Bienen in Gefahr!

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Die industrielle Landwirtschaft bedroht die Bienen. Doch die Bundesregierung will jetzt Pestizide und Monokulturen sogar auf Schutzflächen erlauben. Die Agrarminister der Länder können die Regierung aufhalten. Schon am 3. April fällt auf ihrer Konferenz in Cottbus die Entscheidung.

Unterzeichner des  Campact-Appells:

https://www.campact.de/Bienen-brauchen-Vielfalt

fordern die Agrarminister auf, die Regierung aufzuhalten.                                                             Bienen


Vielfalt

„…Also, Folco? Was meinst Du? Siehst Du das Problem? Auf welcher Seite stehst Du?

FOLCO: Auf welcher Seite stehst denn Du?

TIZIANO: Auf der Seite der Militärs zu stehen, ist unmöglich. Aber irgendwie müsste man die Leute vor den Gefahren warnen, die mit der Liberalisierung Birmas einhergehen werden. Also frage ich mich: Ist es möglich, beides unter einen Hut zu kriegen? Und die Schönheit der Welt, die ja in ihrer Vielfalt besteht, zu bewahren?

FOLCO: Interessant.

TIZIANO: Ich meine die Frage ganz ernst. Ich finde, statt einfach zu sagen: ‚Es gibt keine Lösung’, sollte man sich mit diesem Problem ernsthaft beschäftigen.
Denk doch nur an die Andersartigkeit der chinesischen Kultur. Die Chinesen schreiben anders, essen anders, schlafen anders als wir. Ist es da nicht merkwürdig, dass auch sie auf einmal alle Kravatten tragen? Verstehst Du, was mich so zur Verzweiflung bringt, Folco? Die Chinesen, die entdeckt hatten, dass man sich nichts um den Bauch binden soll, was den Energiefluss des Qui unterbinden könnte, tragen plötzlich Gürtel von Pierre Cardin! Das ist doch schrecklich, oder? Was mir dabei solche Kopfschmerzen bereitet, ist das Ende der biologischen Vielfalt! Dass es keine Bauernäpfel merh gibt! Dass wir alle die gleichen Äpfel essen, gleich groß, gleich rund, gleich glänzend, und damit die Vielfalt beseitigen, die doch die Grundlage unseres Lebens ist! Denn ich bin fest davon überzeugt, dass der Reichtum der Menschheit in der Verschiedenheit liegt. Warum müssen die Tuareg unbedingt Unterhosen tragen? Lasst sie doch Tuareg bleiben!“

In: Tiziano Terzani: Das Ende ist mein Anfang (Hrsg. Folco Teriani), München 2007, S. 298


3. Saatgut-Tauschbörse im Familiengarten Kluckstraße

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lädt ein zur

3.Saatgut-Tauschbörse – Bienen in der Stadt
im Nachbarschaftstreff des Familiengartens
Kluckstraße/Ecke Lützowstr /
10785 Tiergarten-Süd

am 15. März 2013, 14 – 17 Uhr

Ob Balkon-, Schreber- oder interkultureller Familiengärtner:
Durchforstet Eure Samenbestände nach Saatgut, das Ihr erübrigen könnt und kommt auch in diesem Jahr wieder zum Tauschen!
Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung und Jahrtausende altes Kulturgut. Über Generationen hinweg wurde es vermehrt und weitergegeben. Die so entstandenen Kultursorten zeichnen sich durch ihre Vielfalt, ihre Fruchtbarkeit (Nachbaufähigkeit) und ihre regionale Anpassung aus.
Wir können unser Wissen über die Sorten, die wir anbauen, austauschen, uns von den Sorten der Anderen überraschen lassen oder einfach einmal etwas Neues ausprobieren.
Auch wer kein eigenes Saatgut hat, ist herzlich zum Entdecken und Beschenken eingeladen!

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Bienen in der Stadt
Wie gestalte ich meinen Garten oder meinen Balkon bienenfreundlich? Was kann ich aussäen?
Rolf Stengel, Imker in Tiergarten, informiert auf der Saatgut-Tauschbörse über Bienenhaltung und zeigt Euch seine Bienen im Familiengarten.
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Informationen zu bienen- und insektenfreundlichen Aussaaten und Stauden unter:
http://www.mellifera.de
http://www.bluehende-landschaft.de

Fragen zur Saatgut-Tauschbörse unter: wachsenlassen@web.de

Informationen als pdf zum Herunterladen:

wl Saatgut-Tauschbörse 2014


Wir gärtnern ohne Torf

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Augen auf beim Kauf von Blumenerde!

