgemeinschaften. Zudem möchten wird das SoLaWi-
Bundesnetzwerk, sowie die Gründungsidee einer regionalen
Arbeitsgruppe vorstellen.
15:30 Die Landlosen: Gemüseanbau in der Innenstadt – In einem ersten
Schritt wollen wir ein bestimmtes abgegrenztes Gebiet nach gärtnerischen
Möglichkeiten durchforsten: Zwischenräume, Dächer, Brandwände etc., und
sie, mit Foto, vielleicht einer Skizze, wie es
aussehen könnte, in einen Stadtplan eintragen. In einem zweiten Schritt
wollen wir versuchen, ein konkretes Objekt bis zur „Gartenreife“
voranzutreiben.
16:00 Keine Freiheit ohne Saatgutvielfalt? Seit Jahrzehnten nimmt die
angebaute Vielfalt an Saatgut und Kulturpflanzen durch die Spezialisierung
und Konzernkonzentration in der Landwirtschaft ab. Dadurch schwindet die
Vielfalt an Nahrungsmitteln und Anbauformen für künftige Generationen. In
der jAbL beschäftigen wir uns damit, wie die Saatgutvielfalt langfristig
erhalten werden – und was man jetzt tun kann.
16:30 Landgrabbing in Ostdeutschland – Rasant steigende Preise für
landwirtschaftliche Flächen bedeuten: erschwerte Möglichkeiten
(klein)bäuerliche Höfe aufzubauen. Doch was steckt dahinter? Investoren,
staatliches Land, das in einer geheimen Versteigerung höchstbietend
verkauft wird und immer wenige Agrarkonzerne, die das Land unter sich
aufteilen. Ein Aktivist und Bio-Gemüsegärtner aus Brandenburg berichtet
von seinen Erfahrungen.
Info-Tisch zu Reclaim the Fields – Wir wollen uns vorstellen, unsere
europaweite Konstellation verschiedenster Menschen und Gruppen, die
entschlossen sind, durch kooperativen, kollektiven, unabhängigen,
bedürfnisorientierten Nahrungsmittelanbau in kleinem Umfang, eine
Alternative zum Kapitalismus zu schaffen. Dabei verknüpfen wir lokale
Aktionen mit globalen politischen Kämpfen.
Bienen in Gefahr!
Veröffentlicht: März 21, 2014 Abgelegt unter: Vögel, Insekten und andere Wesen | Tags: Agrarindustrie, Artenvielfalt, Ökologie, Gemeinschaftsgarten, Nachhaltigkeit, Urbanes Gärtnern Hinterlasse einen KommentarDie industrielle Landwirtschaft bedroht die Bienen. Doch die Bundesregierung will jetzt Pestizide und Monokulturen sogar auf Schutzflächen erlauben. Die Agrarminister der Länder können die Regierung aufhalten. Schon am 3. April fällt auf ihrer Konferenz in Cottbus die Entscheidung.
Unterzeichner des Campact-Appells:
https://www.campact.de/Bienen-brauchen-Vielfalt
fordern die Agrarminister auf, die Regierung aufzuhalten. 
Filmtipp: Le Semeur
Veröffentlicht: Februar 6, 2014 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Agrarindustrie, Artenvielfalt, nachhaltiges Wirtschaften, Saatgut Hinterlasse einen KommentarLe Semeur
The Sower
Ein Porträt des Künstlers und Samenerzeugers Patrice Fortier, der seine ganze Leidenschaft und Fachkenntnis der Erhaltung der Pflanzenvielfalt widmet.
Patrice mag Rüben, besonders die widerstandsfähigen Sorten, die starkem Wind standhalten. An Pflanzen bewundert er deren Unabhängigkeit. Er pflegt seine Mohrrüben mit derselben Geduld und Akribie, mit der er sich der Samenernte aus seinem Riesenkürbis widmet. Manchmal träumt er von einem bestimmten Kirschbaum, dessen genetisches Erbe er erhalten und verbreiten möchte. Ganz zu schweigen von seinem Stolz auf seine polnischen Kohlrüben. Patrice Fortier ist nicht verrückt, er hat einfach eine Leidenschaft für seine Arbeit. Er lebt auf dem Bauernhof seiner Firma, La société des plantes, im Kamouraska-Tal und bewahrt und züchtet seltene und vergessene Samen, um die Vitalität und Vielfalt unseres landwirtschaftlichen Erbes wiederherzustellen. Unter der Regie von Julie Perron gibt uns Le Semeur auf ungewöhnlich elegante und zuversichtliche Weise faszinierende Einblicke in Fortiers äußerst intensives Leben.
Kanada 2013, 77 Min
In französischer Sprache.
Kino im Martin-Gropius-Bau Mi, 12.2. 22.00 Uhr
https://www.berlinale.de/en/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20141030#tab=video25
Wachsenlassen hat die Agrarindustrie satt!
Veröffentlicht: Januar 16, 2014 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Agrarindustrie Hinterlasse einen Kommentar…. und wer sich uns für Mehr Vielfalt auf dem Acker und im Garten! auf der Demo am Samstag anschließen möchte, findet uns beim VERN e.V. irgendwo hinterm Trecker des Agrarbündnis Agrarwende Brandenburg, um 12 Uhr gehts los vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt…

Alle Infos unter: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/agrarkampagne/16476.html
Wachsenlassen hat die Agrarindustrie satt!
Veröffentlicht: Januar 13, 2014 Abgelegt unter: Allgemein | Tags: Agrarindustrie Hinterlasse einen KommentarAm besten hingehen!

Alle Infos unter: http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/agrarkampagne/16476.html