Nun ist es wieder soweit: Balkon- und Gartenbesitzer machen sich an die Vorbereitung ihrer Beete und da muss natürlich frische Erde her.
Vor den Gartencentern, Heimwerker- und Supermärkten stapeln sich die Paletten mit Blumenerde.

Schon mal drauf geschaut, was drin ist?

Leider bestehen die handelsüblichen (und natürlich die preiswerten) Blumenerden zum größten Teil aus Torf.
Und Torf kommt nun einmal aus Mooren, deren Zerstörung durch den enormen Torfabbau rasant voranschreitet.

Neben ihrer Schönheit bieten die Moorlandschaften einen unersetzlichen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, die nur dort leben.
Zudem sind sie auch für den Klimaschutz besonders wichtig.
Sie können immerhin doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder der Erde zusammen!

Mittlerweile gibt es gute Alternativen zu torfhaltigen Blumenerden. (Wer kann, legt sich natürlich einen Kompost an, die unbestritten beste Möglichkeit, seine Gartenerde gesund und nährstoffreich zu halten.)

Aber auch hier wieder aufgepasst: Auch die Bezeichnung Bio ist häufig irreführend und bedeutet nicht gleich torffrei.

Informationen zum Thema unter:

http://www.swr.de/swr2/wissen/gartenerde-ohne-torf/-/id=661224/did=11430396/nid=661224/koopra/index.html

http://www.bund.net/themen_und_projekte/naturschutz/moore/torf_abbau_und_verwendung/gaertnern_ohne_torf/

http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartengrundlagen/torffrei/


Gutes Saatgut – böses Saatgut

In fast jedem konventionellen Gartenratgeber und Gartenbüchern aller Art kann man darüber lesen:
Über die große Vorfreude, die die Gärtner_in überfällt, wenn sie die kleinen bunten Hochglanztütchen in die Hand bekommen, in denen sich das Saatgut für das kommende Gartenjahr befindet.
Nun beginnen die Träume und Überlegungen:
was will ich in diesem Jahr in meinem Gemüsebeet anbauen?

Vielleicht die Busch-Cocktailtomate „Siderno F1“ – Lycopersicon esculentum?
Sie bildet zahlreiche, aromatische rote Früchte mit ca. 3 cm Durchmesser und 15 – 20 g Gewicht und ist widerstandsfähig gegen Krankheiten (gegen Fusarium und Verticillium ) und es ist kein Ausgeizen nötig! Mit nur 80 cm Wuchshöhe zudem  bestens für Kübel geeignet.
Hm, hört sich doch nicht schlecht an, oder?

Und für den Blumegarten?
Vielleicht die Neuzüchtung Antirrhinum majus „Twinny Mix F1“ – Löwenmäulchen?
Kompakte Sorte mit gefüllten Blüten in den Farben Weiß, Gelb und Apricot bis hin zu Bronze und Rosa. Diese hervorragende Sorte wächst gut verzweigt und ist ideal für Beete und Container und blüht den ganzen Sommer über. Höhe: 20 – 30 cm.
Auch vielversprechend. Was für ein Farbspektrum!

Aber Augen auf beim Kauf der bunten Tütchen mit vielversprechendem Inhalt:
Denn was bedeutet denn eigentlich der unauffällige Zusatz F1?
F1 steht im Gegensatz zum Begriff samenfest.
Bevor die moderne Pflanzenzüchtung an weltweiter Bedeutung gewann, war es der übliche Weg der Saatgut-Gewinnung, samenfeste Sorten über Jahre auf bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung und Selektion zu züchten. Die Landwirte schufen so ihr eigenes Saatgut, das auf die jeweilige Region (Standort) und deren Umweltbedingungen angepasst war. Auch über wünschenswerte Eigenschaften wie Geschmack, Aussehen, Resistenzen und ja, auch individuelle Vorlieben wurde so entschieden.
Wenn diese Sorten über ihr Saatgut weiter vermehrt werden, erhält man in der nächsten Generation Pflanzen mit denselben Eigenschaften, diese nennt man samenfest, sortenrein und nachbaufähig.
Von Generation zu Generation kann man diese Pflanzen natürlich weiterentwickeln und so z.B. auf  Umwelt- und Klimaveränderungen reagieren.

Dem gegenüber stehen die F1-Hybridzüchtungen, die nicht samenfest sind.
F1 ist eine Kreuzung in erster Generation, d. h. es werden zwei Sorten gekreuzt und bei sortenreinen Eltern erhält man in dieser ersten Generation einheitliche Nachkommen. Vermehrt man diese Pflanzen weiter, tritt in der nächsten Generation – der F2 – die größtmögliche genetische Aufspaltung auf und die genetischen Eigenschaften der Kreuzungspartner treten in den Nachkommen in den verschiedensten Variationen zu Tage.
Wenn wir also bspw. aus einer gelben, runden F1 Zucchini Saatgut gewinnen und wieder ansäen werden wir nur einen Teil oder u. U. gar keine Zucchini mit diesen gelben und gleichzeitig runden Eigenschaften erhalten.
(Zur Information hier z.B. : http://www.garten-des-lebens.de/f1-oder-samenfest-wo-liegt-der-unterschied/)

Das bedeutet für mich als Gärtner_in oder Landwirt_in also erst einmal, dass ich aus diesen Pflanzen kein eigenes Saatgut mehr gewinnen kann und somit gezwungen bin, Jahr für Jahr neue Samen kaufen
Von wem? Das ist noch einmal eine ganz eigene Frage.
Zur Erstinformation siehe dazu: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/07/saatgut-drei-konzerne-bestimmen-den-markt-fuer-lebensmittel/

Mittlerweile gibt es seit einigen Jahren auch die sogenannten CMS-Hybriden, deren Vermehrung überhaupt nicht mehr möglich ist, bzw. nur degenerierte Pflanzen zur Folge hat.
Zu diesem Thema siehe u.a.: http://www.saveourseeds.org/dossiers/cms-hybride.html
(Demeter hat bereits 2005 in seinen Richtlinien verfügt, dass CMS-Hybriden nicht mehr verwendet werden dürfen.)

Soweit einige Erstinformationen, die den Laien an das sehr komplexe Thema heranführen.
Und wodurch sich die oft zitierte ‚Qual der Wahl’ zumindest bei der Auswahl der Saatgutanbieter vermeiden lässt.

Als ich mir überlegte, diesen Artikel zu schreiben, habe ich einige Zeit über den Titel nachgedacht. Gutes Saatgut – böses Saatgut.
Bei der Erziehung meiner Tochter habe ich so schwarzweißmalerische Ausdrücke wie gut und böse in der Regel vermieden. Was heißt schon gut, was heißt schon böse?
Alles eine Frage der Moral.

Genau.

Saatgut ist die Keimzelle unserer Pflanzenvielfalt und unseres Lebens.
Es kann nicht gut sein, wenn diese Keimzelle in den Händen von zwei, vier oder sechs großen Konzernen liegt.
Es ist böse, wenn es diesen Konzernen nur um Marktanteile und um Geldvermehrung geht, denn Geld können wir nicht essen.
Die Menschheit braucht Saatgut. Ohne Saatgut gibt es kein Leben, keine Vielfalt, keine Pflanzen und keine Lebensmittel.

Laut Welternährungsorganisation (FAO) sind mehr als 75 Prozent aller Kulturpflanzen, die es im Jahre 1900 noch gab, verschwunden.
Behaupten unsere Politiker nicht schon seit vielen Jahren, dass Vielfalt gut tut?

(Noch) haben wir die Wahl.
Auch in einem kleinen Stadtgarten in Berlin-Mitte.


Anständig essen von Karen Duve

Angenehme Unterhaltung – und das bei so wichtigen und anspruchsvollen Themen wie Massentierhaltung, gesunde Ernährung und Verantwortung und Respekt der Welt gegenüber – geht das zusammen?
Aber ja, Karen Duve beweist das mit ihrem Roman „Anständig essen“.

Wenn man einmal nicht in der Laune oder Verfassung ist, sich mit Fachliteratur zu beschäftigen, sondern sich einfach nur mit einem guten Buch auf’s Sofa pfläzen möchte, kann ich dieses Buch bestens empfehlen.

‚Der Selbstversuch’ (so der Untertitel) bleibt hängen und man hinterfragt seine eigenen Ernährungsgewohnheiten wieder einmal.
Gleichzeitig finden sich im Text immer wieder gute Rechercheeinschübe zu den Themen.

Fazit: Wir müssen und sollten nicht so viel Fleisch essen. Wir sollten endlich wieder damit beginnen, einen respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen und unserer Umwelt zu pflegen.

Karen Duve: „Anständig essen – Ein Selbstversuch“, Galiani Berlin 2011